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Apple-Mitarbeiter schreiben offenen Brief an Konzern-Leitung

Apple ist als Arbeitgeber und Auftragnehmer leider kein Unbekannter in Sachen arbeitsrechtlicher, rechtlicher und ethischer Probleme. Mittlerweile haben sich diverse Mitarbeiter in der #AppleToo-Bewegung organisiert. Sie werfen Apple interne Praktiken vor, die Zwischenfälle oder Versagen mit einem unangenehmen Unternehmensklima bestrafen.

Folgende Punkte fordert die #AppleToo-Bewegung von der Unternehmensführung:

1. Verstärkte Trennung zwischen digitalem und physischem Eigentum von Apple und Apple-Mitarbeitern in allen Apple-Richtlinien.
2. Bereitstellung einer transparenten, lebenswerten, gerechten und fairen Vergütung für ganz Apple.
3. Prüfung aller Beziehungen zu Drittparteien.
4. Das People-Team, die Mitarbeiterbeziehungen, das Geschäftsgebaren und die Führung müssen Verantwortung übernehmen.
5. Ein Prozess muss geschaffen werden, damit Gruppenanliegen mit einer transparenten Feedbackschleife gehört werden.

Einige Punkte, insbesondere die der gerechten Vergütung, sind etwas vage formuliert und vermutlich ein deutlich zu großes Thema für einen offenen Brief mit wenigen Absätzen. Die meisten anderen Punkte scheinen sich um ein angeblich kaputtes und schlecht organisiertes internes Meldesystem bei Apple zu drehen. Zusätzlich ist ein möglicher Missbrauch persönlicher Daten von Mitarbeitern im Gespräch, der das Sicherheits- und Vertrauensgefühl am Arbeitsplatz beeinträchtigt. Um den Brief selbst zu zitieren:

„Die Arbeitnehmer haben viel Widerstand erhalten, wenn sie versuchen, Gruppenanliegen außerhalb der Auswahl der Townhall-Fragen und -Antworten in verschiedenen Organisationen Gehör zu verschaffen. Dies hat dazu geführt, dass viele sich nicht sicher sind, wem sie vertrauen können und an wen sie sich wenden sollen, wenn es um gemeinsame Anliegen mehrerer Mitarbeiter geht, bei denen es keine genauen Aktivitäten oder Personen gibt, die über einzelne Wege wie unsere PBP oder unsere Manager gemeldet werden können.“

Apple Tim Cook

Apple-CEO Tim Cook

Einfach ausgedrückt lautet der Vorwurf, dass die internen Berichtsstrukturen von Apple nicht richtig funktionieren. Und das sind laut #AppleToo auch keine Einzelfälle.

„Hunderte von uns haben unsere Geschichten über Missbrauch, Diskriminierung und Belästigung dokumentiert. Hunderte von uns haben dokumentiert, dass wir unsere Probleme über die internen zu Protokoll geben und nichts passiert.“

Und nach einigen anderen Teilen des Schreibens zu urteilen, betreffen einige der Beschwerden sehr ernste Probleme:

„Wir fordern eine unvoreingenommene Prüfung der Berichtsstruktur von Apple, der Mitarbeiter- und Mitarbeiterbeziehungen, des Geschäftsverhaltens und aller Führungskräfte von Apple durch unabhängige Dritte. Wir wollen eine gründliche erneute Untersuchung aller Berichte und Ergebnisse von Rassismus, Diskriminierung, Missbrauch, Belästigung, Unterdrückung konzertierter Aktivitäten und Vergeltungsmaßnahmen nach dieser Prüfung.“

Hinzu kommt die zusätzliche Unsicherheit und der potenzielle Missbrauch persönlicher Mitarbeiterdaten, die angeblich bei Apple vor sich gehen.

„Die Richtlinien von Apple zum Datenschutz und zur Geräteverknüpfung stellen außerdem sicher, dass wir, wenn wir einen Rechtsbehelf einlegen, das Risiko eingehen, dass in unsere Privatsphäre eingedrungen wird. Wenn wir über Apples Partner für psychische und physische Gesundheit Auszeiten oder Urlaub planen, werden wir gebeten, umfassende personenbezogene medizinische Daten für einen Pauschalzeitraum von zwei Jahren an Apple und einen der Vertreter von Apple weiterzugeben. Apple ist stolz auf seine Datenschutzrichtlinien, aber als Arbeitnehmer fühlt es sich an, dass unsere Privatsphäre keine Rolle spielt.“

Das Schreiben geht auch auf praktischere Aspekte und Details zu diesem Datenschutzpunkt ein:

„Apple-Mitarbeiter werden aggressiv „ermutigt“, ihre persönlichen iClouds mit ihren Geräten zu synchronisieren. Dies hat dazu geführt, dass Apple erwartet, dass die persönlichen Daten vieler Mitarbeiter gemäß ihren Richtlinien durchsuchbar sind. Für Arbeitnehmer, die sich anmelden möchten, sollte in den Richtlinien klar sein, dass Arbeitnehmer das Recht auf Privatsphäre bei allen Daten außerhalb des Apple Work-Ordners haben […] , einschließlich der Veröffentlichung persönlicher Telefonnummern im Apple-Verzeichnis. Aufgrund dieser Richtlinie wurden Mitarbeiter unter ihren persönlichen Telefonnummern belästigt.“

Was den möglichen Missbrauch personenbezogener Daten durch Dritte anbelangt, erwähnt das Schreiben ausdrücklich zwei Unternehmen: Sedgwick und NAVEX Global. Beide Firmen haben potenziell Zugang zu Mitarbeiterdaten und bereits eine lange Geschichte von Beschwerden und Klagen wegen Missbrauchs von Daten vorzuweisen.

Fotos
Apple
Quelle
appletoo.us
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