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Ratgeber Fernsehhandys
Freitag Feb 24

Ratgeber Fernsehhandys

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Nokia N96Am Freitag vor drei Wochen gab das Bundeskartellamt grünes Licht für die Pläne von T-Mobile, Vodafone und O2, ein gemeinsames Unternehmen für den Aufbau und Betrieb einer Plattform für mobile Fernsehinhalte nach dem DVB-H-Standard zu schaffen. Der Erlass ist allerdings an eine Reihe von Zusagen der Mobilfunkbetreiber gebunden. So darf unter anderem das DVB-H-Angebot nicht an den Abschluss eines Mobilfunkvertrages gekoppelt sein. Auch müssen die ausgestrahlten Inhalte auf anderen Geräten außer Mobiltelefonen empfangbar sein, des Weiteren muss den Endgeräteherstellern die gleichzeitige Integrierung anderer Standards wie DMB erlaubt bleiben.
DVB-H (Digital Video Broadcasting – Handhelds) ist der digitale DVB-Standard für mobile Endgeräte und funkt auf denselben Frequenzen wie DVB-T. Codiert wird mit dem H.264/AVC-Verfahren mit Datenraten von ca. 300 KBit/s, damit sind bei Übertragungsraten von ca. 8 MBit/s über 20 Kanäle und weitere Datendienste möglich.
Nach ersten Testphasen und Pilotprojekten seit 2005 ist der flächendeckende Start von DVB-H für das Frühjahr 2008 geplant. Rechtzeitig zum Start der Fußballeuropameisterschaft wollen die Provider entsprechende Inhalte eingekauft oder produziert haben und die passenden Endgeräte in den Läden zum Verkauf anbieten können.

DMB setzt auf dem Hörfunkstandard DAB (Digital Audio Broadcasting) auf. Datenraten von bis zu 400 KBit/s und Übertragungsraten von ca. 1,5 MBit/s erlauben dabei den Empfang von vier verschiedenen Programmen, welche per Multiplex in einem Kanal gebündelt werden. Laut der MFD (Mobiles Fernsehen Deutschland) sollen durch die Ausstrahlung mehrerer Multiplexe in Zukunft bis zu 40 Programme verfügbar sein.

Die MFD fungiert dabei lediglich als Anbieter digitaler Inhalte (zurzeit ARD, ZDF, ProSiebenSat.1 Mobile, N24, MTV Music), unabhängig von der technischen Übertragung. Das „Watcha“-Paket mit den genannten Sendern wird seit Juli 2006 in derzeit 13 deutschen Ballungsgebieten von Debitel, Mobilcom, Simply und der MFD selbst vermarktet. Dabei kommt bisher ausschließlich DMB zum Einsatz.

Endgeräte - Übersichtlicher Markt

Da erst seit gut einem Jahr digitale Mobilinhalte ausgestrahlt werden, ist auch der Markt für Endgeräte noch sehr klein. Nokias DVB-H-Erstling N92 hat den deutschen Markt nie erreicht; das erstmals im Februar 2007 auf dem 3GSM World Congress vorgestellte N77 ist seit Juni lediglich in Finnland, Vietnam und Indien erhältlich. Mit dem Start von DVB-H im Frühjahr wollen die Finnen das Mittelklassehandy aber auch auf den deutschen Markt bringen. Samsung und Philips haben weitere Modelle für den Marktstart angekündigt. Damit sind zurzeit nur das Samsung SGH-P900 und das LG V9000 erhältlich.

Display – Schnittstelle zum Benutzer

Das wichtigste auf dem Weg zum mobilen Fernsehvergnügen ist das in den Endgeräten verbaute Display. Ist dieses nicht in der Lage, die visuellen Inhalte vernünftig darzustellen, macht das ganze Handy-TV keinen Sinn. Dabei sind vor allem die Helligkeits- und Kontrastwerte wichtig. Da das mobile TV ja gerade an Orten genutzt wird, welche schwierige Verhältnisse bieten, wie beispielsweise öffentliche Verkehrsmittel mit wenig Umgebungslicht oder öffentliche Plätze mit starkem Lichteinfall müssen die Displays auch hier noch gut ablesbar sein. Auch spiegelnde Oberflächen sind eher nicht geeignet. Weiterhin sollten die Bildschärfe und die Reaktionszeiten zufrieden stellend sein – bilden sich Schlieren bei schnellen Bewegungen in den Videos, besteht hier noch Nachholbedarf. Zuguterletzt lohnt noch ein Blick auf die seitlichen Betrachtungswinkel. Je weiter diese ausfallen, desto angenehmer fällt die Nutzung des Geräts aus. Die Displayauflösung sollte minimal bei 320x240 Pixeln liegen, dazu empfiehlt sich eine Farbtiefe von 262.144 darstellbaren Farben.

Verarbeitung

Manche TV-Handys glänzen mit technischen Highlights wie dem Klapp-/Drehdisplay des Samsung SGH-P900. Diese sind zwar schön anzusehen, bieten teilweise aber auch fast schon Sollbruchstellen. Hier sollte unbedingt auf eine solide Verarbeitung geachtet werden mit festen Druck- und Einrastpunkten der Scharniere. Allerdings ist Samsung für eine hohe Verarbeitungsqualität bekannt. Auch ein Knarzen in dünnen Plastikbauteilen gibt Anlass zur Vorsicht.

Akkulaufzeit – gelöst?

Allein schon aufgrund relativ großer Bildschirmauflösungen und nötiger Helligkeitswerte ist die Dauer des mobilen Fernsehspaßes sehr fraglich. Dazu kommen noch die hohen Übertragungsraten, um eine Auswahl aus vielen Kanälen ermöglichen zu können. Daher wurde bei der Entwicklung auf möglichst Strom sparenden Betrieb geachtet und unnötiger Stromverbrauch vermieden. Die Übertragung erfolgt im Zeitmultiplexverfahren – hierbei wird jedem Teilnehmer ein fester Zeitschlitz in der Übertragung zugesichert, wodurch eine gleichberechtigte Nutzung durch alle Teilnehmer zustande kommt. Diese wurde beim mobilen Fernsehen so optimiert, dass zwischen diesen Übertragungsphasen ein kurzer Standby der Endgeräte möglich ist, so dass die Übertragungsleistung nicht kontinuierlich, sondern nur wenn wirklich Daten auf der Leitung anliegen, hoch gehalten werden muss. Generell gelten Akkulaufzeiten von unter drei Stunden als nur noch eingeschränkt praxistauglich. Für die vernünftige Nutzung sollten bei stärkster Sendeleistung immer noch dreieinhalb Stunden Dauerbetrieb zur Verfügung stehen.

Praxistest

Auf jeden Fall empfiehlt sich ein Praxistest im Technik-Discounter des Vertrauens. Man sollte sich dabei neben Bedienung und Display auch Verbindungszeiten für Bildaufbau und Kanalwechsel vorführen lassen. Nur so kann der eigene praktische Wert ermittelt werden. Dabei ist aber zu beachten, dass diese "Laborbedingungen" natürlich nur einen Eindruck unter Kunstlicht vermitteln können.

Alternative UMTS/HSDPA

Wer vor allem Wert auf Verfügbarkeit legt und keine Kosten scheut, sollte sich die Alternative UMTS/HSDPA ansehen. Hier ist, vor allem bei der Telekom und Vodafone, schon heute ein großes Netz verfügbar, welches per HSDPA Phase II bis zu 7,2 MBit/s bietet. Die Programmauswahl hängt vom Portal des Providers ab und war zunächst eher eventgebunden - bei T-Mobile konnten beispielsweise alle Spiele der WM 2006 live verfolgt werden. Doch auch Livekanäle sind mittlerweile rund um die Uhr streambar. Neben einem zumindest UMTS-fähigen Handy ist hier vor allem ein Datenpaket oder besser noch eine Flatrate angebracht, da ansonsten hohe Kosten entstehen können.

Ausblick für die Zukunft

Langfristig rechnen Experten damit, dass sich nur ein Standard für das mobile Fernsehen durchsetzen wird. DMB punktet dabei mit dem bereits längere Zeit laufenden Betrieb, DVB-H kontert mit Probeläufen und Startplänen in über 20 Ländern. Die aktuelle Entwicklung spricht mit der Entscheidung der drei großen Provider T-Mobile, Vodafone und O2 für DVB-H allerdings klar für die Etablierung dieses Standards – die weitere Konkurrenzfähigkeit von DMB wird zu beobachten sein. Die Entscheidung beim Kauf eines Fernsehhandys sollte daher zwar auch anhand von Tarifkonditionen und technischen Merkmalen, vor allem aber hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung getätigt werden. Der Nutzer sollte daher eher den Kauf eines DVB-H-Gerätes ins Auge fassen und unter den beim Marktstart 2008 verfügbaren Angeboten das passende heraussuchen. Oder die vom Bundeskartellamt geschaffene Lücke nutzen und ein mögliches Dual-Standard-Handy erwerben, welches auch den Empfang von DMB unterstützt. Alternativ kommt unter den genannten Bedingungen UMTS in Frage.

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