Android-Tests

Xiaomi Poco M3-Test

Vergessen Sie iPhones, Galaxys, Redmis und so weiter. Lernen Sie das heißeste Smartphone der Saison kennen – das Poco M3. Alle reden zu Recht über dieses Modell der von Xiaomi unterstützten Marke. Es hat alles, was man braucht, um ein Bestseller zu werden – gutes Aussehen, ein schönes Display, einen bärenstarken Akku, Stereolautsprecher und ein leistungsfähiges Kamera-Setup. Und all das zu einem äußerst konkurrenzfähigen Preis.

Poco ist mittlerweile eine unabhängige Marke von Xiaomi, obwohl Xiaomi immer noch alles herstellt, was Poco entwirft. Sogar bis auf die Software, die auf Poco-Handys läuft, oder die Ladegeräte, die sie verwenden – alles stammt von Xiaomi. Aber Xiaomi oder nicht, das Poco M3 hat das typische ausgezeichnete Preis-/Leistungsverhältnis, das wir von vielen Xiaomi- und Poco-Handys schon kennen. Zu dem günstigen Preis hätte man erwartet, dass die technischen Daten hier und da zu wünschen übrig lassen, aber das Poco M3 scheint auf dem Papier erstmal alle Kriterien zu erfüllen. Es verfügt über ein großes 1080p-Display, einen guten Chipsatz, alle Arten von Konnektivität und Stereolautsprecher. Dazu kommt ein beeindruckender Akku mit einer Kapazität von 6.000 mAh und QuickCharge. Das passende Schnellladegerät ist im Lieferumfang enthalten.

Die Dreifachkamera auf der Rückseite ist wahrscheinlich das einzige Bauteil, dem man den günstigen Preis anmerkt. Ein 48 Megapixel-Sensor unter der Primärkamera wird von einem Makro- und einem Tiefensensor begleitet – ein Tele-Objektiv sucht man vergeblich. Es gibt auch kein 4K-Video, nur 1080p. Für den Preis bekommt man dennoch sehr viel Optik fürs Geld. Als Betriebssystem kommt Android 10 mit MIUI 12 zum Einsatz. Es gibt nicht viele Unterschiede zum Standard-MIUI 12, dementsprechend kann man auch mit der üblichen MIUI-Update-Politik rechnen. Eine Ultrawide-Kamera und Schutz vor Wassereinbruch sind die einzigen Dinge, die auf dem Datenblatt fehlen. Dürfte ein interessanter Test werden.

Poco M3 Unboxing

Das Poco M3 wird in einer dunkelgelben Schachtel geliefert. Neben dem Handy sind ein USB-Kabel und ein 22,5 Watt-QC3-Ladegerät von Xiaomi enthalten. Das Poco M3 unterstützt Schnellladen bis 18 Watt, sodass der 22,5 Watt-Adapter leicht überdimensioniert ist. Ein SIM-Auswurfwerkzeug, eine transparente Silikonhülle und eine Displayschutzfolie sind ebenfalls enthalten. Tiefer unten in der Schachtel finden sich noch drei Poco-Armbänder – ein geflochtenes und zwei Silikonarmbänder in den typischen Gelb- und Schwarztönen der Marke.

Design, Verarbeitungsqualität, Handhabung

Das Poco M3 ist keine überarbeitete Version eines Xiaomi Redmi-Telefons. Es wurde exklusiv von Poco entworfen und hat sein eigenes, einzigartiges Design. Und das hat sehr gut funktioniert: Das Poco M3 liegt optisch über seiner Preisklasse. Dank der intelligenten Auswahl an Materialien und Akzenten sieht es alles andere als billig aus. Die Lünetten sind klein, es gibt eine wassertropfenförmige Frontkamera und alles ist mit einem flachen Stück Gorilla Glass 3 bedeckt.

Die Rückseite besteht aus Kunststoff und ist zum Rahmen hin leicht gebogen. Die Struktur erinnert an Kunstleder und sieht auf dem Poco M3 gut aus, egal, ob in der schwarzen, gelben oder blauen Variante. Sie ist sehr griffig und widerstandsfähig gegen Fingerabdrücke. Ebenfalls auf der Rückseite befindet sich unter einem massiven Stück schwarzem Glas das Kamera-Setup und das große Poco-Logo.

Der dicke Kunststoffrahmen hat ein mattes Finish. Die länglichen Teile sind nicht flach, sondern spitz, was möglicherweise nicht die beste Form für einen guten Griff im Querformat ist. Auf der Vorderseite dominiert das 6,53 Zoll große 1080p-IPS-LCD-Display. In der Mitte befindet sich die 8 Megapixel-Selfie-Kamera. Darüber sitzt ein sehr dünnes Gitter, das den oberen Lautsprecher verbirgt. Eine Benachrichtigungs-LED sucht man vergeblich.

Die untere Blende ist dicker als die anderen – das ist bei LCD-Bildschirmen üblich, da sich der Bildschirmtreiber unter diesem Teil befindet. Die Dreifachkamera und der LED-Blitz befinden sich auf der Rückseite und teilen sich ein Stück schwarzes Glas, das mit dem Poco-Logo etwas aus einem größeren Glas herausragt. Auf der linken Seite befindet sich der Triple-Card-Steckplatz. Auf der rechten Seite sitzen die Lautstärketasten und der Netzschalter, der auch als permanent aktivierter und sehr schneller Fingerabdruckscanner fungiert. Er lässt sich allerdings auf die Option „Press to scan“ umschalten, wodurch beim Greifen / Handhaben des Handys keine Fehler auftreten.

Im oberen Teil des Poco M3 befinden sich einer der Stereolautsprecher, die 3,5 mm-Audiobuchse, der IR-Sender und ein Mikrofon. In der Tat bietet das Poco M3 vollwertige Stereolautsprecher an den Seiten, anstatt wie viele Flaggschiffe den Ohrhörer als sekundäre Box zu verwenden. Unten schließlich sind der andere Stereolautsprecher, das Hauptmikrofon und der USB-C-Anschluss verbaut.

Zu den Abmessungen: Das Poco M3 misst 162,3 x 77,3 x 9,6 mm und wiegt 198 Gramm. Es ist nicht das dünnste Telefon, aber es ist auch kein Klops. Angesichts des 6.000 mAh-Akkus im Inneren sind die Maße angemessen. Unsere einzige Beschwerde betrifft die Form des Rahmens – sein spitzes Design kommt dem Handling des Handys beim Aufheben nicht entgegen. Das mitgelieferte Case kann dieses Problem jedoch direkt lösen.

Display

Das Poco M3 verfügt über ein großes 6,53 Zoll-IPS-LCD-Display mit einer wassertropfenförmigen Kerbe oben, um Platz für die Selfie-Kamera zu schaffen. Die Auflösung liegt bei etwas mehr als 1080p – 2.340 x 1.080 Pixel, um genau zu sein. Daraus ergibt sich eine Pixeldichte von 395 ppi – ein guter Wert für ein so günstiges Handy. Das Display ist mit Gorilla Glass 3 geschützt, aber Poco legt dem M3 auch wie bereits erwähnt eine Displayschutzfolie bei. Das Kontrastverhältnis pendelte sich 1500:1 ein bei einer nominalen maximalen Helligkeit von 395 Nits. Der Bildschirm kann aber noch heller leuchten, wenn der Sonnenlichtmodus ausgelöst wird – im hellem Umgebungslicht werden dann bis zu 440 Nits erreicht.

Das Poco M3 bietet drei verschiedene Kontrasteinstellungen für das Display. Wenn der automatische Kontrast aktiviert ist, scheint die Bildschirmausgabe auf Genauigkeit im sRGB-Farbraum abgestimmt zu sein. Wir haben ein durchschnittliches DeltaE von 4,8 und eine maximale Abweichung von 9 gemessen. Nur in diesem Modus kann man die Farbsättigung auswählen (Standard, Warm und Kalt). Wenn man die Voreinstellung „Warm“ wählt, wird ein Teil des in der Standardeinstellung angezeigten Blautons berücksichtigt. Die Einstellung Standardkontrast bietet eine hervorragende Genauigkeit im sRGB-Farbraum bei einem durchschnittlichen DeltaE von 2,0.

Akku

Das Poco M3 wird von einem massiven 6.000 mAh-Akku gespeist, der 18 Watt-Schnellladen unterstützt. Und das ist gut so, da es wahrscheinlich ewig dauern würde, diesen Akku mit einem trägen Adapter aufzuladen. Erwartungsgemäß kam ein herausragendes Ergebnis in unserem Batterietest zustande: Mit einer Ausdauer von 154 Stunden eroberte das M3 den dritten Platz in unserer ewigen Tabelle der besten Batterielaufzeiten. Es hat in allen Testszenarien hervorragende Arbeit geleistet – Videowiedergabe, Anrufe, Surfen im Internet und Standby.

Ladegeschwindigkeit
Wie schon erwähnt könnte das Schnellladegerät bis zu 22,5 Watt liefern, das M3 verarbeitet aber nur maximal 18 Watt. Damit sind 25% des Akkus in 30 Minuten geladen, 46% nach einer Stunde und ein vollständiger Ladevorgang brauchte im Test stattliche 2 Stunden und 59 Minuten. Keines dieser Ergebnisse ist beeindruckend, aber schließlich reden wir hier von einem 6.000 mAh-Akku.

Lautsprecher

Das Poco M3 verfügt über ordnungsgemäße Stereobeschallung – die Lautsprecher sind am oberen und unteren Teil des Rahmens in schöner Balance montiert. Beim unserem Test der maximalen Lautstärke kam ein gutes Ergebnis heraus, nicht mehr und nicht weniger. Die Klangqualität ist jedoch hervorragend – das M3 ist eines der wenigen Telefone, welches Bässe liefert, die man nicht nur hören, sondern auch fühlen kann. Auch die Mitteltöne sind hervorragend. Die hohen Töne sind nicht so großartig wie bei manch anderen Handys, aber immer noch gut genug. Insgesamt liefert das Poco M3 die beste Klangqualität, die wir seit einiger Zeit gehört haben.

Android 10 und MIUI 12

Das Poco M3 lädt zum Start direkt die eigene Oberfläche MIUI 12. Der Launcher basiert auf Android 10 und verfügt über eine leicht veränderte Benutzeroberfläche mit coolen Animationen, neuen Datenschutzoptionen, schwebenden Fenstern und einem eigenen Control Center. Einige schöne Wallpaper sind ebenfalls an Bord, genauso wie ein brandneuer App-Drawer. Insgesamt ist MIUI 12 keine umfassende Überarbeitung von MIUI 11, sondern eher eine Aktualisierung mit neuen Looks hier und da.

Die Entsperrung des Displays läuft über den schnellen, seitlich angebrachten Fingerabdruckscanner. Er ist einfach einzurichten, schnell und äußerst genau – das Poco M3 braucht sich hier vor keinem anderen Smartphone zu verstecken. Ein Problem bei seitlich angebrachten Fingerabdruckscannern besteht darin, dass sie Fehler produzieren können, wenn man in der Tasche danach greift. Die Finger oder Handfläche kommt fast immer in Kontakt mit dem Seitenrahmen. Xiaomi hat eine einfache Lösung dafür – man kann zwischen der Touch- und der Press-Erkennungsmethode wählen. Wählt man Press, wird der Fingerabdruckscanner nur dann aktiviert, wenn man den Netzschalter drückt. 2D Face Unlock ist ebenfalls verfügbar, aber weitaus weniger sicher als die Fingerabdruckoption.

Homescreens

MIUI 12 bietet standardmäßig einen App-Drawer und organisiert Ihre Apps automatisch in Kategorien. Dazu gehören Kommunikation, Unterhaltung, Fotografie, Tools, Neu und Business. Man kann diese Kategorien bearbeiten oder sogar ganz deaktivieren. Der App-Drawer selbst lässt sich nicht abschalten, zumindest nicht in der für das Poco erstellten MIUI-Version. Eine interessante Funktion, die mit MIUI 12 eingeführt wurde, ist die Aufteilung des Benachrichtigungsfensters. Durch Wischen nach unten werden entweder die Benachrichtigungen oder die Schnellumschaltung geöffnet. Ähnlich wie bei den iPhones öffnet man sie auf die gleiche Weise: Zieht man vom linken Rand, öffnen sich die Benachrichtigungen. Zieht man vom rechten Rand, geht das Control Center auf. Diese Aufteilung lässt sich aber ebenfalls auch deaktivieren.

Der Task-Switcher hat sich nicht wesentlich verändert. Er zeigt die letzten Apps in zwei Spalten. Über Tippen und halten lassen sich Apps auf einem geteilten / schwebenden Display anordnen. Per Wischbewegung nach links oder rechts werden sie geschlossen. Neben dem geteilten Bildschirm befindet sich eine neue schwebende Fenster-Schaltfläche, eine von MIUI 12 eingeführte Option. Damit lassen sich einige Apps immer im Vordergrund halten, allerdings nur ein schwebendes Fenster zur Zeit.

Datenschutz / Sicherheit

Xiaomi hat MIUI 12 um einige zusätzliche Datenschutzoptionen erweitert. Wenn man Inhalte wie Fotos und Videos freigibt, lässt sich der Speicherort und / oder andere Metadaten (einschließlich Geräteinformationen) entfernen und so etwas mehr Privatsphäre produzieren. MIUI bietet auch eine Sicherheits-App an. Diese durchsucht das M3 nach Malware, verwaltet Blacklists und Datennutzung, kann das Batterieverhalten konfigurieren und Arbeitsspeicher freigeben. Sie kann auch die Berechtigungen der installierten Apps steuern oder den Stromverbrauch ausgewählter Apps begrenzen.

MIUI 12 enthält proprietäre Apps für Fotos, Musik und Videos. In einigen Regionen enthalten die Musik- und Video-Apps kostenpflichtige Streaming-Optionen. Mi Remote für den IR-Senser ist ebenfalls an Bord. In China ist ein neuer Mi AI-Assistent Teil von MIUI 12 und ersetzt den Google-Assistenten. Die Google Notes-App wurde um noch mehr Aufgaben-Checklisten und Unteraufgabenoptionen erweitert. Eine FM-Radio-App ist ebenfalls verfügbar, genauso wie ein dunkler Modus. Anzeigen sind leider auch eingebunden, und zwar in einige System-Apps. Das passiert normalerweise, um die Endpreise von Produkten zu senken. Wir haben Anzeigen am häufigsten in der Sicherheits- und Themes-App sowie in einem Teil des eingebetteten Virenscanners gesehen, der bei jeder App-Installation aufpoppt.

Leistung und Benchmarks

Das Poco M3 wird vom 2020er Snapdragon 662-Chipsatz angetrieben, der auf einem 11 Nm-Herstellungsprozess basiert. Das SoC verwendet eine Octa-Core-CPU, die aus vier Kryo 260 Gold-Kernen mit 2,0 GHz und vier Kryo 260 Silver-Kernen mit 1,8 GHz besteht. Die Goldkerne basieren auf dem Cortex-A73-Design, während die Silberderivate auf den energieeffizienten Cortex-A53-Kernen aufbauen. Die im Snapdragon 662 integrierte GPU ist eine Adreno 610. Der Arbeitsspeicher liegt bei 4 GB RAM, dazu kommen 64 GB interner UFC 2.0-Speicher. Es gibt allerdings auch eine M3-Version mit 4 GB RAM und 128 GB UFS 2.1-Speicher. Und obwohl beide Modelle einen microSD-Steckplatz bieten, werden die Apps normalerweise auf dem internen Speicher installiert – je schneller dieser läuft, desto schneller starten auch die entsprechenden Apps. Die 128 GB-Variante mit UFS 2.1-Speicher wäre daher aus unserer Sicht ein sinnvolles Upgrade.

Leider zeigte sich die Single-Core-CPU-Leistung im Test nicht von ihrer besten Seite. Hier und da stockt das M3, wenn man das Android-Betriebssystem für alltägliche Aufgaben wie das Scrollen von Homescreens oder das Wechseln zwischen Apps verwendet. Die hohe Bildschirmauflösung klingt zwar nach einem Premium-Feature für diese Klasse, fordert jedoch seinen Tribut, insbesondere bei Spielen. Wenn man die Auflösung eines Spiels nicht auf 720p senken kann, ist es unmöglich, ruckelfrei zu zocken. Handys mit einer nativen Auflösung von 720p wie das Realme 7i, das Galaxy A21s oder das Moto G9 Play sind hier gegenüber dem Poco M3 deutlich im Vorteil. Die gute Nachricht ist, dass das M3 unter Last nicht heiß wird und die Leistung nicht weiter sinkt, wenn man ein Spiel spielen oder anspruchsvolle Apps verwenden möchte.

Dreifachkamera auf der Rückseite

Das Poco M3 verfügt über eine Dreifachkamera auf der Rückseite. Es gibt ein Primärobjektiv, das von einem 2 Megapixel-Makro und einem 2 Megapixel-Tiefensensor flankiert wird. Ein einzelner LED-Blitz ist ebenfalls vorhanden. Die Hauptkamera arbeitet mit einem 48 Megapixel-Quad-Bayer-Sensor und einem 1:1,8-Objektiv mit 0,8 µm großen Pixeln und Autofokus. Ein Nachtmodus steht ebenfalls zur Verfügung. Die Makrokamera löst 2 Megapixel durch eine 1:2,4-Blende auf. Die Pixel sind 1,75 µm groß, ein Autofokus steht leider nicht zur Verfügung. Das Setup wird von einem 2 Megapixel-Tiefensensor abgerundet.

Die Selfie-Kamera verfügt über einen 8 Megapixel-Sensor unter einem 1:2,1-Objektiv. Auch hier gibt es keinen Autofokus. Die Standard-Kamera-App ist eine typische MIUI-Angelegenheit. Das Umschalten zwischen den Modi erfolgt durch Wischen nach links und rechts. Alle verfügbaren Modi außer Makro befinden sich auf diesem Rolodex. Zoomverknüpfungen gibt es keine. Am gegenüberliegenden Ende des Suchers befinden sich ein Blitzmodusschalter, ein HDR-Schalter, ein KI-Schalter und ein Zauberstab mit Schönheitseffekten und Filtern. Im Kamera-Menü finden sich weitere Optionen, darunter der Makromodus sowie die Verknüpfung zu den Einstellungen. Eine Option zum Einstellen der Ausgabeauflösung sucht man vergeblich. Es gibt auch einen Pro-Modus für die Hauptkamera und manuelle 48 Megapixel-Bilder sind ebenfalls möglich. Dann lässt sich die Verschlusszeit auf bis zu 30 Sekunden strecken und ein ISO-Wert von bis zu 4000 verwenden.

Bildqualität
Standardmäßig werden vier Pixel anhand der dominierenden Farbwerte zu einem kombiniert, sodass aus 48 Megapixeln Sensorauflösung am Ende 12 Megapixel-Fotos werden. Die Test-Bilder waren für diese günstige Klasse von Handy hervorragend, insbesondere bei Aufnahmen unter schwierigen Lichtverhältnissen. Es gibt mehr als genug aufgelöste Details, eine angenehme Schärfe und einen hohen Kontrast. Der Dynamikbereich war zwar durchschnittlich, aber nicht niedrig. Die Farben zeigten sich etwas wärmer, als sie hätten sein sollen, aber ansonsten ziemlich lebhaft.

Die Rauschreduzierung arbeitet relativ sanft, was einer der Gründe für den hohen Detailgrad ist. Ein bisschen Rauschen konnten wir bei unseren Tests finden, aber auch genug Details in Bereichen mit einheitlichen Farben, wie Wänden oder Fenstern an Wohngebäuden. Es gibt eine sichtbare Weichheit in Ecken, aber ansonsten kann man diese Fotos nur loben. In dieser Preisklasse hat man schon viel Schlimmeres gesehen.

Im Sucher ist eine AI-Kameraoption verfügbar, was man heutzutage von vielen Smartphones kennt. AI versucht, die Szene mittels KI-Algorithmen zu erkennen und einige Parameter entsprechend anzupassen. Leider ist das einzige, was die Poco M3-KI bietet, übertriebener Kontrast und Farbsättigung, und die Fotos werden dadurch etwas ruiniert. Wir empfehlen, die KI wegzulassen. Auf der Rückseite des Poco M3 befindet sich der 2 Megapixel-Tiefensensor, der nur für Porträtaufnahmen verwendet wird. Und dabei scheint er richtig gute Arbeit zu leisten, mit kompetenter Motivtrennung und natürlich aussehender Unschärfe. Gleichzeitig sind die Porträtaufnahmen so detailliert wie die normalen.

Die 2 Megapixel-Makrokamera klingt schon auf dem Papier nicht gut und setzt die Vorurteile gekonnt in die Praxis um. Sie hat einen festen Fokuspunkt bei ca. 4 cm und im Test brauchte es gerne Mal 6-7 Versuche, um ein scharfes Foto zu schießen. Wenn genügend Licht vorhanden ist (und man den Fokuspunkt trifft), zeigen die Makrofotos genügend Details und wenig Rauschen, aber der Kontrast ist nicht groß. Wenn das Licht nicht ideal ist, steigt der Rauschpegel leider an und die Aufnahmen tendieren schnell Richtung unbrauchbar.

Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen

Die Hauptkamera-Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen sind mittelmäßig. Es scheint genug Details zu geben, und die Bilder sind nicht arg verschwommen. Aber sie sind dunkel und ziemlich verrauscht. Die Farben werden oft ausgewaschen und der Kontrastbereich ist alles andere als groß. Auch der HDR-Modus, der in solchen Fällen als probate Lösung fungieren sollte, half im Test nicht wirklich. Ganz im Gegensatz zum Nachtmodus: Lässt man bei wenig Licht die künstliche Intelligenz ans Ruder, gewinnen Kontrast und Farben deutlich an Qualität. Das Ergebnis funktioniert auch als HDR. Daher sollte die Nachtmodus-KI nachts standardmäßig eingeschaltet bleiben. Die Farbsättigung sieht gut aus, die Details sind in Ordnung. Der Nachtmodus hellte die gesamte Szene auf ohne den Highlights ihren Glanz zu nehmen. Er bringt zwar eine stärkere Rauschunterdrückung als bei normalen Fotos ins Spiel und löscht feine Details vollständig aus, das Ergebnis sieht insgesamt aber trotzdem besser aus. Auf dem M3-Display oder bei Instagram sehen die Bilder sogar ziemlich gut aus.

Selfies
Das Poco M3 verfügt über eine 8 Megapixel-Selfie-Kamera mit einem 1:2,1-Objektiv und festem Fokus. Der Detailreichtum auf den Fotos ist mittelmäßig, während Kontrast und Farben in Ordnung gehen. Rauschen ist vorhanden und der Dynamikbereich ist bestenfalls durchschnittlich. Wenn man in Innenräumen fotografiert, hat die Kamera manchmal Probleme mit der Belichtung, was Ghosting zur Folge haben kann. Der Porträtmodus ist auch für Selfies verfügbar und entspricht dem, was man von einer einzelnen Kamera mit festem Fokus erwartet. Wenn der letzte Haarschnitt nicht zu komplex ausgefallen ist und man nichts gegen ein oder zwei verschmierte Ohren hat, kann er zu passablen Ergebnissen führen.

Videoqualität

Das Poco M3 nimmt mit seiner Hauptkamera Videos mit bis zu 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde auf. Es gibt keinen 4K-Modus und von 60 Bildern pro Sekunde hat das M3 ebenfalls noch nie gehört. Die Videobitrate beträgt 20 Mbit/s, während die Stereo-Tonspur mit einer relativ niedrigen Bitrate von 96 Kbit/s aufgenommen wird. Die elektronische Stabilisierung des Poco M3 wird bei Videos nicht unterstützt. Das Filmmaterial der Hauptkamera zeigte im Test durchschnittlich viele Details und einen geringen Dynamikbereich. Der Kontrast hingegen war in Ordnung, ebenso die Farben.

Alternativen

Je nach Version und aktuellen Werbeaktionen kostet das M3 aktuell zwischen 130 und 170 Euro. Es gibt vier Handys, die man ebenfalls in die engere Wahl nehmen sollte. Und natürlich sind zwei davon ebenfalls von Xiaomi. Das Redmi 9 und das Redmi Note 9 sind hervorragende Alternativen mit gleich großen Displays, ähnlicher Leistung, sehr großen Akkus und Quad-Kamera-Setups.

Das Redmi 9 stellt die günstigste Option dar. Die 3 GB/32 GB-Version kostet nur rund 120 Euro. Das 4 GB/64 GB-Modell liegt preislich ungefähr auf Augenhöhe mit der Poco M3 4 GB/64 GB-Version. Es hat dem Poco M3 eine zusätzliche Ultrawide-Kamera und kabelloses FM-Radio voraus, bietet jedoch keinen Nachtmodus oder Stereolautsprecher. Das Redmi Note 9 hat eine bessere Hauptkamera als das Redmi 9 – 48 Megapixel gegenüber 13 Megapixel – und eine zusätzliche Ultrawide-Linse an Bord. Ein Nachtmodus ist ebenfalls am Start, aber keine Stereolautsprecher und die enorme Akkulaufzeit des Poco M3 erreicht es auch nicht. Auf der anderen Seite kostet die 3 GB/64 GB-Version genauso viel wie das Poco M3.

Zwei weitere Empfehlungen kommen von Realme: Das 7i verfügt über ein 90 Hz-720p-Display und läuft mit dem selben Snapdragon 662-Chipsatz. Es verfügt über eine 64 Megapixel-Primärkamera und ein zusätzliches 8 Megapixel-Ultrawide. Strom kommt aus einem 5.000 mAh-Akku mit 18 Watt Schnellladung, preislich liegt es etwa auf dem selben Niveau wie das Poco M3. Aufgrund des 720p-Bildschirms mit niedrigerer Auflösung ist die Benutzeroberfläche des Realme 7i aber nicht nur verzögerungsfrei, sondern dank der 90 Hz-Bildwiederholfrequenz auch viel flüssiger. Man muss allerdings auf Stereolautsprecher verzichten.

Last but not least: Das Realme 7 ist mit aktuell rund 179 Euro ebenfalls ein gutes Angebot. Es hat ein ähnliches 1080p-LCD-Display wie das Poco M3, jedoch eine Bildwiederholfrequenz von 90 Hz. Zudem nimmt es Videos in 4K auf. Eine Ultra-Wide-Kamera, ein 5.000 mAh-Akku und der schnelle Helio G95T-Chipsatz sind ebenfalls verbaut.

Test-Fazit Xiaomi Poco M3

Design / Ergonomie - 8.5
Display - 7.5
CPU / Leistung - 6
Akku - 9.5
Kamera: Fotos - 7.5
Kamera: Videos - 6

7.5

Testurteil

Im Test zeigt sich das Poco M3 mit hochauflösendem Display, extrem langer Akkulaufzeit, ausgezeichnetem Stereosound und einer guten Hauptkamera von seiner besten Seite.

Pro

  • großes 6,53 Zoll-Display mit 1080p-Auflösung und gutem Kontrast
  • einzigartiges Design
  • hervorragende Akkulaufzeit
  • echte Stereolautsprecher, exzellente Audioausgabe
  • gute Fotoqualität, gute Porträts
  • MIUI 12 ist einfach zu bedienen
  • bei Spielen bis 720p flüssig
  • 3,5 mm-Buchse, microSD-Slot, IR-Sender, FM-Radio

Kontra

  • kein NFC
  • langer Ladevorgang
  • teilweise ruckelt die Benutzeroberfläche
  • keine Ultrawide-Kamera
  • Makrokamera nicht toll
  • Selfies auch nicht toll
  • mittelmäßige Videoaufnahme

Das Poco M3 ist kein perfektes Smartphones. Bei einem Preis von 149 Euro würde das aber auch an ein Wunder grenzen. NFC fehlt genauso wie eine Ultrawide-Kamera. Die Benutzeroberfläche ruckelte im Test gelegentlich, dafür bot das Poco M3 ein hochauflösendes Display, eine extrem lange Akkulaufzeit, ausgezeichneten Stereosound und eine gute Hauptkamera. Das Poco M3 kann sogar für Spiele verwendet werden, vorausgesetzt, man verringert die Bildschirmauflösung und die Grafikqualität. Dann laufen auch moderne Spiele wie PUBG reibungslos.

Das Poco M3 ist ein großartiger Allrounder. Der ständige Wettbewerb zwischen Realme und Xiaomi (und damit auch Poco) hat die Grenzen des Möglichen im Einstiegssegment erweitert. Unter 150 Euro gibt es jetzt einige großartige, kompromisslose Handys mit großen Displays, leistungsfähigen Kameras und einer hervorragenden Akkulaufzeit. Das Poco M3 nimmt in dieser Gruppe von Smartphones seinen wohlverdienten Platz ein und verdient sich im Test eine volle Empfehlung.

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