Apple iPhone-Tests

Apple iPhone 12 Pro-Test: Seiner Zeit voraus?

Es ist ein großes Jahr für Apple: Die iPhone 12-Linie wurde komplett überarbeitet und bietet vier Modelle – das iPhone 12 mini, das iPhone 12, das iPhone 12 Pro und das iPhone 12 Pro Max – in verschiedenen Bildschirmgrößen und Preiskategorien. Alle iPhones haben neue Videofunktionen bekommen, ein neues MagSafe-Case, den neuen A14-Prozessor und natürlich endlich 5G.

Es ist offensichtlich, was das Mini und das Max iPhone 12 auszeichnet, aber die beiden 6,1-Zoll-Modelle in der Mitte sind bemerkenswert ähnlich. Das iPhone 12 und das iPhone 12 Pro haben das gleiche grundlegende Design, sehr ähnliche OLED-Displays und die gleichen Prozessoren und 5G-Funktionen. Der Pro verfügt über ein zusätzliches Teleobjektiv, einen LIDAR-Sensor, etwas mehr RAM, den doppelten Basisspeicher und einen glänzenden Edelstahlrahmen. Die Frage ist, ob sich der Mehrpreis von fast 250 Euro lohnt, zumal das iPhone 12 jetzt auch ein OLED-Display bekommen hat. Letztes Jahr bekam das Standard-Modell noch ein LCD-Diplay mit niedrigerer Auflösung. Oder ob man dann sowieso direkt zum iPhone 12 Pro Max für 1.217,50 Euro greift und dafür neben dem größeren Display auch einen größeren Hauptkamerasensor mit einem sehr faszinierenden neuen Sensor-Shift-Stabilisierungssystem bekommt.

Das lässt das 12 Pro irgendwo im Nirgendwo zurück. Es kommt darauf an, wie oft Sie das Teleobjektiv verwenden oder nachts Porträtfotos aufnehmen wollen. Auf der anderen Seite ist es glänzend.

iPhone 12 Pro Design

Das iPhone 12 und 12 Pro haben dasselbe grundlegende neue Design, das sehr eckig und sehr flach ist – fast schockierend flach. Fast jedes andere Telefon hat eine gebogene Kante und eine offensichtliche Grenze zwischen dem Display und dem Rahmen, aber das iPhone 12 fühlt sich stärker aus einem Guss an. Es erinnert ein wenig an das iPhone 5, aber was noch wichtiger ist, es sieht und fühlt sich ganz anders an als jedes andere moderne Telefon. Seltsamerweise lässt das eckige Design das iPhone 12 Pro auch größer erscheinen, als es tatsächlich ist. Es sieht nicht so aus, ist aber dünner als ein iPhone 11 Pro. Wie bereits erwähnt, ist das 12 Pro glänzend ausgeführt, und der glänzende Edelstahlrahmen hat sofort Fingerabdrücke aufgenommen. Da es recht schön anzusehen ist, wird man vermutlich regelmäßig mit polieren und Fingerabdrücke entfernen beschäftigt sein.

Die Vorderseite des Telefons ist mit dem von Apple als „Ceramic Shield“ bezeichneten Hybrid aus Glas und Keramik bedeckt. Zwischen dem neuen Material – man kann es nicht als „Glas“ bezeichnen, weil es technisch gesehen kein Glas ist – und dem neuen Design behauptet Apple, dass die iPhone 12-Linie einen viermal besseren Fallschutz gegenüber dem Vorgängermodell bei gleicher Kratzfestigkeit aufweist. Auf der Rückseite findet sich die gleiche Glasart wie im letzten Jahr, aber das neue Design sollte auch hier den Schutz erhöhen. Zumindest wenn man Apple in dieser Hinsicht glaubt. Von Glasbruch abgesehen fragt sich wie widerstandsfähig der Edelstahlrahmen gegen Kerben und Kratzer ist. Wir haben bereits einen winzigen Einschnitt in den Rahmen unseres Testgeräts bekommen, trotz höchster Vorsicht und wenig mehr als ein paar Usability- und Kameratests.

Display

Das OLED-Display des iPhone 12 Pro ist mit 6,1 Zoll größer als das iPhone 11 Pro, und das Telefon ist daher etwas größer. Ansonsten ist das Display in Bezug auf Helligkeit und Pixeldichte im Grunde das gleiche wie im letzten Jahr. Was bedeutet, dass es ausgezeichnet aussieht, obwohl es immer noch eine Bildwiederholfrequenz von 60 Hz hat, die zu diesem Zeitpunkt bei praktisch jedem Android-Handy über 700 Euro höher liegt. Es gibt Ausreden über das Verkaufsvolumen von Apple und das verfügbare Display-Angebot, aber am Ende hat ein 60 Hz-Display einfach nicht mehr viel im hochpreisigen Highend-Bereich verloren. In der Tat verfügt Apples eigenes iPad Pro über eine ProMotion-Anzeige mit höherer Bildwiederholfrequenz. Wenn Sie bisher nur iPhones hatten, werden Sie dies nicht wirklich bemerken, da es das gleiche wie immer ist. Wenn Sie jedoch ein 120-Hz-Display verwendet haben, ist der Unterschied in der Laufruhe beim Scrollen deutlich spürbar.

Die Einfassungen und Kerben am oberen Bildschirmrand sind immer noch gleich groß, was mehr oder weniger bedeutet, dass Sie sie letztendlich einfach nicht bemerken. Early Adopter werden feststellen, dass einige Apps für diese neue Bildschirmgröße aktualisiert werden müssen. Instagram ist wie üblich ein wenig verschoben, aber das iPhone-Ökosystem passt sich im Allgemeinen schnell an, sodass demnächst eine Reihe von App-Updates kommen werden. An den Seiten des Telefons befinden sich vier Standard-Antennenlücken. US-Modelle verfügen über ein Millimeterwellen-Antennenfenster (mmWave) für Ultrawideband (UWB) 5G beim großen amerikanische Provider Verizon. Apple teilte uns mit, dass das Abdecken des Telefons mit der Hand an diesen Stellen die Funk-Leistung nicht beeinträchtigen sollte und dass es keine besonderen Anleitungen zum Halten des Telefons gibt. Ich habe große Hände und kann das Telefon grundsätzlich nicht halten, ohne das Antennenfenster abzudecken. Verbindungsprobleme traten deswegen aber zu keiner Zeit auf.

A14 Bionic-Prozessor

Das iPhone 12 arbeitet mit dem neuen A14 Bionic-Prozessor von Apple, den ersten 5-nm-Chip in einem Smartphone, und fühlt sich blitzschnell an. Das schreibe ich natürlich jedes Jahr – über den A13 Bionic genauso wie über den A12 Bionic. Und diese Telefone fühlten sich nicht unbedingt langsam an. Apple verkauft immer noch das iPhone 11 und das iPhone XR mit diesen Chips, was bedeutet, dass sie in den kommenden Jahren unterstützt werden. Ich bin weiterhin der Meinung, dass Apples Führungsposition bei der Rechenleistung von Smartphones für Menschen am Ende des Lebenszyklus eines Telefons am wertvollsten ist. Dieses Telefon ist so schnell, dass es lange Zeit schnell bleiben wird. Das ist großartig und wichtiger als ein etwas höherer synthetischer Benchmark-Score zum Release. Das iPhone 12 Pro verfügt genau wie das 11 Pro über einen U1-Chip, der für AirDrop immer noch recht gut ist. Apple sagt, dass einige nette U1-Funktionen für den neuen HomePod mini verfügbar sind. Wir müssen also sehen, wie diese funktionieren und ob dieses System jemals wirklich für all die Dinge verwendet wird, die es anscheinend kann.

Akkulaufzeit

Das Testen der Akkulaufzeit auf dem iPhone 12 Pro war wahrscheinlich das Schwierigste, da ich nicht in der Nähe eines 5G-Servicebereichs wohne. Die kurzen Tests mit 5G fühlten sich aber so an, als wäre der Akku des iPhone 12 Pro viel schneller leer als erwartet. Nach ungefähr 2,5 Stunden Bildschirmzeit war ich bei 18 Prozent. Natürlich haben wir 5G häufig zum Testen verwendet. Daher ist es schwer zu sagen, wie repräsentativ dies ist. Apple selbst erwartet, dass die Leute einen ganzen Tag lang mit dem Telefon arbeiten. Letztendlich denke ich, dass die Akkulaufzeit des iPhone 12 Pro für Menschen sehr unterschiedlich sein wird, je nachdem, wie oft sie 5G verwenden. Daher mussen die Zeit und der Ausbau von 5G erst noch zeigen, was dahintersteckt. Aber ich würde definitiv nicht die Akkulaufzeit erwarten, die wir auf dem normalen iPhone 11 gesehen haben.

Apple iPhone 12 Pro Kamera: Fotos

Letztes letztes Jahr habe ich gesagt, dass das iPhone 11 Pro die beste Kamera auf einem Smartphone hat. Das Kamera des iPhone 12 Pro hat sich weiter verbessert. Aber es ist nur ein kleiner Schritt nach vorne – genug, um der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein. Die meisten Verbesserungen sind eher geringfügig. Die Hauptkamera fängt etwas mehr Licht als im letzten Jahr, was bei schlechten Lichtverhältnissen hilft, und die neue Smart HDR 3-Verarbeitung von Apple scheint etwas intelligenter zu sein. Das Bildrauschen wurde verbessert und die Bilder sehen gerade bei wenig Licht besser aus als beim iPhone 11: Weniger körnig und es gibt etwas mehr Details. Die Fotos sind auch etwas kontrastreicher. Apple scheint jedes Jahr besser darin zu werden, Highlights als Highlights und Schatten als Schatten wiederzugeben. Zudem gibt es einige andere kleine, aber bemerkenswerte Verbesserungen der Bildqualität gegenüber dem iPhone 11 Pro: Das Ultrawide-Objektiv verzerrt an den Rändern etwas weniger, und Fotos von Ultrawide und Tele sind etwas schärfer und detaillierter. Es gibt auch einige neue Einstellungen: Sie können die Objektivkorrektur tatsächlich ausschalten und sowohl Smart HDR als auch die „Szenenerkennung“ deaktivieren, mit der versucht wird, eine Aufnahme intelligent zu erkennen und korrekt zu belichten. Es ist schön zu sehen, dass Apple zusätzliche Kameraoptionen anbietet. Grundsätzlich fährt man aber gut damit, alles aktiviert und die Kamera einfach machen zu lassen.

In Sachen Kamerahardware hat sich beim iPhone 12 Pro hingegen nicht allzu viel getan. Die Verbesserungen sind hauptsächlich auf die neue Verarbeitung von Apple zurückzuführen.
Das 12 Pro hat auch einen neuen LIDAR-Sensor auf der Rückseite, was wir erstmals auf dem iPad Pro gesehen haben. Wenn Sie sich für AR-Gimmicks interessieren, werden Sie den LIDAR-Sensor lieben. Es macht AR-Gimmicks besser als je zuvor. Ich liebe AR-Gimmicks nicht, aber die, die ich ausprobiert habe, waren ganz nett. Ein wichtiges Argument für die Kaufentscheidung stellt der Sensor aus meiner Sicht nicht dar. In normalen Situationen nutzen die meisten Menschen den LIDAR-Sensor des 12 Pro in Situationen mit schlechten Lichtverhältnissen, in denen die Kamera viel schneller fokussieren kann, laut Apple bis zu sechsmal schneller. Auch bei Porträtaufnahmen im Nachtmodus ist er durchaus hilfreich. Beim Testen war der Fokus in der Tat schnell und die Fotos des iPhone 12 Pro bei schlechten Lichtverhältnissen waren schärfer als beim iPhone 11 Pro.

Porträtaufnahmen im Nachtmodus sind beeindruckend – obwohl sie nur mit dem Weitwinkelobjektiv funktionieren, nicht mit dem Tele. Das Pixel 5 von Google schießt ebenfalls beeindruckende Night Sight-Porträtfotos. Das iPhone 12 Pro macht sie aber direkt, ohne dass man viel an den Einstellungen herumspielen muss. Ich glaube nicht, dass der iPhone 12 LIDAR-Sensor viel Mehrwert bringt, es sei denn, Sie sind extrem begeistert von den AR-Gimmicks oder schießen vor allem Nachtporträts. Wenn Sie Fotos bei normalem Licht aufnehmen, fokussiert die Kamera wie immer, der LIDAR-Sensor ist nicht aktiv. Insgesamt wird man aber den Eindruck nicht los, dass Apple und die Endkunden erst noch herausfinden müssen, wozu LIDAR am Ende gut ist. Im Vergleich zum Google Pixel 5 und Samsung Note 20 Ultra bietet das iPhone 12 Pro genau das, was wir von Apple erwarten: Großartige Fotos in fast allen Situationen mit ausgewogenen Farben und großartigen Details. Ich bevorzuge immer noch den Pixel-Look, und auch die hyperrealistischen Farben von Samsung haben ihre Fans. Aber das iPhone 11 Pro war das Telefon, das es zu schlagen gilt. Das iPhone 12 Pro verbessert das 11 Pro in den meisten Situationen geringfügig und bietet die Möglichkeit, in fast allen Fällen brauchbare Aufnahmen zu machen.

Das große Problem ist nun aber, dass es da auch noch das iPhone 12 Pro Max gibt. Welches über einen viel größeren Hauptkamerasensor mit einem neuen Stabilisierungssystem verfügt. Und welches wir bisher noch nicht testen konnten. Das Teleobjektiv des 12 Pro ist gut und schön, aber es gibt einen Grund, warum Apple das Ultrawide auf das reguläre 12er setzt: Es ist einfach vielseitiger. Wenn Sie schon mehr Geld ausgeben, weil Sie eine etwas bessere Kamera haben wollen, würde ich abwarten, ob Sie im iPhone 12 Pro Max mit wenig mehr Geld eine weitaus bessere Kamera bekommen.

HDR-Video

Die andere große neue Kamerafunktion in der iPhone 12-Reihe ist die Möglichkeit, Dolby Vision HDR-Videos zu erstellen. HDR steht für High Dynamic Range. Sie kennen den Begriff wahrscheinlich aus der Standfotografie, wo HDR-Systeme in Smartphone-Kameras eine Revolution waren. Aber um HDR in Videos zu verstehen, müssen Sie alles beiseite legen, was Sie von HDR-Fotografie wissen. Es ist sehr, sehr anders. HDR in Video bedeutet im Grunde, dass der hellste Teil des Bildes viel heller werden kann und Sie in den hellen Teilen eines Bildes im Vergleich zu SDR oder Standarddynamikbereich mehr Details sehen können. Dies ist wirklich sehr einfach auf dem iPhone zu zeigen. Wenn Sie ein Video aufnehmen, wird es in HDR aufgenommen, und wenn Sie durch Ihre Videos scrollen und das Play-Icon drücken, können Sie sehen, wie sich die Anzeige ändert.

HDR-Videos enthalten im Allgemeinen auch mehr verfügbare Farben. SDR-Videos können 16 Millionen Farben wiedergeben, während HDR-Videos auf dem iPhone in 700 Millionen Farben festgehalten werden. Bedeutet im Klartext, dass Bildanteile wie Farbverläufe, Sonnenuntergänge usw. glatter aussehen. Wenn Sie alles zusammenzählen, ist HDR-Video heller und bunter als SDR-Video, was man auch deutlich sehen kann. Das Ansehen von HDR-Videos ist in den letzten Jahren sehr einfach geworden. Fast jedes neue High-End-Fernsehgerät und -Telefon unterstützt HDR, und die meisten großen Streaming-Dienste bieten Filme und Fernsehsendungen in HDR an. Es war jedoch immer noch schwierig, HDR-Videos selbst aufzunehmen und zu teilen. Wenn auch nicht unmöglich: Samsung-Handys können seit dem Galaxy S10 in einem Format namens HDR10 + aufnehmen, aber es ist eine Einstellung, die tief in den Menüs versteckt ist. Ein Smartphone, das standardmäßig HDR-Videos aufnimmt, war aus unserer Sicht überfällig.

Ich habe die ganze Zeit „HDR“ gesagt, nicht „Dolby Vision“. Dies liegt daran, dass Dolby Vision eine Art von HDR ist. Ein Format – und es gibt viele HDR-Formate. Mit vielen Formaten gehen Kompatibilitätsprobleme einher. Und ja, Dolby Vision auf dem iPhone 12 hat einige Kompatibilitätsprobleme – aber nicht so viele Probleme, wie ich befürchtet habe. Apple und Dolby haben etwas sehr Kluges getan, um eine langfristige Kompatibilität auf Kosten einer kurzfristigen Inkompatibilität sicherzustellen. Dolby Vision und das konkurrierende HDR10-Format sind sogenannte PQ-HDR-Systeme (Perceptual Quantizer). Und PQ-Systeme sind nicht abwärtskompatibel mit SDR-Displays, was bedeutet, dass Dolby Vision-Video nur mit Dolby Vision-Displays kompatibel war – das Abspielen eines Dolby Vision-Videos auf einem Nicht-Dolby Vision-Display würde völlig falsch aussehen. Wenn Sie ein Dolby Vision-Video auf einem normalen Display ansehen möchten, müssen Sie es in SDR neu codieren und damit praktisch eine völlig neue Videodatei erstellen.

Das iPhone 12 nimmt jedoch Videos in einer neueren Version von Dolby Vision namens Profile 8.4 auf, die auf einem Standard namens HLG oder Hybrid Log-Gamma basiert. HLG funktioniert anders als PQ-Systeme. Es wurde von Sendern wie BBC und NHK entwickelt, um abwärtskompatibel mit SDR-Displays zu sein, sodass sie nur einen Videostream senden müssen. All dies bedeutet, dass ein iPhone 12 HDR-Video eine 10-Bit-HLG-Datei mit zusätzlichen Dolby Vision-Metadaten ist und problemlos als SDR auf SDR-Displays, HLG auf HLG-Displays und Dolby Vision auf Dolby Vision-Displays wiedergegeben wird, die dies unterstützen. Und iOS 14 ist intelligent genug, um zu wissen, wann die Apps und Geräte, für die Sie Videos freigeben, dieses neue Format nicht unterstützen, und stellt sicher, dass Sie etwas senden, das funktioniert. Es ist alles sehr clever gelöst, bedeutet zum jetzigen Zeitpunkt aber natürlich, dass Sie hauptsächlich SDR-Videos teilen.

Es gibt allerdings einen Haken. Dolby Vision Profile 8.4 ist eine neue Version von Dolby Vision, und das bedeutet, dass eine Reihe älterer Dolby Vision-Geräte aktualisiert werden müssen, um dies zu unterstützen. Daher kann ich Ihnen nicht versprechen, dass ein zufälliger Dolby Vision-Fernseher mit AirPlay 2 das iPhone 12 Pro-Video in Dolby Vision wiedergibt. Sie müssen überprüfen, ob Ihr Fernseher Profil 8.4 unterstützt. Der ältere Vizio P65 von Kumpel Dieter verfügt über AirPlay 2, hat jedoch das iPhone 12 Dolby Vision-Video in SDR wiedergegeben. Mein 2016er LG B6 OLED unterstützt Dolby Vision, jedoch nicht Profil 8.4. Und eine iPhone 12-Videodatei auf einem USB-Stick wurde er schonmal gar nicht abspielen. Und er ist jetzt auch schon alt genug, dass er wahrscheinlich niemals ein Software-Update dafür bekommen wird.

Das heißt, neue Fernseher unterstützen natürlich die neuesten Versionen von Dolby Vision, und Sie können jederzeit einfach ein Apple TV 4K und AirPlay daran anschließen. Die Art und Weise, wie das iPhone 12 Dolby Vision-Video mit einem Apple TV funktioniert, ist jedoch schwierig: Sie müssen Apple TV die ganze Zeit im Dolby Vision-Modus ausführen, damit es funktioniert. Wenn Sie Apple TV in SDR verwenden und „Inhalt abgleichen“ aktiviert ist, sehen Sie immer noch SDR-Videos von einem iPhone 12. Ich hoffe, Apple behebt dies sehr schnell. Oh, und wenn Sie einen Mac haben, wird Dolby Vision-Video erst unterstützt, wenn macOS Big Sur herauskommt, und wir wissen nicht wirklich, wann das sein wird. Ich weiß auch nicht, wann Instagram, TikTok und YouTube Dolby Vision-Videos vom iPhone unterstützen werden. Im Moment werden Ihre Videos in SDR angezeigt, wenn sie für diese Plattformen freigegeben werden. YouTube unterstützt derzeit zwar HDR-Videos, jedoch nur in den den Formaten HLG und HDR10. Das Dolby Vision-Video-Feature auf dem iPhone 12 ist also etwas kompliziert, und am Anfang wird es einige Kompatibilitätsprobleme geben. Aber mit der Zeit werden die anderen Hersteller nachziehen.

5G auf dem iPhone 12 Pro

Auf der anderen Straßenseite unseres Büros befindet sich ein 5G-Sendemast. Das iPhone 12 Pro konnte sich schnell darauf recht schnell einloggen und kam auf Datenraten von 2 Gigabit pro Sekunde im Downstream und 40 Megabit pro Sekunde im Upstream, was dem normalen 5G entspricht. Sobald der Abstand zum Sendemast wächst, und wir reden hier über gerade mal 30 Meter, fiel das Signal ab. Kurz danach war es das bereits mit 5G und man findet sich im nächsten 4G-Spot wieder. Wenn Sie riesige Datenmengen zum Herunterladen haben, sollten sie daher nicht davon ausgehen, dass sie noch allzu mobil sein werden. Für die meisten Menschen wird die Erfahrung mit 5G praktisch die gleiche sein wie mit LTE – nicht zuletzt, weil das iPhone sich mit einer Funktion namens Smart Data auf LTE umstellt, um die Akkulaufzeit zu verlängern, wann immer dies möglich ist. Wenn Sie sich in einem 5G-Servicebereich befinden, wird das 5G-Symbol oben auf dem Telefon angezeigt, um anzuzeigen, dass Sie Zugriff auf 5G haben. Das Telefon verwendet jedoch möglicherweise weiterhin LTE, weil keine großen Datenmengen angefordert werden. Sie können Smart Data deaktivieren, aber aktuell sehe ich dazu keinen wirklichen Grund.

MagSafe: Kartenfach und kabellose Ladeschnittstelle

Auf der Rückseite des Telefons befindet sich das neue magnetische kabellose Lade- und Montagesystem MagSafe von Apple. Die Tage des Lightning-Anschlusses gehen damit offensichtlich zu Ende. MagSafe ist als Konzept äußerst clever und in der Realität außerordentlich gut. Ich freue mich bereits auf magnetische Autohalterungen und anderes Zubehör, für dessen Anbringung kein Fummeln erforderlich ist. Ich denke auch, dass der zusätzliche Ausrichtungsmagnet direkt unter der Ladespule gut eingesetzt werden kann. Apple scheint zuversichtlich zu sein, dass sich im Gegensatz zum iPad Smart Connector ein tatsächliches MagSafe-Zubehör-Ökosystem entwickeln wird. Es gibt bereits Ladegeräte und Autohalterungen von Drittanbietern, weiteres Zubehör ist angekündigt worden. Das Standard-MagSafe-Ladegerät ist als Zubehör für stattliche 43,85 Euro erhältlich. Es rastet magnetisch auf der Rückseite des iPhone 12 Pro ein. In den Apple-Gehäusen werden ebenfalls Magnete verwendet, aber der Vorgang des An- und Abnehmens fühlt sich genauso an wie bei den 11er-iPhones. Abgesehen von interessanten Möglichkeiten ist der eigentliche MagSafe-Ladepuck ziemlich groß für etwas, das man mit sich herumtragen könnte. Das Kabel hingegen ist ziemlich kurz. Apple hat noch keinen mit einem längeren Kabel herausgebracht, hoffentlich handelt es sich dabei nur um eine Frage der Zeit.

Test-Fazit Apple iPhone 12 Pro

Design / Ergonomie - 9.5
Display - 9
CPU / Leistung - 9.5
Akku - 8.5
Kamera: Fotos - 9
Kamera: Videos - 9

9.1

Testurteil

Das Apple iPhone 12 Pro ist ein wunderschönes und unglaublich leistungsfähiges Stück Technik. Es kann aber weder mit dem günstigeren Preis des normalen iPhone 12 punkten noch mit dem Tele-Objektiv des Pro Max.

Pro

  • hervorragende Kamera
  • extrem schneller A14-Prozessor
  • Dolby Vision Video sieht gut aus
  • 5G kann sehr schnell sein

Kontra

  • Akkulaufzeit nicht so gut wie im letzten Jahr
  • Preis/Leistung beim normalen iPhone 12 deutlich besser

Ist das iPhone 12 Pro also den Aufpreis wert? Weil es glänzt sieht es viel cooler aus als das normale iPhone 12. Auch das Teleobjektiv mag für manche ein wichtiger Faktor sein und damit verbunden die Fähigkeit, Porträtfotos im Nachtmodus aufzunehmen. Und LIDAR AR-Tricks zu nutzen. Mein Instinkt sagt jedoch, das iPhone 12 Pro nicht weiter zu empfehlen, bis wir das noch teurere iPhone 12 Pro Max getestet haben. Das iPhone 12 Pro Max verfügt über ein viel größeres Display und einen enormen Sprung in der Kameraleistung für einen verhältnismäßig geringen Aufpreis.

Gegenüber dem Standard-iPhone 12 bietet das Pro-Modell aber nicht allzu viele gute Argumente für den happigen Aufpreis. Zukunftssicher ist man dank 5G im Standard-Modell genauso. Nichtsdestotrotz ist das iPhone 12 Pro ein wunderschönes und unglaublich leistungsfähiges Stück Technik. Wenn Sie jedoch das Geld für ein Upgrade auf die 12-Serie ausgeben möchten, würde ich auf jeden Fall zuerst auf die Bewertungen des iPhone 12 Pro Max warten.

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David
David
2 Monate zuvor

Ich find das neue Design schick. Wirkt auf den Fotos auch nicht richtig, in echt sieht das neue 12er deutlich flacher aus. Ob man das Pro-Modell braucht, wage ich aber ebenfalls zu bezweifeln. Das heißt aber nicht, dass es auch das normale tut. Ich denke dass man mit dem 12er eine ganze zeitlang glücklich sein wird, auch und vor allem dank der hohen Rechenleistung. Daher überlege ich, gleich den großen Wurf zu machen und direkt das iPhone 12 Pro Max zu holen.

Martin Schneider
Martin Schneider
2 Monate zuvor

Großartige Smartphones, die diverse Dinge ganz ausgezeichnet können, keine Frage. Prozessorleistung von dem A14 Bionic auch Maß der Dinge. Das einzige, was mir aber wirklich fehlen würde, wäre ein funktionierendes Teleobjektiv. Bevor das nicht kommt, leider keine Kaufempfehlung für mich.

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