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Apple iPhone 12 Pro Lidar-Scanner: 3D-Scan-App von Occipital

Der Lidar-Sensor des iPhone 12 Pro war eins der großen Highlights bei der Präsentation. So richtig in Fahrt ist die Nutzung aber noch nicht gekommen. Das will Occipital mit Canvas ändern, eine 3D-Scan-App für Wohnräume. Sie verwendet Lidar für zusätzliche Genauigkeit und mehr Details beim Scannen. Die App funktioniert auch mit Nicht-Pro-iPhones bis zurück zum iPhone 8.

Canvas wurde von dem in Boulder ansässigen Unternehmen Occipital entwickelt und ursprünglich für das iPad Pro eingeführt, um die Vorteile des Lidar-Scannens Anfang dieses Jahres zu nutzen. Als ich damals eine Demo seiner Möglichkeiten sah, sah ich sie als Zeichen dafür, wie Apples Tiefenerkennungs-Technologie auf Heimwerker- und Vermessungs-Apps angewendet werden kann. Die mittlerweile deutlich weiter entwickelte App scannt jetzt klarere Bilder mit deutlich mehr Details.

Seit dem Debüt der mit Lidar ausgestatteten iPhones wurden erst eine Handvoll Apps mit Tiefen-Scan-Funktionen entwickelt. 3D-Scannen von Objekten, großformatige Weltraum-Scan-Fotografie (sogenannte Photogrammetrie) und Augmented Reality sind nur einige der Möglichkeiten des Lider-Scanners. Apples iOS 14 bietet Entwicklern laut Occipitals Vizepräsidenten Alex Schiff und Anton Yakubenko einen besseren Zugriff auf die Lidar-Daten des iPhones. Auf diese Weise konnte Occipital eigene Algorithmen entwickeln, um die Lidar-Tiefen-Scans von Apple optimal zu nutzen. Es könnte Occipital auch ermöglichen, die Tiefen-Scan-Daten für die Weiterentwicklung seiner App zu nutzen. So wäre ein Lider-Sensor in Zukunft vielleicht gar nicht mehr notwendig, um in 3D zu scannen.

Das Scannen von 3D-Räumen ohne spezielle Lidar- oder ToF-Sensoren mit Tiefenabbildung ist möglich, und Unternehmen wie 6d.ai (von Niantic übernommen) haben es bereits verwendet. Schiff und Yakubenko sagen jedoch, dass Lidar immer noch schnellere und genauere Daten liefert. Die iPhone 12-Version von Canvas führt detailliertere Scans durch als die erste Version auf dem iPad Pro Anfang dieses Jahres, was laut Occipital vor allem auf den umfassenderen Zugriff von iOS 14 auf Lidar-Daten zurückzuführen ist. Die neueste Lidar-fähige Version arbeitet bis auf 1% genau, während Nicht-Lidar-Scans bis auf 5% genau arbeiten.

Laut Yakubenko bot Apples iPad Pro in früheren Occipital-Messungen Lidar-Daten mit 574 Tiefenpunkten pro Frame bei einem Scan. Möglich in iOS 14 sind hingegen bis zu 256 x 192 Punkte. Dies führt zu mehr Details durch KI- und Kameradaten. Canvas-Raumscans können in einem Prozess, der ungefähr 48 Stunden dauert, in funktionsfähige CAD-Modelle konvertiert werden – hier sieht man, wie gewaltig die Datenmengen bei 3D schnell werden können. Occipital arbeitet jedoch auch daran, Scans sofort zu konvertieren und semantische Daten (wie das Erkennen von Türen, Fenstern und anderen Raumdetails) per AI hinzuzufügen.

Da immer mehr 3D-Scans und 3D-Daten auf iPhones und iPads gespeichert werden, ist es auch für gängige Formate sinnvoll, die Dateien freizugeben und zu bearbeiten. Während iOS 14 ein USDZ-Dateiformat für 3D-Dateien verwendet, arbeitet Occipital mit einem eigenen Format. Diese können nach der Konvertierung in CAD-Modelle in den Formaten .rvt, .ifc, .dwg, .skp und .plan gespeichert werden.

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