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Vivo X51 5G: Test des ersten Gimbal-Smartphones

Vivo hat bereits im Juni letzten Jahres die X51-Serie vorgestellt. Seit Oktober ist sie im Einzelhandel zu kaufen und mittlerweile ist auch unser Test abgeschlossen. Das X51 5G könnte man der Premium-Mittelklasse zurechnen. Soweit, so gewöhnlich – wäre da nicht die einzigartige Mikro-Gimbal-Stabilisierung der Kamera. Wie das funktioniert, klärt unser Test des Vivo X51 5G.

Das Vivo X51 5G verfügt über ein großes, gebogenes OLED-Display mit HDR10+-Unterstützung, 90 Hz-Bildwiederholfrequenz und 180 Hz-Touch-Sampling-Rate. Das Herzstück bildet der 5G-fähige Snapdragon 765G-Chip. Das sehr dünne Handy hat offenbar noch genug Platz, um trotz des Gimbals, der fünfmal mehr Platz einnimmt als eine normale Kamera, einen 4.315 mAh großen Akku mit 33 Watt schnellem Laden unterzubringen.

Unboxing


Es ist kein Geheimnis, dass das Auge bei Vivo mitkauft. Die Verkaufsboxen sehen gut aus, und die vom X51 5G ist keine Ausnahme – riesengroß und prall gefüllt. Ein 33 Watt-Ladegerät und das dazu passende USB-C-Kabel, ein 3,5 mm-Adapter, ein In-Ear-Headset und eine transparente Silikonhülle sind enthalten. Eine dünne Schutzfolie ist bereits auf dem Display installiert. Das Vivo X51 5G selbst sieht nicht nur gut aus, sondern fühlt sich auch so an. Das liegt neben dem gebogenen Display an der Rückseite aus Glas.

Design / Ergonomie

Das Vivo X51 5G ist ein sehr dünnes und leichtes Smartphone mit einem schönen OLED-Display, dünnen Lünetten und einer mattierten Rückseite. Der dünne Aluminiumrahmen gibt nicht nur den einzelnen Bauteilen Halt sondern auch dem Nutzer. Die Abmessungen liegen bei 158,5 x 72,8 x 8 mm, das Gewicht bei 181 Gramm. Für ein 6,56 Zoll-OLED-Display und einen 4.315 mAh-Akku ziemlich kompakt und leicht.

Der Ohrhörer ist über dem Display kurz vor dem Rahmen praktisch unsichtbar. Man kann nicht einmal das Gitter erkennen, nur ein langes, dünnes Loch. Der Fingerabdruckscanner befindet sich für diese Geräteklasse standesgemäß unter dem Display. Die Arbeitsgeschwindigkeit hängt stark davon ab, wie exakt und vollständig man seinen Finger auflegt. Bekommen Finger und Sensor vollen Kontakt, funktioniert das Entsperren problemlos.

Vivo X51 5G

Das Haupt-Kamera-Modul ist wahrscheinlich das interessanteste Bauteil des X51 5G. Es wird dominiert von der 48 Megapixel-Gimbal-Kamera, deren Platzbedarf deutlich zu erkennen ist. Flankiert wird sie von einem 13 Megapixel-Porträt-Objektiv und einem 8 Megapixel-Ultrawide. Dazwischen sitzt der Hilfslaser für den Autofokus. Farblich getrennt liegt darunter das Periskop-Objektiv für den Tele-Bereich. Es löst 8 Megapixel auf und bietet fünffachen optischen Zoom.

Das X51 bietet genug Grip, um auch ohne die Schutzhülle verwendet werden zu können. Trotz der gehärteten Glasfront und einem Aluminiumrahmen sollte man es aber auf keinen Fall-Test ankommen lassen. Das Handy ist außerdem nicht wasserdicht, auch wenn im SIM-Steckplatz Gummidichtungen verbaut sind. Auch hier gilt – lieber nichts riskieren.

Display

Das Vivo X51 5G verfügt über ein 6,56 Zoll-AMOLED-Display mit 1080p+-Auflösung, abgerundeten Ecken und einem kleinen Punchhole für die Selfie-Kamera. Die Displayauflösung beträgt 2.376 x 1.080 Pixel, was eine Pixel-Dichte von 398 ppi ergibt. Das Panel ist mit gebogenem, gehärtetem Glas bedeckt. Eine Displayschutzfolie ist bereits ab Werk installiert. Das Vivo X51 5G unterstützt eine Bildwiederholfrequenz von 90 Hz. Man kann je nach Inhalt zwischen 60 Hz, 90 Hz oder Smart Switch wählen. Die Touch-Sampling-Rate liegt bei 180 Hz und man hat nie das Gefühl, das X51 würde verzögert reagieren.

Das OLED-Display unterstützt HDR10+, was auch von allen gängigen Apps wie Netflix, Prime Video und YouTube erkannt wird. Widevine L1 DRM wird ebenfalls unterstützt, sodass alle Streaming-Dienste die maximale Videoqualität ausnutzen. HDR10-Inhalte können bei Bedarf auf eine höhere Helligkeitsstufe wechseln. In der Praxis hatten wir mit dem Display auch im schönsten Sonnenlicht keine Probleme.

Das Vivo X51 5G unterstützt DCI-P3- und sRGB-Farbräume. Man kann zwischen den Farbmodi Standard, Normal und Hell wählen. In jeder dieser Optionen wird ein Farbtemperaturregler angezeigt, der zwischen kühl und warm bewegt werden kann. Die besten Ergebnisse hatten wir in der Mitte, wenn der Blaustich zwischen den Weiß- und Grautönen verschwindet und die Farbgenauigkeit steigt. Der helle Modus ist fast identisch zur Standard-Einstellung, mit satten Rot- und Grüntönen. Insgesamt kann man die Bildqualität des X51-Displays als sehr gut bezeichnen. Mit den passenden Einstellungen kommt sogar ein hervorragend heraus.

CPU / Leistung

Das Vivo X51 5G hat einen Snapdragon 765G unter der Haube, der bei Qualcomm die Mittelklasse bedient und 5G-fähig ist. Der Octa-Core-Prozessor wird in einem 7 Nm-Produktionsprozess gefertigt und verfügt über einen Prime-Core mit 2,4 GHz, einen Gold-Core mit 2,2 GHz (jeweils Cortex-A76) und 6 Cortex-A55-Silver-Kerne mit maximal 1,8 GHz. Als GPU kommt in den Snapdragon 765-Chips eine Adreno 620 zum Einsatz. Die einzige Speicherkonfiguration für den deutschen Markt bietet 8 GB RAM und 256 GB Speicher.

Wir haben die beiden Standard-Benchmark-Tests durchlaufen lassen – Geekbench und AnTuTu. Geekbench setzt die Schwerpunkte in erster Linie auf die Single- und Multi-Core-CPU-Performance. Das X51 5G ordnet sich dabei im mittleren Leistungssegment ein, was man anhand des Chipsatzes auch erwarten konnte. Für deutlich weniger Geld bekommt man auch Smartphones mit dem aktuell schnellsten Snapdragon 888. Zum Einen haben diese Handys dann aber nur deutlich schlechtere Kameraqualität im Angebot, zum Anderen ist immer fraglich, wieviel man von der Leistung im alltäglichen Gebrauch merkt. Unser Testgerät lief jederzeit flüssig, egal, was wir damit angestellt haben.

Geekbench-Benchmark

AnTuTu zeigt für das X51 5G ein ähnliches Bild, ordnet das Gimbal-Smartphones sogar leicht höher in der Mittelklasse ein. Von Flaggschiff-Performance ist das Vivo aber auch hier weit entfernt.

AnTuTu-Benchmark

CPU
GPU
MEM
UX
Punktzahl
107.246
92.817
61.063
64.273
325.406

Die Benchmark-Ergebnisse sollte man daher nicht am Preis des X51 messen. Es funktioniert zuverlässig und eignet sich für auch für reibungsloses Spielen. Es handelt sich aber in erster Linie um ein Kamerahandy und die Ressourcen wurden offensichtlich an anderer Stelle investiert. Das reicht zwar nicht für die Spitze der Tabelle, für flüssige Performance aber allemal.

Akku

Das Vivo X51 5G wird von einem 4.315 mAh-Akku mit Strom versorgt. Das Handy unterstützt Schnellladen mit 33 Watt, das passende Ladegerät gibt Vivo dazu. Damit geht der Akku in 30 Minuten auf 55% und in 70 Minuten auf 100%. In unseren Praxistests reichte eine volle Ladung beim Surfen im Internet für rund 12,5 Stunden Betriebsdauer. Bei der Video-Wiedergabe hielt das X51 knapp 17 Stunden durch. Beide Werte liegen im guten bis sehr guten Bereich.

Lautsprecher
Das Vivo X51 5G ist mit einem einzigen Lautsprecher an der Unterseite ausgestattet. Als Kompromisslösung nutzen viele Hersteller, die kein echtes Stereo-Setup mit einem zweiten Lautsprecher an der Oberseite verbauen wollen, den Ohrhörer als sekundären Kanal. Doch auch darauf hat Vivo leider verzichtet. Dementsprechend ist die Audioqualität schlichtweg schlecht. Tiefe und hohe Frequenzen kann man guten Gewissens als nicht vorhanden bezeichnen. Übrig bleiben omnipräsente Mitteltöne. Einzig mit einer hohen Maximal-Lautstärke sammelt das Handy in dieser Disziplin einige Punkte.

Kamera: Fotos

Das Vivo X51 5G bringt ein Quad-Kamera-Setup mit einer 48 Megapixel-Primärkamera, einem 13 Megapixel-Porträt-Objektiv, einem 8 Megapixel-Tele-Objektiv und einem 8 Megapixel-Ultrawide mit. Der lasergestützte Autofokus arbeitet mit allen Kameras zusammen. Außerdem hat Vivo für die Haupt-Kamera die Gimbal-Stabilisierung und für das 5x-Tele-Objektiv eine optische Stabilisierung (OIS) verbaut. Ein LED-Blitz ist ebenfalls vorhanden.

Die Haupt-Kamera verwendet einen 48 Megapixel auflösenden Sony IMX598-Sensor mit Quad-Bayer-Farbfilter, 0,8 µm großen Pixeln und einer Blende von 1:1,6. Die Brennweite liegt bei 25 mm. Das Objektiv wird durch ein Mikro-Gimbal-System stabilisiert, das eine dreimal bessere Stabilisierung als ein normaler OIS bieten soll. Das Ultrawide (16 mm) verwendet einen 8 Megapixel auflösenden 1/4 Zoll-Sensor mit 1,12 µm großen Pixeln und einer Blende von 1:2,2. Dank des Laser-Autofokus sind Makrofotos aus kurzer Distanz von bis zu 2,5 cm möglich.

Das 13 Megapixel-Objektiv mit einer Blende von 1:2,5 kommt mit einer Brennweite von 50 mm auf zweifachen optischen Zoom. Vivo spricht dabei von einem Porträt-Objektiv, klassischerweise läge das aber eher bei 85 mm. Das zweite 8 Megapixel-Objektiv bietet durch seinen Periskop-Aufbau eine Brennweite von 135 mm, was fünffachem optischen Zoom entspricht. Die Blende liegt bei 1:3,4. Der OIS sorgt für eine ruhige Hand, was bei einer so großen Brennweite ein Muss darstellt. Die Selfie-Kamera verwendet einen 32 Megapixel-Sensor. Die Brennweite liegt bei 25 mm, die Blende bei 1:2,45. Der Fokus ist fest.

Mikro-Gimbal-System
Das Mikro-Gimbal-System stellt eine Premiere in einem Smartphone dar. Es benötigt fünfmal mehr Platz als ein normales OIS-Setup, daher musste sich Vivo mit einem kleineren Sensor (dem IMX598) zufrieden geben. Es bietet eine außergewöhnliche Stabilisierung und brauchte Monate, bis das Forschungs- und Entwicklungsteam von Vivo das Modul miniaturisiert hatte. Die Abmessungen sind rund fünfmal größer als bei einer normalen Smartphone-Kamera und dreimal größer als bei gängigen Periskop-Objektiven.

Der Mechanismus verwendet eine Doppelkugelaufhängung und einen Schwingspulenmotor, zwei S-FPC-Leitungen, T-FPC, einen Magnetrahmen und eine Schutzabdeckung. Vivo erklärt dazu, dass das System eine mechanische Bewegungskompensation durch elektromagnetische Induktion liefert. Im Klartext: Es bewegt sich in entgegengesetzter Richtung der Bewegung des X51. Dass es sich um Mechanik handelt, kann man sowohl hören als auch fühlen, wenn der Mechanismus sich kalibriert oder bei abrupten Bewegung stark arbeiten muss.

Vivo gibt dem X51 5G eine kleine App namens Gimbal Radar-Tool mit auf den Bewegung. Einmal in den Einstellungen aktiviert, zeigt sie direkt im Sucher die Bewegungen des Gimbals. Hält man den Ball im Kreis, arbeitet die Gimbal-Stabilisierung perfekt und das Video bleibt ruhig. Nach Aussage von Vivo arbeitet das System um 300% besser als ein normaler OIS. Den Wert errechnet Vivo daraus, dass ein herkömmlicher OIS Bewegungen von bis zu 1 Grad ausgleicht, während die Gimbal-Stabilisierung des X51 5G bis zu 3 Grad kompensieren kann.

Die Kamera-App bietet neben der Zoomauswahl (0,6x/1x/2x/5x) auch eine Objektivauswahl (Superweitwinkel / Bokeh / Super-Makro). Unterm Strich handelt es sich dabei um dasselbe – Superweitwinkel entspricht 0,6x. Apropos: Der Super-Makro-Modus liefert eine digital vergrößerte Ansicht von derselben Ultrawide-Linse. Es handelt sich um keine optische Vergrößerung, sondern um einen Bildausschnitt, der dann per Software wieder auf 13 Megapixel hochskaliert wird. Auch der Bokeh-Modus wartet mit einer Überraschung auf: Er sperrt Sie in der Haupt-Kamera ein und unterscheidet sich vom dedizierten Portrait-Modus. Wählt man letzteren mit Hilfe des richtigen Modus auf der Unterseite, bekommt man neben Bokeh auch regelmäßig digital angepasste Gesichtszüge.

Der Pro-Modus lässt einem über alle Parameter freie Hand. ISO lässt sich von 50-3200 einstellen, die Verschlusszeit von 1/12.000-32 Sekunden, der Weißabgleich zwischen Voreinstellungen und manuell nach der Farbtemperatur. Fokusentfernung und Belichtungskorrektur sind auch verfügbar. Optional kann man einzelne Werte auf Auto stellen oder zum globalen Wiederherstellen-Icon greifen, um alles auf Auto zurückzusetzen. Eine elektronische Wasserwaage ist zusätzlich zum Gimbal Radar-Tool ebenfalls verfügbar, genau wie eine Histogrammansicht. Der Pro-Modus ist für alle vier Kameras verfügbar.

Das Einstellungsmenü bietet die üblichen Optionen wie das Deaktivieren des Verschlussgeräuschs, Geotagging und die Option zum Spiegeln von Selfies. Der Selbstauslöser ist ebenfalls hier zu Hause. Außerdem bietet das Vivo X51 5G einen Augen-Autofokus, der extrem selten auf Smartphones zu finden ist.

Bildqualität bei Tageslicht
Die Hauptkamera schießt standardmäßig 12 Megapixel große Fotos, die bei Tageslicht sehr gut aussehen. Die Bilder bieten einen hervorragenden Kontrast und Dynamikbereich sowie satte Farben. Das Schärfen ist nicht aggressiv, das Rauschen angenehm niedrig. Die aufgelösten Details könnten etwas besser sein, insbesondere außerhalb des Zentrums, sehen aber insgesamt alles andere als schlecht aus.

Die 8 Megapixel-Aufnahmen des Ultrawide-Objektivs zeigen mittelmäßig aufgelöste Details und wenig Schärfe, sind aber ansonsten kontrastreich und haben eine genaue Farbdarstellung. Das Rauschen ist hier etwas stärker ausgeprägt, aber noch im Rahmen. Die automatische Verzerrungskorrektur leistet gute Arbeit beim Begradigen der Randbereiche. Dank des Autofokus kann die Ultrawide-Kamera auch zum Aufnehmen von Makrofotos aus einer Entfernung von bis zu 2,5 cm verwendet werden. Es gibt einen speziellen Ultra-Makro-Modus, den man tunlichst vermeiden sollte: Er vergrößert lediglich eine normale Ultrawide-Aufnahme und schneidet das Ergebnis zu. Auch ohne ihn bekommt man viele Details und kräftige Farben.

Die 13-Megapixel-Kamera des X51 5G soll mit zweifachem Zoom als Porträtobjektiv dienen. Die Fotos sehen gut aus, mit hohem Kontrast und Dynamikbereich sowie präzisen Farben. Die Details sind aber eher durchschnittlich aufgelöst. Geht man zusätzlich in den Portrait-Modus, wird das Motiv mit schöner Hintergrundunschärfe vom Hintergrund getrennt.

Das 8 Megapixel-Objektiv übernimmt mit fünffacher Vergrößerung den Zoombereich. Die Fotos würden wir als gut bezeichnen, sie können aber nicht mit den Periskopen von Huawei mithalten. Die Details kommen gut heraus, die Farben sind authentisch und der Kontrast geht auch in Ordnung. Eine stärkere Rauschunterdrückung und ein wenig mehr Schärfe könnten aber nicht schaden.

Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen
Ein gutes Stabilisierungssystem ist nachts eine enorme Hilfe. Dank des Gimbals kann man mit dem X51 5G Fotos mit Verschlusszeiten von 1/8 Sekunde schießen, ohne dass es zu Verwacklungen kommt und man auf den Nachtmodus zurückgreifen müsste. In unseren Tests gelangen hervorragende Nachtaufnahmen mit vielen Details, guter Belichtung, lebendigen Farben und hohem Kontrast. Selbst in sehr dunklen Situationen kamen sehr gute Bilder zustande. Es gab höchstens mal Probleme damit, dass die Bilder zu viel Licht sammelten.

Geht man doch in den Nachtmodus, vergehen etwa 3 Sekunden bis zum Abschluss der Aufnahme. Das X51 erkennt auch Stative und wechselt dann selbstständig in einen 10 Sekunden-Nachtmodus, um noch mehr Details zu erfassen. Mit oder ohne Stativ funktioniert der Nachtmodus hervorragend. Er entrauscht die Bilder, gleicht die Belichtung aus, stellt Glanzlichter wieder her und lässt Details in den Schatten erscheinen. Die Fotos sind etwas heller und die Farbsättigung ist nicht nur besser, sondern auch genauer. In Situationen mit wenig Licht kann man ihn vorbehaltlos empfehlen.

Die 8 Megapixel-Schnappschüsse der Ultrawide-Kamera fallen dagegen stark ab. Sie schafft es, dunkle Fotos mit Rauschen zu kombinieren. Hier und da kommen zwar Details zum Vorschein, eine Empfehlung ist das Ultrawide bei wenig Licht aber nicht. Der Nachtmodus ist auch hier verfügbar und bringt ein bisschen Licht ins Dunkel. Die Aufnahmen dauern ca. 2 Sekunden. Das Warten wird mit mehr Details in den Schatten und deutlich weniger Rauschen belohnt. Wer nachts auf Ultraweitwinkel-Aufnahmen angewiesen ist, kommt um den Nachtmodus nicht herum.

Die Kamera vermeidet den Einsatz der Tele-Objektive bei Nacht. Stattdessen werden die Hauptkamera und der Digitalzoom verwendet, unabhängig davon, ob der Nachtmodus aktiviert ist. Zwingt man sie zum vergrößern, gelingen unspektakuläre 2x-Tele-Fotos. Rauschen ist definitiv am Start, und obwohl die Farbsättigung gut ist, sind die Fotos aufgrund der fehlenden Stabilisierung oft unscharf.

Die 5x-Tele-Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen sind dank des OIS zwar weniger unscharf. Aufgrund der kleinen Blende von 1:3,4 kommt aber wenig Licht auf dem Sensor an, was dieser mit deutlichem Rauschen quittiert. Den Detailgrad kann man als ausreichend bezeichnen.

Selfies
Die 32 Megapixel-Selfies des Vivo X51 5G gehen in Ordnung. Der Dynamikbereich ist eher eng bemessen und mehr Schärfe und Details wären recht willkommen. Die Farben hingegen sehen gut aus. HDR kann helfen, übertreibt aber gern. Sind die Lichtverhältnisse dagegen nicht ideal, sind die Selfies in Windeseile nicht mehr zu gebrauchen. Im Porträtmodus der Selfie-Kamera geizt das X51 nicht mit weichen Konturen, obwohl der künstliche Bokeh-Effekt nicht standardmäßig aktiviert ist. Wir empfehlen, sich vom Porträt-Modus fernzuhalten.

Kamera: Videos

Das Vivo X51 5G nimmt mit seiner Haupt-Kamera Videos mit bis zu 2160p bei 60fps auf. Da es sich um die Haupt-Kamera handelt, ist auch die Gimbal-Stabilisierung immer verfügbar. Eine elektronische Stabilisierung ist ebenfalls vorhanden und für alle 30 fps-Modi auch immer aktiv. Für ganz heikle Situationen kann man zum Ultra Stable-Modus greifen, der auf 1080p bei 60 fps festgelegt ist. Er verwendet als Datenquelle den 4K bei 60 fps-Stream und schneidet das Video von der Mitte aus zu. Alle anderen Objektive drehen mit maximal 1080p bei 30 fps. Wählt man die 4K-Auflösung in den 2x- und 5x-Modi, wechselt das X51 zur Hauptkamera und zoomt digital. Audio wird immer in Stereo mit 128 kbit/s aufgenommen. Als Komprimierung kann man zwischen dem h.264- und dem h.265-Codec wählen.

Die 4K/30fps-Videos der Haupt-Kamera sind etwas weich, aber immer noch mit genügend Details, hervorragenden Farben und Kontrasten versehen. Dank der zusätzlichen elektronischen Stabilisierung fallen sie stabiler als bei 60 fps aus, haben jedoch ein etwas engeres Sichtfeld. Bei 4K/60fps werden die Videos schärfer und profitieren vom nicht beschnittenen, breiteren Sichtfeld. Die Videos sehen großartig aus und zeigen keinerlei Rauschen. Das selbe gilt für die 1080p/30fps-Videos der Ultrawide-Kamera und der Zoomkameras

Gimbal-Videos
Die Gimbal-Videos zeigen das, was man erwarten würde: Sehr gut stabilisiertes Videomaterial. Je nach Situation kann man dabei die Stabilisierung bis hin zum Ultra Stable-Modus aufdrehen. Wir haben das Vivo X51 5G im Ultra Stable-Modus gegen eine GoPro Hero 8 Black antreten lassen. Die Videos haben wir in 1080p/60fps gedreht und übereinander geschnitten.

Das Ergebnis ist eindeutig. Die Videos der GoPro laufen butterweich mit schönen Details, kräftigen Farben und einem hohen Dynamikbereich. Das Material des Vivo X51 5G wirkt dagegen verwaschen und farblos. Dabei gilt es aber zu bedenken, dass wir ein Handy mit einer echten Action-Cam verglichen haben. In Kurven muss der Gimbal stark kämpfen, auf den Geraden funktioniert die Stabilisierung aber gut. Die meisten normalen Smartphones wären dem X51 in diesem Test deutlich unterlegen.

Alternativen
Vivo verkauft das X51 5G weltweit, was aber leider zumindest in Deutschland nicht dazu geführt hat, dass es viele Händler in ihr Sortiment aufgenommen hätten. Für eine UVP von 799 Euro war das Vivo anfangs kein besonders attraktives Angebot. Aktuell bekommt man für das Geld das Xiaomi Mi 11 mit einem sehr guten Gesamtpaket und das OnePlus 9 mit einer sehr guten Hauptkamera. Beiden fehlt aber ein Periskop-Objektiv.

Das Samsung Galaxy S21 Plus kann damit ebenfalls nicht dienen, ist davon abgesehen aber in jedem Bereich sehr gut ausgestattet. Sei es beim Exynos 2100-Prozessor oder beim 120 Hz-AMOLED-Display, mit dem S21 Plus macht man nichts falsch. Wer keine Angst vor HarmonyOS hat, kann zum Huawei P40 Pro greifen. Eine OIS-Hauptkamera, ein Ultra-Weitwinkel und ein 5x-Periskop mit OIS verhelfen dem P40 Pro zu einem der leistungsfähigsten Kamera-Setups auf dem Markt. Die Preise beginnen aktuell bereits bei gut 550 Euro.

Allerdings scheinen seit einigen Tagen MediaMarkt und Saturn ihre Restbestände aufzuräumen und bieten das X51 5G aktuell für günstige 529 Euro an. Für diesen Preis ist das Vivo definitiv eine Kaufempfehlung wert.

Test-Fazit Vivo X51 5G

Design / Ergonomie - 9
Display - 9
CPU / Leistung - 7.5
Akku - 8.5
Kamera: Fotos - 9
Kamera: Videos - 9

8.7

Testurteil

Im Test punktete das Vivo X51 5G mit edlem Design, einem tollen OLED-Display, 5G und einer revolutionären Kamera. Weniger gut gefielen Chipsatz, Lautsprecher und der fehlende Wasserschutz.

Pro

  • flaches Design mit abgerundeten Seiten
  • sehr gutes OLED-Display mit HDR10+, 90 Hz-Aktualisierung und 180 Hz-Touch-Sampling
  • Quad-Kamera mit Periskop-Zoom und Makromodus, weltweit erste Mikro-Gimbal-Stabilisierung in einem Handy
  • sehr gute Fotos bei Tageslicht, ausgezeichnete Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen
  • gute Videoqualität mit sauberer Stabilisierung
  • Android 11 mit Funtouch OS

Kontra

  • Snapdragon 765G bietet zwar genug Leistung und 5G, aber keine Flaggschiff-Performance
  • kein Schutz gegen Wasser oder Staub
  • kein microSD-Slot, keine 3,5 mm-Buchse
  • Mono-Lautsprecher
  • Gimbal-Stabilisierung funktioniert gut, bietet aber kaum Vorteile gegenüber sehr guten OIS-Kameras
  • kein kabelloses Laden

Der Test des Vivo X51 5G hat einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Auf der einen Seite ist das X51 5G ein großartiges Smartphone mit edlem Design, einem tollen OLED-Display, 5G und einer revolutionären Kamera. Gerade das Gimbal-System ist nachts bei der Aufnahme von Fotos von unschätzbarem Wert. Im Paket mit dem Ultrawide, dem 2x-Tele und einem echten 5x-Periskop ist man als Handy-Fotograf auf so ziemlich jede Situation vorbereitet.

Gleichzeitig sieht Vivo das X51 5G in der Premiumklasse. Und da kann man heutzutage mit Mono-Lautsprechern, fehlendem Wasserschutz und ohne kabelloses Laden die Tabellenspitze nur mit dem Periskop erkennen. Auch der Snapdragon 765G-Prozessor passt nicht zum Flaggschiff-Anspruch. Klar, er reicht von der Leistung aus. Aber dass es ausreicht möchte man von einem Handy, für das man 799 Euro bezahlt hat, nicht sagen müssen. Und genau das ist wiederum die gute Nachricht. Wie oben angesprochen ist der Preis aktuell auf 529 Euro gefallen. Dafür macht man mit dem Vivo X51 5G nichts falsch.

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1 Kommentar
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Marcel
Marcel
6 Tage zuvor

Hatte genau die selben Gedanken. Mache oft Actionvideos und die Gopro hat man halt nicht immer dabei. Zu dem neuen Preis gibt’s jetzt keine Gründe mehr, die dagegen sprechen 🤗

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