Android-Tests

Samsung Galaxy S20 Ultra 5G-Test: Das beste Smartphone auf dem Markt?

Samsung hat sich in diesem Jahr selbst übertroffen. Plus reichte nicht mehr aus, so baute man in Südkorea noch ein paar Millimeter an und heraus kam das Galaxy S20 Ultra 5G, das neue Flaggschiff im Lineup. Was das Galaxy S20 Ultra 5G kann und nicht kann, zeigt unser Test.

Das Samsung Galaxy S20 Ultra 5G hat ein noch größeres Display und einen größeren Akku mit schnellerem Ladevorgang als die anderen S20-Modelle. Außerdem gibt es bis zu enormen 16 GB Arbeitsspeicher, während die Nicht-Ultras mit bescheidenen 12 GB auskommen müssen. Der eigentliche Star unter den Bauteilen ist jedoch die Kamera, die wahrscheinlich das außergewöhnlichste Setup verwendet, das wir bisher gesehen haben. Die primäre Kamera verwendet einen 108 Megapixel-Sensor, der 9 winzige Pixel zu einem großen Pixel kombiniert.

Samsung Galaxy S20 Ultra 5G Unboxing

Das Galaxy S20 Ultra 5G wird in der Standard-Samsung-Schachtel für High-End-Modelle geliefert – schwarz und schlicht. Im Inneren gibt es nur wenige Überraschungen. Ein 25 Watt-Ladegerät im Gegensatz zum 45-W-Ladegerät ist an Bord, obwohl das Telefon die höhere Leistung unterstützt und ein passendes USB-C-Kabel vorhanden ist. Das Headset von AKG mit USB-C-Anschluss ist schon vom Note 10 bekannt. Ein durchsichtiges Silikoncase legt Samsung ebenfalls bei.

Design

Das auffälligste Designelement des Galaxy S20 Ultra ist der Kamera-Buckel auf der Rückseite. Das Kamera-Modul nimmt einen großen Teil der Rückseite ein, muss jedoch auch viel Hardware aufnehmen. Das 48-Megapixel-Periskop-Teleobjektiv ist wahrscheinlich für die Höhe des Moduls verantwortlich, da der große 1/2 Zoll-Sensor in einer Ebene senkrecht zum Telefon sitzt. Die Hauptkamera ist zwar normal verbaut, hat aber einen noch größeren 1/1,33-Zoll-Sensor und ein 1:1,8-Objektiv bekommen.

Die Farboptionen der Galaxy S20-Familie sind sind insgesamt nicht unbedingt ausgefallen, aber insbesondere das Ultra wurde denkbar schlicht gehalten. Cosmic Black und Cosmic Grey sind die verfügbaren Optionen. Abgesehen von der Verarbeitungsqualität gibt es wenig zu sehen – Gorilla Glass 6 auf beiden Seiten und ein Metall-Mittelrahmen, der alles zusammenhält. Es gibt einige Diskussionen online, ob es sich dabei um Edelstahl oder Aluminium handelt, Samsung gibt es nicht ausdrücklich an. Bisher verwendete Samsung Aluminium. Aber es gibt das Gerücht, dass das Ultra wie die iPhones aus Edelstahl ist.

Weitere Diskussionen gibt es um die Krümmung des Displays. Im Gegensatz zu früheren Jahren, als die Galaxy-Flaggschiffe eine deutliche Krümmung aufwiesen, weist das Display des Galaxy S20 Ultra nur eine geringe Krümmung der Seitenkanten auf. Möglicherweise wird die Bedienung dadurch verbessert und unerwünschte Berührungseingaben von den Kanten minimiert. Subjektiv trat in unserem Test genau das ein. Der Eindruck ist jedoch schwer zu quantifizieren. Die Selfie-Kamera sitzt wie gewohnt in der Mitte. Die Funktion gibt hier das Design vor, wie so oft bei Samsung.

Ebenfalls im Display integriert ist der Fingerabdrucksensor. Es ist der gleiche Ultraschall-Sensor, den Samsung auch in seinen anderen Top-Smartphones verbaut – im Gegensatz zu einem schnelleren optischen Sensor. Dazu kommt, dass nach meiner Erfahrung auch die optischen Sensoren von Samsung nicht zu den schnellsten im Business gehören. Dieser Eindruck entstand schon beim S10 und dem Note 10. Im Büro herrscht Konsens darüber, dass sie nicht auf Flaggschiff-Niveau liegen. Schon gar nicht im Vergleich zu hervorragend funktionierenden Systemen wie im OnePlus 7T Pro oder dem Mate 40 Pro. Wir hatten alle regelmäßig Probleme beim Entsperren, bis zu dem Punkt, an dem man sich für das weniger sichere, aber bequemere Face-Unlock entscheidet.

Samsungs Flaggschiffe haben seit dem S9 Stereolautsprecher, und die S20-Familie macht da keine Ausnahme. Ähnlich wie beim Note 10 steckt beim S20 Ultra der obere Lautsprecher in einem breiten, aber dünnen Schlitz zwischen dem oberen Displayrand und dem Rahmen. Der Hauptlautsprecher befindet sich wie gewohnt unten in der Nähe der USB-C-Buchse und dem primären Mikrofon. Einen 3,5 mm-Klinkenanschluss gibt es nicht. Der Kartensteckplatz befindet sich oben und akzeptiert zwei Nano-SIMs oder eine Nano-SIM- und eine microSD-Karte.

Was es jedoch wieder gibt, ist das Setup der Buttons: Das S20 Ultra hat seinen Ein-/Ausschalter und seine Lautstärkewippe zusammen auf der rechten Seite. Das Note 10 hatte ihn auf der linken Seite. Samsung hat das mit nachfolgenden Versionen behoben, und jetzt befindet sich der Netzschalter auf der rechten Seite. Es handelt sich nicht ausschließlich um einen Ein-/Ausschalter, das Telefon wird standardmäßig nicht ausgeschaltet. Seit dem Einzug der Smart Assistants ist die Taste vor allem für Bixby zuständig, Samsungs Assistent, der anfangs nicht mal deutsch konnte. Sie können die Taste jedoch in den Einstellungen von allen Bixby-Aufgaben entledigen und sie dazu bringen, das zu tun, was sie eigentlich tun soll: Das Telefon ausschalten.

Das Galaxy S20 Ultra misst 166,9 x 76 x 8,8 mm und wiegt 222 g in der 5G-Variante. Das iPhone 11 Pro Max bleibt mit 226 g minimal schwerer. Ein seltsamer Bonus des riesigen Kameramoduls ist, dass Sie Ihren Zeigefinger ausstrecken und dagegen drücken können, um etwas Gewicht von Ihrem armen kleinen Finger zu bekommen.

User Interface: One UI 2.1

Die neueste Version des internen Android-Overlays von Samsung bietet kaum spürbare Verbesserungen gegenüber One UI 2.0. Die neuesten Trends in Sachen Benutzeroberfläche haben einzug gehalten. Dazu gehört ein systemweiter Dunkelmodus, der nicht nur die Benutzeroberfläche ändert, sondern auch die jeweiligen dunklen Themes der Apps auslöst (sofern vorhanden) – dank Android 10. Das neueste Betriebssystem hat Gesten-Navigation eingeführt, und das S20 Ultra ist mit am Start. Ein Wischen von den Seiten geht „Zurück“ und ein Wischen von unten bringt einen auf den Homescreen.

Einige kleine Änderungen an der Software umfassen das Hinzufügen von Google Duo zur Telefon-App, sodass Sie Videoanrufe direkt von dort starten können. Quick Share ist Samsungs neuester Name für die Freigabelösung des Unternehmens, die auf Bluetooth für die Geräteerkennung und Wi-Fi Direct für die eigentliche Datenübertragung basiert und nur mit Samsung-Geräten funktioniert. Eine der faszinierenderen Freigabeoptionen des S20 Ultra ist die Musikfreigabe. Mit Bluetooth 5 können Sie das S20 mit einem BT-Lautsprecher verbinden und das Telefon als Hub für andere Telefone verwenden, um eine Verbindung zum Lautsprecher herzustellen.

Lautsprechertest

Das Galaxy S20 Ultra kommt mit Stereosound, was dem Telefon (jedem Telefon) wirklich gut tut. Der Hauptlautsprecher sitzt am unteren Rand, während der Ohrlautsprecher als sekundäre Quelle dient. Das Telefon lieferte eines der lautesten Gesamtergebnisse in unserem neuen Lautsprechertest, noch vor dem iPhone 11 Pro. Unser Benchmark für Lautstärke, das ROG Phone II, ist noch etwas lauter. Weit weg ist das S20 Ultra aber nicht. Das iPhone transportiert mehr Bass, während das Galaxy lebendigere Höhen produziert.

6,9 Zoll-Dynamic AMOLED-Display

Das Galaxy S20 Ultra verfügt über das größte Display eines Smartphones der Galaxy S-Serie. Das Display ist größer als das komplette Note 10 Plus. Über 6,9 Zoll verteilen sich 3200 x 1440 Pixel bei einem Seitenverhältnis von 20:9. Die Pixeldichte liegt bei 511 ppi. Es ist jedoch nicht die Auflösung das eigentliche Highlight – die Aktualisierungsrate ist es. Alle S20 sind mit Bildwiederholfrequenzen von 120 Hz ausgestattet, einschließlich des Ultra. Die 120 Hz bekommen Sie allerdings nur, wenn Sie die Auflösung auf 2400 x 1080p verringern. In voller Auflösung sind lediglich 60 Hz drin.

Das S20 Ultra unterstützt allerdings die 240 Hz-Berührungserkennung. Eine Funktion, die es nur mit dem ROG Phone II und einigen Black Shark 2s in der Smartphone-Welt teilt. Tatsächlich muss man somit zwischen Schärfe und Bildwiederholfrequenz wählen. Die überwiegende Mehrheit der Nutzer wird keinen Unterschied bei der Schärfe merken, während die Bildwiederholfrequenz schon deutlicher zu erkennen ist. Der Grund dafür, QHD im 120 Hz-Modus nicht freizuschalten, dürfte im Stromverbrauch liegen.

Das Display des Galaxy S20 Ultra ist eines der hellsten, das wir je getestet haben. Es liefert 894 Nits im adaptiven Helligkeitsmodus und übertrifft das Note10 Plus um hundert Nits und das iPhone 11 Pro Max um etwa 70 Nits. Wenn Sie die adaptive Helligkeitsumschaltung deaktivieren, bekommt man nur 400 Nits, obwohl das Telefon auch bei ausgeschalteter Umschaltung bei besonders hellen Umgebungsbedingungen darüber geht.

Diese Werte gelten für den Vivid-Farbmodus, während in Natural die manuell wählbare Helligkeit etwa 30 Nits niedriger liegt. Der natürliche Modus ist auf die genaue Wiedergabe von sRGB-Inhalten zugeschnitten. Für unsere sRGB-Testmuster haben wir einen durchschnittlichen DeltaE-Wert von 2,2 gemessen. Beim Umschalten auf Vivid verzeichnete das S20 Ultra für unsere DCI-P3-Ziele ein durchschnittliches DeltaE von 3,6, das auf 3,2 verbessert werden kann, indem der Schieberegler um eine Stufe auf die mittlere Warmstufe eingestellt wird. Wir haben bereits geringfügig bessere Ergebnisse bei einigen Samsung-Smartphones gesehen, das ist allerdings Klagen auf sehr hohem Niveau.

Das ‚Dynamic‘-Label weist auf die Unterstützung des Telefons für HDR10 Plus hin, das lizenzfreie HDR-Format für dynamische Metadaten, das Samsung neben DolbyVision pusht. Zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Artikels findet man sowohl bei Netflix als auch bei YouTube passende HDR-Inhalte zum Testen.

Benchmarks und Performance

Wie es normalerweise bei den Topmodellen von Samsung der Fall ist, gibt es das Galaxy S20 Ultra in Bezug auf den Chipsatz in zwei Versionen, und jeder Markt erhält nur eine der beiden. Option Eins kommt mit dem Snapdragon 865-SoC, während Option Zwei Samsungs eigenen Exynos 990 verwendet, wie auch unser Testgerät. Beide Chipsets werden im 7 Nm-Verfahren hergestellt und beide verwenden ein externes Modem, was theoretisch Nachteile bei der Effizienz mit sich bringt. Unsere praktischen Tests scheinen diese Theorie zumindest für die Exynos-Version zu bestätigen.

Das Galaxy S20 Ultra bietet im Vergleich zum Note 10 Plus eine um 10-17% bessere Single-Core-CPU-Leistung, je nachdem, welche Version von GeekBench man heranzieht. Bei Multi-Core-GeekBench-Ergebnissen liegt dieser Wert bei 17 bis 25%, die Antutu-Gesamtzahlen zeigen ein ähnliches Bild. 3DMark gibt eine erhebliche Steigerung von 33-35% sowohl bei Vulkan- als auch bei OpenGL-basierten Simulationen an. Die Sache ist jedoch, dass das Ultra nach nur einem Benchmark-Test schnell nachgibt und nachfolgende Tests weniger beeindruckende Werte ausspucken. Es erwärmt sich auch unter Last erheblich, was sich wohl gegenseitig bedingt.

Akkulaufzeit des Samsung Galaxy S20 Ultra 5G

Das Galaxy S20 Ultra verfügt über einen 5.000-mAh-Akku, eine Zahl, die wir meistens bei Smartphones der unteren Preisklasse sehen, die als Akku-Wunder vermarktet werden. Samsung hatte noch nie ein Smartphone der S-Serie mit einem so großen Akku. Das relativ seltene S10 5G aus dem letzten Jahr und das S10 Lite kamen jeweils auf 4.500 mAh. Es gibt zwei Hauptgründe für die großen Batterien in diesem Jahr – die 5G-Antennen und die 120 Hz-Displays. Außerdem hat der Ultra nun mal auch ein extrem großes Display, so dass weniger als diese 5.000 mAh zu wenig gewesen wären.

Mit dem auf 120 Hz eingestellten Display bietet das Telefon eine anständige, wenn auch nicht spektakuläre Ausdauer. Zehneinhalb Stunden im Internet über WLAN oder dreizehn Stunden Offline-Videowiedergabe brechen keine Rekorde. Als Referenz liefert das ROG Phone II (6.000 mAh) im 120 Hz-Modus 13:22h Webbrowsing oder 16:50h Video-Playback, während das OnePlus 7T Pro (4.085mAh) 12:03h bzw. 18:15h in seinem 90 Hz-Modus schafft.

Durch Umschalten auf 60 Hz sieht es etwas besser aus. Bei voller Auflösung von 1440p waren 12 Stunden Surfen im Internet und mehr als 16 Stunden Videowiedergabe drin. Das iPhone 11 Pro Max mit ebenfalls 60 Hz hält länger – in beiden Tests fast genau 3 Stunden. Im 60 Hz-Modus lieferte das ROG Phone II erstaunliche 25+ Stunden Video und 15:28h im Web, während das OnePlus 7T Pro 13h im Internet unterwegs war oder 18h lang Videos abspielte.

Die Sprachanrufdauer, die wir über das gute alte 3G gemessen haben (zwei Gs weniger als das, was das Ultra kann), lag bei guten, aber unauffälligen 24:20h. Im Vergleich zu den 35 Stunden des 7T Pro und den 40 Stunden des ROG Phone II bekleckert sich das Ultra auch hier nicht mit Ruhm. Einzig das iPhone 11 Pro Max lag mit 21 Stunden darunter.

Das Aufladen des Galaxy S20 Ultra mit dem mitgelieferten 25 Watt-Ladegerät ging recht schnell vonstatten. Nach einer halben Stunde waren 64% erreicht, ein vollständiger Ladevorgang dauerte 58 Minuten. Das Ultra unterstützt zwar das Laden mit 45 Watt, aber mit den Ergebnissen beim 25 Watt-Laden und mit den unterirdischen Ergebnissen beim Note 10 Plus mit dem 45 Watt-Adapter im Hinterkopf gehen wir nicht davon aus, dass das Ultra mit dem leistungsstärkeren Gerät deutlich schneller laden wird. Wie schon seit dem Galaxy S4 unterstützt das S20 Ultra das kabellose Laden. Bis zu 15 Watt geht Wireless, es gibt keine extremen 27 Watt, wie beim Mate 30 und 30 Pro oder 30 Watt wie auf dem Mi 9 Pro.

Das S20 Ultra lädt auch andere Geräte auf – Samsung nennt die Funktion Wireless PowerShare. Sie arbeitet mit bis zu 9 Watt – praktisch, wenn Sie beispielsweise ein Paar Galaxy Buds nutzen und kein Kabel in Sicht ist.

Bemerkenswerte Triple-Kamera

Das Galaxy S20 Ultra verfügt über ein völlig eigenes Kamerasystem – die anderen S20 teilen sich ein Setup, das nicht ganz so Ultra ist. Wohlgemerkt, einige Punkte auf dem Datenblatt ähneln möglicherweise Punkten auf Datenblättern anderer Smartphones. Die von Samsung verwendete Kombination ist bislang aber einzigartig. Die Hauptkamera basiert auf Samsungs eigenem Isocell Bright HM1-Sensor, einem nominal 108 Megapixel auflösenden Chip, den Samsung Nonacell nennt. ‚Nona‘ kommt vom lateinischen Wort für die Nummer neun und bedeutet, dass das Bayer-Farbfilterarray vor den (ansonsten farbunabhängigen) Pixeln neun benachbarte Pixel gruppiert, um dieselbe Primärfarbe zu erfassen. Der Raum für die Bestimmung der Farbe eines Pixels ist also neunmal so groß und die in diesen neun Pixeln dominierende Farbe gewinnt.

Dies führt den vorherrschenden Quad-Bayer-Ansatz (vier Pixel) noch einen Schritt weiter und sollte zusätzliche Vorteile hinsichtlich der Rauschleistung sowie der potenziell überlegenen HDR-Leistung bieten. Die einzelnen Pixel sind 0,8 µm groß, genau wie bei der überwiegenden Mehrheit der Quad Bayers auf dem Markt. Durch die Bündelung in 3 x 3-Quadrate entstehen 2,4 µm große Pixel – das entspricht der Pixelgröße, die Sie bei einer 20 Megapixel auflösenden Kamera mit einem 1 Zoll großen Sensor, wie der Sony RX100 VII Kompaktkamera, bekommen würden. Der Sensor ist auch physisch groß, was die Hauptvoraussetzung für gute Lichtsammelfähigkeiten ist. Ein weiterer Aspekt seiner Größe ist, dass bei sonst gleichen Bedingungen größere Sensoren eine geringere Schärfentiefe bieten, was für die Freistellung von Motiven wünschenswert ist. Wenn Sie das mit dem hellen 1:1,8-Objektiv des Ultra kombinieren, erwartet Sie ein ziemlich beeindruckendes natürliches Bokeh, zumindest was aktuelle Smartphone-Kameras angeht.

Auf der anderen Seite möchten Sie möglicherweise mehr Schärfentiefe – wie in Landschaften mit weitläufigen Ausblicken oder in Nahaufnahmen, in denen Ihr gesamtes Motiv scharfgestellt werden soll – nicht nur der Teil, auf den Sie sich konzentriert haben. Mit einer echten Kamera würden Sie dort die Blende Ihres Kameraobjektivs ein wenig schließen. Samsung hatte bei ein paar Generationen seiner Flaggschiffe auf dieses Konzept gesetzt: Die Kameras konnten zwischen Blenden von 1:1,5 und 1:2,4 wechseln. Diese Technik ist ersatzlos entfallen – möglicherweise gestaltete sich die technische Herausforderung für das enorme Kameramodul als zu aufwändig. Zumal gegenüber den vergleichsweise winzigen 1/2,6 Zoll-Sensoren früherer Tage. Das Endergebnis kann sich sehen lassen: Unscharfe Bereiche sind sichtbar stärker unscharf als bei jeder anderen Telefonkamera, die wir kennen.

Als nächstes folgt das Tele-Objektiv: Es hat ein Periskopobjektiv, bei dem der Sensor in einer senkrechten Ebene zu der des Telefons liegt. Ein Prisma fängt das einfallende Licht ein und lenkt das einfallende Licht um 90 Grad zur Seite. Dadurch kann man ein physisch längeres Objektiv verbauen – niemand möchte, dass ein 2 cm-Objektiv aus seinem Handy herausragt. Das Teleobjektiv des Ultra unterscheidet sich von anderen Periskop-Objektiven durch einen sehr großen Sensor – eine 1/2 Zoll-48 Megapixel-Quad Bayer-Einheit, wie sie viele Midrange-Telefone als Primärkamera verwenden. Das Objektiv bietet einen optischen vierfach Zoom mit einer äquivalenten Brennweite von 103 mm. Obwohl es mit einer Blende von 1:3,5 auf dem Papier nicht allzu lichtstark daher kommt, ergibt sich in Kombination mit einem so großen Sensor ein vielversprechendes Setup.

Das Ultraweitwinkelmodul ist das am wenigsten bahnbrechende der drei. Es hat uns vor allem mit dem anhaltenden Mangel an Autofokus in Samsung-Flaggschiffen verblüfft. Davon angesehen sind die Spezifikationen ziemlich ordentlich. Die Pixelgröße von 1,4 µm muss bei einem Ultrawide-Objektiv an erster Stelle stehen. Die Brennweite von 13 mm und die Blende von 1:2,2 scheint ausreichend für den Einsatzzweck zu sein. Ein ToF-Sensor ist ebenfalls an Bord. Auf der Vorderseite bekommt man ebenfalls Ultra-Exklusives. Wo das normale S20 einen 10 Megapixel-Sensor hat, verwendet das Ultra einen 40 Megapixel-Quad Bayer-Chip. Ja, die Pixel sind mit jeweils 0,7 µm noch winziger, aber auch hier werden vier davon im QB-Stil gruppiert. Das 26 mm-Objektiv ist gerade breit genug und mit einer Blende von 1:2,2 ausreichend hell. Und – es hat Autofokus.

Kamera-App

Das Galaxy S20 Ultra verwendet die neueste Kamera-App von Samsung mit einigen Verbesserungen, um die Besonderheiten dieses Telefons zu berücksichtigen. Die Grundlagen sind jedoch bekannt: Wenn Sie nach links und rechts wischen, wird zwischen den verfügbaren Modi gewechselt, und es besteht die Möglichkeit, einige der Modi neu anzuordnen, hinzuzufügen oder aus dem Sucher zu entfernen. Vertikale Wischbewegungen in beide Richtungen wechseln zwischen der vorderen und der hinteren Kamera. Das Umschalten der Zoomstufen ist etwas komplizierter geworden. Die Baumbezeichnung ist bekannt – drei Bäume für Ultra-Wide, zwei Bäume für Hauptkamera (mäßig breit) und ein einzelner Baum für das Teleobjektiv. Das Problem ist, dass Sie durch Drücken der Ein-Baum-Taste die 5-fache Zoomstufe erreichen. Wie bereits erwähnt, liegt die native Zoomstufe des Objektivs bei 4-fach. Sobald Sie das Ein-Baum-Icon antippen, wird ein zusätzlicher Satz von Schaltflächen mit zusätzlichen voreingestellten Zoomstufen bei 2x, 4x, 10x, 30x und 100x angezeigt. Dort versteckt sich Ihr natives 4x.

Geht man in den Pro-Modus, lässt sich der ISO-Wert (50-3200) auswählen, die Verschlusszeit verändern (1/12.000s-30s), manuell fokussieren und der Weißabgleich einstellen. Es stehen auch Optionen für den Messmodus und den AF-Bereich sowie eine Reihe von Bildsteuerelementen für Kontrast, Sättigung und so weiter zur Verfügung. Wie üblich gibt es kein Live-Histogramm. Ein neues Feature in diesem Jahr ist Single Take, das seinen eigenen Modus erhält. Dabei gibt einem das S20 Ultra 10 Sekunden Zeit, um Grimassen zu schneiden und ähnlich wertvoller Mumpitz, aus denen die AI die besten Momente auswählt und eine Reihe kurzer Videoclips erstellt (inklusive Musik!), sowie Standbilder mit entsprechenden Filtern.

Bildqualität bei Tageslicht

Die Bildqualität der Hauptkamera am helllichten Tag ist gut. Aufgrund der Beschaffenheit des Filter-Arrays des 108 Megapixel-Sensors werden nicht annähernd so viele Details erfasst, wie man glaubt. Die resultierenden 12 Megapixel-Fotos des Galaxy S20 Ultra sind so detailliert wie die nativen 12 Megapixel-Note 10 Plus-Bilder. Hochfrequente Details wie zum Beispiel Gras sehen nicht wirklich gut aus. Komplexen Muster wie Balkonjalousien werden vollständig verschmiert. Um fair zu sein, diese beiden Effekte sind charakteristisch für die Samsung-Verarbeitung. Sie sind nur umso stärker in den Bildern des Ultra zu sehen. Positiv zu vermerken ist, dass, wie bei der Verarbeitung von Samsung üblich, in einfarbigen Bereichen wie dem Himmel und deren Reflexionen in Fenstern praktisch kein Rauschen auftritt. Zudem traten bei Himmelbilder mit die tiefsten und gesättigtsten Blautöne auf, die wir je gesehen haben.

Der Dynamikbereich ist gut – er eignet sich hervorragend für Glanzlichter, aber einige besser entwickelte Schatten, die direkt aus der Kamera kommen, hätten nicht geschadet. Nahaufnahmen sind mit dem großen Sensor sehr gut. Die Hauptkamera fokussiert zwar nicht näher als 10 cm, kann jedoch kleine Motive aufnehmen und Hintergründe dramatisch unscharf machen. Was die Nonacells angeht – wir haben mit der 108-Megapixel-Kamera des Galaxy S20 Ultra sehr viele Linien und Details in unserem gut beleuchteten Studio-Testbild bekommen. Aber das konnten wir draußen nicht replizieren. Wir würden argumentieren, dass sich das 9-Farben-Filterarray der Hauptkamera des Galaxy S20 Ultra bei der Aufnahme von Texturen und Mustern im Freien am helllichten Tag nahezu identisch mit einer normalen 12-Megapixel-Kamera verhält.

Die Fotos der Ultraweitwinkel-Kamera sind ebenfalls in Ordnung. Sie produziert schöne, druckvolle Farben mit einem ziemlich guten Dynamikbereich, wenn es um Ultra-Weitwinkel-Kameras geht. Details sind vorhanden, aber nichts Besonderes, sei es im Unendlichen oder näher an der Kamera. Was uns zu einem Hauptproblem führt: Das Ultra-Wide des S20 Ultra hat keinen Autofokus. Wenn Sie also die Aufmerksamkeit auf ein nahe gelegenes Motiv lenken möchten, werden Sie die Aufmerksamkeit darauf lenken, wie verschwommen und unscharf es ist. Jetzt kann man argumentieren, dass keine andere Ultra-Wide-Kamera für Smartphones so weit geht und über Autofokus verfügt. Das Mate 30 Pro verfügt über Autofokus, ist jedoch mit 18 mm kaum für Ultra-Wide geeignet, während der Ultra-Wide-Autofokus des OnePlus 7T Pro bei 13 mm liegt, aber nicht das erwartete Sichtfeld abdeckt. Und man muss dem Ultra zugute halten, dass die Optik bereits sehr gut korrigiert ist und die verbleibende Verzerrung durch veränderte Einstellungen behoben werden kann. Die Weichheit und Details in den Ecken leiden zwar ein wenig, dass ist es aber wert.

Space Zoom

Wie wir festgestellt haben, verfügt das Periskopobjektiv des S20 Ultra über eine optische Brennweite von etwa 103 mm, was einem 4-fach Zoom entspricht. Und die macht in der Tat schöne Bilder. Die Details sind ausgezeichnet. Es gibt praktisch kein Rauschen, die Farben sind angenehm, der Dynamikbereich ist groß, der Kontrast ist hoch – hier gibt es kaum etwas zu beanstanden. Und die Kombination aus einem großen Sensor und einem langen Objektiv sorgt für gut komprimierte Perspektiven und unscharfe Hintergründe – wie bei einem klassischen 85 mm-Porträtobjektiv. Bei 5-fachem Zoom, der Standard-Tele-Einstellung, sind Fotos fast genauso gut. Eine leichte Weichheit, die im Verlauf der noch so kleinen Hochskalierung eingeführt wird, ist vorhanden, aber nicht störend. Wir könnten mit den 5x-Aufnahmen leben, aber wir würden uns freuen, wenn Samsung die 4x/5x-Situation transparenter darstellen würde.

Auf dem Weg Richtung Space Zoom halten zunächst bei 10x an. Auf dieser Ebene halten Fotos der Prüfung auf Pixelebene immer noch ordentlich stand. Wenn Sie sie auf einem Telefonbildschirm oder einem PC mit Bildschirmvergrößerung betrachten, sind Sie mit der Schärfe und den Details sehr wahrscheinlich einverstanden. Ein positiver Nebenaspekt beim Aufnehmen mit Digitalzoom, anstatt Ihre Fotos anschließend zuzuschneiden, ist, dass Sie die richtige Belichtung für das gewünschte Motiv treffen. Es gibt einen weiteren Zwischenschalter für 30x im Sucher. Sie möchten die Fotos, die es produziert, nicht Pixel für Pixel betrachten. Selbst bei leichten Vergrößerungen auf dem Bildschirm sehen die Bilder nicht gut aus. 100x haben wir uns natürlich ebenfalls angesehen. Das hätten wir uns allerdings auch sparen können.

Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen

Auf dem Papier hat das Galaxy S20 Ultra beeindruckende Möglichkeiten, wenn es um Fotografie bei schlechten Lichtverhältnissen geht – schließlich verfügt es über einen der größten Sensoren der Branche. Mit der Hauptkamera im Fotomodus werden hervorragende 12 Megapixel-Bilder mit schönen Details und sehr wenig Rauschen aufgenommen. Die Farbwiedergabe, genau wie der Dynamikbereich, sind ebenfalls Stärken des Ultra. Geht die Sonne jedoch langsam unter, kommt man früher oder später mit dem Nachtmodus in Kontakt. Dieser reagiert sauber auf Glanzlichter, verstärkt auf natürliche Weise Farben und erhöht damit die Sättigung. Von Rauschen nahezu keine Spur. Vielleicht geht dabei ein bisschen feinstes Detail verloren, aber Sie werden nicht so genau hinsehen, und selbst wenn Sie es tun würden, würde es Ihnen nichts ausmachen. Der Nachtmodus allerdings auch mit gewissen Einschränkungen verbunden. So dauert das Aufnehmen des Fotos eine Weile, bis genug Licht gesammelt und genug Rauschen herausgerechnet wurde.

Die Ultra-Weitwinkel-Kamera des Ultra ist deutlich besser geworden. Sie ist der Hauptkamera in Bezug auf die Lichtsammelfähigkeit nicht gewachsen, und dank des extremen Sichtfeldes wird es unvermeidlich große dunkle Bereiche im Bild geben. Trotzdem schafft sie es, anständige Details aufzuzeichnen, wenn genügend Licht vorhanden ist, und zeigt einen recht guten Dynamikbereich für eine Kamera dieser Art. Der Nachtmodus hebt die Schatten erneut gut in Situationen auf, in denen die Einzelbelichtung nicht den gesamten Dynamikbereich der Szene aus der Ferne erfassen kann. Es passt zu den restlichen erwarteten Ergebnissen des Nachtmodus wie verbesserter Glanzlichterhaltung, verstärkten Farben und weniger Rauschen (aber ein bisschen Weichheit rundum).

In Sachen Zoom haben wir unsere Versuche auf das Fünffache beschränkt, nachdem wir unsere Lehren aus den Tagesaufnahmen gezogen haben. Der native 4x-Zoom ist hier immer noch besser. Fotos auf dieser Ebene sind nicht nur brauchbar, sondern wirklich gut. Bei dieser Vergrößerung gibt es leicht mehr Details als alles, was wir bei so wenig Licht bisher auf einem Smartphone-Foto gesehen haben. Auch die Farbwiedergabe und der Dynamikbereich sind beeindruckend. Im Nachtmodus werden diese Fotos normalerweise noch besser. Man bekommt mehr Details bei Lichtquellen, druckvollere Farben und eine Verstärkung der Schatten für einen geringfügigen Schärfeverlust.

Selfies

Für Selfies ist natürlich die Frontkamera zuständig, und sie macht ihren Job sehr gut. Die aufgenommenen 10 Megapixel zeigen reichlich Details, die Farben sind schön und der Dynamikbereich ist ausgezeichnet. Der Live-Fokus-Modus ist nicht unfehlbar und lässt gelegentlich kleine Teile des Hintergrunds entlang der Grenze zum Motiv scharf oder verwischt einige Kleidungsstücke in den angrenzenden Regionen. Die Selfie-Kamera kann so eingestellt werden, dass Fotos mit einer nominalen Auflösung von 40 Megapixeln, die der Sensor schafft, aufgenommen werden. Bei guter Beleuchtung zeichnet die Linse sehr feine Details auf. Das gilt für die 10 Megapixel-Einstellung allerdings genauso.

Video: Bis zu 8K bei 24 Bildern pro Sekunde

Das Galaxy S20 Ultra verfügt über eine Vielzahl von Videoaufzeichnungsoptionen. Das Besondere daran ist die 8K-Videoaufnahmefunktion (mit 24 Bildern pro Sekunde), aber es gibt auch 4K30 von allen Kameras sowie 4K60 von der Hauptkamera. Sie können vergrößertes Filmmaterial mit 2x aufnehmen, das von der Hauptkamera stammt. Als Optionen stehen 4K30 sowie 4K60 und 1080p in beiden Bildraten zur Verfügung. Bei 4-fachem Zoom und darüber hinaus übernimmt die eigentliche Tele-Kamera die 30-fps-Modi in 4K und 1080p. 60 fps sind auch verfügbar, wenn Sie zuerst auf 4x umschalten und dann die Auflösung und Bildrate ändern. Die Zoombäume verschwinden jedoch, wenn Sie zuerst die Einstellungen ändern. Angesichts der Tatsache, dass das 4x 60fps-Videomaterial tatsächlich von der Hauptkamera aufgenommen wird und es am besten ist, es nicht anzusehen, versucht Samsung effektiv zu verhindern, dass Sie mit etwas seltsamen UI-Methoden 60 fps vergrößern – eine weitere der Eigenheit der App.

Stabilisierung ist natürlich auch verfügbar, und zwar in allen Modi bis hin zu 8K/24fps. Dann gibt es den Super Steady Mode. Als er auf dem S10 eingeführt wurde, war er nur bei der Ultraweitwinkelkamera verfügbar. Als dann das Note 10 herauskam, nahm man auch die Hauptkamera dazu, was Autofokus bedeutete. Nun, Sie können auch auf dem S20 Ultra Super Steady nutzen, und es gibt den bekannten Baumumschalter, der Sie glauben lässt, dass er auf die gleiche Weise funktioniert – drei Bäume für den Ultra-Wide Super Steady-Mode und zwei Bäume für die Hauptkamera in Super Steady. Aber: Beide verwenden die Ultra-Wide-Kamera, nur die zweite ist weiter eingeschnitten. Die Selfie-Kamera ist ehrlicher in ihren Funktionen – 4K und 1080p, 60fps und 30fps, Autofokus, Stabilisierung nur in 30fps-Modi.

HDR10+-Videos kann man auch aufnehmen, die dann auf kompatiblen Geräten oder auf YouTube laufen. Darüber hinaus können Sie das Ultra so einstellen, dass es den platzsparenden h.265-Codec im Gegensatz zum Standard-h.264-Codec verwendet. 8K ist unabhängig davon in h.265 codiert. Was das S20 Ultra allerdings nicht davon abhält, bei 80 Mbit/s 600 MB für jede Minute Filmmaterial zu speichern. Der Detailgrad im Filmmaterial ist zudem nichts Besonderes, zumindest nicht im Vergleich mit 4K. Angesichts unserer Erfahrung mit Standbildern aus dem 108 Megapixel-Sensor in nominaler Auflösung ist das keine Überraschung. Und was wir in 8K sehen, ist der mittlere Teil von 7.680 x 4.320 Pixel – mit 9 Pixel-Quadraten jeder Primärfarbe. Sie sind also groß genug und weit genug voneinander entfernt, um keine winzigen Details liefern zu können. Mit einem klassischen Bayer-Array mit einem 1 Pixel-Abstand könnte man da möglicherweise mehr herausholen. Nicht, dass wir sagen, dass ein klassisches Bayer-Array in dieser Größenordnung machbar ist oder dass es sogar versucht werden sollte oder dass jemand jemals nach 8K in einem Smartphone gefragt hat…

Das 4K30-Filmmaterial (38 Mbit/s) der Hauptkamera ist recht gut. Es bietet wettbewerbsfähige Detailgenauigkeit, ansprechende lebendige Farben und einen großen Dynamikbereich bei gleichzeitig gutem Kontrast. 4K60 (70 Mbit/s) erhöht den Schärfegrad etwas, was aus der Nähe manchmal unnatürlich aussehen kann. Bei normalen Betrachtungsabständen stellt es jedoch kein Problem dar. Ansonsten ist es identisch mit 4K30. Das Ultra-Weitwinkel-Filmmaterial ist nahezu identisch mit dem, was beispielsweise das Note 10 produziert. Das ist keine schlechte Sache und sowohl 4K- als auch 1080p-Videos sind sehr gut. Das Ultrawide ist auch farblich gut abgestimmt. Wenn man vorsichtig mit 2x die Zoomleiter nach oben klettert, kommen immer noch sehr gute 4K30-Videos zustande. Die Verarbeitung belässt das Material natürlich. 4K60 hingegen dreht ebenfalls mächtig an der Schärfe-Schraube, was für ein sehr überarbeitetes Aussehen sorgt. 1080p sieht in beiden Bildraten nahezu identisch aus, und obwohl es auch beim Schärfen etwas stark ist, kommen vernünftige Videos heraus.

Weiter geht’s zu 4-fach Zoom mit dem Teleobjektiv. Das Ergebnis ist exzellentes Filmmaterial in 4K und 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde. Es ist jedoch keine leichte Aufgabe, dabei die Hände ausreichend ruhig zu halten. Und selbst auf einem stabilen Stativ sollten nicht allzu viel Wind wehen. Zu unserer großen Überraschung ist der 10-fache Zoom bei 1080p mehr als ordentlich. Bei 4K lässt die Bildqualität deutlich sichtbar nach. Die elektronische Stabilisierung des Ultra bei der Hauptkamera arbeitet gut, solange man keine übertrieben überraschenden Bewegungen macht. Normale Wackler und Erschütterungen beim Gehen werden sauber korrigiert. Allerdings sucht das Ultra in Bewegung gelegentlich nach dem Fokus, was ärgerlich sein kann.

Das Filmmaterial der Ultraweitwinkelkamera kennt solche Probleme nicht – das Verwackeln beim Gehen wird dank der viel größeren Brennweite beseitigt. Fokusprobleme gibt es auch nicht, da der Fokuspunkt fest ist. Den Super Steady-Modus braucht man eigentlich nicht, da das normale ultrawide Filmmaterial bereits sehr stabil ist. Zudem wird ohne Stabilisierung nichts abgeschnitten, und darum geht es ja eigentlich bei Ultrawide – soviel Bildausschnitt wie möglich.

Das Galaxy S20 Ultra zeigte auch bei den Selfie-Videos hervorragende Ergebnisse. Die Videos sind schön und detailliert, die Hauttöne passen und die Hintergrundbeleuchtung tut ein übriges. Die Stabilisierung in 30fps arbeitet ebenfalls sehr gut, beschneidet die Sicht aber so stark, dass man dann zu einem Selfie-Stick greifen sollte.

Videoaufnahmen bei schwachem Licht

Das Galaxy S20 Ultra ist in der Lage, sauberes und detailliertes Filmmaterial mit großem Dynamikbereich und guten Farben auf allen Kameras bei Lichtverhältnissen aufzunehmen, bei denen andere Smartphones schon lange aufgegeben haben. Das muss man so klar sagen. Wir haben zum Vergleich ein Galaxy Note 10 Plus genommen und im Zoombereich von 0,5x bis 4x bei zwei verschiedenen Lichtstärken nebeneinander aufgenommen. Wir haben diesen Test auf nur 4K30fps beschränkt, da wir ihn derzeit als den sinnvollsten Modus für die Videoaufnahme betrachten. Die Low-Light-Videos des Ultra aus der Hauptkamera sind immer noch etwas schärfer und detaillierter, aber der Dynamikbereich des neuen Telefons ist viel besser.

Bei 0,5-facher Verkleinerung macht der größere Sensor der Ultrawide-Cam des Ultra einen großen Unterschied und das Filmmaterial sieht wirklich gut aus – obwohl es etwas Rauschen gibt, gibt es auch viele Details, während sich der Clip des Note 10 Plus bereits in Pixelbrei verwandelt hat. Auch hier ist der Dynamikbereich des Ultra deutlich überlegen. Weiter zu 2x, wo das optische 2x des Note es schafft, mit dem Ultra Schritt zu halten. In Bezug auf Details ergibt sich ein Gleichstand, obwohl wir das Ultra wegen des Dynamikbereichs immer noch bevorzugen würden. Bei 4-fachem Zoom zerstört das Ultra das Note 10 Plus. Das war zu erwarten, da das Note hier nur noch digital hochrechnet.

Je dunkler es wurde, größer wurde auch die Lücke zwischen der Videoqualität des Ultra und des Note. Das Note war irgendwann kaum noch benutzbar, während das Ultra immer noch sympathisches 1x-Filmmaterial aufnahm. Bei einem 0,5-fachen Zoom ist das Filmmaterial des Ultra bei so wenig Licht zwar verrauschter geworden, ich würde es aber immer noch als verwendbar bezeichnen, Beim Note war komplett Feierabend. Bei 2x wird es auf dem Note chaotisch, während das Ultra seine Gelassenheit behält – es ist nicht super scharf, aber es ist viel besser als das Note. Bei 4-facher Vergrößerung können Sie grundlegende Formen im Filmmaterial des Note erkennen, während das Ultra einen gewissen Anschein von Details beibehält.

Zusätzlich zu den allgemeinen Verbesserungen der Bildqualität hat das Ultra einen neuen Modus bekommen – Night-Hyperlapse. Night-Hyperlapse verwendet lange Belichtungszeiten, um Lichtspuren zu erstellen, die dann die Bilder des Videos bilden. Die Langzeitbelichtung und die Tatsache, dass der Algorithmus eine Minute Aufnahmezeit für eine Sekunde des resultierenden Videos nimmt, bedeuten, dass ein Stativ ein Muss ist. Das Note 10 hat kein Night-Hyperlapse, nur normale. Und diese sind bei schlechten Lichtverhältnissen nirgends so gut wie die des Ultra. Samsung könnte das für das Note 10 Plus möglicherweise mit einem Software-Update nachliefern. Aber aktuell gewinnt das Ultra auch diese Disziplin.

Alternativen

Für den Preis des Ultra bekommt man annähernd zwei Galaxy Note 10 und noch einen S-Pen obendrauf. Das Note 10 zoomt jedoch nur halb so weit wie Ultra und aktualisiert sein Display nur halb so oft. Bei Apple wäre das iPhone 11 Pro Max das passende Pendant. Die Kameras liefern ausgezeichnete Bildqualität, wenn auch nicht mit 4x-optischem Zoom. Ein 120 Hz-Display ist auch nicht an Bord.

Oder sie schauen nach der Konkurrenz im eigenen Haus: Das reguläre Galaxy S20, auf das wir noch warten, könnten der beste S20-Deal sein. Neueste Chipsätze, ebenfalls 120 Hz-Display, sehr gute Kameras (ohne Space Zoom), die sich leichter in die Tasche stecken lassen als die des Ultra, selbst wenn Sie sich für das Plus entscheiden.

Test-Fazit Samsung Galaxy S20 Ultra 5G

Design / Ergonomie - 9
Display - 9
CPU / Leistung - 9.5
Akku - 9
Kamera: Fotos - 9
Kamera: Videos - 9.5

9.2

Testurteil

Beim dem Preis des Ultra darf es keine Kompromisse geben. Display, CPU und Videos sind auf höchstem Niveau. Bei den Fotos bessert Samsung hoffentlich noch per Software-Update nach.

Pro

  • großes, helles und schönes 120 Hz-AMOLED-Display
  • das großartige Periskop-Teleobjektiv bietet vielseitige Zoomoptionen
  • der neue Chipsatz ist ein solides Upgrade in Bezug auf die Leistung
  • Stereolautsprecher mit guter Lautstärke
  • sehr schnelle Ladevorgänge

Kontra

  • sehr teuer
  • kurze Akkulaufzeit mit 120 Hz-Bildwiederholfrequenz
  • 108 Megapixel Nonacell-Kamera wird dem Hype nicht gerecht
  • ‚Space Zoom 100x‘ in der Praxis nicht wirklich zu gebrauchen
  • Leistung des Fingerabdrucksensors liegt weit hinter der Konkurrenz

UVP: 1.315 Euro

Das Galaxy S20 Ultra ist ohne Zweifel eins der besten Smartphones auf dem Markt. Aber das übertriebene Marketing und die schiere Größe des Kameramoduls ließen uns das nächste große Ding erwarten – stattdessen gibt es keinen verwendbaren Weltraumzoom und Nonacell ist zumindest vorerst nicht erstaunlich. Ja, das Periskop-Teleobjektiv ist großartig und in jeder Hinsicht besser als das vom letzten Jahr. Ja, das Ultra hat eine Primärkamera mit sehr großem Sensor, die wahrscheinlich irgendwann großartige Fotos machen kann. Aber zaubern konnte sie nicht, zumindest nicht mit der aktuellen Software. Auch das Display ist das beste, was Samsung bisher herausgebracht hat. Aber warum läuft es nicht bei maximaler Bildwiederholfrequenz mit maximaler Auflösung?

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Mikko
Mikko
7 Monate zuvor

Schade, dass da Software-Probleme am Start sind. Ist ansonsten mein Handy.

Peter Petersen
Peter Petersen
7 Monate zuvor

Macht man nix mit falsch. Klar könnte die Kamera noch besser arbeiten. Aber man muss sich im klaren sein, dass man da auf höchstem Niveau klagt…

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