Facebook schaltet automatische Gesichtserkennung ab und löscht mehr als eine Milliarde gespeicherte Gesichter

Facebook hat angekündigt, sein automatisches Face-Tagging-System, das auf Gesichtserkennung basiert, abzuschalten. Das System ordnet Gesichter den entsprechenden Facebook-Profilen zu. Personen, die die automatische Gesichtserkennung deaktivieren, werden damit nicht mehr automatisch in Fotos und Videos erkannt. Die individuellen Gesichtserkennungsvorlagen von mehr als einer Milliarde Menschen werden von Facebook gelöscht.
Facebook-Büros in Seattle
Die automatische Erkennung von Gesichtern wird in Erinnerungen, Fotos oder Videos abgeschaltet und kann auch nicht mehr reaktiviert werden. Facebook will die Nutzer trotzdem weiter ermutigen, Personen in Beiträgen manuell zu taggen. Der automatische Prozess läuft aber nicht mehr ab. Darüber hinaus enthält der automatische Alternativtext, der Bildbeschreibungen für blinde Personen erstellt, nicht mehr die Namen von Personen in den erkannten Fotos.
Das Ganze soll „in den kommenden Wochen“ passieren. Laut Facebook kommt der Schritt, weil „wir die positiven Anwendungsfälle für die Gesichtserkennung gegen die wachsenden gesellschaftlichen Bedenken abwägen müssen, zumal die Regulierungsbehörden noch keine klaren Regeln vorgegeben haben“. Die „langfristige Rolle der Gesichtserkennung in der Gesellschaft muss offen und unter denjenigen diskutiert werden, die davon am stärksten betroffen sein werden“.
Gleichzeitig versprach der Social Media-Konzern, „sich an diesem Gespräch zu beteiligen und mit den Gruppen der Zivilgesellschaft und den Regulierungsbehörden zusammenzuarbeiten, die diese Diskussion leiten“.



