Apple iPhone 11 Pro und Pro Max Test: Die Akkulaufzeit ist echt

Das iPhone 11 Pro und das iPhone 11 Pro Max schafften es nicht zum spritzigsten Apple-Event aller Zeiten. Wie das iPhone 11, wurden sie meist als iterative Updates für Apples bestehendes iPhone XS und XS Max angesehen: Relativ kleine Änderungen an erfolgreichen Geräten. Sie haben jetzt drei Kameras mit einem Ultraweitwinkelobjektiv, das die Standardweitwinkel- und Teleobjektive auf der Rückseite verbindet. Die Anzeigen sind heller. Es gibt einen neuen Prozessor und eine neue Version von iOS, beide in ihrer 13. Version. Und sie haben ein mattes Finish auf der Rückseite mit einer neuen nachtgrünen Option. Es ist nicht gerade eine weltbewegende Liste an Updates.

Aber nachdem ich in der letzten Woche ein iPhone 11 Pro und ein iPhone 11 Pro Max verwendet habe, sind sie meiner Meinung nach mehr als die Summe mehrerer leicht aktualisierter Teile. Dies sind einige der ausgewogensten und leistungsfähigsten Telefone, die Apple – oder jeder andere – jemals hergestellt hat. Sie haben eine hervorragende Akkulaufzeit, Prozessoren, die sie über Jahre hinweg relevant halten sollten, absolut schöne Displays und ein neues Kamerasystem, das bereits jetzt jedes andere Telefon übertrifft und mit einem versprochenen Software-Update im Herbst noch besser werden sollte. Ja, sie sind teuer. Und ja, die meisten Leute sollten wahrscheinlich ein iPhone 11 kaufen, das die meisten der gleichen Funktionen, einschließlich des gleichen grundlegenden Kamerasystems, für mehrere hundert Euro weniger bietet. Wenn man jedoch das beste Display und die beste Kamera möchte, ist das iPhone 11 Pro den Mehrpreis gegenüber dem iPhone 11 wert.

Apple iPhone 11 Pro Überblick

Pro

– hervorragende Kamera
– hervorragende Akkulaufzeit
– tolles Display

Kontra

– iOS 13 noch fehlerhaft
– teuer
– keine Kopfhörerbuchse oder Dongle in der Box

Smartphones24-Testurteil: 9 / 10

Die wichtigste Neuerung des iPhone 11 Pro ist das neue Kamerasystem, aber zunächst zur Akkulaufzeit. Es scheint, als hätte Apple dieses Jahr einen unglaublich offensichtlichen Schritt gemacht: Es hat das Telefon etwas dicker gemacht und einen größeren Akku verbaut. Das iPhone 11 Pro ist 0,4mm dicker und 11 Gramm schwerer als das iPhone XS. Wenn man nicht direkt vergleicht, fällt das aber kaum auf. Der Unterschied ist jedoch etwas deutlicher, wenn man von einem iPhone 7 kommt, da das 11 Pro 50 Gramm schwerer ist. Neben der Größe und dem Entfernen des 3D-Touch-Systems ist im Gehäuse nun deutlich mehr Platz für einen größeren Akku. Dies scheint der größte Faktor für die von Apple behauptete Verlängerung der Akkulaufzeit um vier Stunden gegenüber dem iPhone XS und der Verlängerung um fünf Stunden für das Pro Max im Gegensatz zum XS Max zu sein.

12-14 Stunden Akkulaufzeit im iPhone 11 Pro Max

Diese Zahlen sind jedoch ziemlich schwer zu testen. Die einzigen von Apple veröffentlichten Zahlen für die Akkulaufzeit sind statische Tests einzelner Aktionen, z.B. Video- und Audiowiedergabe in einer Schleife. So benutzt niemand ein Telefon, und Apples Behauptungen, die Akkulaufzeit gegenüber den vorherigen Handys zu verbessern, basieren nicht wirklich auf diesen Tests. Stattdessen nimmt das Unternehmen einen riesigen Datensatz der realen iPhone-Nutzung und testet ihn gegen die neuen iPhones. Dabei werden sowohl Verbesserungen der Prozessor-, Chipsatz-, Display- und Betriebssystemleistung als auch die größere Akkukapazität berücksichtigt. Da die genauen Parameter jedoch nicht offengelegt werden, ist es schwierig, diesen Test zu wiederholen und zu verifizieren. Im Test ließ sich lediglich feststellen, dass mit einer einzigen Ladung konstant 12 bis 14 Stunden Betrieb möglich waren. Dabei lagen immer mehr als 10 Stunden Einschaltdauer an, sprich tatsächliche Benutzung. Beim iPhone XS Max kamen wir in unter ähnlichen Bedingungen auf höchstens 8 bis 10 Stunden. Was besser ist als die meisten von uns getesteten Android-Handys. Das kleinere iPhone 11 Pro schnitt ebenfalls gut ab. Wir haben es den ganzen Tag für Fototests und Videos verwendet, in der Nacht abgeschaltet und am nächsten Morgen waren noch 50 Prozent Akkuladung übrig.

Fotos vom Apple iPhone 11 Pro:

Apple gab schließlich auch nach und liefert für die Pro-Versionen ein 18-Watt-USB-C-Schnellladegerät mit. Damit bekommt man mit dem Kauf auch ein USB-C-zu-Lightning-Kabel. Das USB-C-Ladegerät von Apple ist nicht das kleinste oder schönste Ladegerät, aber alles ist besser als dieses langsame 5-W-Ladegerät, das es seit Jahren dazu gab. Alles in allem war die Akkulaufzeit des iPhone 11 Pro beeindruckend, insbesondere im Vergleich zu früheren iPhones, abgesehen vom iPhone XR des letzten Jahres. Aus unserer Sicht war es eine gute Idee, zugunsten eines größeren Akkus das Telefon etwas dicker zu machen. Der größte physische Unterschied zum XS besteht im dickeren Glas der Rückseite. Und natürlich der Kameraeinheit mit ihren drei Objektiven. Beides besteht aus einem einzelnen, gefrästen Stück Glas – beim iPhone 11 heben sich eine glänzende Rückseite und das matte Kameramodul voneinander ab. Das ist einerseits schön anzusehen, am Ende bleibt aber eine große, quadratische Kamera verbaut, die man aus ästhetischer Sicht durchaus auch als Fremdkörper empfinden kann.

Das neue matte Finish gefällt uns persönlich sehr gut. Besonders in Apples neuer nachtgrüner Farbe, einem grauen Militärgrün, das vor allem im Heimatmarkt USA ziemlich gut anzukommen scheint. Die Rückseite hat keine Fingerabdrücke aufgenommen, aber sie scheint ein bisschen rutschiger zu sein als die glänzende Rückseite der vorherigen Modelle und auch des iPhone 11. Eine starke Kratzempfindlichkeit des matten Finish, bekannt vom Googles Pixel 3, konnten wir bislang nicht feststellen.

Kamerasystem: Standard, Tele, Ultra-Wide

Die iPhone-Kamera war jahrelang der Branchenprimus, aber insbesondere die Pixel-Kameras von Google übertreffen das iPhone seit zwei Jahren. Und auch aus China kamen so einige beeindruckende Linsen samt hochintelligenter Software, wie damals beim Huawei P20 Pro. Daher teilen sich nun auch im iPhone 11 Pro drei Kameras mit unterschiedlichen Brennweiten die Arbeit: Es gibt eine neue Ultra-Wide-Kamera mit einem 1:2,4 13-mm-Objektiv, die 1:1,8 26-mm-Hauptkamera mit einem leicht verbesserten Sensor und die Tele-Kamera mit demselben Sensor wie letztes Jahr aber einem schnelleren 52mm 1:2,0 Objektiv (alle Brennweiten entsprechend einem 35 mm-Kleinbildobjektiv). Die 1:2,2-Frontkamera hat jetzt 12 Megapixel statt 7 und eine größere Brennweite von 24 mm. Apple hat auch sein Smart HDR-System aktualisiert, von dem wir nicht sehr beeindruckt waren, als wir das iPhone XS und XR im letzten Jahr getestet haben. Damals blieb der Eindruck zurück, dass Smart HDR Bilder auf unnatürliche Weise glattbügelt, indem Schatten aggressiv angehoben und Glanzlichter zurückgesetzt werden. Details blieben unter dieser Menge an Glättung und Rauschunterdrückung weitgehend auf der Strecke.

Es scheint, dass Apple sich all diese Kritik zu Herzen genommen hat, weil die iPhone 11 Pro-Kameras sich gegenüber dem XS enorm verbessert haben und in den meisten unserer Side-by-Side-Vergleiche das Pixel und das Samsung Galaxy Note 10 Plus übertreffen. Tatsächlich denken wir, dass im iPhone 11 Pro die derzeit beste Smartphone-Kamera auf dem Markt arbeitet. Die Verbesserung im Vergleich zum iPhone XS lassen sich nur als atemberaubend bezeichnen. Das iPhone 11 ist viel schärfer und detaillierter. Das iPhone 11 macht auch einen geringfügig besseren Job als das Pixel 3. Und die Verarbeitung ist weitaus natürlicher als beim Samsung Galaxy Note 10. Frühe Berichte weisen darauf hin, dass der iPhone 11-Sensor einen höheren ISO-Bereich und kürzere mögliche Verschlusszeiten aufweist. Apple sagt jedoch, dass die wirklichen Verbesserungen auf einen Anstieg von einer 8-Bit-Rendering-Pipeline auf 10 Bit zurückzuführen sind und auf das sogenannte „semantische Rendering“, bei dem es sich im Grunde um ein Update von Smart HDR handelt, das einzelne Elemente eines Bildes erkennt und der Situation / dem Motiv entsprechend anpasst.

AI Bildverarbeitung: semantisches Rendering

Das iPhone beginnt mit dem Aufnehmen von Fotos in einem Puffer, sobald Sie die Kamera-App öffnen. Wenn Sie also den Auslöser drücken, werden vier unterbelichtete Bilder und das gewünschte Foto erfasst. Dann macht es ein überbelichtetes Bild – im Grunde alles dasselbe wie beim iPhone XS und Pixel 3. Smart HDR sucht auf den Fotos nach Dingen, die es versteht: Himmel, Gesichter, Haare, Gesichtsbehaarung, solche Dinge. Anschließend werden die zusätzlichen Details aus den unter- und überbelichteten Bildern verwendet, um diese Bereiche des Bildes selektiv zu bearbeiten: Haare werden geschärft, der Himmel wird entrauscht, aber nicht geschärft, Gesichter werden neu belichtet, damit sie gleichmäßiger aussehen, und Gesichtshaare werden ebenfalls geschärft. Smart HDR ist jetzt auch weniger aggressiv mit Lichtern und Schatten. Glanzlichter auf Gesichtern werden nicht mehr so ​​aggressiv korrigiert wie zuvor, da sie Fotos natürlicher erscheinen lassen. Andere Glanzlichter und Schatten werden jedoch korrigiert, um Details wiederzugewinnen. Das gesamte Bild wird gespeichert und wandert in die Galerie. Dies alles geschieht sofort jedes Mal, wenn man ein Foto aufnimmt. Die Verbesserungen an Smart HDR gelten dabei für alle Kameras.

Das Gleiche gilt für Selfies: Das iPhone 11 Pro zieht gleichmäßig Schatten auf Gesichtern hoch, behält jedoch den Kontrast zum Hintergrund bei, während das XS Max Schatten so stark hochgezogen hat, dass es etwas verschwommen aussieht. Das Note 10 glättet alle Arten von Haut und obwohl das Pixel 3-Bild großartig aussieht, hat es etwas weniger Details als das iPhone. Es gibt aber auch Orte, an denen das iPhone nicht gewinnt. Das XS hatte mit Motiven mit Hintergrundbeleuchtung zu kämpfen, und obwohl das 11 Pro eine Verbesserung darstellt, ist es immer noch nicht großartig. Das Note liefert hier insgesamt die beste Arbeit ab. Und während das iPhone 11 Pro bei schlechten Lichtverhältnissen viel besser ist als das XS, macht das Pixel meiner Meinung nach immer noch einen besseren Job. Apple hat ein Verarbeitungsupdate für Bilder mit mittlerem bis schwachem Licht namens “Deep Fusion” versprochen, das später im Herbst ausgeliefert werden soll. Apropos Nachtmodus – der funktioniert sehr gut und rettet deutlich mehr Details als das Pixel. Der Nachtmodus von Apple wird automatisch im Dunkeln mit einer empfohlenen Belichtungszeit aktiviert, die man bei Bedarf anpassen oder deaktivieren kann. Die Pixelaufnahme sieht hier dramatischer aus, aber ein genauer Blick zeigt deutlich mehr Details beim iPhone.

Bei hellem Licht ist die iPhone 11-Kamera besser als die von Pixel 3 und Note 10, und der Nachtmodus schlägt die Pixel 3-Kamera regelmäßig. Wenn das Deep Fusion-Update die Leistung bei mittleren bis niedrigen Lichtverhältnissen so stark verbessert, wie Apple es verspricht, macht das iPhone 11 in jeder Beleuchtungssituation bessere Fotos als die Konkurrenz. Wir haben auch viel Zeit damit verbracht, Videoaufzeichnungen zu testen. Laut Apple ist dies das beste Video, das jemals auf einem Smartphone aufgenommen wurde. Es gibt eine bessere Stabilisierung und alle drei Kameras können jetzt 4K bei 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Wenn man mit 4K und 30 Bildern pro Sekunde und darunter aufnimmt, kann man zudem zwischen den Objektiven wechseln. Die Lücke zwischen der Videokamera von Apple und allen Mitbewerbern war bereits groß und wird mit dem iPhone 11 Pro noch größer.

Display: Super Retina XDR

Es gibt ein neues Display auf dem iPhone 11, das Apple als Super Retina XDR-Display bezeichnet, ein Hinweis auf Apples schicken neuen Pro XDR-Monitor und die erhöhten Spitzenhelligkeitsstufen des iPhone 11 Pro: 800 Nits im Standardmodus im Freien und 1.200 Nits in den Highlight von HDR-Bildern. Praktisch hat man damit das erste echte HDR-Display in der Hand, das Apple auf einem Telefon verbaut hat. Das iPhone XS war theoretisch in der Lage, HDR wiederzugeben, aber das gelang nie wirklich überzeugend. Das iPhone 11 Pro überzeugt voll. Es ist ein offensichtlicher Unterschied, wenn Sie einen Dolby Vision-Film wie John Wick 3 ansehen, und das Display kann sich insgesamt gegen das hervorragende Display des Note 10 behaupten. Natürlich streiten sich Apple und Google immer noch um Video-Codecs, sodass Sie auf YouTube keine 4K- oder HDR-Inhalte auf dem iPhone 11 Pro ansehen können. Für den Kunden ist das ärgerlich, denn das iPhone verfügt über die Rechenleistung, um den VP9-Codec von Google zu verarbeiten. Apple will es einfach nicht zulassen. Man sieht sich also nur 1080p-Videos auf YouTube an, bis die Unternehmen das Problem lösen.

Apple hat auch sein hervorragendes True Tone-Anzeigesystem optimiert: Es verfügt jetzt über einen Fünf-Kanal-Lichtsensor, gegenüber sechs im XS. Apple sagt, dass es bessere Ergebnisse erzielt hat, indem der weiße Kanal weggelassen und die Farbkanäle empfindlicher gemacht wurden. Das Endergebnis ist, dass das iPhone 11 Pro-Display meiner Meinung nach einen etwas anderen Farbstich aufweist als mein XS mit aktiviertem True Tone. Es ist etwas wärmer und grüner. True Tone ist eine der besten Funktionen des iPhone, und ich wünschte, Android-Hersteller würden es lieber früher als später kopieren. 3D Touch ist nicht mehr an Bord. Es wurde auf dem iPhone 11 Pro durch das ersetzt, was Apple Haptic Touch nennt. Haptic Touch ist nur lange drücken mit haptischem Feedback. Es funktioniert, aber es braucht definitiv längeren Druck. 3D Touch war eine großartige Idee, die nie wirklich ins Wanken geraten ist. Das Weglassen hat das iPhone aber nicht wirklich schlechter gemacht. In der Tat sind einige Dinge etwas einfacher geworden, z.B. das Neuanordnen von Symbolen auf dem Startbildschirm, da jetzt ein Kontextmenü angezeigt wird. Apple sagt, dass ein Teil des Grundes für die Umstellung auf Haptic Touch darin besteht, dass Funktionen auf jedes iOS-Gerät, einschließlich des iPad, übertragen werden können. Dementsprechend könnte Haptic Touch uns länger begleiten. Der einzige Ort, an dem ich 3D Touch wirklich vermisst habe, war die Tastatur: Sie können eine beliebige Stelle auf der Tastatur drücken, um den Cursor auf dem XS zu bewegen. Mit Haptic Touch halten Sie die Leertaste gedrückt. Ich habe nie wirklich bemerkt, wie oft am Tag ich diese eine bestimmte 3D-Touch-Funktion verwendet habe, und ich vermisse sie. Ich habe mich letztes Jahr schnell daran gewöhnt, als ich das iPhone XR verwendet habe, dem auch 3D Touch fehlt, und man gewöhnt sich mit dem 11 Pro wieder daran.

Die iPhone 11 Pro-Lautsprecher sind sehr laut und klingen im Allgemeinen besser als je zuvor. Das iPhone 11 und das iPhone 11 Pro haben jetzt etwas, das als “räumliches Audio” bezeichnet wird. Apple sagt, dass es sich um einen virtuellen Surround-Decoder handelt, der hauptsächlich Dolby-Formate unterstützt, obwohl Spiele es anscheinend auch ohne Dolby-Codierung verwenden können. Spatial Audio unterstützt 5.1 und 7.1 Surround – Netflix wird in Dolby Digital 5.1 wiedergegeben – und Dolby Atmos in Filmen aus dem iTunes Store, was für Stereolautsprecher etwas albern ist, aber es ist da. Ich habe das ein paar Mal getestet, und wenn Sie die Augen schließen und wirklich glauben, klingt es manchmal so, als würden Geräusche von hinten kommen. Immerhin ist es ein Telefon. Aber hey: Dolby Vision und Dolby Atmos – man kann sich nicht beschweren.

Das iPhone 11 Pro verfügt über den neuen A13 Bionic-Prozessor von Apple, der wie üblich weit über der Konkurrenz liegt. Hier gibt es viel Spielraum für Dinge wie AR, Spiele und High-End-Foto- und Video-Apps, aber es ist nicht so, dass der A12 Bionic im iPhone XS langsam war. Der größte Teil dieser zusätzlichen Leistung wird gegen der Lebensdauer dieses Telefons nützlich sein, nicht am Anfang. Und wer sich Tausend-Euro-Pro-Telefone kaufen können, wird diese vermutlich nicht länger als ein paar Jahre behalten. Zumal Apple die Upgrades härter als je zuvor vorantreibt, da die iPhone-Verkäufe zurückgehen. Es ist schwierig, darüber nachzudenken, was der enorme Vorsprung des Unternehmens bei Smartphone-Prozessoren für dieses High-End-Telefon zur Startzeit bedeutet. Aber es ist ein schneller Chip, und er wird eine ganze Zeit lang halten. Die Gesichtserkennung ist etwas schneller und funktioniert in mehr Winkeln, ist aber nicht dramatisch besser geworden.

Das faszinierendste neue Feature des iPhone 11 und 11 Pro ist der neue U1-Chip im Inneren, der für die präzise Positionierung verwendet wird. Momentan funktioniert das leider noch nicht, daher konnten wir es nicht testen. Aber Apple sagt, dass man mit dem bevorstehenden iOS 13.1-Update das Telefon einfach auf ein anderes U1-Gerät richten kann, um es ganz oben auf der AirDrop-Liste zu platzieren. Es gibt auch viele Hinweise zu Dingen wie dem Entriegeln von Autotüren und dem Auffinden von Objekten, aber nichts davon funktioniert bislang. Apropos iOS 13.1 – Apple hätte mit dem Release des iPhone 11 Pro vielleicht warten sollen, bis iOS 13.1 am 30. September, nur 10 Tage nach dem Start des iPhone 11 und 11 Pro, herauskommt.

iOS 13

Aktuell treten bei iOS 13 noch diverse Fehler auf. Das kennt man aus der Software-Welt, Apple hatte man in der Vergangenheit jedoch etwas mehr zugetraut. Es könnte sich lohnen, bis zum 30. September auf das Erscheinen von iOS 13.1 zu warten, um zu sehen, ob sich die Situation verbessert. Der dunkle Modus ist gut. Der Hintergrund ist ein echtes Schwarz, das auf OLED-iPhones gut aussieht. Die Foto-App ist möglicherweise der beste Teil des Updates. Die Möglichkeit, Apps eingeschränktere Standortberechtigungen zu erteilen, ist eine sehr willkommene Ergänzung. Apple Maps bekam ebenfalls eine Überarbeitung und ist jetzt in Ordnung – mehr nicht. Meine erste Wahl in dieser Hinsicht bleibt Google Maps. Google hat einfach deutlich mehr Geo-Daten, was man jederzeit merkt. Apple Maps ist aber zumindest in Bezug auf die grundlegende Benutzerfreundlichkeit auf Augenhöhe. Die neue Erinnerungs-App ist ebenfalls deutlich besser geworden – CarPlay hingegen ist schon jetzt wirklich gut.

Insgesamt muss man jedoch klar sagen: iOS 13.0 ist verdammt fehlerhaft. Während meiner Testwoche habe ich alle Arten von Störungen und Abstürzen gesehen. Der Startbildschirm ist abgestürzt und neu gestartet. Nachrichten werden ausgeblendet und das Texteingabefeld wird oben auf dem Bildschirm angezeigt. AirDrop ist so krachend abgeschmiert, dass ich das Telefon einige Male neu starten musste, damit es wieder funktioniert. Die Kamera-App fror teilweise ebenfalls ein, wenn auch ohne komplett abzustürzen. Vorausgesetzt, alle kleinen Fehler werden behoben, ist die größte neue Funktion in iOS 13 der dunkle Modus. Der kann sich durchaus sehen lassen. Es gibt jetzt eine Wischtastatur. Erinnerungen ist eine viel bessere App. Es gibt bessere Fotobearbeitungswerkzeuge, und man kann auch Videos bearbeiten. Siris Stimme ist etwas sanfter. Großartig ist die Sicherheitsfunktion, die einem sagt, wann Apps Bluetooth oder Ortungsdienste verwenden, und Sie auffordert, sie abzuschalten. Es sind viele kleine Dinge, die sich summieren, aber wenn man dieses Telefon jemandem mit iOS 12 in die Hand gibt, wird man den Unterschied möglicherweise erst bemerken, wenn der Dunkle Modus aktiviert ist.

Das Ganze hat natürlich seinen Preis, vor allem bei Apple-Produkten – das iPhone 11 Pro ist ein teures Telefon. 1.120 Euro werden mit 64 GB Speicherplatz fällig. Bei 512 GB zahlt man knapp über 1.500 Euro. Das 11 Pro Max beginnt bei 1.217,50 Euro mit 64 GB Speicher, das Topmodell mit 512 GB lässt Apple sich 1.607,40 Euro kosten. Das ist eine Menge Geld für ein Telefon, das nicht viel mehr kann als bessere Teleaufnahmen als das iPhone 11 für 778,85 Euro. Wenn Sie sich also im iOS-Ökosystem befinden und über ein Upgrade nachdenken, ist das iPhone 11 meiner Meinung nach die einfache Wahl. Es bietet fast alles, was das Pro bietet: Die verbesserte Hauptkamera. das neue Ultra-Weitwinkelobjektiv, den A13-Prozessor, iOS 13 und so weiter.

Test-Fazit Apple iPhone 11 Pro und Apple iPhone 11 Pro Max

Mit dem zusätzlichen Geld für das Pro-Modell erhält man im Grunde ein weit überlegenes Display, eine Tele-Kamera und eine verbesserte LTE-Leistung. Tatsächlich sind die Kameras auf dem iPhone 11 und 11 Pro so gut, dass ich denke, dass sie das jährliche Upgrade von den Modellen des letzten Jahres zum ersten Mal seit langer Zeit wert sind. Wenn die längere Akkulaufzeit sich bestätigt, ist das iPhone 11 Pro ein wichtiger Fortschritt gegenüber dem XS und eines der besten Flaggschiff-Telefone des Jahres. Man sollte aber auf die ersten größeren Updates für iOS 13 warten, bevor man zugreift.

Fotos: Apple

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[…] eher den Radien auf dem Telefon selbst. Sie schneiden sogar subtil 21:9-Videos ab, genau wie beim iPhone 11 Pro. Das Pixel 4 verfügt natürlich nicht über eine Kopfhörerbuchse, aber zumindest über einen […]

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[…] Sie auf dem neuesten Stand der Technik leben möchten, können Sie 300 Euro mehr ausgeben und ein iPhone 11 Pro kaufen, das wir auch getestet haben. Oder sich unter den vielen verfügbaren […]

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