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Samsung Galaxy Z Fold4-Test

Das neueste Foldable von Samsung ist da – das Galaxy Z Fold4 will einmal mehr mobile Produktivität neu definieren. Dazu kommen dringend benötigte Kamera-Upgrades und einige subtile Design-Änderungen. Das Kamera-Setup ist im Prinzip identisch. Weitwinkel, Ultraweitwinkel und Tele sind an Bord. Die Hauptkamera hat aber einen größeren Sensor bekommen und das Tele etwas mehr optische Reichweite. Die Einfassungen wurden verkleinert und das Seitenverhältnis des äußeren Displays leicht angepasst. Gleichzeitig ist das Gewicht minimal gesunken. Wenig neues gibt es dagegen beim 4.400 mAh-Akku, der bei gleicher Größe etwas schneller laden soll. Allerdings nur in den ersten 30 Minuten – danach bleibt die Ladeleistung bei den bekannten 25 Watt. Echte Fortschritte reklamiert Samsung dagegen in der energieeffizienteren Display-Technologie und dem neuen Snapdragon 8+ Gen 1-Chipsatz. Wie gut die Änderungen funktionieren, klärt unser Samsung Galaxy Z Fold4-Test.

Unboxing

Das Unboxing des Galaxy Z Fold4 bringt wenige Überraschungen mit sich. Das Samsung-Smartphone wird ungefaltet in einer großen, quadratischen, schwarzen Box geliefert. Die Packung ist aber nur halb so hoch wie üblich, da kein Ladegerät enthalten ist. Immerhin findet man ein USB-C-Kabel im Lieferumfang.

Design

Großes Display auf der Innenseite, kleineres auf der Vorderseite, wasserdicht, Kameras, die in alle Richtungen zeigen, S-Pen-Unterstützung – das Galaxy Z Fold4 ist einem konventionellen Handy immernoch soweit voraus, dass Samsung sich auf die Verbesserung von Details konzentrieren konnte. Dazu gehören Dinge wie das Optimieren von Seitenverhältnissen, das Minimieren von Einfassungen oder das Einsparen einiger Gramm des Gesamtgewichts.

Das innere Display bleibt bei 7,6 Zoll in der Diagonale, hat aber einen leicht quadratischeren Formfaktor. Die flexible Schicht über den OLED-Pixeln ist immer noch nur eine Art Glas. Samsung und der Hersteller Schott nennen sie UTG (Ultra-Thin Glass). Der Kern der Sache ist, dass man Glas biegen kann, wenn man es dünn genug macht (unter 100 µm, aber 30 µm werden normalerweise auf Smartphones verwendet). Die geringe Materialstärke zieht aber natürlich andere Probleme nach sich.

Abgesehen von unzähligen strukturellen Schichten befindet sich im Sandwich auch das elektromagnetische Resonanzgitter von Wacom, das die S Pen-Funktionalität ermöglicht. Wie im letzten Jahr braucht man aufgrund der weicheren Oberfläche einen speziellen S Pen für das Fold. Ein Galaxy Note- oder S22 Ultra-Stift funktioniert nicht. Entweder man greift zur S Pen Fold Edition oder zum S Pen Pro. Die Pens verfügen über weiche Spitzen und interne Dämpfer, um sicherzustellen, dass man sein Fold nicht zerkratzt.

Denn letztlich ist die oberste Displayschicht aus Kunststoff. In gewisser Weise ist es eine Displayschutzfolie, an deren Entfernung man aber nicht mal denken sollte. So plastisch der Kunststoff auch sein mag, er ist ein sehr angenehmer Schutz und fast so glatt wie echtes Glas. Es gibt keine seltsamen Ausschnitte, in denen sich Staub ansammelt, und der Schutz reicht fast bis zu den Einfassungen, sodass man auch kaum störende Kanten entdeckt.

Unter normalen Bedingungen sieht man auch nicht viel von der internen Selfie-Kamera. Die Under-Display-Kamera ist bei ausgeschaltetem Display am besten sichtbar und weniger, wenn die OLED-Pixel darüber leuchten. Unsichtbar ist sie praktisch zu keinem Zeitpunkt, störend aber auch nicht. Was schwieriger zu ignorieren ist, ist die immer noch vorhandene Falte entlang der vertikalen Achse des Hauptdisplays. Sie begleitet Samsungs Foldables schon seit der ersten Generation und hat sich leider auch beim Z Fold4 häuslich eingerichtet.

Die Konkurrenz hat mittlerweile andere Scharniere entwickelt, die im aufgeklappten Zustand glattere und flachere Panels produzieren. Angeblich lassen sich solche Designs aber nicht wasserdicht machen. Und tatsächlich sind die Galaxy Flips und Folds die einzigen faltbaren Geräte mit einer IP-Schutzklasse – wasserdichtes IPX8, allerdings ohne Staubfestigkeit. Samsung scheint daher den besten Kompromiss gesucht und gefunden zu haben.

Ein weiteres herausragendes Merkmal ist das neue Scharnierdesign ohne Zahnräder. Es schließt das Fold4 mit einem satten Klacken entlang der äußeren Rahmen aus Armor Aluminium, verharrt aber auch sicher in jedem Winkel zwischen 75 und 115 Grad. Damit sind einige Anwendungsfälle möglich, die andere faltbare Geräte nicht bieten, die sich nur komplett öffnen oder schließen lassen.

Das Außendisplay wird durch Gorilla Glass Victus+ geschützt und hat eine leichte Änderung des Seitenverhältnisses erfahren – von 25:9 zu 23,1:9. Die Breite ist um 3 mm gewachsen, was eine ziemlich gute Nachricht ist. Der Powerbutton ist auf der rechten/hinteren Hälfte verbaut und enthält auch den Fingerabdrucksensor. Letzter funktionierte im Test jederzeit schnell und zuverlässig. Die Lautstärkewippe befindet sich direkt darüber, der SIM-Slot auf der gegenüberliegenden Hälfte (Dual-Nano-SIM, kein microSD-Slot). Die Stereo-Lautsprecher sitzen im linken/oberen Teil des Fold. Samsung hat ein einzelnes Mikrofon unten und drei weitere oben verbaut. Der USB-C-Anschluss befindet sich in der Mitte des rechten/hinteren Bereichs an der Unterseite.

Das Samsung Galaxy Z Fold4 misst im zusammengeklappten Zustand 155,1 x 67,1 x 14,2-15,8 mm. Damit ist es genauso breit wie das alte Modell, aber 3 mm kürzer und 0,2 mm dünner. Aufgeklappt liegt das Fold4 bei 155,1 x 130,1 x 6,3 mm, 2 mm breiter als das Fold3. Die Höhenänderung ist vernachlässigbar und die Verringerung der Dicke kaum zu sehen oder zu fühlen. Das Gewicht ist von 271 g auf 263 g gefallen, was man ebenfalls nicht merkt. Wirklich positiv fällt in dieser Hinsicht nur das breitere Frontdisplay auf.

Display

Das Galaxy Z Fold4 kommt im Prinzip mit dem gleichen Display-Setup wie der Vorgänger. Das innere Panel wechselt von einem 4:5-Seitenverhältnis zu einem quadratischeren 5:6-Seitenverhältnis. Die Diagonale beträgt weiterhin 7,6 Zoll, die Auflösung 1.812 x 2.176 Pixel und die Pixeldichte 373 ppi. Die Aktualisierungsrate erreicht maximal 120 Hz, die Helligkeit bei aktivierter automatischer Helligkeit 1.000 Nits. Das ist ein kleines Upgrade gegenüber dem bereits klassenführenden Z Fold3 und weit außerhalb der Reichweite der anderen Foldables auf dem Markt.

Das Cover-Display wurde ebenfalls einer Seitenanpassung unterzogen und steht jetzt bei 23,1:9 im Gegensatz zu 25:9 beim Fold3. Das Seitenverhältnis ist immer noch größer als bei allen anderen Handydisplays, aber es ist ein greifbarer Schritt in die richtige Richtung. Die Diagonale bleibt unverändert bei 6,2 Zoll. Die Auflösung beträgt nun 904 x 2.316 Pixel bei einer Pixeldichte von 401 ppi. Das äußere Panel erreicht ebenfalls eine Bildwiederholfrequenz von 120 Hz und eine Helligkeit von 1.000 Nits. Minimal sind auf beiden Displays 0,9 Nits möglich.

Wenn es um die Farbwiedergabe geht, verfolgt das Fold4 den üblichen Lebendig/Natürlich-Ansatz von Samsung. Im natürlichen Modus bekommt man von beiden Displays eine hervorragende Darstellung des sRGB-Farbraums. Der Lebendig-Modus erweitert den Farbraum auf DCI-P3 bei etwas geringerer Genauigkeit. Hier hilft es, den Farbtemperatur-Schieberegler von den fünf möglichen Positionen eine Stufe weiter in Richtung Warm zu verschieben. Samsung listet das Fold4 wie bei Galaxy-Handys üblich als HDR10+-fähig. HDR-Inhalte bei YouTube, Amazon Prime Video und Netflix funktionierten im Test ohne Probleme.

In Sachen Bildwiederholrate gibt es die erwarteten zwei Optionen – Adaptiv und Standard. Adaptiv setzt die Obergrenze auf 120 Hz, während Standard die Bildwiederholfrequenz auf 60 Hz begrenzt. In beiden Modi variiert die Software sie aber je nach Inhalt, Interaktion mit dem Handy und Displayhelligkeit. Das gilt für beide Displays.

Je nach Modus kann man mit der höchsten Bildwiederholfrequenz rechnen, solange man das Display berührt. Einige Sekunden ohne Input resultieren in 24 Hz. Videos erhalten normalerweise eine Bildwiederholfrequenz, die der Bildrate entspricht – üblicherweise 24, 30, 48 und 60 fps. Browser bekommen in Adaptiv 120 Hz, solange man mit ihnen interagiert. Bewegen sich nur die Inhalte, ohne dass man das Display berührt, fällt die Frequenz auf 60 Hz. Statische Webseiten fallen ohne Input auf 24 Hz zurück. Heruntergeschaltet wird aber erst ab einer bestimmten Displayhelligkeit. Ist das Panel dunkler gedimmt, liegen konstant die vollen 120 Hz an.

Spiele mit Unterstützung für hohe Bildraten dürfen im adaptiven Modus normalerweise die vollen 120 Hz ausnutzen. Manche Spiele blieben im Fold4-Test aber bei maximal 60 Hz, obwohl sie auf anderen Geräten höhere Bildraten erreichen.

Akku

Das Galaxy Z Fold4 verfügt über die gleiche Gesamtakkukapazität von 4.400 mAh wie das Z Fold3, aufgeteilt auf zwei Zellen – eine in jeder Hälfte des Smartphones. Es ist ein bisschen weniger als beim Oppo Find N (4.500 mAh) oder beim Huawei Mate Xs 2 (4.600 mAh). Auf dem großen Falt-Display reichte das für ziemlich genau 14 Stunden Web-Browsing über WLAN und 14:25 Stunden Videowiedergabe. Das sind im Browser-Test fast zwei Stunden mehr im Vergleich zum Fold3 und eine halbe Stunde mehr im Video-Test. Die gleichen Tests ergaben auf dem Frontdisplay 14:59 Stunden und 16:33 Stunden, eine relativ geringe Verbesserung.

Ladegeschwindigkeit

Einer der Hauptkritikpunkte an Samsung-Geräten der letzten Jahre ist die langsame Ladegeschwindigkeit. Neben Telefonen, die mit über 100 Watt in unter 20 Minuten auf 100% gehen, quälen sich die Galaxies dieser Welt immernoch im Bereich von 60 bis 80 Minuten zum Ziel. Die Foldables machten davon wenn überhaupt eine Ausnahme nach noch weiter unten.

Mit einem normalen 25 Watt-PPS-Ladegerät von Samsung ging das Fold4 in ziemlich genau 1:19 h auf 100%. 50% lagen bereits nach einer halben Stunde an. Das Fold3 braucht im Vergleich 1:46 h für eine volle Ladung und steht nach 30 Minuten erst bei 33%. Das sind gute Nachrichten, aber auf der anderen Seite schafft ein Mate Xs 2 85% in 30 Minuten und 100% in nur 43 Minuten. Das Oppo Find N ist nicht ganz so schnell, aber immer noch schneller als das Fold.

Das Galaxy Z Fold4 unterstützt auch kabelloses Laden. Vielmehr verrät Samsung aber nicht, daher kann man von einem Basic Power Profile mit bis zu 4,4 Watt ausgehen. Tatsächlich sind mit Samsungs eigener kabelloser Ladehardware aber bis zu 15 Watt möglich. Kabelloses Reverse-Laden bleibt dagegen bei 4,5 Watt.

Lautsprechertest

Das Lautsprecher-Setup des Samsung Galaxy Z Fold4 entspricht im Prinzip dem des Vorgängermodells. Es gibt zwei Lautsprecher, die sich im aufgeklappten Zustand in der linken Hälfte des Foldables befinden (obere Hälfte im zusammengeklappten Zustand). Der obere Lautsprecher dient gleichzeitig als Ohrhörer für Sprachanrufe, wenn das Gerät zusammengeklappt ist.

Was die reine Lautstärke angeht, bewegte sich das Fold4 im Test im Mittelfeld. Der Klang ist dagegen großartig, mit deutlich präsenten Bässen, schönen Mitten und klaren Höhen. Dem Find N fehlt es dagegen deutlich an Bass, während das Mate Xs 2 dem Fold4 in allen Lebenslagen klar überlegen ist.

Android 12L mit One UI 4.1.1

Auf dem Galaxy Z Fold4 läuft Android 12L mit Samsungs Oberfläche One UI 4.1.1. Android 12L ist die Tablet- und Foldable-Version von Googles Betriebssystem, die Anfang des Jahres für das Samsung Galaxy Z Fold3 und Galaxy Z Flip3 eingeführt wurde. Wir beginnen mit dem Always On-Display. Zum einen, weil es das erste ist, was man normalerweise sieht, bevor man das Fold entsperrt. Zum anderen, um einen Punkt zu veranschaulichen.

Es ist ein gutes Beispiel für eine Funktion, die sowohl auf der Innenseite als auch auf dem Front-Display identisch funktioniert, egal ob das Z Fold4 geöffnet ist oder nicht. Das gilt für die meisten Anzeigeeinstellungen, einschließlich der Bildwiederholfrequenz, Helligkeit und Farbe. Samsung hat bei der Unterscheidung zwischen den beiden Displays für einige Funktionen, wo es sinnvoll ist, außergewöhnlich gute Arbeit geleistet. Andere Einstellungen funktionieren für beide Panels, ohne die allgemeine UX-Erfahrung zu unterbrechen.

Always-on-Display-Einstellungen

Der Sperrbildschirm wird ebenfalls in fast allen Aspekten von den beiden Displays geteilt, einschließlich des Uhrstils, der Widget-Auswahl und der Benachrichtigungslogik. Lediglich das Hintergrundbild kann man für beide Panels individuell auswählen. Der Startbildschirm und der App-Drawer sind jedoch hervorragende Beispiele dafür, wie Samsung die Anpassung für die beiden Bedienfelder nahtlos voneinander trennt. Während die Optionen hier täuschend identisch aussehen, lassen sie sich unabhängig voneinander für den geöffneten und den geschlossen Zustand einstellen. Das umfasst alles vom App-Raster, der Widget-Auswahl und dem Layout bis hin zu den Hintergrundbildern. Man kann sogar unterschiedliche Verknüpfungen auf den beiden Bedienfeldern speichern.

Front-Display / Hauptdisplay Startbildschirm, App-Drawer und Google Discover

Bevorzugt man identische Layouts, kann man einfach die Displayspiegelungsfunktion aktivieren. Dadurch werden Änderungen zwischen den beiden Oberflächen synchronisiert. Und da das interne Display im Wesentlichen aus zwei nebeneinander liegenden Cover-Displays besteht, sieht man im Grunde immer die ersten beiden Cover-Screens auf dem Haupt-Display. Die selbe Funktion ist auch auf dem Fold3 verfügbar.

Front-Display-Spiegelung

Die Symbolleiste ist eins der neuen Android 12L-Features und bisher nur auf dem Galaxy Z Fold4 verfügbar. Sie zeigt eine minimierte Ansicht der Dock-Symbole, wenn man sich nicht auf dem Startbildschirm befindet. Man kann auch kürzlich verwendete Apps anzeigen lassen und Apps von dort auf das Display ziehen, um sie im Mehrfenstermodus zu öffnen. Es gibt auch eine Verknüpfung zum App-Drawer in der linken Ecke.

Symbolleiste

Eine der Hauptattraktionen des Fold4 ist Multi Window. Damit kann man mehrere Apps gleichzeitig in einer Reihe von Konfigurationen anzeigen, was in der Foldable-Welt aktuell konkurrenzlos ist. Beispielsweise kann man nicht nur zwei Apps anzeigen, sondern auch die Ausrichtung zwischen vertikal und horizontal wechseln. Durch Ziehen kann man auch Inhalte schnell und einfach von einem Fenster zum anderen verschieben. Das Ziehen von Text und Bildern, wahrscheinlich die am häufigsten verwendete Funktion, wird fast überall unterstützt.

Multi Window

Klickt man im Split Screen-Modus auf die Punkte in der Mitte, kommen weitere Optionen zum Vorschein. Dazu gehören der Wechsel der beiden Apps und der Wechsel der Ausrichtung der Teilung. Die dritte Schaltfläche speichert diese Multitasking-Konfiguration als Eintrag im App-Drawer, auf dem Startbildschirm oder in der Symbolleiste.

Jede App erhält im Mehrfenstermodus oben eine eigene kleine ovale Steuerleiste. Diese kann man verwenden, um die App zur Neupositionierung zu greifen und zu ziehen, oder um mit einem Klick weitere Optionen anzuzeigen. Dazu gehört die Möglichkeit, die jeweilige App in den Vollbildmodus zu versetzen oder sie in ein schwebendes Fenster umzuwandeln.

Samsung bezeichnet die schwebenden Fenster als Popup-Ansicht. Einige Apps wehren sich gegen stärkere Änderungen, andere weigern sich in seltenen Fällen komplett. Um das zu beheben, gibt es in One UI einen Tab namens „Labs“ im Menü „Erweiterte Funktionen“. Dort kann man die Mehrfenster- und Popup-Ansicht für jede App erzwingen, unabhängig davon, ob die App die Ansicht unterstützt.

Labs-Menü mit zusätzlichen Funktionen

Doch damit nicht genug – das Galaxy Z Fold4 unterstützt bis zu drei Apps in der geteilten Ansicht. Es ist etwas schwieriger einzurichten, aber nachdem man sein Setup gefunden hat kann es ebenfalls einfach als Verknüpfung in der Symbolleiste, auf dem Startbildschirm oder im App-Drawer speichern.

Es gibt allerdings ein paar Einschränkungen. Zum Beispiel kann Android aufgrund von Einschränkungen in der Android-Videodekodierungspipeline immer nur ein Video abspielen. Einige Apps, die normalerweise in Echtzeit aktualisieren, können dabei die Rate runterregeln. Oder sie gehen komplett in den Ruhezustand, wenn sie sich in einem kleinen Fenster befinden und nicht im Fokus sind. Es hängt alles davon ab, wie sie codiert sind. Grundsätzlich ist Android und damit auch die meisten Apps aber darauf ausgelegt, nur eine einzige App auszuführen.

Multi-Window mit drei Apps

Nichtsdestotrotz kann man sogar über diese drei Apps hinausgehen und das Multitasking mit Pop-up-Fenstern noch weiter ausdehnen. Bis zu fünf davon lassen sich über die Drei-App-Aufteilung verteilen, was insgesamt acht aktive Apps gleichzeitig ergibt. Die einzelnen schwebenden Fenster lassen sich frei in der Größe ändern und verschieben und sogar die Transparenz einstellen. Man kann die Fenster auch zu einem sogenannten „Chathead“ zusammenklappen. Wenn man mehrere Apps auf diese Weise minimiert, werden sie ordnerartig gruppiert.

Es gibt auch andere Nuancen und Einschränkungen zu berücksichtigen und zu entdecken. Beispielsweise weigern sich bestimmte Apps, mehr als einmal ausgeführt zu werden, was Android-Entwickler aus dem einen oder anderen Grund explizit in einem App-Manifest anfordern können. Insgesamt hat Samsung aber in der Abteilung für Multitasking-Funktionen alles getan, was geht. Und wer noch mehr Produktivität sucht, kann beim Z Fold4 auch noch die Samsung DeX-Unterstützung aktivieren. Und dann mit und ohne Kabel mit einem Monitor oder Fernseher sowie einem Windows-PC mit einem bestimmten Client arbeiten.

Dann gibt es noch den Samsung Flex-Modus oder die Flex-Ansicht. Dabei handelt es sich um ein UI-Konzept, das auf dem Fold2 eingeführt wurde, sobald das Scharnier in Winkeln zwischen 75 und 115 Grad geöffnet wird. Das Telefon ist sich bewusst, dass es sich in diesem physischen Zustand befindet, und teilt dies dem Android-Betriebssystem und jeder laufenden App mit. Dann können zum Beispiel der Videoplayer und die Galerie-App die Inhalte nach oben und die jeweiligen Steuerelemente nach unten verschieben. Die Galerie-App wechselt auf dem unteren Display einfach zu einem Trackpad-ähnlichen Bereich zum Navigieren zwischen den Bilder.

Die Kamera-App ist das beste Beispiel für die Vorteile von Flex View. Die Steuerung ist unten, der Sucher auf dem oberen Display. Neben der einfachen Steuerung steht das Galaxy Z Fold4 damit auch fest auf einer ebenen Fläche und man kann entspannt den Bildwinkel einstellen.

Ein weiteres Produktivitätsthema sind die Edge-Paneele und davon insbesondere das Apps-Panel, das als einziges standardmäßig aktiviert ist. Das Apps-Panel ist aus mehreren Gründen praktisch. Es enthält eine Reihe von App-Verknüpfungen in zwei Gruppen – solche, die man dort selbst gespeichert hat, und solche, die man häufig verwendet. Letztere lassen sich aber auch deaktivieren. Wenn man acht oder weniger Symbole im Apps-Panel hat, wird es auf eine einzelne Zeile verkleinert, wodurch man etwas Displayfläche spart.

Apps-Paneele

Eine bestimmte Multitasking-Konfiguration kann man dort ebenfalls als Verknüpfung speichern. Dazu gehören die Apps, ihre relative Position und die Fenstergröße. Sowohl Dual- als auch Triple-Split-Multitasking-Setups können gespeichert werden. Zusätzlich werden kürzlich genutzte Setups automatisch vorgeschlagen.

CPU / Leistung

Das Galaxy Z Fold4 wird von einem Snapdragon 8+ Gen 1-Chipsatz angetrieben – dem neuesten und schnellsten Prozessor von Qualcomm. Bei den Samsung-Foldables gibt es keine regionale Trennung mehr wie bei den Galaxy S-Flaggschiffen, daher gibt es keine Exynos-Variante.

Der SD 8+ Gen 1 ist bereits aus diversen Modellen verschiedenster Hersteller bekannt. Das Galaxy Z Flip4 und das Fold4 sind aber die ersten faltbaren Geräte mit der CPU. Daher ist es interessant zu sehen, wie sich der Formfaktor auf die Test-Ergebnisse auswirkt. Das Galaxy Z Fold4 gibt es in drei Speicherkonfigurationen. Unser Testgerät ist die Basisversion mit 256 GB Speicher und 12 GB RAM.

GeekBench 5 Single-Core-Test

In den Benchmark-Tests kamen vorhersehbar hervorragende Ergebnisse für die CPU-Leistung sowohl im Single-Core- als auch im Multi-Core-Test bei Geekbench zustande. Insbesondere die Single-Core-Werte bewegten sich am oberen Ende der Bandbreite. Das Oppo Find N mit seinem älteren Snapdragon 888-Chip ist natürlich deutlich weiter unten in der Tabelle zu finden. Das Huawei Mate Xs 2 ist sogar noch weiter unten angesiedelt, was in Anbetracht der Hardware eine Überraschung darstellt. Es bleibt abzuwarten, wo das Xiaomi Mix Fold 2 sich einordnet.

GeekBench 5 Multi-Core-Test

Im Antutu-Benchmark hängt das Fold das Flip noch deutlicher ab. Dasselbe gilt für die Überlegenheit gegenüber dem Find N und dem Mate Xs 2. Das Ergebnis ist nahezu identisch zum Samsung Galaxy S22 Ultra mit einem Exynos-Prozessor. Andere SD 8+ Gen 1-Handys schneiden dagegen bei AnTuTu-Tests leicht besser ab.

AnTuTu 9-Test

Da AnTuTu die Grafik-Leistung stärker bewertet als Geekbench, hängen die Ergebnisse auch davon ab, ob man das Fold4 geschlossen auf dem Cover-Display oder geöffnet auf dem faltbaren Hauptdisplay testet. Die angegebenen Werte beziehen sich jeweils auf den geöffneten Zustand.

Kamera-Setup

Das Samsung Galaxy Z Fold4 verfügt über ein sehr ähnliches Hauptkamera-Setup wie das Galaxy S22 und das S22+. Die Selfie-Situation ist die gleiche wie beim vorherigen Fold – eine Kamera unter dem Display, die durch ein schachbrettartiges Pixelmuster auf dem flexiblen Panel maskiert ist, und eine normale Punchhole-Kamera auf dem Cover-Display.

Das hintere Kamera-Trio hat Samsung direkt vom S22 ausgeliehen. Könnte man zumindest auf den ersten Blick denken, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Das Kleingedruckte beginnt mit der Tatsache, dass die Hauptkamera des Fold4 auf dem Samsung GN3-Sensor basiert, während das S22 einen GN5 verwendet. Beide Sensoren haben ein optisches Format von 1/1,56 Zoll, 50 Millionen 1,0 µm große Pixel und ein Tetrapixel-Filterarray (Quad Bayer bei Sony).

Die beiden Sensoren unterscheiden sich aber beim Autofokus. Der GN5 verwendet Dual Pixel Pro, während der GN3 im Fold4 auf das etwas weniger ausgefeilte normale Dual Pixel setzt. Dieses offizielle Samsung-Video erklärt die Unterschiede. Im Kern erkennt das Z Fold4 Phasenunterschiede von oben nach unten schlechter und konzentriert sich mehr auf Unterschiede von links nach rechts. Während die Pro-Versionen einen sehr guten Ruf haben, gibt es unterm Strich genauso wenig Klagen gegenüber normalen Dual Pixel-Autofokus.

Das Objektiv vor dem Weitwinkel-Sensor hat eine äquivalente Brennweite von 23 mm, die Blende beträgt f/1,8 und es gibt eine optische Stabilisierung. Das Ultrawide setzt auf einen Sony IMX 258. Dabei handelt es sich um einen ziemlich alten Chip mit einem optischen Format von 1/3,06 Zoll und 1,12 µm großen Pixeln. Seine native Auflösung beträgt 13 Megapixel, aber Samsung listet ihn mit 12 Megapixel auf, was auch die Größe der resultierenden Bilder ist. Während der Sensor selbst über Autofokus verfügt, unterstützt die Ultraweitwinkel-Kamera die Funktion leider nicht. Das Objektiv deckt gemäß den Spezifikationen von Samsung ein Sichtfeld von 123 Grad ab und hat eine Blende von f/2,2.

Bleibt noch das Teleobjektiv. Es verwendet denselben S5K3K1-Sensor (1/3,94 Zoll, 10 MP, 1,0 µm) mit demselben stabilisierten Objektiv mit einer f/2,4-Blende wie das S22. Die tatsächliche Brennweite ist ebenfalls dieselbe (7,0 mm). Das Fold4 meldet aber eine äquivalente Brennweite von 66 mm (69 mm beim S22). Dreifacher optischer Zoom ist damit möglich, was ein dringend benötigtes Upgrade gegenüber dem zweifachen Zoom des Fold3 ist.

Auf der Selfie-Seite gibt es eine traditionelle 10 Megapixel-Punchhole-Kamera auf dem Cover-Display. Sie stammt ebenfalls vom Galaxy Z Fold2 und basiert auf dem Sony IMX 374-Sensor (1/3 Zoll, 1,22 µm). Dazu kommt ein Fixfokus-Objektiv mit einer äquivalenten Brennweite von 25 mm und einer Blende von f/2,2. Dann gibt es noch die Under-Display-Kamera unter dem Hauptpanel. Eine schachbrettartige Anordnung der Pixel lässt gerade genug Licht für den darunter liegenden 16 Megapixel-Sensor (IMX 471, 1/3 Zoll, 1,0 µm) durch, um 4 Megapixel-Standbilder und 1080p-Videos auszugeben. Die Blende liegt bei f/1,8.

Kamera-App und Nutzung des Formfaktors

Wenn man das Galaxy Z Fold4 zusammengeklappt lässt, ist die Benutzeroberfläche der Kamera-App im Wesentlichen dieselbe wie bei jedem anderen Samsung-Handy. Nur das ungewöhnliche Seitenverhältnis fällt auf. Durch Wischen nach links und rechts wird zwischen allen verfügbaren Modi gewechselt, die man auch neu anordnen oder aus dem Sucher entfernen kann. Durch vertikales Wischen wechselt man in beiden Richtungen zwischen den hinteren Kameras und der Front-Kamera.

Das Einstellungssymbol befindet sich in der oberen linken Ecke. Es gibt keine separaten Einstellungen für Fotos und Videos, da insgesamt nicht allzu viele Optionen zur Verfügung stehen. Gitterlinien, Standortdaten und ähnliches ist dort zu finden. Der Modus mit voller Auflösung auf der Primärkamera wird über die Aspektoptionen aktiviert, was wenig intuitiv ist.

Kamera-App Front-Display

Es gibt auch einen Pro-Modus, in dem man eine granulare Belichtungssteuerung (ISO, Verschlusszeit und Belichtungskorrektur) und einen manuellen Fokus mit Peaking bekommt. Ein Live-Histogramm fehlt dagegen genauso wie die Option, eine andere Linse als die Hauptkamera auszuwählen.

Das einzige, was die Benutzeroberfläche von anderen Samsung-Handys unterscheidet, ist das Selfie-Symbol in der oberen linken Ecke über dem Einstellungszahnrad. Es aktiviert den Selfie-Modus der Hauptkamera und fordert zunächst zum Aufklappen des Galaxy Z Fold4 auf. Anschließend wandern die Benutzeroberfläche und der Sucher auf das Cover-Display während das jetzt aufgeklappte Hauptdisplay größtenteils deaktiviert wird.

Kamera-App Haupt-Display

Das Fold4 in diesem Modus mit einer Hand zu halten und auf dem Display zu tippen ist nicht gerade bequem. Man kann sich aber gerade noch mit dem rechten Zeigefinger oder dem linken Daumen bis zum Auslöser vorarbeiten. Komplexere Bedienvorgänge lassen sich dagegen am besten mit beiden Händen erledigen. Der Selbstauslöser per Handgeste ist natürlich auch vorhanden oder man greift gleich zu einem Bluetooth-Fernauslöser.

Dann gibt es den Sucher auf dem großen Panel. Das Aufnehmen von Bildern erinnert in diesem Modus an Tablet-Fotografie. Er ermöglicht aber auch Vorschaubilder während der Aufnahme. Über einen einzelnen Fingertipp kann man das Front-Displays aktiveren, was dann außer einer Taste für den Wechsel zum hinteren Selfie-Modus nur einen Live-Feed vom Sensor zeigt. Dieses Feature ist beim Fold3 wohlgemerkt nicht verfügbar.

Kamera: Fotos

Bildqualität bei Tageslicht

Bei hellem Tageslicht nahm die Hauptkamera des Samsung Galaxy Z Fold4 im Test ansprechende Bilder auf. Satte Farben treffen auf einen ausgewogenen Weißabgleich. Der hohe Kontrast trägt ebenfalls zum ausdrucksstarken Gesamtbild bei und sowohl Schatten als auch Lichter zeigen viele Details.

Die Auflösung von 12,5 Megapixeln bietet die erwartete Detailgenauigkeit und wird ohne übermäßiges Schärfen sehr ausgereift gerendert. Laub sieht natürlich aus und es gibt keine Lichthöfe um kontrastierende Kanten. Hier und da tritt Rauschen auf, das in den unteren Mitteltönen selbst bei Basis-ISO (ISO 20) sichtbar ist.

Die volle Auflösung von 50 Megapixeln bietet keine signifikanten Detailvorteile, um die normalerweise dreifache Dateigröße im Vergleich zu den regulären 12,5 Megapixel-Fotos zu rechtfertigen. Der 50 Megapixel-Modus verfügt jedoch über einen zusätzlichen Untermodus zur Verbesserung der Details und der Schärfentiefe, der tatsächlich mehr Bildinformationen erfasst. Die Verarbeitung dauert ein paar Sekunden, was darauf hindeutet, dass ein stärkeres Stapeln von Bildern stattfindet. Das Warten lohnt sich aber.

Vergrößerte Aufnahmen vom Fold4 sahen im Test auch sehr gut aus. Die Details sind gestochen scharf, ohne offensichtliche Anzeichen von Hochskalierung, die von der nativen 10 Megapixel-Auflösung der Kamera zu den resultierenden 12 Megapixel-Fotos führt. Das Schärfen bleibt im Rahmen und das Rauschen ist hier minimal. Die Farben sind gut auf die Wiedergabe der Hauptkamera abgestimmt und der Dynamikbereich ist ausgezeichnet.

Das Ultrawide übernimmt den positiven Eindruck und knipst ebenfalls sehr gute Fotos. Es ist nicht das schärfste Ultrawide auf einem Flaggschiff-Handy, aber es ist auch nicht schlecht und funktioniert bis in die Ecken gut. Es löst auch viele Details auf, es sei denn, man geht in den Makrobereich. In diesem Fall machte sich im Test der fehlende Autofokus bemerkbar. Die Farbwiedergabe entspricht den anderen beiden Objektiven, da gibt es keine Beschwerden.

Schatten werden allerdings tendenziell zu dunkel wiedergegeben. Bei einem so großen Sichtfeld und dem allgemein kontrastreichen Ansatz des Fold4 gibt es zwangsläufig Bildbereiche, die falsch belichtet werden. Die Ergebnisse sind aber weder besonders extrem noch besonders störend.

Bildqualität bei schwachem Licht

Bei schwachem Licht aktivierte das Galaxy Z Fold4 unter bestimmten Test-Bedingungen den automatischen Nachtmodus, was im Sucher durch ein Halbmondsymbol angezeigt wird. Er arbeitet aber nicht übermäßig aggressiv. Ohne Nachtmodus ist aber trotzdem die HDR-Verarbeitung aktiv, sodass der Dynamikbereich gut ist. Es gibt keine Anzeichen von Entsättigung, sodass man bei genug Licht immer noch lebendige Farben bekommt. Die Details sind in den besser beleuchteten Bereichen gut zu erkennen, die dunkleren Teile kämpfen dagegen mit weichen und verrauschten Elementen.

Im Nachtmodus gibt es eine spürbare Verbesserung der Schattenwiedergabe. Je dunkler die Szene insgesamt ist, desto besser. Eine etwas bessere Konservierung der Glanzlichter ist ebenfalls zu sehen, obwohl es insgesamt immer noch nicht der dramatischste Nachtmodus ist. Die Rauschleistung wird verbessert, was zu glatteren Bereichen mit Volltonfarbe führt. Dabei kann aber etwas Textur verloren gehen.

Beim Fotografieren mit der Telekamera ist uns der Halbmond des automatischen Nachtmodus nicht begegnet, daher liegt es ganz beim Nutzer, zwischen Foto- und Nachtmodus zu wählen. Die Unterschiede sind nicht dramatisch, aber auch nicht unerheblich. Generell kann man auch hier den Nachtmodus empfehlen. Im Fotomodus gibt es etwas mehr Rauschen, etwas härtere Lichter und matschigere Schatten.

Der Nachtmodus verbessert die Wiedergabe von tonalen Extremen, zeigt einige Details in den Schatten und unteren Mitteltönen und minimiert auch Lichthöfe um punktförmige Lichtquellen. Das etwas stärkere Nachschärfen hält sich noch im Rahmen. Die Farbwiedergabe bleibt in jedem Fall fehlerfrei.

Die Ultrawide-Kamera war etwas eher geneigt, den automatischen Nachtmodus aufzurufen. Das ist auch hier eine gute Idee, da die Bilder ohne den Nachtmodus eher dunkel, weich und verrauscht aussehen. Einmal aktiviert zeigen die Bilder einen größeren Dynamikbereich, insbesondere in Bezug auf die Schatten. Die Bilder werden schärfer und das Rauschen wird von der Software aufpoliert.

Samsung Galaxy Z Fold4 TestSamsung Galaxy Z Fold4 Test

Hier ein Vergleich zwischen dem Galaxy Z Fold4 und einem der besten Kamera-Handys auf dem Markt, dem Xiaomi Mi 11 Ultra. Während das Xiaomi keinerlei Rauschen produziert, kämpft das Fold4 sowohl mit der Dynamik als auch mit den Übergängen.

Portraitmodus

Der Porträtmodus des Fold4 arbeitet mit der Haupt- und mit der Telekamera. Die dreifache Vergrößerung empfiehlt sich dank der besseren Perspektive zum Motiv. Die Qualität ist gut, insbesondere bei brauchbaren Lichtverhältnissen, aber auch in schwächeren Situation ist die Verarbeitung durchaus angemessen. Die Motivtrennung ist hervorragend, das Bokeh wirkt natürlich und HDR arbeitet auf Hochtouren. Die Hauptkamera funktioniert eher für breitere Aufnahmen als für Porträts. Der Bildausschnitt passt einfach deutlich schlechter.

Selfies

Selfies mit der Hauptkamera sind eine der großen Stärken des Galaxy Z Fold4 – sowohl im Hochformat als auch im normalen Fotomodus kamen im Test ansprechende Ergebnisse zustande. Hervorzuheben ist, dass der Porträtmodus auch mit unordentlichen Haaren kompetent umzugehen wusste. Gut gefallen haben uns auch die Ultraweitwinkel-Selfies mit Sucher. Damit gelangen spielend Selfies mit mehr Personen oder anderen Bildelementen, obwohl das Fehlen von Autofokus bei der Ultrawide-Kamera ihre Nützlichkeit bei Nahaufnahmen einschränkt.

Wer keine Lust hat, mit aufgeklapptem Telefon zu fotografieren, oder lieber keine Aufmerksamkeit auf seine Selfie-Aufnahme lenken möchte, ist auch mit der Front-Kamera gut versorgt. Auch ihr fehlt der Autofokus, was im Test aber kaum auffiel. Die Farbwiedergabe ist aber klar schwächer als bei den Hauptkameras. Bleibt noch die Under-Display-Kamera unter dem faltbaren Haupt-Display. Hier sind die anderen Kameras technisch klar überlegen. Die 4 Megapixel-Selfies sehen passabel aus, wenn auch mehr als nur ein wenig verschwommen. Der einzig sinnvolle Anwendungsfall sind aus unserer Sicht Videoanrufe.

Kamera: Videos

Das Samsung Galaxy Z Fold4 unterstützt bei der Hauptkamera Videoaufnahmen mit einer Auflösung von bis zu 8K – aber nur mit 24 fps, wie bei Samsungs üblich. Sowohl das Haupt- als auch das Teleobjektiv drehen 4K 30fps- und 4K 60fps-Videos. Das Ultrawide ist dagegen bei 4K 30fps begrenzt. Die Under-Display-Selfie-Kamera unterstützt 1080p bei bis zu 60 fps. Die äußere Selfie-Kamera geht bis auf 4K 60fps.

Die Videostabilisierung ist in allen Modi auf allen Kameras verfügbar. Man kann den h.265-Codec verwenden statt des standardmäßigen h.264. 8K funktioniert allerdings nur mit h.265. Audio wird immer in Stereo mit 256 kbps aufgenommen.

4K-Aufnahmen aus der Hauptkamera des Fold4 sahen im Test gut, aber etwas glanzlos aus. Die Details sind als Ergebnis eines relativ starken Nachschärfens eher ok als toll. Der Kontrast ist recht hoch und die Farben könnten mehr Sättigung vertragen. Zwischen Bildraten von 30 und 60 fps sind kaum Unterschiede festzustellen.

Das Tele hinterlässt einen positiveren Eindruck. Das Filmmaterial ist respektabel scharf, sieht aber weniger verarbeitet aus als das der Hauptkamera. Die Farben sehen ebenfalls gut aus. Der immer noch hohe Kontrast funktioniert besser für dieses engere Framing, bei dem es weniger wahrscheinlich ist, dass man eine Szene mit großem Dynamikbereich filmt. Auch hier gibt es keinen nennenswerten Unterschied zwischen 30 und 60 fps. Das Ultrawide hat ebenfalls mit dem richtigen Kontrast zu kämpfen, ergänzt die Hauptkamera aber sehr gut. Ähnlich verhält es sich auch mit der Farbwiedergabe. Schärfe und Detailtreue würden wir als akzeptabel einstufen.

Zeitlupen-Videos mit der Hauptkamera sind zwar auf 240 fps bei 1080p begrenzt, zeigten im Test aber tolle Farben und mit ein bisschen Geduld auch scharfe Aufnahmen. Dabei ist sowohl EIS (elektronische Bildstabilisierung) als auch OIS (optische Bildstabilisierung) verfügbar.

Allgemein ist die Stabilisierung beim Galaxy Z Fold4 hervorragend. Sowohl die Ultrawide- als auch die Hauptkamera (30 und 60 fps gleichermaßen) gleichen kleinere Wackler kompetent aus. Wird die Szene aber unruhiger, kommt das Fold4 schnell an seine Grenzen, wie man in unserem Action-Video-Test gegen eine GoPro Hero 8 Black sieht.

In Low-Light-Szenarien schneidet die Hauptkamera des Fold4 ebenfalls gut ab. Die Detailtreue ist gut, der Dynamikbereich schön breit und Halos um Lichtquellen werden gut kontrolliert. Farben sehen teilweise besser aus als tagsüber. Das Ultrawide ist allerdings bei weitem nicht in der Nähe dieses Leistungsniveaus. Es produziert merklich weichere Videos mit stärkerem Rauschen. Auch das Teleobjektiv bewirkt nachts keine Wunder und hat Schwierigkeiten, dunklere Szenen oder dunklere Bereiche in kontrastreicheren Szenen richtig zu belichten. Etwas mehr Licht führt hier aber direkt zu respektabel scharfem Filmmaterial mit schönen Farben.

Selfie-Videos

Bei den Selfie-Videos gibt es wieder eine Reihe von Optionen mit einigen grundlegenden Unterschieden. Das Aufnehmen mit den Hauptkameras auf der Rückseite sollte im Allgemeinen zu einer besseren Bildqualität führen, obwohl das nicht unbedingt immer der Fall ist. In jedem Fall gibt es unschärfere Hintergründe für eine schöne Motivtrennung. Bei aktivierter Stabilisierung kann das Sichtfeld jedoch ziemlich eng werden.

Die Ultrawide-Kamera hilft sehr beim Framing und bietet ein viel breiteres Sichtfeld. Andererseits schränken der fehlende Autofokus, die geringere Bildqualität und die fehlende 60fps-Option die Möglichkeiten erheblich ein. Vielleicht ist die beste Wahl für Selfie-Videos die Front-Kamera, die ein breiteres Sichtfeld als die Hauptkamera erfasst.

Alternativen

Das Galaxy Fold4 behält die Preisempfehlung des letztjährigen Modells bei. In Anbetracht der aktuellen Inflation ist der Preis von 1.800 Euro daher fast schon eine gute Nachricht. Ein Galaxy Z Fold3 gibt es mittlerweile aber für weniger als 1.200 Euro. Und zwar bei Samsung höchstpersönlich – in unserem Galaxy Z Fold3-Preisvergleich lässt sich noch deutlich mehr Geld sparen. Klar, die 2022er Version lädt schneller, hält vielleicht etwas länger durch und hat bessere Kameras. Das Z Fold4 ist aber auch kein Kamerahandy und hat im Wesentlichen den gleichen Formfaktor und die gleichen Displays, die S Pen-Unterstützung und die gleiche IP-Schutzklasse wie das Fold3.

Das Huawei Mate Xs 2 wird in Europa zwar grundsätzlich verkauft. Verfügbarkeit und Preise sind dem Fold4 aber deutlich unterlegen. Das Huawei ist auch per Definition anfälliger. Sein flexibles Kunststoffdisplay ist jederzeit freigelegt und es hat nicht die Wasserbeständigkeit des Fold4. Dafür muss es nicht überall ein extra Display mitschleppen, ist im aufgeklappten Zustand toll zu nutzen und anzuschauen und punktet auch mit der minimalen Falte gegenüber dem Samsung Foldable. Das Galaxy verliert auch bei der Ladegeschwindigkeit, gewinnt aber deutlich bei der Akkulaufzeit und dem Softwarepaket. Bei den Kameras gibt es ein Unentschieden.

Galaxy Z Fold3 / Huawei Mate Xs 2 / Oppo Find N / Galaxy Z Flip4 / Huawei P50 Pocket

In Bezug auf Vor- und Nachteile ist das Oppo Find N in einem ähnlichen Boot. Das Oppo-Foldable ist aber nur in China erhältlich, obwohl es problemlos mit der Google-Suite funktioniert. Auch das Find N ist streng genommen kein Kamerahandy. Die Akkulaufzeit des Galaxy sieht besser aus, das Oppo lädt schneller, das Galaxy hat bessere Displays, aber die des Oppo sind ebenfalls hochwertig. Das Fold4 ist aber dank des großen Displays deutlich produktiver. Das Find N will aber gar nicht das produktivste Gerät der Welt sein und setzt mit einem kompakteren Formfaktor auf eine andere Zielgruppe.

Wer nach einem Foldable für die Hosentasche sucht, sollte sich auch das Galaxy Z Flip4 und das Huawei P50 Pocket ansehen. Produktivität und Akkulaufzeit stehen hier nicht an erster Stelle, der Reiz der Technik der nächsten Generation ist trotzdem voll da.

Fazit

9.3Bewertung
Test-Fazit Samsung Galaxy Z Fold4

Im Test punktete das Samsung Galaxy Z Fold4 mit zwei sehr guten Displays, dem aktuell schnellsten Chipsatz und konkurrenzloser Produktivität.

Design / Ergonomie
9.5
Display
10
CPU / Leistung
10
Akku
9
Kamera Fotos
8.5
Kamera Videos
8.5
Pro
  • aktuell schnellster Chipsatz auf dem Markt
  • Displays etwa doppelt so hell wie bei der faltbaren Konkurrenz, auf Augenhöhe mit herkömmlichen Flaggschiffen
  • Android 12L und One UI 4.1.1 mit konkurrenzlosen Multitasking-Features und S Pen-Unterstützung
  • Kamerasystem verbessert, Selfie-Optionen mit Hauptkamera großes Plus
  • beeindruckende Akkulaufzeit für ein faltbares Gerät
  • Samsung weiter einziger Hersteller mit wasserdichten Foldables (IPX8)
Kontra
  • Scharnier weitgehend unverändert – Spalt und Falte weiter präsent
  • Ladegeschwindigkeit wurde verbessert, liegt aber immer noch weit hinter der Konkurrenz
  • praktisch gleiche Kamerasystem wie im deutlich günstigeren Galaxy S22

Foldables sind mittlerweile weit über den Proof-of-Concept-Punkt hinaus. Es gibt zwar noch Bedenken hinsichtlich der Haltbarkeit mit regelmäßigen Berichten über Blasenbildung unter der Displayschutzfolie entlang der Falte. Samsungs solide Garantieabdeckung räumt diese berechtigten Befürchtungen aber weitgehend aus.

Dennoch bleiben einige der Kritikpunkte an den Vorgängermodellen für mindestens ein weiteres Jahr bestehen. Die große Spalte im zusammengeklappten Zustand ist einer davon. Die wenig zeitgemäße Ladegeschwindigkeit ist ein anderer, zumal für ein Flaggschiff-Smartphone. Genau das selbe gilt für das Kamera-Setup. Die Prioritäten des Galaxy Z Fold4 mögen woanders liegen. Aber wenn Huawei ein Mate X2 mit großem Hauptsensor, 10-fachem Zoom und einem Ultraweitwinkel mit Autofokus auf den Markt bringen kann, dann sollte Samsung das auch können.

Wer nach mobiler Produktivität sucht, wird dagegen wahrscheinlich kein besseres Paket als das Fold4 finden – zumindest im Smartphone-Format. Die Kombination aus dem neuen Android 12L, Samsungs proprietären One UI-Add-Ons und der Stylus-Unterstützung ist einfach konkurrenzlos.

Die Überlegenheit der Samsung-Displays zeigt sich auch beim Galaxy Fold4, da das interne Display nicht nur flexibel, sondern auch so hell ist wie normale Flaggschiff-Bildschirme und viel heller als andere faltbare Panels. Darüber hinaus arbeiten sie sehr effizient und holen eine gute Akkulaufzeit aus den vergleichbar kleinen Zellen.

Das Fold4 ist nicht perfekt ist. Die Alternativen sind aber weder leicht verfügbar noch ohne eigene Probleme. Das Fold3 war letztes Jahr schon das beste Foldable-Gesamtpaket auf dem Markt und jetzt kann das Fold4 diesen Titel problemlos für sich beanspruchen.

Preisvergleich

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Samsung Galaxy Z Fold3
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Samsung Galaxy Z Fold 3 512GB Phantom Black
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Samsung Galaxy Z Fold 3 512GB Phantom Silver
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Samsung Galaxy Z Fold4 Phantom Black
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Stefan Andres
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Stefan Andres

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4 Kommentare
Alle Top Positiv Negativ Bewertung schreiben
  1. Krass wie die Preise da bereits gepurzelt sind

  2. Hammer Gerät. Next Level Multitasking.

  3. Habe lange überlegt und jetzt bestellt. Sehe das ähnlich wie im Test – manche Sachen können andere Handys besser. Andere Sachen kann aber außer dem Z Fold4 kein anderes normales Handy.

  4. Ich bin schwer in Versuchung. Meine einzige Sorge ist das Display und die Schutzfolie darüber. Eigentlich würde ja jede normale Schutzfolie irgendwann aufgeben, also spätestens nach einem Jahr wären die ersten Kratzer drauf. 1 Jahr ist aber überhaupt kein Thema bei UTG, sonst würde Samsung nicht 1 Jahr Samsung Care mit kostenlosem Displaytausch kostenlos dazugeben. Glaube das Galaxy Z Fold 4 und die Technologie ist einfach noch zu neu und die Leute trauen sich noch nicht.

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