Nokia N8 Test: Licht und Schatten
Geschrieben von: MH Samstag, den 04. September 2010 um 18:43 Uhr
Ein Test des Nokia N8 ist nicht nur technisch sehr interessant, sondern gibt auch Hinweise darauf, wie sich die Position von Nokia in den nächsten Monaten entwickeln wird. Beständig verlieren die Finnen zurzeit Marktanteile, sowohl an Apple, als auch an Motorola und HTC dank des mittlerweile sehr beliebten Android-Betriebssystems. Kann das N8 hier die Wende bringen? Unser Test bringt Licht ins Dunkel.
Carl Zeiss-Optik mit 12 Megapixel und 720p-Videoaufnahme
Sieht man sich zunächst das Datenblatt des Nokia N8 an, gibt es sowohl Licht als auch Schatten. Licht bringt ganz klar die Kamera, Schatten der Prozessor. Eher neutral zu bewerten sind das Display und Symbian 3. Doch der Reihe nach: Nokia hat im neuen N8 eine 12 Megapixel-Kamera mit Zeiss-Linsen eingebaut. Dieser Wert ist sehr gut, gibt es doch bislang kaum 12 Megapixel-Smartphones, und einem Flaggschiff, welches das N8 für Nokia darstellt, würdig. Auch die Video-Funktion kann sich sehen lassen, es werden 1.280 x 720 Pixel bei 25 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet. Unsere Tests lieferten sehr scharfes Bildmaterial mit knackigen Farben zurück. Bei wenig Licht hilft der Xenon-Blitz nach, welcher zwar auch seine Grenzen in Sachen Lichtstärke hat, aber zurzeit ebenfalls die Spitze der Entwicklung bei mobilen Geräten darstellt. Ansehen kann man sich die Videos dank beiliegendem HDMI-Adapter direkt auf dem nächsten HD-Fernseher.
Nokia N8 mit AMOLED-Display und 680 MHz-Prozessor
Schnittstelle zum Nutzer ist ein 3,5 Zoll großes kapazitives AMOLED-Display mit Multitouch. Die Auflösung liegt bei 640 x 360 Pixeln, was für ein Spitzen-Smartphone nicht unbedingt viel ist. Das kann die Konkurrenz von Apple, HTC und Samsung deutlich besser, auch was die Bildqualität angeht kann das N8 hier nicht mithalten. Sowohl die Betrachtungswinkel als auch die Farben und Kontraste auf einem HTC Desire oder Samsung Galaxy S sind sichtbar besser. Auch beim Prozessor wurde gespart, auch wenn Nokia das vermutlich nicht so sehen würde: 680 MHz taktet die ARM-CPU. Das ist nicht wirklich langsam, von der Spitze aber weit entfernt – fast alle anderen Hersteller haben im Highend-Bereich Smartphones mit 1 GHz Noch deutlicher wird die finnische Sparpolitik beim RAM-Speicher: Magere 256 MB wurden verbaut. Und auch der Akku liegt mit einer Kapazität von 1.200 mAh eher im Mittelfeld. Großzügig ist dagegen der interne Speicher, der 16 GB groß ist und sich per microSD-Karte um bis zu 32 GB erweitern lässt.
Symbian 3: Konkurrenz fĂĽr Android und iOS?
Dass das Nokia N8 trotzdem recht flink und flüssig läuft, ist Symbian 3 zu verdanken. Die Ressourcenauslastung ist relativ gering, solang man nicht permanent ein Dutzend Apps gleichzeitig laufen lässt. Daher liegt die Vermutung nahe, dass das N8 überhaupt nur 680 MHz bekommen hat, um die gewaltigen Datenmengen der Kamera zeitnah verarbeiten zu können – beim Fotografieren, browsen der Fotos und Multitouch-Zoomen in einzelnen Bildern ist zu merken, dass mit weniger Rechenleistung hier wohl massenhafte Reklamationen die Folge gewesen wären. So kommt die CPU nun auch im normalen Betrieb dem Nutzer zugute, etwa beim Surfen: Der Nokia-Browser läuft deutlich schneller als beispielsweise bei einem Nokia N97 mit 434 MHz Denn limitierender Faktor war hier immer der Prozessor, die Daten kommen zwar per HSDPA rasend schnell an, doch das N97 braucht deutlich länger, um die Informationen zu einer Html-Seite zu rendern.
Ein weiterer Vorteil von Symbian 3 ist, dass einzelne Menüpunkte nicht mehr doppelt angeklickt werden müssen wie bei den bisherigen Touchscreen-Smartphones von Nokia – ein Klick, und man ist am Ziel. Zudem wurde der Task-Manager überarbeitet und bietet nun eine per Fingerwisch scrollbare Vorschau der aktuell laufenden Apps.
Test-Fazit Nokia N8
Der Eindruck, den wir vom Nokia N8 gewonnen haben, ist zwiespältig. Einerseits steht eine großartige Kamera auf der Habenseite, die beste, die wir bislang getestet haben. Andererseits wirkt Symbian 3 etwas angestaubt und wird nicht umsonst das letzte Mal auf einem N-Series Smartphone eingesetzt – das N9 bekommt bereits das neue MeeGo. Auch die Akkukapazität und die RAM-Größe sind nicht zeitgemäß für ein Spitzenmodell. Dennoch ist beides für Symbian ausreichend, das N8 läuft absolut flüssig. So sollte sich die Kaufentscheidung in erster Linie an der Kamera festmachen – wer Spaß am mobilen Fotografieren und Filmen hat, liegt beim N8 mehr als richtig. Alles andere kann das N8 zwar auch gut, doch die Konkurrenz ist hier definitiv schon einen Schritt weiter.









Kommentare
Das N8 schafft in der Videoaufnahme nur 25 Bilder pro Sekunde.
Wozu eine CPU verbauen die mehr Strom verbraucht, wenn das Gerät mit schwächerer CPU auch flüssig läuft?
Du scheinst auch vergessen zu haben,das beim N8 die Apps, sobald sie in den Hintergrund sind in eine Art Schlafmodus wechseln u. daher nicht permanent im Hintergrund laufen und somit der Speicher nicht auf Dauer voll ist etc.., was ja bei den älteren Geräte wie N97 etc. noch der Fall ist.
.....
NTSC = 30 (29.97) Bilder/sec
So schwierig, dies nach all den Jahren zu verstehen, seit es PAL und NTSC gibt? Das Phone auf NTSC einstellen und dann kommen auch 30 (29.97) Bilder zustande.
* Xenon-Blitz
Wie man im Web auf versch. Testaufnahmen sehen kann, ist der Xenon-Blitz so gut wie nutzlos. Die Aufnahmen sind nicht einmal annähernd ausreichend ausgeleuchtet.
* Amoled-Display
Das Galaxy S verfĂĽgt ĂĽber ein Super-AMOLED. Dieses Telefon kann man nicht zum Vergleich heran ziehen. Oder ist ein LCD-TV das selbe wie LED-TV?
* Prozessor
Auch hier ziemlicher Quark mit den 680 Mhz. Das ist in der Tat nicht viel. Doch dem N8 wurde ein 3D Graphics HW-Beschleuniger spendiert. Deshalb geht auch u.a. das Cover-Flow so schnell; und Videos abspielen.
Aber Hauptsache viel MHz - wichtig fĂĽrs Ego ;)
* Akku
400 Stunden Standby gehören nicht zu Oberklasse?
*Vergessen?
Kein Wort zum Metallgehäuse. Kein Wort zu Symbian ^3 und dem Entwicklungsende. Kein Wort zum neuen OVI-Store.
lies mal die nokia-spezifikationen bzw. die bedienungsanleitung. eine video-option pal/ntsc ist nicht vorhanden.
@ Paul + GĂĽnther: Man merkt definitiv etwas von der CPU-Leistung, z.B. beim Surfen. Ă–ffnet mal eine normale Nachrichtenseite auf dem HTC Desire und auf dem N8, da gibt es deutliche Unterschiede bei der Lade-/Darstellungszeit.
@ Mops: NatĂĽrlich haben wir das N8 auf der IFA getestet. Wo sonst sollten wir eines herbekommen haben - es ist noch nicht erschienen.
@ Mops II: "Andererseits wirkt Symbian 3 etwas angestaubt und wird nicht umsonst das letzte Mal auf einem N-Series Smartphone eingesetzt – das N9 bekommt bereits das neue MeeGo."
Auf der Habenseite ist "nur" die Kamera? Alu-Unibody, möglicher Upgrade auf MeeGo (sobald verfügbar), kostelose Navisoftware mit Karten für über 80 Nationen (Kartenupdates inklusive, ein Handyleben lang), FM-Transmitter usw...
Nun gut, wer seine Seite schnell mit ein paar Zeilen fĂĽllen wird der greift auch darauf zurĂĽck irgendein Fazit zu kopieren und es dann als eigenen Testbericht auszugeben. Armutszeugnis.