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Samsung Galaxy Z Flip4-Test

Das Samsung Galaxy Z Flip4 stellt wie der Name schon sagt die mittlerweile vierte Generation an Samsung-Foldables dar. Es ist dem Galaxy Z Flip3 sehr ähnlich. Samsung hat sich aber so ziemlich allen Kritikpunkten angenommen: Die Kameraleistung bei schlechten Lichtverhältnissen ist genauso besser geworden wie die Akkulaufzeit und die Ladegeschwindigkeit. Und natürlich wird das neue Z Flip4 vom schnellsten Android-Chipsatz angetrieben, dem Qualcomm Snapdragon 8+ Gen 1.

Das interne Dynamic AMOLED 2X- und das externe Super AMOLED-Display wurden dagegen vom Z Flip3 übernommen. Auch der Schutz gegen Wassereinbruch nach IPX8 ist weiter an Bord, eine Funktion, die nur Samsung in seiner dritten und vierten Generation von Foldables bietet. Auf dem Papier bringt das Galaxy Z Flip4 daher so ziemlich alles für ein echtes Flaggschiff mit – lediglich eine Zoomkamera fehlt. Ob es für eine Kaufempfehlung reicht, klärt unser Samsung Galaxy Z Flip4-Test.

Unboxing

Das Galaxy Z Flip4 kommt in einer ziemlich kompakten und leichten Box. Ein dünnes Papierfach beherbergt das USB-C-Kabel, die üblichen Anleitungen und das SIM-Tool. Und das ist auch schon alles.

In der Verkaufsverpackung befindet sich weder ein Ladegerät noch eine Hülle. Daher braucht man zumindest ein 25 Watt-Netzteil, um das Flip4 mit maximaler Geschwindigkeit aufladen zu können.

Design

Das Galaxy Z Flip4 sieht dem Flip3 sehr ähnlich, und das ist keine schlechte Sache. Samsung hat sich in diesem Jahr eher auf Designverfeinerungen als auf Innovationen und Änderungen konzentriert. Es hat jetzt härtere Gorilla Glass Victus+-Panels mit einem neuen matten Finish. Der Aluminiumrahmen wurde ebenfalls mit einem stärkeren Material und einem flacheren Profil verbessert. Das gilt auch für das Scharnier.

Aber die wahrscheinlich offensichtlichsten Änderungen sind die kleineren Einfassungen um den faltbaren Bildschirm, die das aktuelle Flip etwas kürzer machen. Samsung verbaut auch weiter die Schutzfolie auf dem faltbaren OLED-Display. Von einem Entfernen ist dringend abzuraten, da man dabei die Beschädigung des Bildschirms riskiert. Es gab schon Fälle, in denen Nutzer die Flip3-Folie entfernt haben und monatelang keine Probleme hatten. Genauso kann es aber auch passieren, dass das Display direkt danach den Geist aufgibt.

Normalerweise würden wir Schutzfolien entfernen, da sie schnell zerkratzen und dem Display einen Teil der Helligkeit nehmen. Zumindest scheint Samsung den Schutzfilm verbessert zu haben – er fühlt sich etwas glatter als beim Flip3 an und die Finger gleiten leichter darüber. Zwischen dem Film und dem Rahmen bleibt jedoch immer noch Staub hängen.

Auf der Rückseite des Galaxy Z Flip4 sieht man den dünneren Rahmen um die Gorilla Glass Victus+-Panels. Und statt eines matten Rahmens und glänzendem Glas gibt es in der aktuellen Version jetzt eine glänzende Rahmenoberfläche und mattes Glas.

Schließlich ist auch das neue Flip4 wasserdicht nach IPX8, was bedeutet, dass es bis zu 30 Minuten in 1,5 m tiefem sauberem Wasser durchhält. Das X bedeutet, dass es keinen Staubschutz gibt, daher ist es keine gute Idee, das Flip4 in den Sand zu legen. Die winzigen Partikel können sowohl das Scharnier als auch das Falt-Display beschädigen.

Das Display sieht selbst mit der Schutzfolie hervorragend aus – hell und farbenfroh und genau die richtige Größe für ein faltbares Smartphone. Die Falte in der Mitte ist vorhanden und am Anfang etwas störend, aber irgendwann gewöhnt man sich daran. Über dem Bildschirm, in den Rahmen geätzt, befindet sich die Hörmuschel, die auch als Stereolautsprecher fungiert.

Die Rückseite des Flip4 ist mit Gorilla Glass Victus+ bedeckt. Der untere Teil ist komplett bündig und leer, obwohl sich unter dem Glas die kabellose Ladespule befindet. Reverse Wireless Charging ist ebenfalls verfügbar. Die obere Hälfte besteht ebenfalls aus einem einzigen Glas, welches oben glänzend das externe Display und die Kameras schützt, während der Rest matt gehalten ist.

Das 1,9 Zoll große Super-AMOLED-Panel neben der Dual-Kamera ist ebenfalls das gleiche wie beim Flip3. Es kann die Uhr, verschiedene Benachrichtigungen, Widgets oder die Zeit bis zum vollständigen Aufladen anzeigen. Die Auflösung liegt weiter bei 512 x 260 Pixeln und die Aktualisierungsrate bei 60 Hz. Es unterstützt sowohl Touch-Steuerung als auch einen Always-on-Mode. Außerdem dient es natürlich als Sucher für Selfies mit den Hauptkameras. Plural, denn man kann jetzt mit beiden Kameras in voller Auflösung aufnehmen. Und das Ganze auch als Vollbild anzeigen, indem man zweimal auf den kleinen Bildschirm tippt.

Das interne Display wurde ebenfalls vom Z Flip3 übernommen. Das Dynamic AMOLED 2X-Panel hat eine Diagonale von 6,7 Zoll und die gleiche Auflösung von 2.640 x 1.080 Pixeln (426 ppi, 22:9). Es unterstützt eine dynamische Bildwiederholfrequenz von 120 Hz, HDR10+ und eine Spitzenhelligkeit von bis zu 1.200 Nits. Ein kleines Update seit dem Flip3 ist, dass die adaptive Bildwiederholfrequenz jetzt bis auf 1 Hz sinken kann.

Die Scharniergröße wurde seit dem Flip3 tatsächlich leicht reduziert, obwohl man das nur im direkten Vergleich mit dem Flip3 erkennt. Das Wichtigste am Scharnier – es funktioniert und klickt wunderbar und sollte mindestens 200.000 Zyklen durchhalten, bevor die ersten Verschleißspuren auftauchen. Außerdem gibt es keine festen Positionen – man kann das Flip4 in jedem gewünschten Winkel verwenden.

An der Oberseite des Rahmens sitzt ein einzelnes Mikrofon, zwei weitere, darunter das primäre, befinden sich unten in der Nähe des USB-C-Anschlusses und des zweiten Lautsprechers. Auf der linken oberen Seite ist der SIM-Slot zu finden. Die obere rechte Seite beherbergt die Lautstärke- und Einschalttasten. Der Powerbutton enthält auch den Fingerabdrucksensor, der im Test ausgezeichnete Arbeit leistete.

Das Samsung Galaxy Z Flip4 ist mit 165,2 x 71,9 x 6,9 mm etwa einen Millimeter kürzer als das Flip3. Mit 187 Gramm ist es außerdem 4 g schwerer als der Vorgänger.

Farbgenauigkeit

Die Farbeinstellungen auf den meisten Samsung-Smartphones werden auf ähnliche Weise gehandhabt. Es gibt zwei Farbmodi auf dem Z Flip4 – Lebendig und Natürlich. Dazu kann man die Farbtemperatur jeweils noch anpassen. Die Standardeinstellung ist Lebendig, was dem DCI-P3-Farbraum entspricht, und die Genauigkeit ist mit einem durchschnittlichen deltaE von 2,6 ausgezeichnet. Der Farbmodus Natürlich wechselt auf sRGB. Die Genauigkeit ist hier mit einem durchschnittlichen deltaE von 1,5 hervorragend.

Aktualisierungsrate

Das Galaxy Z Flip4-Display unterstützt zwei Modi für die Bildwiederholfrequenz – Adaptiv (bis zu 120 Hz) und Standard (fest bei 60 Hz). Adaptiv soll je nach angezeigtem Inhalt dynamisch zwischen 1 Hz und 120 Hz umschalten. Beispielsweise sollte 1 Hz für statische Bilder verwendet werden, um den Akku zu schonen.

Die Android 12-Support-APIs listen für das Galaxy Z Flip4 die folgenden Modi: 10 Hz, 24 Hz, 30 Hz, 48 Hz, 60 Hz, 96 Hz und 120 Hz. Die integrierte Bildwiederholfrequenzanzeige zeigte 24 Hz für statische Bilder und Filme, 60 Hz für einige Apps, die nicht mit 120 Hz kompatibel waren, und 48 Hz für einige Videos. Und natürlich waren 120 Hz für One UI und die meisten Apps und Spiele verfügbar.

Das ist offensichtlich nicht das von Samsung beschriebene Verhalten. Ein Blick auf das GPU Watch-Tool in den Entwickleroptionen zeigte, dass die Bildwiederholrate des Displays und die Bildrate, mit der die GPU neue Bilder ausgibt, nicht unbedingt identisch sind und das Handy beide Werte sowohl nach Inhalt als auch nach Aktivität variiert. So fiel das Display nie unter 24 Hz, die Bildrate sank dagegen bei statischen Inhalten auf die versprochenen 1 fps.

HDR und Streaming

Das Galaxy Z Flip4 unterstützt HDR10+-Inhalte und verfügt über Widevine L1 DRM. Amazon Prime und YouTube hatten keine Probleme beim Streamen von hochauflösenden HDR10-Inhalten. Auch Netflix gab HDR zuverlässig wieder.

Akku

Eines der bemerkenswertesten Flip4-Updates ist der größere 3.700 mAh-Akku. Die Zelle lädt jetzt mit 25 Watt auch etwas schneller. Das Galaxy Z Flip4 schnitt bei On-Screen-Tests sehr gut ab. Es schaffte 13:42h beim Surfen im Internet, gegenüber 10:00h auf dem Flip3. Die Videowiedergabezeit ist auf 14:19h gestiegen gegenüber 11:43 Uhr auf dem Flip3.

Ladegeschwindigkeit

Das Galaxy Z Flip4 unterstützt jetzt Schnellladen mit bis zu 25 Watt, man braucht allerdings das passende 25 Watt-Ladegerät von Samsung. Schnelles kabelloses Laden erreicht 15 Watt. Per Kabel erreichte unser Galaxy Z Flip4 in 30 Minuten einen Akkustand von 55%. Eine volle Ladung benötigt 75 Minuten – nicht gerade schnell, aber auch nicht katastrophal.

Lautsprecher

Das Galaxy Z Flip4 hat das gleiche Audio-Setup wie das Z Flip3. Es bietet Stereolautsprecher, bei denen die Hörmuschel den zweiten Kanal übernimmt. Das Smartphone schaltet je nach Ausrichtung im Querformat dynamisch zwischen dem linken und dem rechten Kanal um. Im Hochformat übernimmt der obere Lautsprecher den linken Kanal.

Beim Lautstärketest schnitt das Flip4 gut ab, im Vergleich zu einem sehr guten Ergebnis beim Z Flip3. Natürlich ist der obere Lautsprecher leiser und weniger basslastig als der untere. Abstimmung und Balance sind aber großartig. Die Audioqualität über die Lautsprecher ist zufriedenstellend. Stimmen und hohe Töne klingen gut. Bass ist auch vorhanden, aber weniger präsent als bei einigen anderen Handys.

Android 12 mit OneUI 4.1.1

Das Galaxy Z Flip4 läuft auf Android 12 mit Samsungs One UI. Damit kann man zum Beispiel ein Always-on-Display aktivieren. Es gibt allerdings keine separate Einstellung – ist das AOD auf dem Cover-Display aktiv, gilt das selbe für das Hauptdisplay. Das Cover-Display hat aber seine eigenen Uhrendesigns, die man auf Wunsch mit seiner Galaxy Watch abgleichen kann.

Swypen in alle vier Richtungen auf dem Cover-Bildschirm bewirkt unterschiedliche Dinge. Durch Wischen nach oben wird Samsung Pay gestartet, während durch Wischen nach unten schnelle Umschaltfunktionen angezeigt werden – WLAN, Bluetooth, Sound. Flugmodus, die Taschenlampe und eine Helligkeitseinstellung für das Cover-Display.

Rechts kommt man zu den Benachrichtigungen, durch die man dann nach oben und unten scrollen und die man auch erweitern kann. Links kommt man zu bis zu acht Widgets – Musikplayer, Wetter, Kalender, Wecker, Samsung Health, Diktiergerät, Direktwahl und Timer.

Cover-Display-Einstellungen

Durch zweimaliges Klicken auf den Powerbutton bei geschlossenem Flip4 wird die hintere Kamera aktiviert und das externe Display fungiert als Sucher. Durch Swypen wechselt man zwischen den Aufnahmemodi und Kameras. Doppeltippen auf den Bildschirm öffnet den Fotomodus und den Sucher in voller Größe, was beim Flip3 nicht möglich war.

Always-on funktioniert auch auf dem internen Display. Es ist die bekannte vereinfachte Version von One UI 3. Man kann zwischen einigen Uhrstilen wählen und Musikinfos werden ebenfalls unterstützt. Die Funktion kann immer aus, immer an, geplant sein, nur angezeigt werden, wenn neue Benachrichtigungen verfügbar sind oder nur für 10 Sekunden angezeigt werden.

Always-on-Display

OneUI 4 sieht noch sauberer aus als v.3.x, aber die Basics bleiben gleich. Es gibt einen Startbildschirm, Widgets, das Benachrichtigungscenter, den Task Manager und den App-Drawer.

Startbildschirme / App-Drawer / Task Manager / Benachrichtigungen / Schnelleinstellungen

Die Smart Widgets von Samsung können einige verschiedene Daten kombinieren und nehmen weniger Platz ein. Sie sind auch viel anpassbarer geworden. Die Samsung-Tastatur ist jetzt noch funktionsreicher und anpassbarer als je zuvor, mit mehr Emojis und Stickern.

Smart Widgets

Eine der neuen Funktionen von One UI 4 sind Farbpaletten, eine Implementierung der Hintergrundfarben von Android 12. Es gibt normalerweise vier Farbpalettenvorschläge zusätzlich zum standardmäßigen blau/schwarz von One UI. Diese werden automatisch von der Software ausgewählt, abhängig vom aktuellen Hintergrundbild. Die gewählte Farbe wird zur Hauptfarbe des neu erstellten Designs. Die Akzentfarben werden auf die Telefon-App, die Schnelleinstellungen, die App-Symbole und andere Elemente angewendet.

Farbpalette

Das Einstellungsmenü enthält ein neues Datenschutz-Dashboard. Hier gibt es einen schnellen Überblick, welche Apps welche Datenschutz-relevanten Berechtigungen verwenden. Man kann die Kamera steuern und den Zugriff über Apps hinweg regeln, sich für Benachrichtigungen über den Zugriff auf die Zwischenablage entscheiden (nützlich, wenn man Passwörter, Sozialversicherungsnummern, IBANs etc. kopiert) und es gibt natürlich einen vollwertigen Berechtigungsmanager.

Datenschutz-Dashboard

DeX unterstützt das Galaxy Z Flip4 nicht. Es gibt jedoch eine Link to Windows-Funktion, die eine Schnittstelle zwischen PC und Handy bietet, sodass man Bilder kopieren, Benachrichtigungen verwalten oder sogar Anrufe vom PC aus tätigen kann.

Eine weitere Option in dieser Richtung sind Continuity-Apps auf anderen Geräten. Dazu muss man auf beiden Geräten im selben Samsung-Konto angemeldet sein, sie mit demselben WLAN-Netzwerk mit aktiviertem Bluetooth verbinden und den Samsung-Internetbrowser oder Samsung Notes verwenden. Dann kann man Text und Bilder kopieren und einfügen und dieselben Tabs im Browser öffnen.

Edge-Panels / Galerie / Dateimanager

Zu den weiteren langjährigen proprietären Samsung-Funktionen gehören die Edge-Panels. Die Panels werden per Swype von der Seite angezeigt. Sie bieten Tools und Verknüpfungen zu Apps und Kontakten. Der Game Launcher, Samsungs Spiele-Hub, ist auch weiter an Bord. Es gibt einen internen Browser (Samsung Internet), der für viele der erweiterten S Pen-Funktionen von entscheidender Bedeutung ist, sowie einen einigermaßen leistungsstarken Dateimanager. Die Samsung Galerie ist auch weiter an Bord.

Labs / Flex-Modus off/on

Schließlich teilt der Flex-Modus des Flip4 bei teilweiser Entfaltung (zwischen 75 und 115 Grad) die Benutzeroberfläche einer App. Oben wird dann die Vorschau angezeigt, während man unten mit der App interagiert, wie in der Kamera-App oben zu sehen. Einige Apps unterstützen es nativ, wie YouTube oder Samsungs eigene Galerie und Kalender. Für andere kann man ein generisches Bedienfeld für den Flex-Modus erzwingen.

CPU / Leistung

Das Galaxy Z Flip4 läuft auf dem aktuellsten Qualcomm-Chipsatz, dem Snapdragon 8+ Gen 1. Zu den wichtigsten Verbesserungen gehören die bessere Effizienz und eine geringfügige Leistungssteigerung, was man zum Beispiel beim ROG Phone 6 Pro oder dem großen Bruder Galaxy Z Fold4 sehen konnte. Dasselbe gilt für Grafiktests – die Adreno 730-GPU gehört zu den aktuell stärksten mobilen GPUs.

Das Galaxy Z Flip4 hat grundsätzlich 8 GB RAM unter der Haube. Dazu kommen 128, 256 oder 512 GB UFS 3.1-Speicher. Das Flip4 bietet aber viel weniger Platz für das Mainboard und den Chipsatz als herkömmliche Smartphones und damit auch für passende Kühlung. Drosselung ist somit ein größeres Problem als bei anderen Smartphones.

GeekBench 5 Single-Core-Test

GeekBench 5 Multi-Core-Test

Die AnTuTu-Ergebnisse sind etwas niedriger als bei anderen Geräten mit ähnlicher Hardware. Das liegt daran, dass das Flip4 aufgrund der thermischen Einschränkungen die Hardware stärker drosselt.

AnTuTu 9-Test

In unseren Spieletests zeigten sich auch in längeren Sessions keine Einschränkungen. Einige Titel liefen sogar mit mehr als 60 fps. Lässt man es dagegen wirklich drauf ankommen und simuliert über einen längeren Zeitraum 100% CPU-Last, hält das Z Flip4 seine maximale Leistung für etwa 5 Minuten aufrecht. Danach schlägt die Drosselung zu und die Leistung bricht zusammehn. Das gleiche gilt für die GPU.

Kamera: Fotos

Das Samsung Galaxy Z Flip4 verfügt über ein Dual-Kamera-Setup auf der Rückseite und eine einzelne Selfie-Kamera auf dem faltbaren Display. Alle drei Kameras haben die gleichen Auflösungen wie beim Flip3 – eine 12 Megapixel-Primärkamera und eine 12 Megapixel-Ultrawide-Kamera außen und eine 10 Megapixel-Kamera innen. Es gibt jedoch ein Upgrade – die Hauptkamera verfügt jetzt über einen größeren Sensor mit einem anderen Objektiv.

Die Hauptkamera des Galaxy Z Flip4 verwendet einen Samsung S5K2LD-Sensor hinter einem 24 mm-Objektiv mit Blende f/1,8. Dies ist derselbe Sensor, der unter den Galaxy S20- und Galaxy S21-Hauptkameras steckt. Er verteilt große 1,8 µm-Pixel auf einem 1/1,76 Zoll-Sensor. Eine ziemlich anständige Verbesserung gegenüber den 1,4 µm-Pixeln und dem 1/2,55 Zoll-Sensor der letzten Generation. Außerdem ist Dual Pixel PDAF an Bord und optische Stabilisierung.

Das Ultrawide basiert auf dem gleichen 13 Megapixel-Sony IMX258-Sensor wie beim Flip3, ein 1/3,06 Zoll großer Chip mit 1,12 µm großen Pixeln. Die Auflösung liegt bei 12 Megapixeln und die Blende bei f/2,2. Die innere Selfie-Kamera basiert auf dem 10 Megapixel-S5K3J1-Sensor von Samsung, der ebenfalls aus der Galaxy S20-Serie stammt. Es handelt sich um einen 1/3 Zoll-Sensor mit 1,22 µm-Pixeln, der unter einem 25 mm-Objektiv mit Blende f/2,4 sitzt. Der Fokus ist fest.

Kamera-App

Die Kamera-App auf dem Flip4 ist zum größten Teil identisch mit dem, was man bei jedem anderen aktuellen Samsung-Handy bekommen würde. Es gibt aber ein paar Änderungen, um den Formfaktor des Flip4 zu nutzen. Die Grundlagen sind wie gewohnt – durch Wischen nach links und rechts wird zwischen den verfügbaren Modi gewechselt, die man auch neu anordnen kann. Vertikales Swypen in beide Richtungen wechselt zwischen Front- und Hauptkamera.

Am Sucher gibt es zwei Zoomstufen – 0,5x und 1x. Per Pinch-Geste kommen die restlichen zum Vorschein – 2x, 4x und 10x. Der Sucher verfügt über die Standardsymbole mit dem Einstellungszahnrad in der oberen linken Ecke des Bildschirms. Die üblichen Dinge wie Gitterlinien, Standortdaten usw. findet man im Menü. Exklusiv beim Flip gibt es ein kleines Symbol in der oberen rechten Ecke, mit dem man das Cover-Display für Sucherzwecke aktivieren kann.

Der Pro-Modus liefert die volle Kontrolle über ISO (50-3.200), Verschlusszeit (1/12.000s – 30s oder bis zu 0,5s beim Ultrawide), manuellen Fokus (mit Peaking) und den Weißabgleich (nach Lichttemperatur, mit Symbolen neben der Zahl, die einer gemeinsamen Lichtquelle entspricht). Messmodus und AF-Bereichsoptionen sind ebenfalls verfügbar, ebenso wie eine Reihe von Bildsteuerungen für Kontrast, Sättigung und so weiter. Ein Live-Histogramm ist wie üblich nirgends zu finden.

Kamera-App im Flex-Modus

Ein wichtiger Flip4-spezifischer Punkt ist die Option, den Sucher in jeder Hälfte des Displays zu haben. Besonders nützlich ist die Option, ihn in den unteren Bereich zu verschieben und das halb zusammengeklappte Telefon für Aufnahmen auf Hüfthöhe oder über dem Kopf zu verwenden.

Wenn das Flip4 zugeklappt ist, kann man die Kamera per Doppeltipp auf den Powerbutton starten und das Coverdisplay als Sucher verwenden. Sideswipes wechseln zwischen Standbildern und Video, während Wischen nach oben oder unten zwischen der Haupt- und der Ultrawide-Kamera umschaltet. Der einzige Haken ist, dass das Display im Gegensatz zur Hochformatposition beider Sensoren im Querformat ausgerichtet ist.

Samsung hat sich für einen zentralen Ausschnitt von den Sensoren entschieden, damit das Display vollständig ausgefüllt ist. Ein weiteres Doppeltippen auf den kleinen Bildschirm zoomt aber heraus und zeigt das volle Bild. Quadratische Bilder, eine Besonderheit der Flip-Serie, stehen aber optional auch weiter zur Verfügung. Standardmäßig ist das Seitenverhältnis 4:3 für Fotos und 16:9 für Videos.

Bildqualität bei Tageslicht

Die 12 Megapixel-Fotos der Hauptkamera bei Tageslicht sind hervorragend. Es gibt viele aufgelöste Details und geringes Rauschen. Die Verarbeitung ist kompetent und liefert ein ausgewogenes und natürliches Aussehen. Der Kontrast ist großartig und der Dynamikbereich gut, aber nicht übertrieben, da Auto HDR nicht darauf aus ist, jeden Schatten aufzuhellen. Die Samsung-typische Lebendigkeit der Farben ist auch vorhanden, aber nicht zu extrem.

Dank des größeren Sensors der Hauptkamera ist die Bildqualität bei Tageslicht definitiv besser als beim Vorgänger. Bäume oder Gras zeigen mehr Details. Der Unterschied ist nicht groß, aber sichtbar.

Die 12 Megapixel-Fotos der Ultrawide-Kamera sehen gut aus und sind überraschend detailliert. Die Schärfe geht ebenfalls in Ordnung, kann aber nicht mit der Hauptkamera mithalten. Die automatische Verzerrungskorrektur ist gut, obwohl die Ecken nicht so scharf sind wie die Mitte. Farben, Kontrast und Dynamikbereich entsprechen der Hauptkamera und können auf ganzer Linie überzeugen.

Selfies

Dank des externen Displays kann und sollte die Hauptkamera für Selfie-Zwecke verwendet werden, da sie Autofokus, eine höhere Auflösung, OIS und bessere Sensoren bietet. Die Bilder sind absolut gelungen mit toller Schärfe und großem Dynamikbereich. Dank der f/1,8-Blende muss man keine Unschärfe simulieren, da man natürliches Bokeh bekommt. Für Flip4-Selfies ist die Hauptkamera in Kombination mit dem externen Display daher die beste Option.

Wenn man den Hintergrund noch mehr verwischen möchte, kann man jederzeit den Porträtmodus aktivieren. Natürlich sind auch Ultraweitwinkel-Selfies möglich. Dabei sollte man das Handy aber so weit wie möglich weg halten, sonst werden die Motive unscharf.

Bildqualität bei schwachem Licht

Das Galaxy Z Flip4 bietet den automatischen Nachtmodus als Teil des Standard-Fotomodus. Nach unserer Erfahrung führt daran bei schwachem Licht kein Weg vorbei, daher sind alle Aufnahmen mit dem automatischen Nachtmodus entstanden. Es gibt genug Details, die Rauschunterdrückung leistet hier gute Arbeit, und der Dynamikbereich ist ziemlich gut. Die Belichtung ist in allen Szenen großartig, auch wenn der Algorithmus gerne mal für Fotos sorgt, die heller als in der Realität sind. Die Farbsättigung ist hervorragend.

Samsung hatte im Vergleich zum Flip3 in Sachen Kameraleistung vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen eine Verbesserung versprochen. Und hat Wort gehalten. Die Bilder des Flip4 sind schärfer, zeigen mehr Details, weniger Rauschen und etwas bessere Farben.

Der automatische Nachtmodus funktioniert auch bei der Ultrawide-Kamera. Er speichert helle Fotos mit gutem Dynamikumfang, hellem Himmel und angenehmer Farbsättigung. Auto HDR hilft ebenfalls. Die Details kommen dagegen nicht gut heraus und was übrig bleibt, wird zusätzlich von der Rauschunterdrückung durch die Mangel genommen.

Da es kein dediziertes Zoom-Objektiv gibt, werden die restlichen Bilder in 2x, 4x und 10x lediglich vom Hauptsensor hochskaliert. Für einen Schnappschuss geht die Qualität in Ordnung, mehr aber auch nicht.

Kamera: Videos

Die Hauptkamera des Galaxy Z Flip4 nimmt Videos mit bis zu 4K bei 60 fps auf. Die Ultrawide- und Selfie-Kameras erreichen maximal 4K bei 30 fps. Optische Stabilisierung ist nur bei der Hauptkamera verfügbar, während die elektronische Stabilisierung auf Wunsch allen Kameras unter die Arme greift. Einmal aktiviert liefert EIS hervorragende Arbeit bei der Stabilisierung des Filmmaterials auf Kosten eines etwas kleineren Sichtfelds und etwas weniger Schärfe.

Das 4K-Material läuft bei Verwendung des h.264-Codecs mit einer Videobitrate von 48 Mbit/s. Die Audio-Bitrate beträgt etwa 256 kbps. Der Ton ist Stereo.

Das 4K-Material der Hauptkamera sieht ausgezeichnet aus. Die Detailauflösung und der Kontrast sind hoch, die Farben lebensecht und der Dynamikbereich gut, aber nicht übertrieben. Die Verarbeitung weiß ebenfalls zu gefallen – Laub, Gebäude oder Menschen sehen allesamt natürlich aus.

Die 4K-Videos der Ultrawide-Kamera sind solide. Sie bieten auch viele Details und Farben, Kontrast und Dynamikumfang entsprechen der Hauptkamera. Die Ecken sind etwas weich, aber das lässt sich bei einem 13 mm-Objektiv nicht vermeiden. Insgesamt sind die 4K-Clips der Ultrawide-Kamera sehr gut.

Als letztes noch unser üblicher Actionvideo-Test gegen eine GoPro-Actioncam. Wirklich mithalten kann das Galaxy Z Flip4 hier nicht, trotz aktiviertem OIS und EIS. Es schlägt sich aber auch nicht schlecht.

Alternativen

Das neue Flip4 startete mit einer UVP von 1.099 Euro, was auf Flaggschiffniveau liegt, aber deutlich günstiger als die 1.799 Euro für ein Fold4 ist. Man könnte sagen, dass der Preis angemessen ist. Die offensichtlichste und günstigere Alternative ist das Galaxy Z Flip3, welches in unserem Preisvergleich rund 150 Euro weniger als das Flip4 kostet. Es ist so ziemlich das gleiche Gerät, aber mit kürzerer Akkulaufzeit, langsamerer Ladegeschwindigkeit und einer etwas schlechteren Kamera.

Das Motorola Razr 2022 ist seit drei Wochen auch in Deutschland erhältlich, kostet aktuell aber noch deutlich über 1.000 Euro. Es basiert auf einem faltbaren 6,7 Zoll-Display, genau wie das Flip4, hat aber 1B-Farben und eine Bildwiederholfrequenz von 144 Hz. Der Chipsatz ist derselbe und das Kameraerlebnis ist ähnlich. Das Razr hat ein größeres externes Display, das im geschlossen Zustand einfacher zu bedienen ist.

Die restlichen Foldables, wie das Galaxy Z Fold4, kommen mit deutlich größeren Abmessungen. Gerade das Fold4 hat eins der größten OLED-Displays überhaupt auf einem Smartphone und einer Under-Display-Kamera für Video-Chats. Dazu kommen vier weitere Kameras, und das externe Display gehört zu den aktuell besten auf dem Markt. Es ist aber dick (16 mm) und schwer (263 g), davon abgesehen gibt es nichts auszusetzen. Nicht umsonst steht es gerade auf Platz 1 unserer Kaufberatung.

Xiaomi hat dieses Jahr das Mix Fold 2 angekündigt, welches noch dünner als das Fold4 ist. Die Displays sind noch etwas größer und das Kamera-Setup wird von Leica unterstützt. Es hat ein schlankeres Design und lädt schneller, ist aktuell aber nur in China zu kaufen.

Samsung Galaxy Z Flip3 5G / Motorola Razr 2022 / Samsung Galaxy Z Fold4 / Xiaomi Mix Fold 2

Wer das Flip4 wegen seiner kompakten Form im Auge hat, sollte vielleicht auch einige der derzeit erhältlichen kleineren Flaggschiffe in Betracht ziehen. Wie das Galaxy S22, welches man neu bereits für unter 600 Euro bekommt. Es verfügt über ein 6,2 Zoll großes Dynamic-AMOLED-2X-Display, leistungsstarke Hardware und eine Dreifachkamera inklusive 3x-Tele auf der Rückseite.

Das 800 Euro teure Zenfone 9 ist mit einem 5,9 Zoll großen 120-Hz-Super-AMOLED-Display, dem neuesten Snapdragon-Chipsatz und einer ähnlichen Dual-Kamera inklusive hochwertigem Digital-Zoom sogar noch kleiner. Das Zenfone 9 bietet außerdem eine hervorragende Akkulaufzeit.

Außerdem gibt es das Apple iPhone 13 mini mit seinem 5,4 Zoll-Display, das kleinste Flaggschiff auf dem Markt. Es ist derzeit das leistungsstärkste kleine Telefon der Welt, und der einzige Nachteil ist das 60 Hz-OLED-Display.

Samsung Galaxy S22 / Asus Zenfone 9 / Apple iPhone 13 mini

Fazit

8.7Bewertung
Test-Fazit Samsung Galaxy Z Flip4

Im Test punktete das Samsung Galaxy Z Flip4 mit einem sehr guten Display, dem aktuell schnellsten Chipsatz und dem kompakten Formfaktor.

Design / Ergonomie
9
Display
9
CPU / Leistung
10
Akku
8
Kamera Fotos
8
Kamera Videos
8
Pro
  • hervorragendes faltbares Display: hell, farbgenau, 120 Hz, HDR
  • exzellentes Design, Victus+-Glas, robustes Aluminium
  • Snapdragon 8+ Gen 1-Chipsatz
  • sehr gutes Allround-Kamera-Setup
  • verbesserte Akkulaufzeit, schnelleres Aufladen
  • wasserdicht nach IPX8
Kontra
  • unter 100% CPU/GPU-Last wird stark gedrosselt
  • kein Ladegerät im Karton
  • Cover-Display mit ungenutztem Potential
  • keine DeX-Unterstützung.


Das Galaxy Z Flip hat sich in nur wenigen Generationen von einer Modeerscheinung zu einem ausgewachsenen Flaggschiff entwickelt. Das Flip4 ist das, was das Flip3 von Anfang an hätte sein sollen – ein leistungsstarkes faltbares Smartphone mit sehr guter Kameraleistung und anständiger Akkulaufzeit.

Es ist aber auch nicht fehlerfrei. Es dauert eine Weile, bis man sich an sein Design und seinen Formfaktor gewöhnt hat. Außerdem muss man mit der Falte und der Kunststoff-Displayschutzfolie über dem Display leben. Dazu kommt starke Drosselung unter Dauerlast. Und es gibt keine Zoomkamera.

Die vierte Generation des Z Flip rückt die Serie aber in eine helle Zukunft und macht mit der aktuell zur Verfügung stehenden Technik alles richtig. Wer ein einzigartiges Telefon besitzen möchte, welches klein und dennoch leistungsfähig ist, kommt am Samsung Galaxy Z Flip4 aktuell nicht vorbei.

Preis-/Leistung
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Stefan Andres

Stefan Andres

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