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Vivo Y72 5G-Test

Während die X-Serie von Vivo für High-End-Smartphones steht, bedienen die Y-Modelle die Einstiegs- und Mittelklasse. So auch das Vivo Y72 5G, was unter den Handys bis 300 Euro für Furore sorgen will. Im Vergleich zur Konkurrenz versucht Vivo mit 5G und einer sehr langen Akkulaufzeit zu punkten. Im Test musste das Y72 5G zeigen, wie gut das Konzept funktioniert.

Unboxing

Die kleine Verpackungsbox des Vivo V72 5G enthält alles, was man braucht. Das Ladegerät liefert maximal 18 Watt und wird mit dem mitgelieferten USB-Typ-A-zu-Typ-C-Kabel verbunden. Ein Headset mit Klinkenanschluss ist ebenfalls enthalten. Einen Adapter braucht man nicht, da das V72 noch eine 3,5 mm-Buchse mitbringt. Eine durchsichtige Schutzhülle aus Silikon rundet das Paket ab.

Design und Verarbeitungsqualität

Das Vivo Y72 5G liegt mit seinen abgerundeten Ecken und Kanten gut in der Hand. Mit Abmessungen von 164 x 75 x 8,5 Millimetern gehört es bereits zu den größeren Handys. Das Display misst 6,58 Zoll und ist vor allem an der Unterseite von einem deutlich sichtbaren Rand umgeben. Mit einem Gewicht von 193 Gramm fühlt es sich leicht an und liegt angenehm in der Hand.

Die Rückseite ist aus Kunststoff. Das hinterlässt haptisch einen weniger hochwertigen Eindruck, optisch merkt man es dem Smartphone aber nicht an. Das glänzende Finish auf der Rückseite wirkt eher hochwertig, ist allerdings sehr anfällig für Fingerabdrücke. Die Lautstärkewippe und der Powerbutton mit integriertem Fingerabdrucksensor sind ebenfalls sauber verarbeitet und haben einen guten Druckpunkt.

Vivo Y72 5G Unboxing

Das Kameramodul steht nur leicht hervor. Nutzt man die beiliegende transparente Schutzhülle, liegt das Handy fast flach auf. Weniger schick kommt die Waterdrop-Notch mit der Frontkamera daher. Auch in dieser Preisklasse findet man bereits dezentere Lösungen mit einem Punchhole. Gegen Staub und Wasser ist das Y72 5G nur durch eine IP52-Zertifizierung geschützt. Für die Preisklasse geht das aber in Ordnung.

Display

Das IPS-LCD-Display des Vivo Y72 5G hat eine Auflösung von 2.408 x 1.080 Pixeln und eine Diagonale von 6,58 Zoll. Daraus ergibt sich eine Pixeldichte von 402 ppi – ein guter Wert für den Preis. Die Abdeckung der Farbräume ist in Ordnung: 137 Prozent des Standard-RGB-Farbraums werden abgedeckt und 100 Prozent des DCI-P3-Farbraums. Die Kontraste können nicht ganz überzeugen und natürlich nicht mit einem OLED-Display mithalten. Zudem leidet die Lesbarkeit LCD-typisch bei größeren Blickwinkeln.

Die Bildwiederholfrequenz des Y72 5G beträgt nur 60 Hz. In dieser Preisklasse gibt es bereits Modelle, die mit 90 oder sogar 120 Hz arbeiten, was eine deutlich flüssigere Darstellung ermöglicht. Die maximale Helligkeit liegt bei 430 Nits, ein durchschnittlicher Wert für ein LCD-Panel. Bei direkter Sonneneinstrahlung kann es daher zu Problemen bei der Ablesbarkeit kommen.

CPU / Leistung

Vivo hat sich mit dem MediaTek Dimensity 700 für einen guten Allround-Chipsatz entschieden. Die Leistung liegt auf dem Niveau der Konkurrenz und in einigen Bereichen sogar etwas höher. Auch die GPU lieferte genug Leistung für den täglichen Gebrauch. Lediglich regelmäßige Zocker dürften sich mehr Performance wünschen.

Der UFS-2.1-Speicher arbeitete ebenfalls sehr schnell, genauso wie die für diese Preisklasse üppigen 8 GB RAM. Der interne Speicher beträgt 128 GB und kann mit einer MicroSD-Karte erweitert werden. Die Speicherkarte belegt einen Platz im Hybrid-Slot, ein gleichzeitiger Dual-SIM-Betrieb ist daher nicht möglich. Der Chipsatz verfügt außerdem über ein 5G-Modem, Wifi 5, Bluetooth 5.1 und NFC. Der USB-C-Port unterstützt nur maximal USB 2.0, alles andere wäre aber auch eine Überraschung gewesen.

Akku

Der 5.000 mAh-Akku passt ebenfalls ziemlich gut in diese Preisklasse. Im Surftest per WLAN schafften wir fast 18 Stunden, im Video-Dauertest im Flugmodus über 21 Stunden. Bei normaler Nutzung waren immer mindestens zwei Tage Laufzeit möglich. Ist der Akku schließlich leer, vergehen mit dem mitgelieferten 18 Watt-Ladegerät fast zwei Stunden für eine vollständige Ladung. Das kann die Mittelklasse-Konkurrenz teilweise deutlich besser. Kabelloses Laden ist nicht an Bord, für den Preis aber auch nicht zu erwarten.

Lautsprecher

Dank Vivos Audio-Boost-Modus kann der Mono-Lautsprecher am unteren Rand bei Bedarf recht laut werden. Der Klang ist ordentlich mit etwas zu präsenten Höhen. Am Ende des Tages bleibt es aber Mono-Klang. Externe Lautsprecher können über die 3,5 mm-Klinkenbuchse oder Bluetooth angeschlossen werden. Es gibt aber keinen aptX-Standard für besseren Sound.

Kamera: Fotos

Das Y72 verfügt über eine 64 Megapixel-Hauptkamera mit Blende f/1,79, einen 8 Megapixel-Ultra-Weitwinkel mit f/2,2 und eine 2 Megapixel-Makrokamera mit f/2,4. Die Hauptkamera kombiniert per Pixel-Binning vier Pixel zu einem, was in 16 Megapixel-Fotos resultiert. Die Frontkamera löst ebenfalls 16 Megapixel durch eine f/2,0-Blende auf.

Kamera-App

Bildqualität bei Tageslicht

Tageslicht-Aufnahmen 0,6x / 1x / 2x mit aktivierter KI-Szenarienerkennung

Bei Tageslicht gelingen mit dem Hauptobjektiv schöne Fotos. Die Details sind gut erhalten, die Farben natürlich. Die Kontraste und der Dynamikumfang könnten aber besser sein. Die Schwächen zeigen sich naturgemäß vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen. Ein Nachtmodus bringt etwas mehr Licht ins Dunkel, ist am Ende aber auch an die Sensorgrößen gebunden.

Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen

Die Ultra-Weitwinkel-Kamera knipst ebenfalls Bilder mit ordentlichem Dynamikumfang und lebendigen Farben. Die Bilddetails sind aber entsprechend der geringeren Auflösung von 8 Megapixeln eingeschränkt. In die Bilder hineinzuzoomen sollte man möglichst vermeiden.

Makros

Das Makroobjektiv hat ebenfalls seine Grenzen. Bei ausreichend Licht produziert es aber brauchbare Aufnahmen, die die anderen beiden Kameras nicht liefern könnten.

Selfies

Die Frontlinse macht ebenfalls einen ordentlichen Job und schießt Selfies mit ausreichender Detailgenauigkeit. Im Portraitmodus lässt der Bokeh-Effekt etwas zu wünschen übrig. Der Hintergrund erstrahlt eher in einzelnen Pixeln als in sanfter Unschärfe.

Kamera: Videos

Ohne optische Bildstabilisierung sollte man von den Videos nicht zuviel erwarten. Zudem sind Aufnahmen der Hauptkamera bei maximal 1080p mit 60fps begrenzt. Das Ultrawide-Objektiv speichert maximal 1080p bei 30fps.

0,6x Ultra-Weitwinkel 1080p 30fps

Weitwinkel / 2x Digitalzoom 1080p 60fps

Vivo Y72 5G vs. GoPro Hero 8 Black Action-Video

Alternativen

Das Vivo Y72 5G kam mit einer UVP von 299 Euro auf den Markt. Das Handy ist mittlerweile zu Straßenpreisen ab etwa 250 Euro erhältlich. Die Konkurrenz in diesem Segment ist enorm und bietet zum Teil deutlich bessere OLED-Displays, wie zum Beispiel das Xiaomi Redmi Note 10 Pro oder das Mi 11 Lite 5G. Wer öfter mal zockt, ist mit dem Xiaomi Poco X3 Pro mit Snapdragon 860-Prozessor sehr gut beraten.

Test-Fazit Vivo Y72 5G

Design / Ergonomie - 8
Display - 7
CPU / Leistung - 6
Akku - 9.5
Kamera: Fotos - 6.5
Kamera: Videos - 6

7.2

Testurteil

Im Test punktete das Vivo Y72 5G mit einem guten Display, sehr langer Akkulaufzeit und drei soliden Kameras.

Pro

  • scharfes Display
  • zuverlässiger Chipsatz
  • gute Hauptkamera
  • sehr gute Akkulaufzeit

Kontra

  • nicht wasserdicht
  • keine Stereolautsprecher
  • dunkles Display mit nur 60 Hz
  • Kameras bei wenig Licht enttäuschend

Das Vivo Y72 5G ist ein solides Mittelklasse-Smartphone mit schickem Design und guter Verarbeitung. Der größte Pluspunkt ist die sehr lange Akkulaufzeit. Außerdem werden 5G-Netzwerke unterstützt, was in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit ist. Die Kamera und das Display schlagen sich ebenfalls ordentlich.

Vivo Y72 5G-Preisvergleich

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