Ratgeber Smartphones: Von Testsiegern und Alleskönnern

Smartphones entwickeln sich immer mehr zu einer Option für die meisten Handy-Benutzer. Die umfangreichen Funktionen bieten eine Fülle an Möglichkeiten, wie man Zeit sparen und sich selbst organisieren kann und ersetzen zudem noch viele andere Geräte wie Kameras, Mp3-Player oder Navigationssysteme. Welches Smartphone welche Stärken hat und worauf man beim Kauf achten sollte, erfahren sie in unserem aktuellen Ratgeber Smartphones.

Auf dem Markt sind zurzeit diverse interessante Modelle. Ein wesentliches Kriterium zur Eingrenzung der in Frage kommenden Smartphones ist die Frage nach der Tastatur: Soll das neue Gerät eine Volltastatur haben oder reicht die Eingabe über eine normale Zahlentastatur? Vor allem Nutzer, die eine Daten-Flatrate nutzen und unterwegs regelmäßig E-Mails checken und auch versenden, sollten ein Modell mit Volltastatur in Erwägung ziehen. So lassen sich auch längere Texte ohne Krampf im Daumen erstellen.Eine andere wesentliche Entscheidung betrifft ebenfalls die Eingabe: Immer mehr Hersteller haben mittlerweile ein Smartphone mit Touchscreen im Angebot. Vorteile der durch Apples iPhone populär gewordenen Technik sind eine schnelle Bedienung und in der Regel vergleichsweise große Displays, da die Designer den zusätzlichen Platz für eine normale Tastatur einsparen und sich der Touchscreen über die ganze Front erstreckt. Stattdessen bieten die meisten Modelle eine virtuelle Tastatur, die bei der Texteingabe eingeblendet wird. Im Gegensatz zu mechanischen Volltastaturen lassen sich diese auch per (meist mitgeliefertem) Touchpen bedienen. Nachteile der Touchscreens sind die oftmals leicht verschmutzenden Oberflächen, auf denen sich Schweiß und Fingerabdrücke sammeln können. Einige Hersteller wie beispielsweise Apple verwenden jedoch schmutzabweisende Materialen. Auch die Bedienung kann relativ unkomfortabel sein, da eine zielsichere Navigation in kleinen Menüs teilweise nur noch per Touchpen möglich ist – ein normaler Finger ist hier oftmals schon zu groß.

Weltmarktführer Nokia hielt mit seinen N- und E-Serie-Smartphones lange Zeit die Spitzenpositionen in den Bestenlisten. Auch das lange angekündigte N96 schaffte es auf Anhieb auf Platz 1, wurde jedoch mittlerweile auf den zweiten Rang verdrängt. Zu seinen Vorteilen gehören die üppige technische Ausstattung mit GPS, HSDPA, WLAN, DVB-H und 16 GB internem Speicher. DVB-H erwies sich jedoch bislang nicht als konkurrenzfähig, das bisherige Betreiber-Konsortium Mobile 3.0 hat nun die Sendelizenzen an die Landesmedienanstalten zurückgegeben – mit diesem Feature wird man also zumindest in Deutschland in nächster Zeit nicht viel anfangen können. Vorteile des N96 sind neben den umfangreichen Funktionen das große 2,8 Zoll-Display, der üppige 16 GB-Speicher und der Doppelslider-Mechanismus: Öffnet man das N96 nach oben, erscheint ganz normal die Tastatur, schiebt man das Smartphone jedoch nach unten auf, kommen vier Navigationstasten zum Vorschein und eine Multimedia-Oberfläche erscheint auf dem Display. Nachteile gibt es leider auch: Zum einen macht das Gehäuse einen nicht ganz so hochwertigen Eindrück wie beispielsweise bei Geräten der E-Serie, zum anderen wurde wieder einmal am Akku gespart, der mit 950 mAh schnell an seine Grenzen kommt. Auch beim Blitz verzichtet Nokia auf Premium-Technik und setzt weiter auf ein Fotolicht, welches wenig weiter als einen Meter reicht. Ansonsten macht die 5 Megapixel-Kamera mit Zeiss-Optik jedoch sehr anständige Fotos.

Etwas geschäftsmäßiger geht das E71 zu Werke. Hier liegt der Fokus mit Querdisplay und Volltastatur klar auf Business-Anwendern, die auch ihren E-Mail-Verkehr mobil abwickeln. Zu den technischen Merkmalen des Smartphones gehören auch hier GPS, HSDPA und WLAN, der interne Speicher liegt jedoch nur bei (per Micro-SD erweiterbaren) 110 MB und die Kamera verharrt bei 3,2 Megapixeln. Auch die Volltastatur stößt an enge Grenzen – sie wurde im Vergleich zum Vorgängermodell E61i leider etwas verkleinert, um das E71 noch schmaler zu machen. Damit enden jedoch die Nachteile. Zu den Vorteilen gehören die kompakte Form, die gute Verarbeitung und das angenehm flüssige Arbeitstempo: Egal, welche Funktionen man startet, es kommt so gut wie nie zu spürbaren Verzögerungen. Das eigentliche Highlight ist jedoch der Akku: Nicht weniger als 1.500 mAh hat Nokia dem E71 verpasst. Damit hält das Smartphone länger durch als alle anderen hier vorgestellten Smartphones.

Nokia E71

Das HTC Touch Pro galt lange als Geheimfavorit in diesem Vergleich. GPS, HSDPA, WLAN, 3,2 Megapixel-Kamera mit Fotolicht, Touchscreen und Volltastatur ließen einiges erwarten von dem Koreaner. Und in der Tat macht das Handling des Sliders jede Menge Spaß: In geschlossenem Zustand wird per Touchscreen oder den Navigationstasten unter dem Display bedient, schiebt man die Volltastatur hervor, wechselt das Display in die Querdarstellung und man hat das Gefühl, einen kleinen Laptop in den Händen zu halten, der zudem zusätzlich auch direkt auf dem Bildschirm bedient werden kann. Leider ist eben jene Bedienung jedoch an die Grenzen des 528 MHz-Qualcomm-Prozessors und vor allem an die Ansprüche von Windows Mobile gebunden. So ist beim Navigieren durch Menüs oder beim Starten von Funktionen regelmäßig ein wenig Geduld nötig. Auch von Abstürzen des Betriebssystems berichten einige Nutzer – hier bleibt sich Microsoft anscheinend treu. Ebenfalls einen Minuspunkt bekommt der mit 1.340 mAh zwar relativ starke Akku, der angesichts von 2,8 Zoll-Touchscreen, HSDPA und Windows Mobile aber deutlich vor den von HTC angegebenen 378 Minuten Sprechzeit im UMTS-Modus schlapp macht. Wen diese beiden Faktoren nicht stören, der bekommt ein hochfunktionelles Smartphone mit großem Nutzwert.

Auch Sony Ericsson hat nach diversen Walkman- und Cybershot-Handys wieder ein Lebenszeichen im Smartphone-Sektor abgegeben und Anfang Oktober das Xperia X1 auf den deutschen Markt gebracht. Auch hier sind wie gewohnt GPS, HSDPA, WLAN und eine 3,2 Megapixel-Kamera mit Autofokus und Fotolicht verbaut. Zu den Stärken des Sliders gehören die aufschiebbare Volltastatur, die gute Verarbeitung und der große 3 Zoll-Bildschirm, der mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixeln die meisten Internet-Seiten zumindest in der Breite im Original darstellen kann. Auch der Touchscreen weiß zu gefallen, reagiert aber leider nicht allzu schnell auf Eingaben, womit wir bei den Nachteilen wären: Bei der Arbeitsgeschwindigkeit sollte Sony Ericsson deutlich nachbessern. Weiteren Anlass zur Kritik gaben der durchschnittliche Klang am Festnetz und die zwar schicken, aber kaum Feedback gebenden Tasten der Volltastatur. Dem Verkaufserfolg des Smartphones scheint das Ganze jedoch keinen Abbruch zu tun: Sowohl in Schweden und Großbritannien als auch in Deutschland herrschen zurzeit Lieferschwierigkeiten für das X1. Diese sollen jedoch laut Sony Ericsson in rund einer Woche behoben sein.

Sony Ericsson Xperia X1

Dass Samsung gute Handys baut, ist bereits seit längerem bekannt. Langsam aber sicher werden die Koreaner jedoch auch bei den Smartphones eine feste Größe, die um die Top-Positionen in den Bestenlisten mitspielt. Boten erste Versuche wie das i550 noch nicht komplett überzeugende Konzepte, hat man sich beim neuen i8510 mit Symbian an Bewährtes gehalten und direkt einen Volltreffer gelandet: Das i8510 platzierte sich direkt auf dem ersten Rang der Bestenliste. Neben GPS, HSDPA, WLAN und 8 GB internem Speicher hat dazu in erster Linie die superbe 8 Megapixel-Kamera beigetragen, deren Bildqualität im Smartphone-Sektor Ihresgleichen sucht und langsam aber sicher die Smartphones in Richtung einer echten Digitalkamera-Alternative führt. Das Betriebssystem Symbian 9.3 ist sowieso bewährt und die hohe Verarbeitungsqualität bei Samsung fast schon sprichwörtlich. Obendrein kommt noch ein 1.200 mAh-Akku zum Einsatz, der im i8510 jedoch deutlich länger hält als bei ähnlich ausgestatteten Modellen wie dem Nokia N95 8GB. Bleibt die Frage nach den Nachteilen: Einzig der hohe Preis spricht gegen das i8510 – die UVP liegt bei über 600 €.

Fazit

Die Wahl des richtigen Smartphones hängt in erster Linie von den beiden Faktoren Touchscreen und Volltastatur ab. Kann man auf beides verzichten, sollte man zum Samsung i8510 greifen. Als Preistipp und Alternative zum Testsieger sei hier das ähnlich gut ausgestattete, aber etwas ältere und daher günstigere Nokia N95 8GB empfohlen, welches allerdings nur über eine 5 Megapixel-Kamera verfügt. Möchte man hingegen eine Volltastatur zum flüssigen Arbeiten, sollte man sich das HTC Touch Pro näher ansehen. Hier kommt zwar der Prozessor hin und wieder an seine Grenzen, dafür lässt sich mit dem Touch Pro ansonsten äußerst komfortabel und effektiv arbeiten. Kann man auf den Touchscreen verzichten und sich auch mit etwas breiteren Smartphones im Blackberry-Stil anfreunden, ist hingegen das Nokia E71 eine gute Wahl – zudem kommt man mit dem E71 deutlich am günstigsten davon.

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Derek
Derek
11 Jahre zuvor

Das Touch Pro ist schon echt cool, keine Frage, aber für den Preis bekommt man nen schnellen EeePC und hat noch 200 Euro über…

Malibu Stacy
Malibu Stacy
11 Jahre zuvor

damit kann man aber nicht telefonieren *ggg*

Malibu Stacy
Malibu Stacy
11 Jahre zuvor

Außerdem können die noch so klein werden – ein Netbook wird NIE in die Hosentasche passen. Da is der Preis halt das Übel, dass man in Kauf nehmen muss…

smartphone rumbla
smartphone rumbla
11 Jahre zuvor

i need it soooo bad – give it to me ahah aha

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