Spiele

Google schließt Stadia Games Studio

Als Google seine Cloud-Gaming-Plattform Stadia zum ersten Mal vorstellte, war unsprünglich geplant, Originalspiele zu veröffentlichen, die von Stadias hauseigenem Studio namens SG & E (Stadia Games und Entertainment) entwickelt wurden. Der neueste Blog-Beitrag von Google kündigt nun die Schließung des Studios durch das Unternehmen an.

„Das Erstellen von erstklassigen Spielen von Grund auf erfordert viele Jahre und erhebliche Investitionen, und die Kosten steigen exponentiell. Angesichts unseres Fokus darauf, auf der bewährten Technologie von Stadia aufzubauen und unsere Geschäftspartnerschaften zu vertiefen, haben wir beschlossen, nicht weiter in die Bereitstellung exklusiver Inhalte unseres internen Entwicklungsteams SG & E zu investieren, die über kurzfristig geplante Spiele hinausgehen.“

Google entscheidet sich bei Stadia somit dafür, nur noch die Plattform bereitzustellen. Die Entwickelung der Spiele überlässt man zukünftig anderen. Laut Google werden die meisten Teams von SG & E neue Rollen innerhalb des Unternehmens übernehmen. SG & E-Chef Jade Raymond, ein Veteran der Spielebranche, hat sich vom Unternehmen getrennt.

Vielleicht hatte Google nicht damit gerechnet, dass mit der Vorstellung der neuen Konsolen Sony Playstation 5 und Microsoft Xbox Series X auch einiges an Werbebudgets in diese Richtung abwandern würde. Möglicherweise hat man in Mountain View auch unterschätzt, wie viel Zeit, Aufwand, Ressourcen und Kapital für die Entwicklung eines Videospiels auf höchstem Level erforderlich sind.

Google Stadia selbst geht hingegen nirgendwo hin. Spieler können weiterhin alle Spiele auf beiden Ebenen von Stadia spielen und es werden weiterhin Spiele von Drittanbietern auf die Cloud-Plattform gebracht. Die Spiele, deren Veröffentlichung „kurzfristig“ geplant war, werden noch kommen, aber Google wird nicht darüber hinaus investieren.

„Wir setzen uns für die Zukunft des Cloud-Gaming ein und werden weiterhin unseren Beitrag dazu leisten, diese Branche voranzutreiben. Unser Ziel bleibt es, die bestmögliche Plattform für Gamer und Technologie für unsere Partner zu schaffen und diese Erfahrungen für Menschen überall zum Leben zu erwecken.“

Stadia startete zunächst ohne Konkurrenz, aber jetzt, mehr als ein Jahr später, trifft die Plattform auf Rivalen in Gestalt von Microsoft mit Game Pass sowie xCloud, Nvidias GeForce Now und Amazons Luna. Stadia hatte viel Erfolg mit dem Start von Cyberpunk 2077 und verteilte sogar kostenlose Controller an Vorbesteller. Obwohl es immer noch Fehler in der Software gab, lief es auf PCs großartig. Auf Konsolen dagegen hatte man mit schwerwiegenderen Problemen zu kämpfen.

Quelle
blog.google
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