Motorola Defy Test: Outdoor-Smartphone mit Vollausstattung
Geschrieben von: AM Sonntag, den 21. November 2010 um 14:36 Uhr
Das Motorola Defy zu testen, bringt besondere Aufgaben mit sich. Sichtprüfung des Displays, Ladezeit von Internet-Seiten, Akkulaufzeit – diese Dinge zu untersuchen, bringt jeder Smartphone-Test mit sich. Doch die Kratzfestigkeit des Displays mit einem Messer zu testen und eine Funktionsprüfung zu machen, nachdem das Defy zehn Minuten unter Wasser war, das ist schon eine andere Liga. Willkommen zum Test von Motorolas erstem Outdoor-Smartphone.
Härtetest 1: Kratzfestigkeit
Genauer gesagt zum Test des ersten Outdoor-Smartphones überhaupt, denn bislang ist uns kein anderes bekannt. Es gibt zwar gewisse Parallelen, beispielsweise zum iPhone, welches wie auch das Motorola Defy Gorilla-Glas zum Schutz des Displays nutzt, das ist aber auch schon das Einzige, was die Smartphone-Welt in Sachen Outdoor-Funktionalität zu bieten hat. Eben dieses Gorilla-Glas ist hochfest und soll das Motorola Defy wirksam vor Kratzern schützen. Wir haben es zuerst mit dem wahrscheinlichsten Szenario getestet, insbesondere bei einem Touchscreen-Handy: Kratzer durch Fingernägel. Hier war dem Defy nicht beizukommen, nach diversen Tests haben wir es aufgegeben und beschlossen, dass dem Display mit Fingernägeln nicht zu schaden ist. Der nächste Test war schon etwas grober, diesmal kam ein Messer zum Einsatz. Das Ergebnis: Auch bei starkem Druck konnten wir dem Gorilla-Glas nichts anhaben. Somit dürfte das Motorola Defy für die meisten Situationen gewappnet sein – fiele das Defy herunter, würde derart starker Druck auf das Display beispielsweise gar nicht entstehen.
Härtetest 2: Motorola Defy wirklich wasserdicht?
Der nächste Test betraf die Wasserfestigkeit. Das Defy ist IP67-zertifiziert und damit abgesichert für bis zu zehn Minuten unter Wasser in einer Tiefe von einem Meter. Um das zu gewährleisten, ruhen die externen Anschlüsse, der Micro-USB-Port und der 3,5 mm-Klinkenstecker, unter dicken Gummipfropfen, die natürlich fest sitzen sollten. Die Ein-/Aus-Taste ist durch eine feste Gummiabdeckung geschützt und braucht daher im Vergleich zu normalen Geräten etwas mehr Druck. Zunächst gingen wir mit dem Defy duschen – hierbei gab es keinerlei Probleme. Das Einzige, was auffällt, ist, dass der Touchscreen etwas schwieriger zu bedienen ist, da sowohl die Genauigkeit als auch die Geschwindigkeit, mit der das Display reagiert, etwas leiden. Nächster Test: Motorola Defy im Wasserglas. Auch hierbei gab es keinerlei Probleme, im Gegenteil: Das Defy blieb dicht und ließ sich klaglos weiter benutzen. Da das Defy natürlich auch eine Kamera besitzt, kamen wir dabei noch auf eine ganz andere Idee – wie wäre wohl die Qualität von Unterwasservideos? Da wir kein Aquarium in der Redaktion haben, hier ein Video von einem YouTube-Nutzer:
Das Ergebnis kann sich unserer Meinung nach sehen lassen. Das Video ist zwar nicht knackscharf, aber welches Smartphone bietet schon die Möglichkeit, Unterwasservideos zu drehen? In Anbetracht der Situation geht das Ergebnis absolut in Ordnung. Ein Vorteil der Wasserfestigkeit ist, dass zugleich auch alle anderen Fremdkörper, wie Staub und Schmutz, aus dem Gehäuseinneren ferngehalten werden.
Tolles Display
Doch nun zu den harten Fakten. Die bereits angesprochene Kamera löst 5 Megapixel auf und dreht Videos im VGA-Format, 640 x 480 Pixel. War die Bildqualität bei normalen Lichtverhältnissen gut mit scharfen Konturen und leuchtenden Farben, nahm sie bei wenig Licht doch deutlich ab. Auch der eingebaute LED-Blitz erreichte schnell seine Grenzen. Das Display ist ein alter Bekannter: Es hat exakt die selben Werte wie im Milestone und dessen Nachfolger Milestone 2 – 3,7 Zoll Bildschirmdiagonale und eine Auflösung von 854 x 480 Pixeln. Darauf sehen alle Icons der Motoblur-Oberfläche knackscharf aus, auch die Leuchtkraft kann man als sehr gut bezeichnen. Der Touchscreen funktioniert kapazitiv, ist Multitouch-fähig und reagierte sehr flüssig auf Eingaben, beispielsweise beim Zoomen von Fotos mit zwei Fingern.
Schneller Prozessor und viel RAM-Speicher
Das liegt in erster Linie am verbauten Prozessor von Texas Instruments. Die Taktfrequenz liegt bei 800 MHz, damit ist das Defy für alle Situationen gewappnet. Es ließ sich so gut wie nicht aus der Ruhe bringen, nur, wenn man diverse speicherhungrige Anwendungen gleichzeitig startet, sind hier und da kleine Verzögerungen zu spüren. Die hohe Performance des Motorola ist auch dem RAM-Speicher zu verdanken, der mit 512 MB üppig ausfällt. Dazu gesellen sich 2 GB ROM, reserviert für Motoblur und Android 2.1 Eclair, sowie eine 2 GB microSD-Karte, die Motorola bereits beilegt und die sich natürlich gegen eine größere tauschen lässt.
Android 2.1 Eclair ist zwar nicht mehr ganz aktuell, hier wird es sicher aber bald ein Update geben, das Milestone hat bereits Android 2.2 Froyo bekommen. Zusätzlich kommt Motorolas Bedienoberfläche Motoblur zum Einsatz, die einige nützliche Features hinzufügt, wie beispielsweise mehrere anpassbare Home-Screens oder den globalen Posteingang: Wer will, kann alle Nachrichten eines Kontakts gruppieren und sich von SMS über Mails bis hin zu Twitter-Nachrichten alle an einem Ort anzeigen lassen. Auch an der Integration von anderen sozialen Diensten wie MySpace, Picasa oder Facebook wurde gearbeitet, so lassen sich beispielsweise mit wenigen Klicks Bilder zu den verschiedenen Diensten hochladen. Teilweise wird im Internet bemängelt, dass Motoblur eine Anmeldung bei Motorola erfordert – das stimmt nicht. Das Defy ist auch ohne Anmeldung voll nutzbar, man muss sich allerdings bei Motorola registrieren, um in den Genuss von Updates zu kommen. Ähnlich verhält es sich mit Google, auch hier muss man sich nur anmelden, wenn man den Android Market nutzen will, alles anderen Handy-Funktionen sind davon unabhängig.
Auch die sonstige technische Ausstattung ist vollständig: Sowohl HSDPA als auch WLAN in der neuesten Variante 802.11n sind verbaut. Dazu kommen die gängigen Sensoren für Annäherung, Beleuchtung und Beschleunigung. Für die Eingabe von Texten ist die immer beliebter werdende Swype-Technologie vorinstalliert, bei man statt die Buchstaben eines Wortes einzeln anzutippen einfach eine Linie zwischen diesen zieht. Klingt erstmal komisch, klappt in der Praxis jedoch erstaunlich gut. Auch als Navigationssystem ist das Defy wie bei Android-Smartphones üblich bestens gerüstet: Sowohl Google Maps mit Vollnavigation als auch Google Street View sind an Bord, um den Nutzer mit der Assisted GPS-Antenne und dem elektronischen Kompass schnellstmöglich ans Ziel zu führen.
Zum Schluss noch zu den Abmessungen: Wer nun erwartet, dass das Motorola Defy in Anbetracht der gummierten Rückseite, der Stöpsel zum Schutz der Schnittstellen und des Gorilla-Glases zu einem großen Klotz verkommen ist, wird enttäuscht: Nur 5,9 x 10,7 x 1,3 cm misst das Defy, bei einem Gewicht von gerade einmal 118 Gramm. Damit schlägt es sowohl die Konkurrenz in Form von Apple iPhone 4 als auch HTC Desire oder Samsung Galaxy S in allen Werten außer der Tiefe, welche aufgrund der Gummiwanne etwas größer ausgefallen ist. Zudem hat Motorola noch auf einen ganz anderen Wert geachtet: Die Akkukapazität. Diese lässt mit 1.540 mAh ebenfalls die gesamte Konkurrenz hinter sich und deklassiert beispielsweise das HTC Desire HD mit nur 1.230 mAh deutlich.
Test-Fazit Motorola Defy
Im Test hat uns das Motorola Defy wirklich überrascht. Nicht, weil es tatsächlich wasserdicht und kratzfest ist, und auch nicht, weil es technisch absolut ausgereift und vollständig ausgestattet ist. Sondern weil Motorola es geschafft hat, das Ganze auch noch in ein attraktives und kompaktes Äußeres zu verpacken. Dazu kommen eine lange Akkulaufzeit und ein attraktiver Preis. Aus unserer Sicht gibt es keine Gründe, die gegen das Defy sprechen, aber eine Menge dafür.
Angebote zum Motorola Defy:









Kommentare
absolut top!!
Werde wohl das MPx wieder aktivieren müssen......
Nie wieder ein Defy, nie wieder Motorola!!!
Ich habe defy jetzt seit dezember und keine probleme damit. Es ist einfach ein klasse handy. Bis auf die cam die wirklich nicht berauschend ist wurde ich mir das handy immer wieder kaufen.
Ein Super Teil, mit Autodockingstation auch fürs Motorrad/Roller geeignet.
5 MB-Kamera ist völlig ausreichend. Wenn ich gute Fotos machen will, damm nehme ich keine Handy - egal welches - sondern eine SLR-Kamera.
Stehe vor der etnscheidung ob ich mir das neue I phone 4 kaufe oder das Motorola Defy. Ein frage zur kamera habe jetzt ein 2 Jahre altes Nokia 5800 was mit nur 3,2 Megapixel meiner meinung nach sehr gute Fotos macht. Hat das Defy eine schlechtere Cam?? MFG
Ich bin voll & ganz zufrieden mit dem Defy!!!
Da ich zzt. 3 Smartphones (iPhone,SGSi9000,Defy) in Gebrauch habe, kann ich es gut vergleichen. Ist wirklich ne echte Kaufempfehlung.
Spiele von Anbietern wie z.B. Gameloft laufen einwandfrei und kommen dem Prozessor absolut zu Recht!
Auch kann man dank des Prozessors sehr viele Anwendungen ( egal ob Spiel oder Instant Massenger ) gleichzeitig öffnen sodass man nicht immer um navigieren muss! Das wichtigste hieran ist jedoch: Es läuft ALLES! schnell und flüssig!
Meiner Meinung nach ist das Handy sowohl im Preisleistungsverhältnis wie auch in der Benutzung ein absolutes muss!
Dringend weiterzuempfehlen ( auch jedem Iphone User, so wie ich es war! )
ich weiß nicht wie ich Internet herstellen kann.Könnte mir villeicht jemand sagen was ich brauche um mit dem defy in Internet zu kommen???*BItte bitte schnell antworten*ich wills mir nächsten MOnat holen!!