Facebook-Whistleblower-Interview ging in der Nacht vor dem Ausfall online

Bei Facebook und seinen Tochter-Firmen ging gestern so einiges schief. Facebook, Instagram, WhatsApp, Oculus VR und Facebook Messenger gingen gemeinschaftlich am Montagmorgen offline. Nach mehreren Stunden mit Netzwerkproblemen scheinen die meisten Facebook-Dienste sowie Instagram und WhatsApp wieder normal zu funktionieren.
We’re aware that some people are having trouble accessing our apps and products. We’re working to get things back to normal as quickly as possible, and we apologize for any inconvenience.
— Facebook (@Facebook) October 4, 2021
Der Ausfall wird offenbar auf „Netzwerkprobleme“ zurückgeführt.
*Sincere* apologies to everyone impacted by outages of Facebook powered services right now. We are experiencing networking issues and teams are working as fast as possible to debug and restore as fast as possible
— Mike Schroepfer (@schrep) October 4, 2021
Der Zeitpunkt dieses Ausfalls ist merkwürdig. Erst letzte Woche erschien der Sicherheitschef von Facebook zu einer virtuellen Anhörung vor dem US-Kongress. Während dieser Anhörung stellte der Kongress Fragen zur psychischen Gesundheit und zum Datenschutz der Facebook-Nutzer.
Dann wurde letzten Sonntag auf 60 Minutes ein großes Interview mit einer Whistleblowerin ausgestrahlt und am nächsten Morgen ging der Konzern offline. Das Interview enthüllte die Identität des „Facebook Whistleblower“, einer ehemaligen Mitarbeiterin des Social Media-Giganten, die am kommenden Dienstag vor dem Kongress aussagen soll. Themen werden die Praktiken von Facebook und der Mangel an Transparenz in Bezug auf hasserfüllte Inhalte und die Verbreitung von Fehlinformationen.
Die Whistleblowerin heißt Frances Haugen und wurde der Abteilung für bürgerliche Integrität zugeteilt, als sie bei Facebook anfing. Diese Abteilung arbeitete daran, die Verbreitung falscher Informationen und hasserfüllter Inhalte in der Zeit vor den Wahlen zu reduzieren. Die Bilanz dieser Abteilung brachte sie dazu, interne Recherchen von Facebook zu veröffentlichen.
„Sie sagten uns „Wir lösen die Abteilung für bürgerliche Integrität auf“. Sie sagten im Grunde: „Oh, gut, wir haben die Wahlen überstanden, es gab keine Unruhen. Wir können die Abteilung für bürgerliche Integrität jetzt loswerden.“ Ein paar Monate später kam der Aufstand und als sie die Abteilung für bürgerliche Integrität auflösten, war es der Moment, in dem ich dachte: „Ich vertraue nicht darauf, dass [Facebook] tatsächlich bereit ist, das zu investieren, was investiert werden muss um zu verhindern, dass Facebook gefährlich wird.“
Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Beitrags scheinen die meisten Dienste von Facebook wieder normal zu funktionieren.


