Samsung Galaxy Z Fold4-Langzeit-Test

Das Samsung Galaxy Z Fold4 ist mittlerweile zwei Jahre alt. Wie hat sich das Samsung-Foldable in unserem Langzeit-Test geschlagen?
Samsung Galaxy Z Fold4 Test

Das Samsung Galaxy Fold war das erste Falt-Smartphone überhaupt und bis heute ist die Serie der Marktführer in Sachen Foldables. Die neueste Version ist das Samsung Galaxy Z Fold5, was sich nach dem Start einige Kritik gefallen lassen musste. Zu klein waren die Fortschritte im Vergleich zum Vorgänger. Andererseits war das Samsung Galaxy Z Fold4 auch einfach zu gut, wie wir in unserem ersten Test bereits feststellen konnten. Mittlerweile ist das Fold5 seit einigen Monaten auf dem Markt und hat die Preise nochmal gedrückt. Ist jetzt der beste Zeitpunkt, um den Vorgänger zu kaufen? Das klärt unser Samsung Galaxy Z Fold4-Langzeit-Test.

Was allen Samsung-Foldables zugute kommt, ist dass einige der Hauptkonkurrenten nur in China verkauft werden. Dazu kommt der ausgezeichnete Software-Support der Koreaner. Zum Einen schläft die Konkurrenz aber nicht und zum Anderen gibt es ein paar Dinge in Sachen Hardware zu kritisieren. Und schlussendlich stellt sich auch die Frage, ob ein faltbares Smartphone eine All-in-one-Lösung darstellen kann.

Unboxing

Das Samsung Galaxy Z Fold4 wird ungefaltet in einer ziemlich quadratischen, schwarzen Box geliefert. High-End-Smartphone für 1.800 Euro hin oder her – ein Ladegerät findet man in der Verpackung genauso wenig wie eine Schutzhülle. Lediglich ein USB-C-Kabel ist Teil des Lieferumfangs.

Design

Das Samsung Galaxy Z Fold4 sieht dem Galaxy Z Fold3 ziemlich ähnlich. Dazu tragen sowohl das hohe Seitenverhältnis im geschlossenen Zustand als auch die ähnlich aussehende Kamerainsel auf der Rückseite bei. Leider aber auch die Tatsache, dass zwischen den beiden Hälften eine Lücke entsteht, wenn das Handy zusammengeklappt ist. Es ist kein riesiger Abstand, aber er ist da. Und das ist bereits der erste Punkt, den viele komplett flach schließende Konkurrenten aus China mittlerweile besser können.

Die Verarbeitung mit einem Metallrahmen, einem Metallscharnier und Gorilla Glass Victus+ ist dagegen ausgezeichnet. Die Oberfläche auf der Rückseite fühlt sich angenehm matt an, ist aber sehr rutschig. Im geschlossenen Zustand hält man das Fold4 meist am Rahmen und beim Öffnen an der Rückseite und der Vorderseite. Der Rahmen ist weniger rutschig als die Rückseite, aber anfälliger für Fingerabdrücke. Das selbe gilt für das Coverdisplay. Insgesamt handelt es sich um eines der aktuell am wenigsten rutschigen Handys mit Glasoberflächen.

Der obere und untere Teil des Rahmens sind flach, sodass das Samsung Galaxy Z Fold4 im geschlossenen Zustand in beide Richtungen „stehen“ kann. Da das Scharnier sehr flexibel ist, kann man es in jedem beliebigen Winkel öffnen, was viel Flexibilität bei der Verwendung bringt. Halb geöffnet zum Videos ansehen ist ein genauso häufiger Anwendungsfall wie als Stativ zum Fotos machen. Abgesehen von dem kleinen Spalt hat es sich daher sehr bewährt.

Handhabung

Wenig überraschend ist die Handhabung durch den Formfaktor erschwert. Dies ist definitiv kein Gerät für Leute mit kleinen Händen. Für durchschnittliche bis große Hände ist es im geschlossenen Zustand aufgrund seiner schmalen Bauweise jedoch ein Kinderspiel. Geöffnet sieht das Samsung Galaxy Z Fold4 dagegen wie ein kleines Tablet aus. Das Öffnen ist allerdings nicht ganz einfach, da sich das Scharnier gern einen gewissen Widerstand aufbaut und der Rahmen wie gesagt einigermaßen rutschig ist.

Im geschlossenen Zustand hat man eine ganze Menge Telefon in der Hand. Dafür ist die Handhabung aber tatsächlich viel einfacher, als man denkt. Das liegt auch daran, dass das Fold4 tatsächlich nicht viel schwerer als ein Apple iPhone 15 Pro Max ist. Wir empfanden das Gewicht in unserem Samsung Galaxy Z Fold4-Langzeit-Test zu keinem Zeitpunkt als störend. Im Gegenteil fühlt sich das Foldable vor allem im geöffneten Zustand tatsächlich eher leicht an.

Insgesamt handelt es sich um ein sehr gut verarbeitetes Smartphone, welches sich unglaublich robust anfühlt. Allerdings hinterlässt der Spalt im Scharnier einen etwas faden Beigeschmack in Anbetracht des Preisschilds. Das selbe gilt für die Kamerainsel, die im Vergleich zu echten Kamerahandys fast schon unauffällig ist.

Biometrie

Im Samsung Galaxy Z Fold4-Langzeit-Test glänzte das Foldable auch mit seinem seitlich angebrachten Fingerabdrucksensor. Dieser ist in den Powerbutton integriert und das ist großartig. Es ist einer der, wenn nicht sogar der beste seitliche Scanner, den wir je verwendet haben. Er ist präzise und schnell und wird sogar noch schneller, wenn man „Übergangseffekt beim Entsperren anzeigen“ deaktiviert. Außerdem kann man den Scanner zum Swypen verwenden, um die Benachrichtigungen aufzurufen. Das Fold4 verfügt erwartungsgemäß auch über eine Gesichtsentsperrung. Da diese sich aber nur auf die Kameras verlässt, ist sie deutlich weniger sicher als das Scannen von Fingerabdrücken. Außerdem ist sie etwas langsamer, zumal man erstmal den Powerbutton berühren muss.

Lautsprecher

Subjektiv gesehen verfügt das Fold4 über die besten Lautsprecher aller Smartphones, die wir jemals in einem Langzeit-Test getestet haben. Sie klingen satt und sind so laut, dass man auch in einer lauten Umgebung keine Probleme bekommt. Dabei hilft auch die Tatsache, dass der Ohrhörer hier nicht gleichzeitig als zweiter Lautsprecher dient, wie es bei Samsung-Handys üblich ist. Stattdessen befindet sich oben ein separater Volllautsprecher.

Die Lautsprecher scheinen auch in Bezug auf den Klang ziemlich ähnlich zu sein und die Stereotrennung ist aufgrund der Position vor allem im Querformat hervorragend. Allerdings handelt es sich immer noch um Telefonlautsprecher. Wer Bass liebt, wird auch beim Fold4 eher zu einem Bluetooth-Lautsprecher oder zu Kopfhörern greifen.

Vibrationsmotor

Der Vibrationsmotor des Fold4 ist hervorragend, wenn auch vielleicht nicht der absolut beste, den wir je in einem Langzeit-Testgetestet haben. Trotzdem ist er besser als die meisten anderen. Man kann eine bestimmte Intensität für Anrufe, Benachrichtigungen, Medien und Systemnachrichten festlegen. Außerdem gibt es einen Schalter für den „Vibrationston für eingehende Anrufe“, der im Grunde gleichzeitig einen Vibrationston über die Lautsprecher abspielt. Das ist in Wirklichkeit genau so seltsam, wie die Beschreibung es klingen lässt.

Das bringt uns zu einem wichtigen Punkt: Dies ist einer dieser Vibrationsmotoren, den man eher spürt als hört. Liegt das Samsung Galaxy Z Fold4 in der Nähe, hört man eventuell auch die Oberfläche vibrieren. Aus einem anderen Raum kommt dagegen nichts mehr an. Samsung hatte vor ein paar Jahren noch deutlich lautere Vibrationsmotoren, aber das scheint für immer der Vergangenheit anzugehören.

Display

Das Cover-Display des Samsung Galaxy Z Fold4 ist minimal weniger hoch als beim Fold3. Das Seitenverhältnis stieg von 25:9 auf 23,1:9. An diesen Zahlen kann man schon erahnen, dass die Nutzbarkeit damit weiter überschaubar bleibt. Tastaturen sind aufgrund des Formfaktors einfach zu eng, was bedeutet, dass man sich deutlich öfter vertippt. Auf dem Fold4 nun zwar etwas seltener als beim Fold3, aber das ist immer noch weit entfernt von dem, was die meisten Konkurrenten anbieten.

Das Cover-Display (und auch das Hauptdisplay) des Galaxy Z Fold5 hat übrigens exakt die selben Abmessungen – 6,2 Zoll, 904 x 2.316 Pixel und ein Seitenverhältnis von 23,1:9. Wenn man die Dicke des Samsung-Foldables berücksichtigt, versteht man auch schnell, wie es dazu kommen konnte. Ein normales Seitenverhältnis hatte schlichtweg dazu geführt, dass es für die meisten Menschen es im geschlossenen Zustand kaum mit einer Hand halten könnten. Geschweige denn bedienen.

Es hätte aber noch eine andere Möglichkeit gegeben, dieses Problem zu beheben: Indem man das Smartphone dünner macht. Je dünner es wird, desto breiter kann das äußere Display bei gleicher Benutzerfreundlichkeit werden. Aber mit einem Scharnier, das im geschlossenen Zustand eine Lücke lässt, ist das sowieso kein Thema. Hier zeigt sich einer der wenigen echten Gründe, warum man zum dank des neuen Scharniers komplett flach schließenden Galaxy Z Fold5 greifen sollte. Das Fold4 misst geschlossen 155,1 x 67,1 x 14,2-15,8 mm, das Fold5 deutlich kompaktere 154,9 x 67,1 x 13,4 mm.

Hauptdisplay

Das Hauptdisplay des Samsung Galaxy Z Fold4 hat auch nach über einem Jahr Nutzung nichts von seiner Faszination verloren. Ein Smartphone zu einem Mini-Tablet ausklappen zu können ist nach wie vor das beste, was einem in der mobilen Welt passieren kann und mit keiner anderen Gerätekategorie möglich. Allerdings ist bei Samsung immer noch eine Falte in der Mitte des Panels zu sehen. Und auch wenn man das Jammern auf sehr hohem Niveau nennen könnte, kann die Konkurrenz das mittlerweile deutlich besser. Darunter auch die Konkurrenz im eigenen Haus in Form des Galaxy Z Fold5.

Dank der Größe des Display stolpert der Finger aber nicht allzu oft über diese Falte, anders als beim Galaxy Z Flip4. Das liegt einfach daran, wie sich das Fold4 zusammenfalten lässt und wie man Smartphones heutzutage am meisten verwendet – mit vertikalem Scrollen. Und selbst im Querformat kommt mit der Falte allein durch die schiere Größe selten in Berührung.

Helligkeit, Bildqualität

Die Helligkeit des Samsung Galaxy Z Fold4-Hauptdisplays erreicht nicht das Niveau eines normalen Handys. Grund zur Kritik hat man trotzdem nicht – sogar an einem hellen sonnigen Tag ist das Panel gut ablesbar. Zumindest, solange die Sonne nicht direkt drauf scheint. Das Außendisplay fühlt sich aber etwas heller an als das innere und ist bei direkter Sonneneinstrahlung auch besser ablesbar.

Der innere Bildschirm scheint auch etwas stärker zu reflektieren als der äußere, was möglicherweise an der Kunststoffschutzfolie auf dem ultradünnen Glas liegt. Dies führt ebenfalls zu Problemen bei hellem Sonnenlicht, da mehr davon in die Augen zurückreflektiert wird.

Am anderen Ende des Spektrums werden beide Bildschirme dunkel genug, um in stockfinsteren Umgebungen recht komfortabel genutzt zu werden. Wem das noch nicht reicht, der kann jederzeit die Funktion „Extra Dim“ in Android nutzen, die genau das tut, was der Name schon sagt. Es gibt aber eine seltsame Eigenart in Samsungs One UI, die uns auch beim Galaxy Z Flip4 aufgefallen ist. Die automatische Helligkeit erreicht nie wirklich den Nullpunkt, also den Punkt ganz links auf dem manuellen Schieberegler, egal wie dunkel die Umgebung ist.

Bewegt man den Schieberegler einfach manuell ganz nach links, wird das Panel aber tatsächlich noch ein bisschen dunkler. Das muss man aber jedes Mal tun, da das Fold4 die Einstellung nicht speichert. Alle anderen kleineren Anpassungen, die wir am Schieberegler vorgenommen haben, wurden tatsächlich gespeichert. Daher könnte es sich um eine beabsichtigte Funktion handeln. Davon abgesehen funktioniert der Algorithmus für die automatische Helligkeit aber im Allgemeinen für beide Displays sehr gut.

Wie man es von Samsung-Displays erwarten kann, ist die Qualität beider Panels hervorragend. Mit der Bildschirmmodusauswahl kann man zwischen „Natürlich“ (abgestimmt auf sRGB) und „Lebendig“ (abgestimmt auf den P3-Farbraum) wählen. Beide funktionieren sehr gut, und während Sie nur die Standardeinstellung „Natürlich“ erhalten, kann man in „Lebendig“ mit einem Weißabgleich-Schieberegler sowie einzelnen Schiebereglern für Rot, Grün und Blau die Farbtemperatur nach Belieben anpassen. Das ist gut, da das standardmäßige „Lebendig“ etwas zu kalt ist. Regelt man die Wärme mit dem Weißabgleich-Schieberegler etwas hoch, kommt man zusätzlich auch dem DCI-P3-Farbraum nochmal näher.

Unterm Strich sind wir in den allermeisten Fällen bei „Natürlich“ geblieben. Die meisten Inhalte sind immer noch auf sRGB abgestimmt, so dass man in diesem Modus theoretisch die genauesten Farben bekommt.

Aktualisierungsrate

120 Hz sind derzeit in vielen Preisklassen so Standard, dass es schon etwas langweilig wird, darüber zu reden. Beide Bildschirme des Fold4 erreichen bis zu 120 Hz. Und in beiden Fällen ist die Umsetzung großartig, wie man es von einem Telefon dieser Premiumklasse erwarten würde.

Die Auswahl, die man, wie in One UI üblich, hat, liegt zwischen „Standard“ (maximal 60 Hz) und „Adaptiv“, das bis zu 120 Hz reicht. Beides sind Spitzenwerte, die erreicht werden, wenn man mit dem Display interagiert. Wenn man dies nicht tun, sinkt die Bildwiederholfrequenz bei beiden Einstellungen, sodass die Akkulaufzeit verlängert wird. In der Praxis haben wir nie das Gefühl gehabt, dass das Telefon eine Bildwiederholfrequenz gewählt hat, die für den Komfort zu niedrig war. Die Interaktionen fühlten sich immer flüssig an, was bedeutet, dass der Algorithmus, der die Raten variiert, sehr gut ist, und das ist großartig.

Der Augenkomfortschutz (auch bekannt als Blaulichtfilter) von One UI ist derselbe, den wir schon seit einiger Zeit kennen. Man kann die Farben des Displays automatisch an die Tageszeit anpassen lassen, zum Beispiel nachts mit wärmeren Farbtönen. Oder man nutzt den Schieberegler für eine benutzerdefinierte Intensitätsstufe. Oder man nutzt die Funktion zur Planung, sodass sie zu bestimmten Zeiten oder von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang ein- und ausgeschaltet wird. Es ist alles ziemlich flexibel, aber es fehlen Funktionen wie ein Schwarzweißmodus oder eine Option für entsättigte Farben und strukturierte Hintergründe.

Trotzdem funktionierte das Samsung Galaxy Z Fold4 im Langzeit-Test sehr zuverlässig. Das Gleiche gilt für das Always On Display. Diese kann jederzeit angezeigt werden, einem Zeitplan folgen, nur für neue Benachrichtigungen angezeigt werden oder beim Tippen auf das Display angezeigt werden. Natürlich wird es umso mehr Akku verbrauchen, je länger es aktiviert ist

Das Always On Display von One UI ist immer noch das einzige uns bekannte Gerät mit automatischer Helligkeitseinstellung. Wenn es eingeschaltet ist, bedeutet dies, dass es nicht ohne Grund einen dunklen Raum erhellt und auch bei direkter Sonneneinstrahlung nicht unleserlich ist. Darüber hinaus gibt es eine Auswahl an Bildschirmausrichtung für diejenigen, die es gerne im Querformat sehen würden. Eine weitere Funktion, die unserer Meinung nach ziemlich einzigartig ist. Aber während wir die automatische Helligkeit aktiviert haben, haben wir den AOD im standardmäßigen Hochformat belassen.

Was die Personalisierung angeht, gibt es nicht so viele Optionen wie bei einigen anderen Skins, aber wahrscheinlich mehr als genug für 99% der Leute. Man kann eine Reihe von Uhrenstilen und -farben auswählen oder Aufkleber, AR-Emoji, Bitmoji oder ein Bild aus der Galerie verwenden. Es handelt sich um eine nützliche Funktion, von der inzwischen so gut wie erwartet wird, dass sie in allen Mobiltelefonen auf dem Markt verfügbar sein wird, und sie ist da, funktioniert gut und ist definitiv viel anpassbarer als die auf Lager befindlichen und serienmäßigen Skins.

CPU / Leistung

Das Samsung Galaxy Z Fold4 schneidet im Langzeit-Test immer noch ausgezeichnet ab. Bei 99,9% der täglichen Aktivitäten, mit Ausnahme schwerer Spiele, kann niemand den Unterschied zwischen dem Snapdragon 8+ Gen 1 in diesem Modell und dem aktuellen Snapdragon 8 Gen 3 erkennen. Während die Leistung erstklassig ist, ist die Laufruhe eine andere Sache.

GeekBench 5 Single-Core-Test

Verstehen Sie uns nicht falsch, das ist das flüssigste Samsung, das wir je im Langzeit-Test getestet haben, und das ist großartig. Es gab auch keine Mikroverzögerungen oder zufällige Ruckler, und Gegensatz zum Galaxy Z Flip4, das denselben Chipsatz verwendet. Die Probleme, auf die wir bei diesem Gerät gestoßen sind, haben höchstwahrscheinlich mit der ständigen aggressiven Drosselung zu tun, weil die Kühlung auf so begrenztem Raum nicht sehr gut funktioniert.

GeekBench 5 Multi-Core-Test

Das Fold4 ist also das flüssigste Gerät von Samsung und im Alltagsgebrauch sehr flüssig, nur nicht auf Augenhöhe mit dem neuesten Modell von OnePlus oder Xiaomi. Das ist irrelevant, wenn man von einem anderen Samsung zu diesem Gerät wechselt. Aber wenn man High-End-Technik von OnePlus oder Xiaomi aus diesem oder dem letzten Jahr in der Hand hatte, wird man definitiv einen Unterschied bemerken.

Akku

Die Akkulaufzeit des Samsung Galaxy Z Fold4 war während unseres Langzeit-Tests sehr gut. Aufgrund des Formfaktors und seines Einflusses auf die Akkukapazität wird es natürlich keine Preise für Langlebigkeit gewinnen. Die wichtigste Erkenntnis ist aber, dass das Fold unter allen Umständen einen ganzen Tag lang durchhielt.

In konkreten Zahlen bedeutet das rund 12 bis 17 Stunden ohne Ladegerät, hauptsächlich mit Wi-Fi 6 mit sehr gutem Signal und etwa eine Stunde mit einer Mobilfunkverbindung. Bluetooth war immer eingeschaltet, dazu kamen etwa zwei Stunden Podcasts und/oder Musik über Kopfhörer oder TWS-Ohrhörer und eine Stunde telefonieren. Der Standort ist immer aktiviert, wenn die Bluetooth- und WLAN-Suche aktiv ist.

Schön wären natürlich höhere Ladegeschwindigkeiten, aber Samsung scheint immer noch andere Prioritäten zu haben. Außerdem ist im Lieferumfang kein Ladegerät enthalten, aber einen 25 Watt-Adapter hat heutzutage wahrscheinlich jeder zu Hause rumliegen. Beim Fold4 gibt es auch kabelloses Laden. Das ist mit 15 Watt aber so langsam, dass es nur auf dem Nachttisch wirklich hilft.

Software

Unter den bisher verfügbaren Foldables sticht das Samsung Galaxy Z Fold4 in Sachen Hardware nicht wirklich heraus. Oder wenn, dann höchstens zu seinem Nachteil, dank dem großen Scharnierspalt, der großen Falte und dem ungünstigen Seitenverhältnis des äußeren Displays. Aber in puncto Software sticht es hervor, und zwar auf eine sehr gute Art und Weise. Samsung gehört außerdem in letzter Zeit zu den besten Herstellern in Sachen Updates und liefert jeden Monat mit zuerst das Sicherheitsupdate.

Beachten Sie, dass diese Überprüfung Ende Juni abgeschlossen wurde und sich das Fold4 zu diesem Zeitpunkt natürlich auf dem Sicherheitspatch-Stand vom Juni befand. Und davor bekamen wir im Mai das Mai-Update und so weiter und so weiter. Hier gibt es wirklich nichts Negatives zu sagen. Wenn es um große Android-Updates geht, ist Samsung nicht annähernd so schnell wie Google oder einige andere Unternehmen, aber in den letzten Jahren war es schnell genug und lieferte die neue Version bis zum Ende des Jahres, in dem sie auf den Markt kam, in der Regel zwei bis drei Monate nach Google. Wenn man die ganze Integrationsarbeit bedenkt, die geleistet werden muss, um alle Funktionen von One UI hinzuzufügen, ist das unserer Meinung nach ziemlich zeitgemäß.

Auf dem Fold4 läuft seit Oktober letzten Jahres Android 14 und wir haben keine Fehler gefunden, die direkt auf Samsung zurückzuführen sind. Es gab eine Sache, die uns sehr geärgert hat: Sobald Sie WhatsApp auf dem Innenbildschirm verwenden, funktioniert es nicht auf dem Cover-Display, es sei denn, Sie schließen es und öffnen es erneut. Wenn dies bei anderen Apps passiert, die nicht für spontane Änderungen des Seitenverhältnisses optimiert sind, wird eine Meldung angezeigt, die Sie darüber informiert, dass die App neu gestartet werden muss, was Sie dann mit einem Fingertipp tun können. Aus irgendeinem Grund war dies bei WhatsApp nicht der Fall, sodass wir es in diesem Szenario immer manuell schließen und dann wieder öffnen mussten. Das ist es, und wir wagen die Vermutung, dass dies die Schuld von WhatsApp ist.

Ein weiteres lästiges Problem, von dem wir vermuten, dass es sich nicht um einen Fehler, sondern um beabsichtigtes Verhalten handelt, ist die Tatsache, dass nach der Wiederherstellung von Apps von einem anderen Telefon bei der ersten Einrichtung einige der Apps, die wir auf dem vorherigen Gerät hatten, verdächtig fehlen – Apps wie Google Kalender. Könnte das damit zusammenhängen, dass Samsung über eine eigene Kalender-App verfügt? Wir wissen es nicht, aber es würde uns nicht überraschen.

Das bringt uns zu unserem üblichen Kritikpunkt der Samsung-Software, nämlich ihrer Suite doppelter Apps, von denen die meisten in keiner Weise besser sind als die von Google. Sie sollen einfach dasselbe sein, aber von Samsung hergestellt, in einem Ökosystem, das im Jahr 2023 wirklich veraltet wird. Oh, und es hat auch nicht funktioniert, oder? Wie viele Menschen haben die Google-Apps, die auf jedem Android-Gerät verwendet werden können, aufgegeben und sind zu Samsung-Apps gewechselt, die nur auf Samsung-Geräten verwendet werden können? Der doppelte App Store ist Teil derselben Strategie, und wir haben uns inzwischen daran gewöhnt, aber er ist für Verbraucher immer noch sinnlos – nur eine Möglichkeit für Samsung, etwas mehr Geld mit Ihnen zu verdienen, ohne in irgendeiner Weise ein besseres Benutzererlebnis als Google zu bieten.

Wenn Sie in den letzten Jahren ein Samsung-Gerät verwendet haben, sind Sie auf all das gestoßen, und wir sind sicher, dass Sie sich auch an diesen Zustand gewöhnt haben, aber das bedeutet nicht, dass es in Ordnung ist. Andererseits können wir nichts dagegen tun und nutzen daher ungern beide App-Stores für App-Updates, da die Apps von Samsung in der Regel über einen eigenen Store laufen. Für alles andere ist der Play Store die Standardoption, wie wir für die meisten davon ausgehen.

Bixby existiert übrigens immer noch und ist weiterhin die Standardoption für das, was angezeigt wird, wenn man lange auf den Netzschalter drückt. Zum Glück ist Samsung immer noch Samsung, daher gibt es die Möglichkeit, die Anzeige wieder auf das Ausschaltmenü umzustellen. Über den gleichen Abschnitt „Seitentaste“ in den Einstellungen können Sie auch einen doppelten Tastendruck zum Starten der Kamera zuweisen. Dies ist eine kleine Funktion, die uns gefällt und sehr häufig genutzt wird.

Faltbare Funktionen

Wo die Fold4-Version von One UI glänzt, sind die faltbaren spezifischen Funktionen, wie die Taskleiste, die angezeigt wird, wenn Sie sie aufgeklappt verwenden. Die Apps befinden sich erwartungsgemäß normalerweise im Dock unter Ihren Startbildschirmen. Aber es gibt eine wunderbare Wendung: Rechts davon können auch zwei aktuelle Apps angezeigt werden (und es sieht so aus, als ob die nächste Version von One UI vier zulässt). Dies erleichtert das Multitasking erheblich und Sie können die Taskleiste durch Berühren und Halten ausblenden.

Sie können Multitasking mit geteiltem Bildschirm starten, indem Sie einfach ein Symbol aus der Taskleiste ziehen. Darüber hinaus können Sie „Für geteilten Bildschirm wischen“ aktivieren, wodurch dieser Modus aufgerufen wird, wenn Sie von der Seite oder dem unteren Rand des Hauptbildschirms oder dem unteren Rand des Titelbildschirms wischen.

Das Multitasking-Erlebnis mit geteiltem Bildschirm selbst ist unübertroffen (was zwar nicht viel bedeutet, aber dennoch). Sie können sowohl horizontal als auch vertikal teilen (so dass die Apps nebeneinander oder oben und unten liegen) und Sie können Text und Bilder nahtlos von einem solchen Fenster in ein anderes ziehen. Sie können die Orte für die Apps tauschen, die Sie auf dem geteilten Bildschirm anzeigen, und jede spezifische Multitasking-Konfiguration auf Ihrem Startbildschirm oder Ihrer Taskleiste speichern! Und natürlich gibt es auch die für Samsung typische Dreiteilung, mit einer App auf der einen Seite und zwei Apps auf der anderen.

Sie können eine App, die im geteilten Bildschirm ausgeführt wird, in ein schwebendes Popup-Fenster umwandeln oder es maximieren. Im Abschnitt „Labs“ in den Einstellungen können Sie umschalten und alle Apps dazu zwingen, den Split-Screen- und Popup-Modus zu unterstützen, wenn Sie feststellen, dass Ihnen viele Apps in dieser Hinsicht Probleme bereiten. Oh, und Sie können bis zu fünf Popup-Fenster oben auf dem geteilten Bildschirm haben. Eine andere Möglichkeit, eine App in ein Popup zu verwandeln, besteht darin, von der oberen Ecke zur Mitte des Bildschirms zu wischen, nachdem Sie dies in den erweiterten Funktionen aktiviert haben.

Mit dem Flex-Modus-Panel können Sie das Scharnier in mittleren Winkeln positionieren und das Telefon auf einem seiner Teile abstellen, als ob es einen Ständer verwenden würde. Dafür gibt es immer noch nicht viel App-Unterstützung, aber Sie können dies über die Einstellungen nach Belieben für Apps erzwingen. Der Hauptvorteil dabei ist, dass Sie Fotos aufnehmen können, ohne das Telefon halten zu müssen. Und Sie können auch YouTube-Videos ansehen, als ob das Telefon auf einem Ständer stünde.

Wir sind selbst keine großen Fans des Flex-Modus, aber Multitasking ist beim Fold4 durch die Kombination aus faltbarem Formfaktor und großartiger Software viel einfacher als bei jedem anderen Gerät auf dem Markt.

Wenn keine dieser Funktionen für Sie aufregend klingt, dann ist ein faltbares Gerät möglicherweise nicht das Richtige für Sie. Wenn Sie jedoch die Größe des inneren Bildschirms im Vergleich zum äußeren (oder sogar einem normalen Slab-Smartphone) optimal nutzen möchten, sind diese unerlässlich, und sie funktionieren alle einwandfrei. Das ist etwas, was andere faltbare Geräte bis heute nicht vorweisen können, und es ist wirklich das, was das Fold4 auszeichnet.

Wir sollten auch erwähnen, dass Sie mit der Software auswählen können, welche Apps Sie weiterhin auf dem Cover-Bildschirm verwenden möchten, wenn Sie das Telefon zusammenklappen – einige Schalter sind voreingestellt, aber Sie können nach Herzenslust damit spielen. Dieses System ist jedoch immer noch komplizierter als das, was Oppos ColorOS auf seinen Find N/N2-Geräten bietet, und es ist einer der seltenen Fälle, in denen sich One UI in der Benutzerfreundlichkeit schlechter anfühlt. Unter ColorOS erscheint jedes Mal, wenn Sie das Telefon schließen, ein pfeilähnliches Objekt auf dem äußeren Display. Ignoriere es und es verschwindet. Wischen Sie nach oben und Sie können die App, in der Sie sich gerade befanden, auf dem Klappbildschirm weiter verwenden.

Apps auf dem Cover-Bildschirm fortsetzen

Launcher

Der Launcher des Fold4 ist ein typischer One-UI-Tarif, mit einer zusätzlichen Besonderheit für den faltbaren Formfaktor. Standardmäßig verfügen der Außenbildschirm und der Innenbildschirm über unterschiedliche Startbildschirmeinstellungen. Wenn Ihnen dies jedoch nicht gefällt, müssen Sie einfach „Spiegelung des Deckbildschirms“ aktivieren und dann sind sie gleich.

Ansonsten gibt es hier alle Funktionen, die man möglicherweise braucht, und sogar einige, die man definitiv nicht braucht – Beispiele für Letzteres sind die horizontal scrollende App-Schublade mit Ordnerunterstützung und einer Standardreihenfolge, die nicht alphabetisch ist. Für jemanden, der bisher nur Samsung-Smartphones verwendet hat, mag dies durchaus Sinn machen, aber wenn Sie von einem anderen Gerät kommen, wird es zunächst verwirrend sein – bis Ihnen klar wird, dass es sich, wie bei den meisten Samsung-Geräten, um eine anpassbare Einstellung handelt.

Der Launcher von One UI gehört zu den wenigen, mit denen Sie ganze Startbildschirme löschen oder verschieben können, und das wissen wir wirklich zu schätzen. Es kann Ihnen auch den Google Discover-Feed links neben Ihrem Startbildschirm ganz links oder Samsung Free an derselben Position anzeigen – Sie haben die Wahl, eines dieser beiden oder keines von beiden. Wir können Ihnen nicht sagen, warum es Samsung Free noch gibt oder warum es diesen Namen trägt, aber es ist da, wenn Sie es wollen.

Aktuelle Apps werden im mittlerweile für Android üblichen horizontalen Bildlaufmodus angezeigt. Außerdem gibt es eine Funktion (standardmäßig aktiviert), die versucht zu erraten, zu welcher App Sie wechseln möchten, und direkt unter den App-Screenshots ein paar App-Symbole anzeigt. Der Algorithmus dafür ist wirklich gut und wir haben festgestellt, dass die App, die wir aufgerufen haben, in etwa 85–90 % der Fälle zu diesen Symbolen gehörte. Dadurch wurde viel Zeit beim Scrollen durch die Letzten-Listen gespart. Wenn Ihnen diese Funktion aus irgendeinem Grund nicht gefällt, können Sie sie jederzeit deaktivieren.

Es überrascht nicht, dass das Fold4 über den standardmäßigen One UI Dark-Modus verfügt, der so programmiert werden kann, dass er sich bei Sonnenuntergang ein- und bei Sonnenaufgang ausschaltet, oder einen benutzerdefinierten Zeitplan Ihrer Wahl verwenden kann. Es gehört definitiv zu den am wenigsten anpassbaren auf dem Markt, aber es erfüllt seinen Zweck. Seltsamerweise befindet sich eine Einstellung im Zusammenhang mit dem Dunkelmodus nicht im Abschnitt „Anzeige“ unter „Dunkelmodus“, sondern im Abschnitt „Hintergrund und Stil“. Wir sprechen von „Hintergrund dimmen, wenn der Dunkelmodus aktiviert ist“, was nützlich sein kann, wenn Sie den Dunkelmodus in dunklen Umgebungen verwenden – stellen Sie einfach sicher, dass Sie an der richtigen Stelle danach suchen.

Für ein im Jahr 2022 auf den Markt gebrachtes Telefon unterstützt das Fold4 selbstverständlich die Gestennavigation und die Implementierung ist einwandfrei. Sie können das, was Samsung als „Gestenhinweis“ bezeichnet, ausblenden, wenn Sie möchten, und das tun wir immer. Glücklicherweise können Sie auch dann schnell zwischen Apps wechseln, wenn Sie über den unteren Bildschirmrand wischen, wenn der pillenförmige „Hinweis“ nicht angezeigt wird.

Eine zusätzliche Option, die Sie umschalten können, ist, ob das Auslösen von Google Assistant durch diagonales Wischen von einer der unteren Ecken nach innen zugelassen werden soll. Das gefällt uns so gut, dass es zu unserer primären Möglichkeit geworden ist, Google Assistant aufzurufen, wenn wir keine Lust haben, mit ihm zu sprechen. Ein weiteres nützliches Element ist der Schieberegler „Gestenempfindlichkeit“, der unserer Meinung nach in seiner Standardposition gut funktioniert. Sie können ihn jedoch ausprobieren, wenn Sie Probleme mit Gesten haben. Samsung sagt, wenn Sie eine Hülle tragen (natürlich separat gekauft, da keine im Lieferumfang enthalten ist), sollten Sie eine höhere Empfindlichkeit wählen. Wenn Sie jedoch feststellen, dass Gesten unbeabsichtigt ausgelöst werden, sollten Sie eine niedrigere Empfindlichkeit wählen.

Kamera

Das Galaxy Z Fold4 verfügt über eine Hauptkamera, die der der Galaxy S22-Serie ähnelt, allerdings mit weniger ausgefeiltem Autofokus. Das Ultrawide ist ziemlich alt und hat seltsamerweise 13 MP, obwohl es 12 MP-Bilder ausgibt. Obwohl es theoretisch Unterstützung für den Autofokus bietet, ist diese auf diesem Telefon nirgendwo zu finden. Wenn Sie also darüber nachdenken, damit Makroaufnahmen zu machen, haben Sie kein Glück. Tatsächlich scheint das Ultrawide dem Fold3 sehr ähnlich (wenn nicht sogar identisch) zu sein. Zum Glück wurde die Zoomkamera aktualisiert und es scheint die Kamera zu sein, die in der S22-Reihe verwendet wird, mit 3-fachem Zoom. Ein weiteres seltsames Detail: Dieser Sensor hat 10 MP, gibt aber Standbilder mit 12 MP aus. Samsung liebt 12 MP offenbar wirklich.

Wie auch immer, mal sehen, wie diese funktionieren. Die Hauptkamera produziert gute Bilder mit viel Samsung-typischem „Pop“, den die meisten Menschen absolut zu lieben scheinen, Puristen jedoch im Allgemeinen hassen. Auch hier gibt es viel davon, aber auch wenn es an etwas zu viel grenzt, würden wir sagen, dass es die Grenze ziemlich gut überschreitet. Der Kontrast ist hoch, wie es bei Samsung-Geräten üblich ist, die Schatten- und Lichterdetails sind ausreichend, die Schärfung ist vorhanden, aber nicht übertrieben. Lärm kann sich oft einschleichen, ist aber nicht abschreckend – zumindest nicht für unsere Augen, das können Sie weiter unten selbst beurteilen.

Das Ultrawide ist nicht überragend, aber dennoch gut. Die Detailgenauigkeit ist großartig und die Farbwiedergabe scheint mit der der Hauptkamera übereinzustimmen, was für uns leider auch heute noch keine Selbstverständlichkeit ist. Selbst bei den besten Lichtverhältnissen können die Schatten etwas dunkel sein und die Ecken werden weicher, obwohl das bei einem Ultrawide ziemlich selbstverständlich ist.

Die vergrößerten Aufnahmen sind großartig, mit gestochen scharfen Details und minimalem Rauschen. Das Schärfen bleibt gut im Griff und die Farben sind wieder an die Hauptkamera angepasst. Der Dynamikumfang ist ausgezeichnet und wir konnten keine eklatanten Anzeichen einer Hochskalierung von der nativen Auflösung des Sensors von 10 MP auf 12 MP feststellen.

Nachts gibt es einen automatischen Nachtmodus, der dann aktiviert wird, wenn Ihnen danach ist. Es wird jedoch nicht immer aktiviert, aber wenn es passiert, werden Sie darüber informiert, indem im Sucher ein Halbmondsymbol angezeigt wird. Wenn Sie darauf tippen, wird es für diesen Schuss deaktiviert. Wenn Sie in den manuellen Nachtmodus wechseln, erhalten Sie im Allgemeinen ein Bild, das sich nicht von dem Bild unterscheidet, das im automatischen Nachtmodus erstellt wurde – aber nicht immer. Manchmal gibt es winzige Unterschiede. Wir haben alle Bilder unten mit aktiviertem Auto-Nachtmodus aufgenommen.

Die Hauptkamera liefert sehr gute Aufnahmen, wenn auch nicht die besten, die wir je gesehen haben. Dennoch würden sich die meisten Leute darüber nicht lustig machen. Es gibt viel Dynamikumfang und Kontrast (diese typische Samsung-Verarbeitung), aber Schatten können manchmal dunkler sein, als man erwarten würde. Es überrascht nicht, dass die Farben genauso lebendig und „knallig“ sind wie tagsüber, während die Detailgenauigkeit von großartig in gut beleuchteten Bereichen bis hin zu weniger stark in den Schatten reicht, wo es weich und etwas laut wird.

Der Nachtmodus verbessert vor allem die Schatten, auch die Lichter bleiben etwas besser erhalten. Die Unterschiede zum Auto-Modus sind jedoch eher gering. Wenn Sie also keinen bestimmten Look bevorzugen, empfehlen wir Ihnen, für die meisten Aufnahmen bei Auto zu bleiben.

Bei schlechten Lichtverhältnissen hat das Ultrawide am meisten zu kämpfen, ein Satz, den wir wahrscheinlich schon eine Million Mal geschrieben haben. Dies gilt hier immer noch, und im Automatikmodus sind die ausgegebenen Bilder ziemlich verrauscht und weich, und sie haben dieses unterbelichtete Aussehen, das nur einer begrenzten Anzahl von Leuten gefallen könnte, und selbst dann vielleicht nur für eine bestimmte Art von „stimmungsvollen“ Fotos.

Der Nachtmodus verbessert die Dinge, aber nicht wesentlich. Dennoch würden wir empfehlen, für Ultraweitwinkelaufnahmen standardmäßig den Nachtmodus zu verwenden, wenn Sie die mehrere Sekunden dauernden Bild-zu-Bild-Zeiten einsparen können, da die Ausgabe einen besseren Dynamikumfang, verbesserte Schatten, mehr Schärfe und weniger Rauschen bietet.

Das Aufnehmen von vergrößerten Aufnahmen bei Nacht ist eine Lotterie, wenn es darum geht, ob die dedizierte Telekamera oder ein Ausschnitt vom Hauptsensor verwendet wird. Im letzteren Fall sind die Ergebnisse häufig ziemlich matschige Schatten mit viel Rauschen. Auch Highlights haben die unheimliche Tendenz, sich selbst zu zerstören. Wenn der richtige Sensor verwendet wird, sieht es etwas besser aus, aber im Auto-Modus passiert das nicht allzu oft, wenn nicht ausreichend Licht vorhanden ist.

Auch hier gilt: Wenn möglich, nutzen Sie den Nachtmodus. Das bringt zwar sichtbare Verbesserungen, kann aber dennoch nicht mit der Leistung der Hauptkamera bei Nacht mithalten. Und dennoch erhalten Sie zusätzliche Schattendetails und weniger Lichthöfe um Lichtquellen. Die Fotos sind auch schärfer, daher empfehlen wir hier nur dann den Auto-Modus, wenn Ihnen dieser nicht gefällt.

Samsung Galaxy Z Fold4 TestSamsung Galaxy Z Fold4 Test

Sie können Selfies mit der Hauptkamera dieses Telefons aufnehmen und dabei die Faltfunktionen nutzen. In diesem Fall wäre die Qualität ähnlich wie oben für diese Kameras beschrieben. Darüber hinaus verfügen Sie über zwei spezielle Selfie-Kameras, eine im inneren Bildschirm und die andere im äußeren Display.

Letzteres wird immer noch von Pixeln verdeckt, und es handelt sich technisch gesehen um eine „Unter-Display“-Kamera, und sie ist immer noch schlecht. Bei Selfies geht es so: Möglichst die Hauptkameras nutzen. Wenn nicht, wählen Sie die auf dem äußeren Bildschirm. Wenn Sie beides aus irgendeinem Grund nicht tun können und mit einem Qualitätsabfall rechnen müssen, nutzen Sie nur dann den integrierten Sensor im inneren Bildschirm.

Der Selfie-Shooter des Außenbildschirms liefert tagsüber angenehme Bilder, wenn auch im „Samsung-Look“ etwas zahmer als die hinteren Module. Außerdem werden Sie gefragt, welchen Hautton Sie bevorzugen. Wir haben uns für „Natürlich“ entschieden, und das könnte etwas damit zu tun haben. Der Porträtmodus ist im Allgemeinen ziemlich gut, aber zufällige Haare verwirren ihn oft – Sie wurden gewarnt.

Die Kamera des inneren Bildschirms hat eine viel geringere Auflösung und ist viel schlechter. Alle Bilder wirken etwas verschwommen und nachts ist es eine ziemliche Katastrophe. Wir würden sagen, dass Sie bei dieser Option nur für Videoanrufe bleiben sollten, aber nur, wenn Sie dafür tatsächlich den gesamten Innenbildschirm nutzen möchten.

Nachts verliert die Kamera des Außendisplays zwar ebenfalls an Qualität, allerdings deutlich weniger, und Bilder sind durchaus noch brauchbar, wenn man die Bildschirmblitzfunktion nutzt. Für Selfies stehen Ihnen zwei Aufnahmemodi zur Verfügung, von denen einer mehr Weitwinkel hat als der andere, sodass Sie diesen für ein Gruppen-Selfie wählen können, im Gegensatz zum näheren Winkel, wenn Sie nur sich selbst treffen. Oder auch nicht, die Optionen sind vorhanden, sodass Sie mit ihnen spielen und Dinge tun können, wie Sie möchten.

Insgesamt verfügt das Galaxy Z Fold4 über ein sehr kompetentes Kamera-Array (mit Ausnahme des internen Selfie-Shooters, aber wir beurteilen es nicht danach, da es Alternativen zum Fotografieren damit gibt). Allerdings sind diese Kameras heutzutage nicht so gut wie die Besten der Besten, was in Ordnung ist, wenn Sie das Fold4 zu einem reduzierten Preis finden. Als es herauskam, war die Kameraqualität jedoch definitiv etwas, das man zu diesem ursprünglichen Preis im Dienste der Faltung geopfert hat.

Wir selbst sind eigentlich nicht gegen diesen Kompromiss, verstehen Sie uns nicht falsch, wir hatten einfach das Bedürfnis, darauf hinzuweisen. Es gibt bessere Kamerahandys und wahrscheinlich auch bessere faltbare Kamerahandys (vor allem, wenn Sie in diesem Zusammenhang „dort“ mit „in China“ definieren). Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass Sie die Schnappschüsse des Fold4 in irgendeiner Weise oder zumindest erheblich enttäuschen werden – auch hier gilt, wenn Sie die Selfie-Kamera auf den inneren Bildschirmen außer Acht lassen können, was dank ihrer Redundanz dankenswerterweise problemlos möglich ist.

Fazit

8.6Bewertung
Test-Fazit Samsung Galaxy Z Fold4

Auch im Langzeit-Test punktete das Samsung Galaxy Z Fold4 mit zwei sehr guten Displays, einem schnellen Chipsatz und extremer Produktivität.

Design / Ergonomie
9
Display
9.5
CPU / Leistung
8.5
Akku
8.5
Kamera Fotos
8
Kamera Videos
8
Pro
  • immer noch schneller Chipsatz
  • Displays immer noch auf sehr hohem Niveau
  • Android 14 und One UI 6 mit konkurrenzlosen Multitasking-Features und S Pen-Unterstützung
  • Kamerasystem beim Nachfolger <a href="https://smartphones24.org/preisvergleich/samsung-galaxy-z-fold5">Galaxy Z Fold5</a> quasi unverändert
  • gute Akkulaufzeit für ein Foldable
  • wasserdicht nach IPX8
Kontra
  • Scharnier weitgehend unverändert – Spalt und Falte weiter präsent
  • Ladegeschwindigkeit immer noch weit hinter der Konkurrenz
  • praktisch gleiche Kamerasystem wie im deutlich günstigeren <a href="https://smartphones24.org/preisvergleich/samsung-galaxy-s22">Galaxy S22</a>

Das Samsung Galaxy Z Fold4 ist nach subjektiver Meinung dieses Rezensenten das beste faltbare Smartphone im großen Format auf dem Markt, trotz seiner Mängel, von denen es im Vergleich zu seinen Konkurrenten einige gibt. Die Hardware sieht ziemlich veraltet aus und ist nicht so ansprechend wie einige andere faltbare Geräte – es ist keineswegs das dünnste und das Scharnier hat eine Lücke. Die Kameras sind nicht die besten auf dem Markt – sie sind wahrscheinlich nicht einmal die besten auf einem faltbaren Gerät. Die Ladegeschwindigkeit ist nicht überragend, und obwohl dies das flüssigste Samsung ist, mit dem wir je zu tun hatten, hinkt es in diesem Bereich immer noch etwas hinterher.

Und doch. Die Software ist es, die es zum besten faltbaren Gerät in diesem Formfaktor macht, und trotz aller Fortschritte in der Hardware und der etwas besseren Laufruhe kann keines der großen chinesischen faltbaren Geräte mit dem mithalten, was Samsung getan hat, um die Nutzung des Geräts im aufgeklappten Zustand so nahtlos wie möglich zu gestalten. Und tatsächlich ist es so – „nahtlos“ ist im mobilen Bereich ein überstrapaziertes Wort, aber in diesem Fall ist es wirklich gerechtfertigt.

Das Fold4 entfernt Sie heute so weit wie möglich von dem Problem „Großer Bildschirm wird wie ein normaler Telefonbildschirm behandelt, aber größer“, das immer noch in der Android-Welt so weit verbreitet ist. Es ist kein perfektes Erlebnis, aber es ist um Längen besser als das, was seine Konkurrenten bieten, und wenn man das allgemeine Fehlen von Fehlern und die sehr zuverlässige (und schnelle) Häufigkeit von Software-Updates hinzufügt, kann man erkennen, warum es trotz der sehr leicht erkennbaren Mängel immer noch das meistverkaufte Gerät seiner Klasse ist.

Es ist nicht so, dass wir nicht möchten, dass Samsung aufwacht, sich nicht mehr auf seinen Lorbeeren ausruht und auch bei der Hardware ein wenig innoviert. Wir würden uns auf jeden Fall ein spaltfreies Scharnier, ein schlankeres Profil, bessere Kameras, einen größeren Akku, schnelleres Laden, einen weniger hohen/schmalen Außenbildschirm und mehr Laufruhe wünschen. Aber das ist nicht das Gerät, das all das bieten kann – vielleicht wird es sein Nachfolger sein, wir werden sehen. Das Fold4 ist nicht alles, das kann es auch nicht sein, aber es sticht allein dank der Software aus der Konkurrenz hervor. Und das ist an sich schon eine große Leistung.

Früher konzentrierte sich Samsung sehr auf Hardware-Spezifikationen und fast überhaupt nicht auf Software – nicht auf Software-Qualitätskontrolle, nicht auf die schnelle Bereitstellung von Updates, nicht auf die Bereitstellung von Updates über einen langen Zeitraum oder sogar auf einen zuverlässigen Zeitplan. Das hat sich in den letzten Jahren geändert, und auch wenn in puncto Laufruhe noch einiges zu tun ist, ist One UI in jeder erdenklichen Hinsicht meilenweit von TouchWiz entfernt (außer vielleicht der Art und Weise, wie es Ihnen gerne viel zu viele Optionen bietet – und selbst das ist nur ein Nachteil, wenn Sie etwas wollen, das „einfach funktioniert“, ohne dass Optimierungen erforderlich sind).

Daher möchten wir das Unternehmen in dieser Hinsicht loben und es gleichzeitig daran erinnern, dass die Lücke in der Software für großformatige faltbare Geräte zwischen ihm und seinen Konkurrenten wahrscheinlich nicht ewig bestehen bleiben wird und dass es nur so weit kommen kann. Es ist definitiv an der Zeit, in der Hardware-Abteilung aufzuholen, und wir hoffen, dass die nächste Generation – das Samsung Galaxy Z Fold6 – bei der Hardware aufholt und bei der Software genauso gut bleibt.

Stefan Andres
Community-Profil Stefan Andres

Kontakt | Ressort: Android, iOS, Apps | Smartphone: Samsung Galaxy S23 Ultra

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