Facebook-Chef Mark Zuckerberg im Interview: VR-Brillen, Home Office und Facebook Horizon

Die News-Plattform CNET hat Mark Zuckerberg, den aktuell mit einem Vermögen von 97 Milliarden USD fünftreichsten Menschen der Welt getroffen.
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Fünf Jahre nach der Veröffentlichung des ersten PC-VR-Headsets von Facebook und über ein Jahr nach Beginn der Pandemie ist Virtual Reality nach wie vor eins der größten Themen für Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Gerade in einer Welt, in der Home Office zum Standard geworden ist und wo virtuelle Realität immer mehr Raum im Leben aller Menschen einnimmt. Die News-Plattform CNET hat den aktuell mit einem Vermögen von 97 Milliarden US-Dollar fünftreichsten Menschen der Welt zum virtuellen Interview getroffen.

Facebook Oculus Quest 2

Ein großes Thema im Gespräch war Facebooks neuestes VR-Headset, das Oculus Quest 2. In 2020 wurden nur rund 5,5 Millionen Headsets verkauft, womit Virtual Reality nach wie vor weit davon entfernt ist, sich in unserer Gesellschaft zu etablieren. Zuckerberg sagte dazu, dass die größte Stärke der Oculus Quest gegenüber der Konkurrenz seine bequeme drahtlose Verbindung sei. Man habe den Preis von ursprünglich 399 USD auf 299 USD im Oktober aus strategischen Gründen gesenkt, um mehr Menschen dazu zu bringen, VR zu nutzen. Mit der kommenden Quest Pro soll zudem die Technik den nächsten Sprung machen. Neue Sensoren zur Gesichts- und Augenverfolgung und möglicherweise auch Fitnesstracker sollen dann in einem eigenständigen High-End-System verpackt werden. Die neuen Sensoren sollen im Rahmen des Facebook-Plans für Social Virtual Reality ein stärkeres Gefühl von echter „Präsenz“ vermitteln. Damit einher gehen könnte allerdings ein höherer Preis, wie Zuckerberg zugab: „Es gibt die Möglichkeit, dass es etwas teurer wird.“.

Das übergeordnete Ziel für Facebook sei im Moment aber, erstmal die Akzeptanz zu erhöhen. Erst dann könne das weltweit größte Social Media-Netzwerk auch mehr soziale Möglichkeiten für die Teilnahme an einer virtuellen Welt schaffen. Dafür sei er auch bereit, erstmal Geld zu verlieren.

„Wir nähern uns dem nicht aus der Perspektive, wie wir den Leuten so viel Geld wie möglich in Rechnung stellen und mit den Geräten Gewinn machen können. […] Was wir in der virtuellen Realität gesehen haben, ist wirklich dieses Gefühl der Präsenz und daher geht es mehr um soziale Verbindung als um die Technologie.“, so Zuckerberg im Interview.

Für Zuckerberg spiele auch Auflösung oder Prozessorgeschwindigkeit eine nachrangige Rolle. Es gehe darum, eine immersive Welt zu schaffen, in die man hineinfallen kann.

„Wir möchten so viele Menschen wie möglich dazu bringen, die virtuelle Realität zu erleben und in das Metaversum zu springen und … diese sozialen Erfahrungen darin zu haben. […] Genau hier setzt unser Brot und Butter-Geschäft als Unternehmen an, diese Erfahrungen zu sammeln.“, sagte der Facebook-CEO.

Facebook nähert sich dem Start dieser Welt in Form eines groß angelegten sozialen Metaversums namens Facebook Horizon. In Facebook Horizon können Nutzer mit Tools selber Welten erstellen, ähnlich wie bei AltspaceVR, Rec Room oder auch Fortnite, Roblox und Minecraft. Zuckerberg ordnete Horizon eine „sehr große Priorität“ zu. Die Plattform könne „eine große Rolle beim Aufbau dieses breiteren Metaversums spielen, welches die gesamte virtuelle und erweiterte Realität abdeckt“.

Zuckerberg plant bereits, dass Facebook-Mitarbeiter, die wegen Corona im Home Office arbeiten, mit der Erprobung von Horizon beginnen. Dies sei ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung der Plattform, bevor sie irgendwann in der noch zu bestimmenden Zukunft kurz vor dem öffentlichen Start stehe. Von den bisher beliebten Alternativen, wie Zoom oder Skype, hält er nicht allzu viel:

„Ich finde, wenn ich eine Reihe von Videoanrufen mache, verschmelzen sie alle miteinander und es fällt mir schwer, mich genau zu erinnern, bei welchem ​​Anruf etwas gesagt wurde, oder es ist einfach schwieriger, es zuzuordnen, weil es keine wirkliche, räumliche Erfahrung gibt.“

Videokonferenzen könnten zwar bereits heute positive Auswirkungen haben, einschließlich einer höheren Videoqualität als derzeit in VR. Er sei aber zuversichtlich, dass die Menschen die Vorteile von VR erkennen werden.

„Die Präsenz in der virtuellen Realität bietet viele Vorteile im Vergleich zu den anderen Kommunikationsarten, die wir haben. Wenn wir bereits mit der Genauigkeit der heute möglichen Erfahrungen da sind, sagt mir das nur, wow , in fünf Jahren wird das an fast allen diesen Fronten für viele der Dinge, die wir tun, noch deutlich besser funktionieren.“

Abseits von virtuellen Meetings, zum Beispiel in Kinderzimmern, sieht Zuckerberg allerdings noch keine Verwendung für VR-Brillen. Auch ein Kindermodus für Oculus VR sei kurzfristig nicht in Arbeit. Er habe allerdings großes Interesse an VR für den Bildungsbereich. Facebook arbeitet auch an fortschrittlicheren AR-Brillen mit am Handgelenk getragenen neuronalen Schnittstellen. Deren Entwicklung könnte aber noch Jahre dauern. Erstmal soll die Oculus Quest Pro fortschrittlichere Sensoren in das VR-Ökosystem von Facebook integrieren.

Das vollständige Interview finden Sie unter dem Quell-Link oder im Mini-Player oben.

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Thomas Dietrich
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