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Vorschlag der EU-Kommission: Keine Ladegeräte mehr in Smartphone-Boxen

In einer neuen Pressemitteilung hat die Europäische Kommission ein Gesetz zum Thema Ladegeräte vorgelegt, welches einige Wellen in der Tech-Welt schlagen dürfte. Ladegeräte sollen für alle Verbrauchergeräte standardisiert werden, die Schnellladestandards vereinheitlicht und der Verkauf der Charger vom Verkauf von Smartphones getrennt werden. Der Vorschlag gilt für „Smartphones, Tablets, Kameras, Kopfhörer, tragbare Lautsprecher und tragbare Videospielkonsolen“.

Die Kommission schlägt offiziell vier Dinge vor:

  • Ein harmonisierter Ladeanschluss für elektronische Geräte: USB-C wird der Standard-Anschluss.
  • Harmonisierte Schnellladetechnologie: Verhindert eine ungerechtfertigte Begrenzung der Ladegeschwindigkeit durch verschiedene Hersteller und trägt dazu bei, dass die Ladegeschwindigkeit bei Verwendung eines kompatiblen Ladegeräts für ein Gerät gleich ist.
  • Trennung des Verkaufs eines Ladegeräts vom Verkauf eines elektronischen Geräts: Laut Kommission verfügen die EU-Verbraucher im Schnitt bereits über drei Ladegeräte, verwenden aber nur zwei.
  • Verbesserte Informationen für Verbraucher: Hersteller müssen Informationen zu Ladegeschwindigkeiten und zur Unterstützung des Schnellladens bereitstellen.

Laut EU-Kommission geben europäische Verbraucher jährlich 2,4 Milliarden Euro für Ladegeräte aus, die nicht im Lieferumfang der Geräte enthalten waren. Außerdem entstehen jedes Jahr schätzungsweise 11.000 Tonnen Elektroschrott aus entsorgten Ladegeräten. Die EU-Kommission hofft, dass Verbraucher durch den Gesetzesvorschlag jährlich 250 Millionen Euro durch unnötige Ladegeräte sparen können.

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USB-C-Ladegerät mit Power Delivery

Interessant ist die Schnellladestandardisierung. Viele chinesische Hersteller verwenden unterschiedliche Schnellladestandards, um miteinander zu konkurrieren. Letztendlich handelt es sich aber immer um eine Form des Schnellladens über USB-C Power Delivery. Hersteller müssten also Schnellladeinformationen bereitstellen, damit die Endkunden wissen, welche Ladegeschwindigkeiten sie von ihrem bereits vorhandenen Ladegerät erwarten können.

Das vorgeschlagene Gesetz wird Apple am stärksten treffen. Die Kalifornier müssten von ihrem Lightning-Anschluss auf USB-C umsteigen. Es gibt seit Jahren Gerüchte, dass Apple diesen Wechsel vornehmen wird. Apples MacBooks und iPads wurden auch bereits auf USB-C umgestellt. Die beiden beliebtesten Produktlinien, das iPhone und die AirPods, setzen aber weiterhin auf Lightning-Kabel. Mit dem neuen Gesetz würden daher Apples Absatzzahlen von Ladegeräten und Kabeln leiden, daher werden die Amerikaner nicht kampflos aufgeben.

Der Gesetzesentwurf muss noch im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren (Mitentscheidungsverfahren) verabschiedet werden. Dazu müssen ihn sowohl das EU-Parlament als auch der europäische Rat annehmen. Falls das Gesetz in Kraft tritt, wird den Herstellern eine Übergangsfrist von 24 Monaten eingeräumt, um die neuen EU-Richtlinien zu erfüllen.

Quelle
ec.europa.eu
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