HTC HD7 Test: Microsoft ist zurück
Geschrieben von: TD Donnerstag, den 04. November 2010 um 22:54 Uhr
Das HTC HD7 ist ein spannendes Gerät für einen Test – es ist das erste Windows Phone 7-Smartphone in der Redaktion. Lange hatte man sich gefragt, ob Microsoft wohl nochmal den Anschluss schaffen würde mit seinem neuen Betriebssystem. Wie der Test des HTC HD7 zeigen wird, ist man in Redmond auf einem gar nicht so schlechten Weg.
HTC HD7 Hardware
Windows Phone 7: Schnelles Interface
Der nächste spannende Punkt bei Touchscreen-Handy-Tests ist immer die Texteingabe. Bei Android klappt das relativ gut, beim iPhone sogar sehr gut. Windows Phone 7 kann man hier ebenfalls ein gutes Zeugnis ausstellen, was allerdings auch dem riesigen Display geschuldet ist, welches genug Raum für die einzelnen Tasten lässt. Eine Sache die bei Android immer ein wenig stört, ist die Positionierung des Cursors, welchen man relativ blind setzen muss. Apples iPhones bieten hier eine kleine Lupe, die den Nutzer effektiv unterstützt. Microsoft hat sich dazu ebenfalls eine gute Lösung ausgedacht: Zieht man den Finger über den Text, erscheint oberhalb des Fingers ein kleiner Cursor, der sich exakt positionieren lässt. Kleiner Schönheitsfehler: Die Tastatur hat je nach Programm manchmal eine zusätzliche Leiste am unteren Bildrand, sodass sich die Position der einzelnen Buchstaben verschiebt. Hat man sich daran gewöhnt, klappt die Texteingabe jedoch schnell und sicher. Man kann nur noch einmal wiederholen, wie verzögerungsfrei der Touchscreen im Test reagierte – das HTC HD7 steht dem iPhone hier in nichts nach. Das gilt auch für den Multitouch-Zoom in Karten oder Bildern - besser kann man es nicht machen.
Etwas Überarbeitung könnte noch der Landscape-Modus vertragen, das Drehen des Displays. Hierzu ist extra ein kleiner Aufsteller auf der Rückseite integriert worden, der Landscape-Modus unterstützt nur leider nicht alle Ebenen des Betriebssystems. Wir vermissten ihn beispielsweise im Karten-Modus. Der Startbildschirm dagegen ist bei Smartphones oftmals auf den Portrait-Modus beschränkt, womit sich gut leben lässt.
Integrierte Dienste: Xbox Live und Zune
Wie auch Apple hat Microsoft viele bereits existierende Dienste in Windows Phone 7 integriert. Dazu gehören Xbox Live Gaming Center und der Zune-Player. Xbox Live konnten wir noch nicht ausgiebig testen, zum Einen mangels Spielen im App Store, zum Anderen, da manche Funktionen, wie empfohlene Spiele, noch nicht funktionierten. Entsprechende Testergebnisse werden wir so schnell wie möglich nachreichen. Der Zune-Player dagegen funktionierte, und zwar prächtig. Kaum über USB angeschlossen, synchronisierte das HTC HD7 Musik, Fotos, Videos und Podcasts. Videos wurden automatisch in von Zune abspielbare Formate konvertiert. Ebenfalls an Bord sind Verknüpfungen zum Streamen und Kaufen von Musik.
Auf das Handy kommen die Streams entweder über WLAN-n oder über HSDPA mit 7,2 MBit/s. Was sich leider nicht streamen lässt sind Flash-Inhalte – der eingebaute Browser unterstützt aktuell noch kein Flash. Was die Websuche angeht, ist man beim HTC HD7 wenig überraschend systemseitig an Bing gebunden, wer Bing nicht mag, kann aber natürlich jederzeit Google ansurfen.
Kamera: Noch Verbesserungspotential
Die Kamera löst 5 Megapixel auf, das von Microsoft verlangte Minimum. Videos werden in einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln gedreht. Das Benutzerinterface ist wie beim restlichen System sehr aufgeräumt und übersichtlich, es gibt allerdings auch nicht übermäßig viel einzustellen: Einige Motivprogramme, Effekte, Zoom und die Auslösesteuerung des Dual-LED-Blitzes. Die Bildqualität liegt im Mittelfeld – bei ausreichend viel Licht gehen Schärfe und Farben in Ordnung, bei wenig Licht hilft auch der Blitz, der auf kurze Distanzen durchaus gut ausleuchtet, nicht gegen das starke Bildrauschen. Videos konnten dagegen kaum überzeugen, da der kontinuierliche Autofokus mit seinen Aufgaben meist überfordert war und daher wenig scharfe Sequenzen produzierte. Hier bleibt zu hoffen, dass HTC zeitnah ein Update veröffentlicht. Gespeichert wird auf dem 16 GB großen internen Speicher, der sich nicht über Speicherkarten erweitern lässt. Zum Schluss noch ein Wort zum Akku: Dieser speichert 1.230 mAh, welche bei der Ausleuchtung eines 4,3 Zoll großen Displays nicht wirklich lange halten. Im Test waren 24 Stunden das Maximum bei normaler Nutzung. Wie beim HTC Desire gilt hier: Alles in einem geht nicht. 162 Gramm bringt das HD7 auf die Waage, ein größerer Akku hätte das Gewicht deutlich erhöht und das Smartphone damit für viele Nutzer inakzeptabel gemacht.
Test-Fazit HTC HD7
Das HTC HD7 hat uns im Test sehr gut gefallen. Hardwareseitig war das keine Überraschung, softwareseitig jedoch waren die Erwartungen hoch und wurden nicht enttäuscht. Microsoft ist mit einem einfach zu bedienenden, attraktiven Nutzerinterface der kaum noch für möglich gehaltene Anschluss an die Konkurrenz gelungen. Zusammen mit dem wunderbar schnell reagierenden Touchscreen und der gelungenen virtuellen Tastatur gibt es dem HTC HD7 keinerlei ernste Versäumnisse vorzuwerfen. Im Gegenteil: Wenn der App Store erstmal in Gang gekommen ist, wird Microsoft mit Smartphones wie dem HD7 so einige Marktanteile zurückerobern.
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