Google Pixel 7 und 7 Pro mit Tensor G2 und besserer Kamera vorgestellt

Im Gegensatz zu anderen Herstellern sättigt Google den Markt nicht mit ständigen Veröffentlichungen. Das heute vorgestellte Pixel 7-Duo bringt die Gesamtzahl der neuen Handys für 2022 auf drei – das andere ist das Pixel 6a. Selbst Apple hat mehr neue iPhones herausgebracht. Wie im letzten Jahr gibt es zwei Modelle. Das Pixel 7 ist kleiner und billiger (599 Euro), das Pro hat das bessere Display und die bessere Kamera inklusive dediziertem Teleobjektiv. Dafür legt man professionelle 899 Euro auf den Tisch.
Google Pixel 7 Pro
Das Pixel 7 Pro hat das Zeug zu einem echten Flaggschiff. Ein scharfes Display mit hoher Bildwiederholfrequenz, ein großer Kamerasensor, drei leistungsfähige Kameras und ein unverwechselbares Aussehen. Die Sicherheitsfunktionen und das Versprechen auf viele Jahre Software-Support können sich ebenfalls sehen lassen.
Allerdings sind die Unterschiede zum letztjährigen Pro nicht allzu groß. Alles läuft auf dem neuen Tensor G2-Chipsatz und die überarbeitete Tele-Kamera hinaus. Der Prozessor baut immernoch auf Samsungs 4 Nm-Prozess auf und besteht aus zwei Cortex-X1, zwei A76- und vier A55-Kernen. Allerdings gibt es eine leichte Erhöhung der Taktraten. Interessanter ist die Mali-G710 MC10-GPU. Sie bietet eine Leistungs- und Effizienzsteigerung gegenüber der G78 für Grafiken, aber auch eine 35-prozentige Steigerung für maschinelle Lernaufgaben. Letzteres kommt unter anderem der Pixel-Kamera-App stark zugute. Es gibt auch einen neuen Tensor-Kern und ein neues Modem.

Der Tensor der nächsten Generation kann maschinelle Lernaufgaben 60% schneller und 20% effizienter ausführen. Er ist verantwortlich für Funktionen wie Photo Unblur, das exklusiv beim Pixel 7 und 7 Pro verfügbar ist. Photo Unblur verwendet die Google-KI, um Unschärfe und Rauschen aus alten Fotos zu entfernen. Es funktioniert natürlich auch, um die Aufnahmen mit dem Pixel 7 zu verbessern.
Wie im letzten Jahr verfügt das neue Google-Handy über 12 GB RAM und 128, 256 oder 512 GB Speicher. Einen microSD-Slot gibt es natürlich nicht, stattdessen gibt es einen Nano-SIM-Slot und eine eSIM für eine zweite Leitung.




Die Hauptkamera verwendet weiterhin einen 50 Megapixel-1/1,31 Zoll-Sensor mit 1,2 µm großen Pixeln und der Option auf 4-in-1-Binning. Das f/1,85-Objektiv hat ein Sichtfeld von 82 Grad. Wenn man mehr von der Szene erfassen möchte, gibt es eine 12 Megapixel-Ultraweitwinkelkamera (1,25 µm) mit 125,8 Grad Bildwinkel. Das Ultraweitwinkel-Objektiv verfügt jetzt aber über Autofokus, mit dem auch Makroaufnahmen gelingen.
Die Hauptkamera hat optische Bildstabilisierung (OIS) sowie eine elektronische Stabilisierung und kann 4K-Videos mit 30 und 60 fps aufnehmen. Die Funktion „Sprachverbesserung“ funktioniert jetzt auch im 4K/60fps-Modus. Das Pixel 7 Pro kann auch 10-Bit-HDR-Videos aufzeichnen. Außerdem hat Google sich mit den Herstellern von Apps wie Snapchat und TikTok zusammengetan, um auch hier Videos in höherer Qualität zu ermöglichen. Die Kamera-App nutzt die maschinellen Lernfähigkeiten des Tensor G2-Chipsatzes, um filmische Unschärfe zu erzeugen oder Aufnahmen aus der Hand weiter zu stabilisieren.

Die Telekamera hat ein längeres Objektiv mit fünffacher optischer Vergrößerung (vorher vierfach) bekommen. Die zusätzliche Reichweite geht auf Kosten eines etwas kleineren Sensors (0,7 µm statt 0,8 µm Pixel), der aber immernoch 48 Megapixel auflöst und somit weiteren digitalen Zoom bietet.
Das 6,71 Zoll große LTPO-AMOLED-Display des Pixel 7 Pro löst QHD+ bei einer variablen Bildwiederholfrequenz von 10-120 Hz auf. Die Seiten des Displays sind nicht so gebogen wie im letzten Jahr, werden aber weiter von Gorilla Glass Victus bewacht. Es gibt auch einen eingebauten Fingerabdrucksensor, alternativ kann man das bequemere Face Unlock verwenden.
Der 5.000 mAh-Akku hat dieselbe Kapazität wie im letzten Jahr. Er unterstützt Schnellladen (schnell in Pixel-Begriffen), drahtloses und umgekehrtes drahtloses Laden. Das Handy hat auch eine IP68-Klassifizierung für Staub- und Wasserbeständigkeit. Es ist zwar einen Millimeter kürzer, aber auch fast einen Millimeter breiter als das Vorjahresmodell, was der Preis für das flachere Display sein dürfte. Das Metallgehäuse besteht zu 100% aus recyceltem Aluminium.
Google Pixel 7
Das Pixel 7 ist ein gutes Stück billiger als das Pro-Modell und auch deutlich kleiner, allerdings nicht so klein wie das günstigere 6a. Wie das Pro läuft es auf dem Tensor G2-Chipsatz, während das 6a den ursprünglichen Tensor-Chip verwendet. Google hat den Arbeitsspeicher bei 8 GB belassen und man hat die Wahl zwischen 128 GB und 256 GB Speicher. Wie die Vorgängermodelle erhalten das Pixel 7 und 7 Pro drei große Betriebssystem-Updates und fünf Jahre Sicherheitspatches.
Das Pixel 7 ist aufgrund seines 6,3 Zoll-Displays (von 6,4 Zoll) etwas kleiner als das Pixel 6. Die physischen Abmessungen des Telefons betragen 155,6 x 73,2 x 8,7 mm bei einem Gewicht von 197 g, verglichen mit 158,6 x 74,8 x 8,9 mm und 207 g beim Vorgänger. Das Galaxy S22 und das iPhone 14 sind jeweils etwas kleiner.

Das Display ist immer noch ein flaches AMOLED-Panel mit FHD+-Auflösung, leuchtet aber 25% heller als das Pixel 6-Display. Das neue Panel hat jedoch immer noch nur eine Bildwiederholfrequenz von 90 Hz. Dafür ist das Pixel 7 billiger als das Galaxy S22 und das iPhone 14 (mit einem 60 Hz-Display).
Die schlankere Bauweise des Pixel 7 bedeutet auch, dass es einen kleineren Akku hat, 4.355 mAh statt 4.614 mAh. Die effizientere Hardware schafft im Extreme Battery Saver-Modus aber jetzt 72 Stunden Laufzeit statt bisher 48 Stunden. Ohne Sparmodus gibt Google ungefähr 31 Stunden typischer Nutzung an.




Wie das Pro verwendet das Pixel 7 eine 50 Megapixel-Hauptkamera (1/1,31 Zoll, 1,2 µm vor dem Binning). Dazu kommt eine 12 Megapixel-Ultrawide-Kamera und das war’s. Zum Heranzoomen verlässt sich das Smartphone auf den relativ hochauflösenden Hauptsensor und Googles Super Res Zoom-Bildverarbeitung, die von der zusätzlichen Rechenleistung des G2-Chipsatzes profitiert.
Die Selfie-Kamera hat einen Sensor mit höherer Auflösung bekommen, 10,8 Megapixel gegenüber 8 Megapixeln im letzten Jahr. Das Sichtfeld ist von 84 Grad auf 92,8 Grad gewachsen. Das Objektiv hat jedoch immer noch einen festen Fokus. Gleiches gilt für das Pro, welches das gleiche Kameramodul verwendet.
Preise und Angebote
Das Google Pixel 7 beginnt bei 649 Euro für ein 128 GB-Gerät, das Pixel 7 Pro kostet 899 Euro mit 128 GB Speicher. Vorbestellungen beginnen heute, der offene Verkauf startet in einer Woche, am 13. Es gibt auch einige Vorbestellungsdeals – das 7 Pro ist mit einer kostenlosen Pixel Watch (LTE-Version) gekoppelt, während das Pixel 7 ein kostenloses Paar Pixel Buds Pro mitbringt.


