Apple iPhone-Tests

Apple iPhone 12 Pro Max-Test: Großes Telefon mit großem Akku

Endlich ist das Apple iPhone 12 Pro Max zum Test in der Redaktion eingetroffen. Es tritt in die Fußstapfen des 7 Plus und hat Kamera-Upgrades bekommen, die kein anderes der iPhone 12-Modelle bieten kann. Das neue, flache Design, das an das iPhone 5 und iPad Pro erinnert, teilt es sich dagegen mit den anderen Modellen. Genauso wie 5G, ein OLED-Display mit Unterstützung für HDR, eine Keramikbeschichtung, den A14 Bionic-Prozessor, kabelloses Laden und dass es bis 30 Meter wasserdicht ist. Doch nun zum Testbericht für das iPhone 12 Pro Max. Das normale iPhone 12 startet aktuell bei 876,30 Euro. Das Pro setzt mit 1.120 Euro ordentlich einen drauf. Das Pro Max ist im Vergleich dazu mit 1.217,50 Euro nur moderat teurer. Sind die Kamera-Upgrades beim 12 Pro Max das zusätzliche Geld wert? Spoiler-Alarm: Ja, aber nicht nur wegen der Kamera.

Design / Ergonomie

Obwohl das iPhone 12 Pro Max nur 2 Gramm schwerer ist als das 11 Pro Max aus dem letzten Jahr, fühlt es sich noch solider an. Die flachen Kanten, der mattgeätzte Glasboden und die Edelstahlseiten zeigen eine Verarbeitung auf höchstem Niveau – wie man es von Apple kennt. Das Testgerät, welches in der Redaktion landete, war Gold-farben und die polierten Seiten sahen an ihren besten Tagen wie C-3PO aus. Nichtsdestotrotz ist das 12 Pro Max ein großes, schweres Smartphone. Wenn man es auf jemanden fallen lassen würde, dürften ernste Beulen die Konsequenz sein. Auf der Rückseite befindet sich das Kameramodul, welches dicker als eine SD-Karte ist. Wenn das 12 Pro Max auf dem Rücken liegt, gibt es eine merkliche Lücke zwischen dem Telefon und der Oberfläche, auf der es sich befindet. Die meisten Nutzer werden ihr iPhone aber wohl sowieso in ein Case kleiden, das den Unterschied ausgleicht.

Apple iPhone 12 Pro Max Display

Das Besondere an dieser Premium-Größe ist das 6,7 Zoll-OLED-Display, größer als der 6,5 Zoll-Bildschirm des 11 Pro Max und des XS Max. Das neue Display macht das 12 Pro Max ein Stück größer und verleiht dem riesigen iPhone zusammen mit den flachen Kanten ein straffes, robustes Aussehen. Es wäre allerdings schön, wenn Apple 6,7 Zoll-Display des 12 Pro Max besser nutzen würde. iPadOS optimiert iOS für die größeren Displays der iPad-Reihe. Wäre es mit einem „iOS Max“, mit dem man iPad-Softwarefunktionen wie Split View auf dem 12 Pro Max verwenden könnte? Oder die Verwendung eines Apple Pencil unterstützen? Eine iOS-Version, welche die Größe des Max voll ausnutzt, wäre ein weiterer Vorteil, um es von den anderen von Apple verkauften iPhones abzuheben. Und im Ernst, ein MagSafe Apple Pencil wäre ein Killer-Accessoire.

A14 Bionic-CPU

Das iPhone 12 Pro Max wird vom A14 Bionic-Chip angetrieben. Und die Arbeitsgeschwindigkeit ist über jeden Zweifel erhaben. Beim A14-Chip geht es vordergründig darum, jetzt hervorragende Rechenleistung abzuliefern. Gleichzeitig erwartet man von Apple jahrelange iOS-Updates und die Sicherheit, dass die Geräte ebensolange flüssig laufen. In Benchmark-Leistungstests mit Apple-Geräten war das 12 Pro Max (nicht überraschend) dem iPhone 12, 12 Mini und 12 Pro ebenbürtig. Alle neuen iPhones zeichnen sich durch die leistungsstärksten Prozessoren der von uns getesteten Telefone aus.

Akku

Die heimliche Stärke des iPhone 12 Pro Max ist der große Akku. Apple sagt nicht, wie groß genau der Akku ist, aber während der Woche, in der ich das Telefon hatte, hat es im Schnitt ohne Probleme anderthalb Tage überstanden. Am Wochenende waren von Freitag morgen bis etwa Samstagnachmittag um 13:30 Uhr noch 40% übrig. Wir haben einen Akkutest durchgeführt, bei dem das Telefon im Flugzeugmodus ein Video in Dauerschleife wiedergegeben hat. Auf der Apple-Website heißt es, dass das 12 Pro Max dabei 20 Stunden halten sollte. In unseren Tests erreichte das Pro Max eine Laufzeit von 19 Stunden, 52 Minuten. Also im Grunde wie erwartet. In den kommenden Wochen werden weitere Batterietests durchgeführt – wir halten sie auf dem Laufenden.

Teleobjektiv mit größter Brennweite aller iPhones

Als Apple die iPhone 12-Reihe ankündigte, gab es ein wenig Verwirrung darüber, welche Telefone welche Kamera hatten. Alle vier Smartphones haben die gleichen Ultraweitwinkel- und Selfie-Kameras. Alle vier Telefone verfügen über ein schnelleres Weitwinkel-Objektiv mit einer Blende von 1,6 – die Hauptkamera. Das 12 Pro und 12 Pro Max verfügen außerdem über einen Lidar-Sensor, der den Autofokus bei schlechten Lichtverhältnissen für Fotos, Videos und Zeitlupe sowie AR-Apps unterstützt. Darüber hinaus haben sowohl das 12 Pro als auch das 12 Pro Max ein Tele-Objektiv. Bei einem Äquivalent von 65 Millimetern verfügt das neue Teleobjektiv des 12 Pro Max über einen 2,5-fachen optischen Zoom. Das normale Pro-Modell kommt mit seinem 52 Millimeter-äquivalenten Tele auf einen 2-fachen optischen Zoom. Klingt nach weniger, als man in der Praxis davon merkt. Und nicht annähernd so viel, wie der 5-fache optische Zoom des Galaxy Note 20 Ultra. Tatsächlich ist man aber über jeden Millimeter mehr Reichweite froh, wenn man viel und gern fotografiert. Das Aufnehmen von Fotos in Situationen mit wenig Licht ist eine Schwäche jeder Kamera. Und je kleiner die Kamera (wie die eines Telefons) ist, desto stärker wird diese Schwäche. Die Kameras des iPhone 12 Pro Max scheinen auf dem einzigartigen Ziel aufgebaut zu sein, herausragende Fotos und Videos bei mittleren und schlechten Lichtverhältnissen aufzunehmen.

Dazu ging Apple mehrere Schritte. Zunächst wurde der Haupt-Weitwinkelkamera des 12 Pro Max ein größerer Sensor verpasst. In Kombination mit einem f1.6-Objektiv verbessert der neue Sensor laut Apple die Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen um 87%. Auf dem Papier ist das beeindruckend. Um die Bildqualität weiter zu verbessern, verfügt das 12 Pro Max über eine sensorgestützte optische Bildstabilisierung anstelle des objektivbasierten OIS des 12, 12 Mini und 12 Pro. Zum größten Teil scheinen diese Behauptungen der Realität zu entsprechen. Das Pro Max macht großartige Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen, aber im Vergleich zu Fotos des regulären 12 Pro fallen einem die Unterschiede nicht direkt ins Auge. Und das ist weniger ein Herabwürdigen des 12 Pro Max als vielmehr ein Hinweis darauf, wie gut die Kameras im iPhone 12 Pro funktionieren. Wenn die Kameras das Argument bei der Wahl zwischen dem 12 Pro und dem 12 Pro Max sind, läuft es auf folgende Frage hinaus: Sind die zusätzliche Größe und das zusätzliche Gewicht das Max die Vorteile beim Fotografieren wert? Für die meisten Menschen ist dies wahrscheinlich nicht der Fall, was hauptsächlich daran liegt, dass das 12 Pro auch über ein großartiges Allround-Kamerasystem verfügt. Wer jedoch die beste Bildqualität aus einem Handy-Foto oder -Video herausholen möchten, sollte zum iPhone 12 Pro Max greifen. Eine Funktion, auf die wir lange gewartet haben, ist Apples neues ProRAW-Dateiformat für Fotos. ProRAW bietet die Flexibilität von Rohdaten, aber die KI-Algorithmen der Computerfotografie. Leider wird diese Funktion aber erst später in diesem Jahr nachgeliefert.

MagSafe

Wie der Rest der iPhone 12-Familie kann auch das 12 Pro Max die MagSafe-Ladegeräte von Apple und das dazu passende Zubehör nutzen. Dank Magneten und NFC kann das Telefon am effizientesten kabellos aufgeladen werden, wenn es an ein MagSafe-Ladegerät angeschlossen wird. Wenn das Telefon und das Ladegerät verbunden sind, gibt es ein zufriedenstellendes „Klack“. Apple hat auch das MagSafe Duo-Ladegerät im Repertoire, mit dem ein Smartphone und eine Apple Watch gleichzeitig aufgeladen werden können. Es kostet stolze 145,20 Euro, aber das kennt man von Apple. Dafür lässt es sich auf praktische Reisemaße zusammenfalten. Und ja, das scheint für ein Ladegerät teuer zu sein. Es ist aber cool zu bedienen und der Apple Watch-Teil kann abgewinkelt werden. Aber warum bei Koffern und Ladegeräten anhalten? Was wäre, wenn Sie einen Apple Pencil an ein iPhone 12 Pro Max anschließen könnten? Technisch wäre das dank der Magnete möglich. Praktisch wäre es aber sinnlos, da das 12 Pro Max wie alle iPhones den Apple Pencil nicht unterstützt. Wenn es jemals ein iPhone gab, auf dem ein Apple Pencil unterstützt werden sollte, dann ist es dieses.

Apple iPhone 12 Pro Max-Test

Design / Ergonomie - 9
Display - 9
CPU / Leistung - 9.5
Akku - 9
Kamera: Fotos - 9.5
Kamera: Videos - 9.5

9.3

Testurteil

Das größte Display, die längste Akkulaufzeit, die beste Foto- und Video-Qualität aller Zeiten in einem iPhone: Das Apple iPhone 12 Pro Max ist ein Smartphone der Superlative. Passen Größe und Preis, gibt es keine Alternative.

Pro
  • Premium Design und Verarbeitung
  • hervorragende Kameras
  • tolle Akkulaufzeit
  • 5G-Unterstützung
Kontra
  • Kameramodul ziemlich groß
  • keine iPadOS-ähnlichen Funktionen

Wenn Sie das iPhone mit dem größten Display haben möchten, das jemals hergestellt wurde, ist das 12 Pro Max den Preis wert. Wenn Sie Wert darauf legen, die längste Akkulaufzeit eines iPhone 12 zu haben, scheint das 12 Pro Max eine naheliegende Wahl zu sein. Und ja, wenn Sie Ihren Fotos und Videos den letzten Tropfen Bildqualität verleihen möchten, lohnt sich das iPhone 12 Pro Max auf jeden Fall.

Fotos
Apple
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
1 Kommentar
Älteste
Neueste Meiste Votes
Inline Feedbacks
Alle Kommentare zeigen
Hansen
Hansen
3 Monate zuvor

Ist das einzige iPhone, was wirklich Sinn macht zu kaufen

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"
1
0
Kommentar schreiben!x
()
x