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Vivo X80 Pro-Test

Das Plus ist vielleicht aus dem Namen verschwunden, aber davon sollte man sich nicht täuschen lassen – das Vivo X80 Pro ist der geistige Nachfolger des X70 Pro+. Im Wesentlichen ist es das ultimative Kamerahandy des Unternehmens mit weiteren Fortschritten bei der Hardware und Software. Und das zusätzlich zu dem, was bereits ein äußerst leistungsfähiges Setup war.

Als Allround-Flaggschiff verpackt das X80 Pro dieses Jahr natürlich auch einen High-End-Chipsatz und ein hochwertiges Display sowie etwas zusätzliche Akkukapazität, alles in einem absolut schicken Gehäuse. Und im Gegensatz zum X70 Pro+ wird das Flaggschiff des Unternehmens auch in Europa verkauft. Als Oberfläche kommt in der Heimat allerdings OriginOS und hier bei uns Funtouch OS zum Einsatz. Außerdem gibt es zwei verschiedene Chipsätze – der Dimensity 9000 in Fernost, der Snapdragon 8 Gen 1 außerhalb Chinas.

Die Hauptkamera verwendet beim neuen Modell einen exklusiven Samsung-Sensor, der auf dem bekannten 1/1,3 Zoll-Sensor früherer Generationen basiert. Die kürzere der beiden Telekameras statt des Ultra-Weitwinkels hat diesmal die Gimbal-Stabilisierung bekommen. Das 8 Megapixel-Periskop und die Hauptkamera können aber auf normale optische Stabilisierung zurückgreifen. Die 32 Megapixel-Selfiekamera bleibt unverändert.

Das OLED-Display des X80 Pro bietet QHD-Auflösung und unterstützt eine variable Bildwiederholfrequenz von 1 bis 120 Hz. Es ist leicht gebogen und verbirgt den riesigen Ultraschall-Fingerabdrucksensor, der schon aus dem iQOO 9 Pro bekannt ist. Die Akkukapazität ist leicht von 4.500 auf 4.700 mAh gewachsen und die Ladeleistung von 66 auf 80 Watt gestiegen.

Unboxing

Die Präsentation des X80 Pro folgt der Tradition früherer Premium-Vivo-Handys. Das Handy kommt in einer großen quadratischen Schachtel aus dickem strukturiertem Karton. Zwei zusätzliche Boxen unter dem Handy nehmen das Zubehör auf, und davon gibt es eine ganze Menge. Ein 80 Watt-Ladegerät verspricht schnelles Aufladen und ein Paar In-Ear-Ohrhörer und eine Kunstlederhülle liegen ebenfalls in der Box.

Design

Sie waren in letzter Zeit nicht gerade unauffällig, die High-End-Vivos, aber das X80 Pro schafft es irgendwie, sogar das X70 Pro + in der „Präsenz“ der Kamerainsel zu übertreffen. Fast wahllos verstreut verlassen die vier Module die aufgeräumte Anordnung des X70 Pro+ und drei von ihnen stehen nun zusammen mit dem obligatorischen Zeiss-Badge und dem Laser-AF in einer kreisförmigen Formation. Das Periskop ist unter diesem Kreis, der LED-Blitz rechts.

Die Tatsache, dass die Insel jetzt den größten Teil der Breite des Handys überspannt, macht das Handy sehr stabil, wenn es auf einer geraden Oberfläche liegt. Die ganze Kamerabaugruppe lässt sich auch als Spiegel verwenden, sei es für die grobe Rahmung von Hauptkamera-Selfies oder als Spiegel. Ein weiteres Designelement, das beibehalten wurde, ist die schimmernde Oberfläche der mattschwarzen Rückseite.

In praktischer Hinsicht ist die Rückseite so ​​​​rutschig wie sie nur sein könnte. Das mitgelieferte Case hilft, verbirgt aber das glitzernde Finish. Zumindest ist die Rückseite nicht im Entferntesten anfällig für Fingerabdrücke, sodass der Mangel an Halt der einzige Kompromiss bleibt. Auf der Vorderseite befindet sich das 6,78 Zoll große OLED-Display mit den klassischen Merkmalen eines echten Flaggschiffs – gebogene Seiten, minimale Einfassungen und ein winziger Ausschnitt für die mittige Selfie-Kamera.

Mit Abmessungen von 164,6 x 75,3 x 9,1 mm ist das X80 Pro ein vollwertiges Gerät ohne Anspruch auf Kompaktheit. Es ist sogar minimal größer als ein Galaxy S22 Ultra, dafür aber ganze 2,6 mm schmaler. Aber selbst gegenüber dem S22+ ist das Vivo mehr als 7 mm höher. Das Xiaomi 12 Pro hingegen hat im Wesentlichen die gleiche Grundfläche wie das Vivo.

Das X80 Pro gehört auch zu den schwersten seiner Klasse, obwohl sich seine 215 g in der Hosentasche wahrscheinlich genauso anfühlen wie die 195 g des S22+. Der Tiefenunterschied von 1,5 mm zwischen dem 9,1 mm-Vivo und dem schlanken 7,6 mm-Galaxy wird durch die gebogenen Seiten des X80 Pro etwas gemildert. Auf der rechten Seite sind der Powerbutton und die Lautstärkewippe verbaut. Beide arbeiten bemerkenswert leise, aber mit gutem Druckpunkt.

Auf der Oberseite befindet sich ein glänzender Kunststoffeinsatz, der durch die Antennenplatzierung notwendig geworden sein dürfte. Die Aufschrift „Professional Photography“ erinnert an den Anspruch des X80 Pro, der Infrarotsender sitzt daneben. An der Unterseite ist der USB-C-Anschluss verbaut. Das primäre Mikrofon und der primäre Lautsprecher befinden sich ebenfalls dort. Genauso wie der Kartensteckplatz, der zwei Nano-SIMs Rücken an Rücken akzeptiert, aber keine microSD. Und eine blaue Dichtung – das X80 Pro ist nach IP68 staub- und wasserdicht.

Display

Das Datenblatt des Displays des X80 Pro lässt nichts aus. Das von Samsung hergestellte 6,78 Zoll-OLED-Panel hat eine Auflösung von 1.440 x 3.200 Pixeln bei einer Pixeldichte von 517 ppi. Die maximale Bildwiederholfrequenz liegt bei 120 Hz, kann aber je nach Inhalt und Aktivität auf 1 Hz sinken. Die Touch-Sampling-Rate erreicht maximal 300 Hz. Das 10 Bit-Panel stellt über 1 Milliarde Farben dar, unterstützt HDR10 und schafft eine Spitzenhelligkeit von 1500 Nits.

Diese Zahl gilt für kleine beleuchtete Bereiche, deshalb nennt man sie sie auch lokale Spitzenhelligkeit. Im Allgemeinen verspricht Vivo 1.000 cd/m² und das ist im Wesentlichen das, was das X80 Pro bei direktem Licht und adaptiver Helligkeit erreicht. Minimal lässt sich 488 Nits einstellen. Die Werte liegen im aktuellen Spitzenbereich moderner Handys. Das iPhone 13 Pro und Pro Max liegen liegen minimal darüber, die Samsung Galaxy S22-Serie mit rund 20% etwas deutlicher.

Das X80 Pro behandelt die Farben genauso wie das X70 Pro+ und das iQOO 9 Pro. Es gibt drei Farbvoreinstellungen sowie einen stufenlosen Temperaturregler. Das Standardprofil hat einen großen Farbumfang und lieferte genaue DCI-P3-Werte. Weißpunkt- und Graustufenfarben sind aber sichtbar kalt und in Richtung Blau verschoben, was nichts ungewöhnliches bei modernen Displays ist. Man kann das Bild deutlich verbessern, wenn man den Temperaturregler um rund 30 bis 50% in Richtung warm bewegt.

Die „Professionell“-Voreinstellung liefert eine genaue Darstellung von sRGB-Inhalten. Dann gibt es noch den Hell-Modus, der den Farbraum über DCI-P3 hinaus erweitert und etwas druckvoller ist, ohne sich um Genauigkeit zu bemühen. Das X80 Pro unterstützt HDR10+ und wir haben HDR-Streams sowohl auf YouTube als auch auf Netflix mit Erfolg getestet.

Es gibt drei Optionen im Bildwiederholfrequenzmenü: Intelligentes Umschalten, 60 Hz und 120 Hz. Zwischen dem Intelligenten Umschalten und dem 120 Hz-Modus gibt es kaum Unterschiede. Beide verwenden eine weitgehend ähnliche Logik zum automatischen Umschalten der Bildwiederholfrequenz basierend auf dem Anwendungsfall und ob man das Handy berührt oder nicht.

Der 60 Hz-Modus hat zwar eine Obergrenze, fällt aber trotzdem dynamisch ab, um Strom zu sparen. Allerdings haben wir in diesem Modus nie Messwerte unter 10 Hz gesehen, während die beiden anderen Modi in Einzelfällen – oder besser gesagt im Einstellungsmenü – bis 1 Hz anzeigen. Apropos, 1 Hz ist nur bei oder nahe der maximalen Helligkeit erreichbar – zieht man den Schieberegler etwas weiter nach links, stehen sofort wieder 10 Hz an. Browser erreichen maximal 60 Hz im Intelligentes Umschalten-Modus, aber 120 Hz im 120 Hz-Modus. Wenn man das Display nicht berührt, geht es runter auf 10 Hz.

Videoinhalte bekommen die angeforderte Aktualisierungsrate und nicht mehr. Bei 24 fps-, 30 fps-, 48 fps- und 60 fps-Videos ging der Hz-Zähler auf die exakte Rate und die Inhalte wurden reibungslos abgespielt. Spiele blieben auf dem Vivo X80 Pro dagegen konstant bei 60 fps. Ein bekannter Vivo / Oppo / Realme / OnePlus-Fall, die alle zum selben BBK-Konzern gehören.

Akku

Der Akku des X80 Pro ist mit 4.700 mAh gegenüber dem X70 Pro+ um 200 mAh gewachsen. Da die Chipsätze aber offenbar auch beim Verbrauch wachsen, haben sich die Laufzeiten kaum geändert. 14:47h waren in Video-Endlosschleifen in 24/30 Hz möglich und 13h beim Internet-Surfen über WLAN mit einer variablen Bildwiederholfrequenz von 10 bis 60 Hz. Eine ordentliche, wenn auch nicht spektakuläre Leistung.

Ladegeschwindigkeit

Das X80 Pro wird mit einem 80 Watt-Adapter mit dem FlashCharge-Logo von Vivo geliefert. Der Modus mit der höchsten Nennleistung beträgt 20 V / 4 A, und in diesem Modus erreicht das Handy etwa 65 Watt Ladeleistung für seine beiden separaten Zellen. Andere Adapter mit ähnlicher Leistung (Xiaomi Ultra Charge mit 67 Watt) zeigten Ladezeiten von über 6 Stunden. Das spricht für eine etwas ungewöhnliche PD-Implementierung auf dem X80 Pro.

Mit dem mitgelieferten Adapter dauerte eine vollständige Aufladung 38 Minuten. Nach 30 Minuten zeigte der Akku 88%. Vivo hat aber auch einen kabellosen 50W Vertical Wireless Flash Charger als Zubehör im Programm, den wir ebenfalls getestet haben. Damit erreicht man nach 30 Minuten 65% und nach 51:30 Minuten 100%. Das ist zwar recht schnell und ein anständiges Upgrade gegenüber dem X70 Pro+. Dem iQOO 9 Pro (0 auf 100% in 21 Minuten) oder den aktuellen Xiaomi-Handys ist das X80 Pro aber nicht gewachsen.

Lautsprechertest

Eine weitere längst überfällige Funktion, die beim X70 Pro+ aufgetaucht ist und die wir jetzt auch beim X80 Pro bekommen, sind Stereolautsprecher. Es ist ein Standard-Setup, bei dem ein von unten abstrahlender dedizierter Lautsprecher durch die Hörmuschel ergänzt wird. Die Software behält die Ausrichtung des Handys im Auge, um den richtigen Kanal an den richtigen Lautsprecher zu senden. In Sachen Lautstärke gab es im Test keinen Grund zur Kritik. Gleichzeitig zeigte das X80 Pro eine sehr gute Balance im Klang mit tiefem Bass, angenehmen Mitten und gut definierten Höhen.

Funtouch OS 12 auf Android 12

Die globale Variante des X80 Pro läuft wie bereits angesprochen mit Funtouch OS 12 über Android 12. Funtouch OS 12 bietet eine hochgradig angepasste und anpassbare Benutzeroberfläche. Einige der Änderungen sind auch ziemlich raffiniert, einschließlich der Systemmenüs, die auf eine Einhandbedienung zugeschnitten sind. Einige der Menüinhalte werden in die untere Hälfte des Displays verschoben, wenn man nach unten wischen. Seltsamerweise aber nicht alle.

Sperrbildschirm / Startbildschirm / Google News / App-Drawer / Benachrichtigungen

Das Benachrichtigungmenü unterscheidet sich geringfügig von dem der iQOOs – die Schnellschalter sind hier kreisförmig im Gegensatz zu den quadratischen der Schwestermarke. Die Akzentfarbe um die Menüs (einschließlich der Symbole zum schnellen Umschalten) ist blau und kann nicht geändert werden.

Letzte Apps / Funtouch OS 12 / Einstellungen

Auch der Rest der Benutzeroberfläche erhält viel Aufmerksamkeit. Im Untermenü „Dynamische Effekte“ hat Vivo einige anpassbare Aspekte des Startbildschirms, des Sperrbildschirms, der Animationseffekte usw. gruppiert. Es gibt sogar verschiedene Lade- und Gesichtserkennungsanimationen.

Dynamische Effekte / Umgebungslichteffekt

Der Umgebungslichteffekt erhält eine genauere Steuerung mit der Option, ihn nur während eines begrenzten Zeitraums zu aktivieren. Alternativ kann man wählen, welche Apps ihn auslösen sollen.

Always-on-Display

Man kann auch die Animation des Fingerabdrucksensors, die Gesichtsentsperrung und sogar die Ladeanimation ändern. Apropos Fingerabdrucksensor: Es gibt keine Möglichkeit, das Symbol des Fingerabdrucksensors auf einem gesperrten Display zu aktivieren, es sei denn, der Bewegungssensor erkennt eine Bewegung. Einfaches Antippen funktioniert nicht, während die Double-Tap-to-Wake-Funktion im Intelligente Bewegung-Menü vergraben ist.

Wenn man sich aber erstmal mit der Position des Sensors vertraut gemacht hat, kann man einfach seinen Finger drauf legen und auf die Entsperrung warten. Außerdem kann man den Erkennungsbereich einstellen, wenn einem die Standardeinstellung (Maximum) aus irgendeinem Grund zu groß ist. Nach unserer Erfahrung funktioniert die Fingerabdruckerkennung sehr schnell und zuverlässig und die große Fläche hat einen echten Mehrwert.

Und noch etwas ist als Teil von Funtouch auf dem X80 Pro verfügbar – eine Schnellauswahl für den Fingerabdrucksensor. Dank des größeren Arbeitsbereich als bei optischen Sensoren scannt der Ultraschall-Sensor ein großes Rechteck, in dem man bis zu zwei Verknüpfungen hinzufügen kann. In der MItte gelangt man zum Homescreen. Legt man die Facebook-/YouTube-/Kamera-App oder was auch immer in einen der Schnellauswahl-Bereiche, wird das Handy entsperrt und diese App sofort geöffnet.

Das Sound-Menü hält einige angenehme Überraschungen bereit. Genau wie Samsung hat Vivo an Menschen mit weniger gutem Gehör gedacht. Man kann den Ton so kalibrieren, dass er von älteren Menschen oder Menschen mit Hörschwächen gehört wird. Zusätzlich erhalten Benachrichtigungen und Anrufe separate Lautstärkeregler. Und auch die Vibrationsintensität kann für Anrufe und Benachrichtigungen unabhängig voneinander angepasst werden.

Soundoptionen

Das zuvor erwähnte Intelligente Bewegung-Menü enthält eine Handvoll bekannter Gesten zum Ein- und Ausschalten des Displays sowie einige neue Ergänzungen. Eine davon erfordert, dass man während eines eingehenden Anrufs vor dem Display winkt, um die Freisprechfunktion zu aktiveren. Nützlich, wenn man zum Beispiel gerade kocht.

Intelligente Bewegung

Das Halten der Leiser-Taste kann verwendet werden, um eine App zu starten oder eine bestimmte Aktion auszuführen. Die Aktionen sind allerdings auf das Starten der Kamera-App, das Ein-/Ausschalten der Taschenlampe oder das Starten einer Audioaufnahme beschränkt.

Es gibt eine Reihe von proprietären System-Apps, die mit der Funtouch OS 12-App-Suite geliefert werden. Dazu gehören Alben, iManager und Musik, aber der hauseigene Browser und die Video-App fehlen. Eine Smart Remote-App, die den IR-Sender nutzt, ist auf dem Handy vorinstalliert.

Alben / iManager / Smart Remote / Musik

Zu guter Letzt gibt es noch einen dedizierten Ultra-Game-Modus, und der hat es in sich. Bei den meisten Funktionen geht es darum, Störungen während des Spiels zu mindern oder bestimmte Apps Heads-up-Benachrichtigungen anzeigen zu lassen. Auf Vivo-Handys kann man aber schon seit längerem das Display ausschalten und das Spiel im Hintergrund weiterlaufen lassen. Besonders nützlich für rundenbasierte Spiele oder solche, die Farming und Grinding erfordern.

CPU / Leistung

Das X80 Pro wird von einem Snapdragon 8 Gen 1-Chipsatz angetrieben. Das letztjährige X70 Pro+ kam bereits mit der Snapdragon 888+-Version, aber dieses Jahr ist das Timing anders – das X80 Pro kam bereits vor dem Snapdragon 8+ Gen 1 auf dem Markt. Die X80 Pro-Version mit dem Dimensity 9000-Prozessor ist dagegen auf den chinesischen Markt beschränkt.

In Geekbench fallen die Ergebnisse des Vivo etwas niedriger als beim iQOO 9 Pro oder dem entfernteren Verwandten Realme GT2 Pro aus. Sie stimmen aber mit denen des Xiaomi 12 Pro und des Galaxy S22 Ultra weitgehend überein.

In Antutu schafft es das X80 Pro tatsächlich, dem iQOO einen Schritt voraus zu sein. Der Sieg geht knapp an das Oppo Find X5 Pro. Das OnePlus 10 Pro muss sich dagegen etwas deutlicher geschlagen geben.

Im Test wurde das Vivo X80 Pro aber extrem heiß und erreichte eine Temperatur von 59 Grad. An diesem Punkt war es praktisch unmöglich, das Gerät weiter in der Hand zu halten. Allerdings läuft die GPU im echten Leben niemals 20 Minuten lang bei 100%, sodass die Wärmeentwicklung in der Praxis kein großes Problem darstellt.

Als Gegenmaßnahme versuchte das Vivo, sich bei etwa 75% der Leistung einzupendeln, drosselte aber nach etwas mehr als einer halben Stunde für ein paar Minuten auf 40%. Nach der Abkühlphase ging es zurück auf 75%. Dieser Prozess wiederholte sich bis zum Ende.

Kamera: Fotos

Vivo bezeichnet den Sensor der Hauptkamera als Ultra-Sensing GNV. Es handelt sich grundsätzlich um einen Samsung-Chip, allerdings in einer Vivo-exklusive Variante des normalen GN1. Er hat eine Größe von 1/1,3 Zoll, 50 Millionen 1,2 µm-Pixel und ein Tetrapixel-Farbfilterarray. Das Objektiv behält die Brennweite und Blende des Vorgängers bei 23 mm und f/1,6 bei und verfügt über OIS. Wie im letzten Jahr besteht das vordere Element des Objektivs (das äußerste der 7 Linsenelemente) aus Glas.

Die Ultrawide-Kamera basiert auf dem 1/2,0 Zoll großen Sony IMX598-Sensor mit 48 Megapixeln und einem 14 mm-f/2,2-Objektiv. Autofokus ist verfügbar und ein Grund, warum Vivo diese Kamera für Nahaufnahmen empfiehlt. Die Gimbal-Stabilisierung ist von dieser Kamera zum 2x-Tele gewandert. Das kurze Tele hat eine Blende von f/1,9 und einen Sony IMX663-Sensor mit 1/2,93 Zoll, 1,22 µm-Pixeln und Dual-Pixel-Autofokus. Das 5x-Periskop-Tele ist ebenfalls stabilisiert und hat eine Blende von f/3,4. Der 8 Megapixel-SK hynix Hi-847-Sensor hat ein Format von 1/4,4 Zoll und 1,0 µm-Pixel.

Kamera-App

Die Zeiss-Kooperation bedeutet einmal mehr, dass die Linsen eine sogenannte T*-Beschichtung gegen Geisterbilder haben. Es gibt auch eine verbesserte Version des hauseigenen Bildverarbeitungschips Vivo V1+. Die Selfie-Kamera löst 32 Megapixel auf einem 1/2,8 Zoll-Tetrapixel-Sensor mit 0,8 µm-Pixeln hinter einem 24 mm-f/2,5-Objektiv mit festem Fokus auf. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Sensor jetzt als S5KGD2 gelistet wird anstelle des S5KGD1 des Vorgängermodells.

Die Kamera-App bietet die üblichen Modi und Optionen. Mehr Freiheiten gibt es im Pro-Modus mit einstellbarem Autofokus, Weißabgleich, Verschlusszeit, ISO und Belichtung. Das funktioniert für alle vier Kameras. Es gibt hilfreiche Informationen, die alle oben genannten Optionen erklären, falls Sie gerade erst mit der Fotografie beginnen. Auch Aufnahmen in RAW-Format sind möglich.

Bildqualität bei Tageslicht

Aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen mit High-End-Vivos waren wir nicht überrascht, einige großartige Fotos mit dem X80 Pro zu schießen. Allerdings konnten wir kaum oder gar keinen Unterschied zwischen Fotos mit und ohne aktivierter KI feststellen. Das selbe gilt für den Zeiss Natürliche Farben-Modus. Umso irritierender, dass es während der Aufnahme eine klare Unterscheidung auf dem Display des Handys zu sehen gab.

Vivo X80 Pro normalVivo X80 Pro Zeiss

normal / Zeiss

Vivo X80 Pro normalVivo X80 Pro Zeiss

normal / Zeiss

Alle weiteren Testbilder sind mit aktivierter KI entstanden. Die Farbwiedergabe war etwas zurückhaltender als bei früheren Vivos, was man objektiv als eine gute Sache bezeichnen könnte. Der Dynamikbereich ist wie immer großartig und selbst wenn man absichtlich in die Sonne fotografiert, bekommt man gut entwickelte Schatten und Lichter und einen hohen Kontrast.

Die Bilder des 2x-Tele können aus der Nähe etwas körnig wirken. Die Details sind aber auch hier vorhanden. In Kombination mit dem hervorragenden Dynamikbereich und der perfekten Farbanpassung wusste das Teleobjektiv daher durchweg zu gefallen. Dasselbe gilt für das 5x-Tele – hochwertige Aufnahmen mit scharfen Details und sehr gut eingedämmtem Rauschen waren die Regel.

Ähnlich wie im letzten Jahr sind die Fotos der Ultrawide-Kamera nicht gerade scharf, sehen aber bei 1:1-Vergrößerung immer noch gut aus und gehören zu den besseren auf dem Markt. Die Farben sehen gut aus und der Dynamikbereich ist ausgezeichnet.

Nahaufnahmen

Die Ultrawide-Kamera des X80 Pro verfügt wie jedes Flaggschiff mit Selbstachtung über einen Autofokus, was bedeutet, dass man sie für Großaufnahmen verwenden kann. Dasselbe empfiehlt auch Vivo. Wir kamen bei unseren Tests aber mit dem 5x-Periskop zu deutlich besseren Ergebnissen. Man muss zwar mehr Abstand zum Motiv halten, dank der Vergrößerung kamen aber deutlich spektakulärere Bilder zustande.

Es gibt auch einen Makromodus, der ebenfalls die Ultrawide-Kamera verwendet, um einen mittleren Zuschnitt vom Sensor auf 12 Megapixel hochzuskalieren. Der Makromodus kann so eingestellt werden, dass er automatisch aktiviert wird, oder man kann ihn erzwingen. Der Makromodus bringt einen näher an die Motive heran und hilft, den Rahmen mit kleineren Objekten zu füllen. Aufgrund der Art des Prozesses bekommt man am Ende aber weniger Details pro Pixel.

Bildqualität bei schwachem Licht

Das X80 Pro wendet im normalen Fotomodus eine gewisse Verarbeitung im Nachtmodus an, ohne dies ausdrücklich zu sagen. Dieses Verhalten stört nicht, da der Aufnahmevorgang sich nur unmerklich verlängert. Die Bilder der Hauptkamera sehen im Dunkeln großartig aus. Gute Belichtung trifft auf einen großen Dynamikbereich. Farben und Detailtreue sind ebenfalls hervorragend, wenn auch mit ein wenig der charakteristischen Nachtmodus-Schärfung. Rauschen ist selbst in Schatten kaum wahrnehmbar.

Der Nachtmodus verlängert die Aufnahmezeit normalerweise um etwa eine Sekunde, aber es fühlt sich nie so an, als müsste man darauf warten. Die Unterschiede sind bescheiden – man sieht vielleicht ein wenig mehr Details in den unteren Mitteltönen und einen leichten Sättigungsschub bei einigen Lichtquellen.

Die 2x-Tele-Fotos sind ebenfalls ausgezeichnet. Bei fünffachem Zoom fällt die Qualität dagegen etwas ab. Insbesondere in dunkleren Szenen, wo die 2x-Kamera möglicherweise für das Periskop einspringt und merklich weichere Bilder einfängt. Wo genug Licht für den Betrieb des echten 5x vorhanden ist, sind die Fotos besser mit einigermaßen gut definierten Details, allerdings auch etwas Rauschen. Der Dynamikbereich ist breit genug, man kann ihn angesichts des kleinen Sensors möglicherweise sogar als ausgezeichnet bezeichnen. Die Farben behalten ein solides Maß an Sättigung und Wiedergabetreue bei.

Auch beim Ultrawide gibt es keinen Grund zur Klage. Auch hier gab es allerdings kaum einen Unterschied zwischen dem normalen Foto- und dem Nachtmodus. In manchen Situationen scheint die zusätzliche Verarbeitung zu helfen, aber der Dynamikumfang ist so oder so großartig und auch die Farben bieten keinen Grund zur Kritik.

Kamera: Videos

Das Vivo X80 Pro kann mit seiner Hauptkamera Videos mit bis zu 8K 30fps oder 4K 60fps aufnehmen. Das Ultrawide erreicht maximal 4K60, während die beiden Teles nur bis zu 1080p 60fps erreichen. Es gibt einen Filmmodus, der 21:9-Material mit im Video codierten schwarzen Balken und 30 fps aufzeichnet. Und dann ist da noch der Zeiss Cinematic Mode für Filmfans, der 2,39:1-Videos mit 1080p und 24fps aufnimmt – wie im Kino. Man kann zwischen dem h.264-Codec (voreingestellt) oder dem effizienteren h.265 wählen. Audio wird immer in Stereo mit einer Bitrate von 128 kbps aufgezeichnet.

0,6x Ultraweitwinkel / 1x Weitwinkel 4K 60fps

8K-Video (104 Mbit/s Bitrate) von der Hauptkamera ist nicht ganz so scharf wie beim Mi 11 Ultra, aber genauso gut oder besser als alles andere auf dem Markt. Eine Minute 8K-Video schluckt aber rund 780 MB und 4K 30fps sieht auch sehr gut aus. Die Bitrate beträgt rund 50-60 Mbit/s und die Details sehen deutlich „bearbeitet“ aus, sind aber vorhanden. Die Farben sind angenehm lebendig und entsprechen eher dem, was man von einem Vivo erwarten würden, als dem entspannten Ansatz, den wir bei Standbildern gesehen haben. Der Dynamikbereich ist ausgezeichnet, ebenso der Gesamtkontrast.

2x Tele / 5x Periskop 1080p 60fps

Das 4K30-Material der Ultrawide-Kamera (63 Mbit/s) ist ebenfalls großartig und gehört möglicherweise zu den besten, die wir je gesehen haben. Schärfe und Details sind ausgezeichnet und es gibt kein nennenswertes Rauschen. Nichts als Lob für das Farbhandling und den Dynamikumfang. Auch das Umschalten auf 60fps wirkt sich nicht nachteilig auf die Qualität aus – genau wie bei der Hauptkamera.

Vivo X80 Pro Ultrawide EIS vs. GoPro Hero 8 Black Action-Video 1080p 60fps

Wenn wir zu gezoomten Videos übergehen, überspringen wir direkt die erfundenen 8K bei 2x, die, wie gesagt, von der Hauptkamera stammen. Man kann aber 4K mit 2x und anständiger Qualität aus der Hauptkamera herausholen. 1080p bei 2x sieht dagegen ausgezeichnet aus.

Vivo X80 Pro Gimbal vs. GoPro Hero 8 Black Action-Video 1080p 60fps

Beim Periskop gibt es keine Kamera-Spielereien – man bekommt Material vom 5-fach-Tele. Das Filmmaterial ist es etwas weich und unscharf. Der Dynamikumfang und die Farben lassen aber keine Wünsche offen.

Vivo X80 Pro Zeiss Cinematic Mode 1080p 24fps

Bei schwachem Licht nimmt die Hauptkamera solide 4K-Videos auf. Die Clips sind zwar etwas verrauscht, enthalten aber viele Details und die Farben sind auf den Punkt und der Dynamikbereich ziemlich gut für Szenen, die von Natur aus recht kontrastreich sind. Das Filmmaterial des Ultrawide ist weicher, aber bei einer anständig beleuchteten Szene ebenfalls brauchbar.

Alternativen

Ein Samsung Galaxy S22 Ultra kostet mit rund 1.100 Euro deutlich weniger als das Vivo und ist selbst ein Kameraspezialist. Dank seines 10-fach Teles gibt es sogar noch mehr Reichweite. Das Galaxy hält auch etwas länger durch, während das X80 Pro den Lautsprecher-Test locker gewinnt. Im Wesentlichen ist das Galaxy die bessere Wahl, wenn man im S Pen einen hohen Mehrwert sieht.

Das Xiaomi 12 Pro kann nicht ganz mit den Foto- und Videofunktionen des X80 Pro mithalten, aber seine drei 50 Megapixel-Kameras sind sehr leistungsfähig. Kleine Gewinne hier oder da – Vivo für die Akkulaufzeit, Xiaomi für das Aufladen, Vivo für die Lautsprecher, Xiaomi für die Handhabung der Bildwiederholfrequenz und Dolby Vision HDR – können auf die eine oder andere Weise den Ausschlag geben. Am Ende könnte der Preis entscheiden – das Xiaomi 12 Pro ist 250 Euro günstiger als das vivo.

Das OnePlus 10 Pro dagegen ist mit rund 920 Euro deutlich günstiger. Das Vivo hat aber das deutlich bessere Kamerasystem an Bord.

Fazit

9.3Bewertung
Test-Fazit Vivo X80 Pro

Im Test punktete das Vivo X80 Pro mit einem sehr guten Display, Kameras für jede Situation und einem sehr schnellen Chipsatz.

Design / Ergonomie
9.5
Display
9.5
CPU / Leistung
9
Akku
8.5
Kamera Fotos
9.5
Kamera Videos
9.5
Pro
  • großartiges Display – hochauflösend, superhell, hohe Bildwiederholfrequenz, farbgenau
  • sehr schneller Chipsatz
  • eines der vollständigsten Kamerasysteme auf dem Markt mit hervorragender Leistung in allen Szenarien
  • ausdauernder Akku mit schnellen Ladevorgängen
  • herausragendes Design
  • hervorragender Fingerabdrucksensor
  • laute Stereolautsprecher mit gutem Klang
Kontra
  • keine hohe Bildwiederholfrequenz beim Gaming
  • neigt unter Dauerlast zum Überhitzen und starkem Drosseln
  • hoher Preis

Das X80 Pro ist das neueste Modell in einer Reihe von Vivos mit fantastischer Kamerahardware und nimmt wunderbare Bilder und schöne Videos auf. Es hat ein hervorragendes Display, lädt schnell auf um die meist durchschnittliche Akkulaufzeit auszugleichen, seine Stereolautsprecher sind ausgezeichnet und der große Ultraschall-Fingerabdrucksensor ist selbst in dieser Preisklasse nur selten zu finden. Das spektakuläre Design ist ein weiterer Pluspunkt.

Fehltritte leistet sich das Handy eigentlich nur bei der Performance, wo erhebliche Wärmeentwicklung und thermische Drosselung zu beobachten waren. Andererseits sollte die begrenzte Bildwiederholfrequenz beim Spielen dazu beitragen, dass dies nicht zu oft vorkommt.

In jedem Fall ist die Quad-Kamera auf der Rückseite des Vivo X80 Pro der Star der Show. Ein derart universelles Kamerahandy ist schwer zu finden. Vielleicht wird ein zukünftiges Xiaomi 12 Ultra besser, während das Mi 11 Ultra schwer zu bekommen ist. Und vielleicht ist der fehlende 10x-Zoom des Galaxy S22 Ultra für manche ein Dealbreaker. Dennoch ist das X80 Pro eine einfache Empfehlung, wenn man auf der Suche nach einem rundum hervorragenden Kameraerlebnis ist.

Handy:

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